Kulturelle Resilienz

Robert Spaemann (1927-2018): Ein Verteidiger des christlichen Europas

Der katholische Philosoph Robert Spaemann ist gestern im Alter von 91 Jahren verstorben. Er war ein entschiedener Kritiker spät- und postmoderner Weltanschauungen sowie ein Berater Benedikts XVI. und lehrte zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In den vergangenen Jahren hatte er sich auf der Grundlage einer kämpferischen katholischen Spiritualität wiederholt zur Krise des christlichen Europas geäußert, für dessen Verteidigung er sich bis zuletzt einsetzte. […]

Kulturelle Resilienz

Michel Houellebecq: Der Niedergang und die kommende christliche Erneuerung Europas

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist vor allem durch Romane bekannt geworden, in denen er kulturelle Auflösungserscheinungen moderner Gesellschaften beschreibt. In seiner gestern gehaltenen Dankesrede anlässlich der Verleihung des Oswald-Spengler-Preises stellt er den Niedergang Europas auch als Folge seiner Abwendung vom Christentum dar. Historische Vorbilder würden jedoch Anlass zur Hoffnung geben, dass auf dem Höhepunkt der Krise die Möglichkeit einer religiösen Erneuerung Europas aus dem Geist des Christentums bestehen werde. […]

Kulturelle Resilienz

Nikolai Berdjajew: Die Krise Europas und das neue Rittertum

Der Philosoph Nikolai Berdjajew (1874–1948) stand der konservativen katholischen Erneuerungsbewegung seiner Zeit nahe. In seinem Werk „Das neue Mittelalter“ setzte er sich 1923 mit der geistig-kulturellen Krise Europas auseinander und suchte nach „Wegen zu einem neuen Rittertum“, das diese Krise überwinden könne. Das Buch übte einen starken Einfluss auf Teile des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus aus. […]

Herausforderungen

Walter Laqueur: Die heraufziehenden Stürme und die letzten Tage von Europa

Der am vergangenen Wochenende im Alter von 97 Jahren verstorbene Historiker Walter Laqueur gilt als Begründer der Terrorismusforschung und lehrte unter anderem an der katholischen Georgetown University in den USA. Laqueur hatte sich in den vergangenen Jahren intensiv mit existenziellen Herausforderungen für Europa auseinandergesetzt und vor gravierenden Verwerfungen gewarnt. Er sprach in diesem Zusammenhang von „heraufziehenden Stürmen“ und den möglicherweise angebrochenen „letzten Tagen von Europa.“ […]

Herausforderungen

Metropolit Hilarion: Zur Lage des Christentums in Europa

Hilarion Alfejew ist russisch-orthodoxer Metropolit von Wolokolamsk und Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats. In einem kürzlich in Lissabon gehaltenen Vortrag äußerte er sich zur Lage des Christentums in Europa. Er warnte in diesem Zusamenhang davor, dass sich ein „säkularer Totalitarismus“ in Europa herausbilde und kritisierte die Kirchen Westeuropas dafür, vor den damit verbundenen Herausforderungen weitgehend kapituliert zu haben. […]

Kulturelle Resilienz

Erzbischof Gänswein: Die christliche Zivilisation ist in Gefahr

Erzbischof Georg Gänswein gilt als einer der engsten Vertrauten des emeritierten Papstes Benedikt XVI., dem er als Privatsekretär dient. In einem gestern in Rom gehaltenen Vortrag warnte er, dass angesichts der gegenwärtigen Lage des Christentums in westlichen Gesellschaften „das ganze Projekt unserer Zivilisation auf dem Spiel“ stehe. Die Kirche durchlaufe derzeit „eine wahrhaft endzeitliche Krise“. Die „Benedikt-Option“ stelle einen geeigneten Ansatz zur Bewältigung dieser Krise dar. […]

Christliches Dienstethos

Charles Péguy: Das Christentum als Festung im Meer des Chaos

Der französische Schriftsteller Charles Péguy (1873-1914) veröffentlichte kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs einen weitsichtigen Aufsatz, in dem er „bisher ungekannte Prüfungen“ für das Christentum ankündigte. Angesichts der bevorstehenden Verwerfungen gleiche das Christentum einer „Festung im Meer“. Es werde künftig kein unverbindliches Christentum mehr geben können. Jeder Christ werde an der Grenze des Königreiches stehen und Soldat im Kampf gegen die Mächte des Bösen sein. […]

Kulturelle Resilienz

Eric Voegelin: Die Apokalypse der modernen Zivilisation

Der Politikwissenschaftler Eric Voegelin (1901-1985) gilt als einer der wichtigsten christlich-konservativen Denker des 20. Jahrhunderts. Er lehrte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er das Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft gründete. In seinem 1952 erschienenen Werk mit dem Titel „Die Neue Wissenschaft der Politik“ setzte er sich mit der kulturellen Krise der westlichen Welt und ihren Ursachen sowie der bevorstehenden „Apokalypse der Zivilisation“ auseinander. […]

Herausforderungen

Douglas Rushkoff: Die Vernutzung der Welt und die bevorstehenden globalen Krisen

Der Medientheoretiker Douglas Rushkoff lehrt an der City University of New York und setzt sich vor allem mit den kulturellen Aspekten technologischer Entwicklungen auseinander. In einem Aufsatz in der „Süddeutschen Zeitung“ beschreibt er die Weltanschauung und die Zukunftserwartungen der von ihm beratenen Mitglieder globaler wirtschaftlicher Eliten. Diese würden davon ausgehen, dass in Folge ihres Handelns globale Krisen katastrophalen Ausmaßes bevorstehen könnten und darauf mit Versuchen antworten, sich selbst in Sicherheit zu bringen. […]

Kulturelle Resilienz

Michel Onfray: Aufstieg und Fall der abendländischen Kultur

Der atheistische Philosoph Michel Onfray setzt sich in seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienenen Werk „Niedergang“ (frz. „Décadence“) mit dem Aufstieg und Fall der abendländischen Kultur auseinander. Europa habe den religiösen Kern seiner Identität verloren, weshalb seine Kultur sich „im Endstadium ihres Niedergangs“ befinde. Spät- und Postmoderne würden von den Resten christlicher Kultur leben und diese dabei verzehren. Ein Ausweg sei nicht in Sicht: „Das Schiff sinkt. Uns bleibt nur, möglichst elegant unterzugehen.“ […]