Herausforderungen

Zum Tod von Hans Magnus Enzensberger: Aussichten auf den Bürgerkrieg

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger ist heute in München im Alter von 93 Jahren verstorben. Wir erinnern aus diesem Anlass an seinen 1993 erschienenen Aufsatz „Ausblicke auf den Bürgerkrieg“, in dem er westlichen Gesellschaften eine Zukunft prophezeite, die von „marodierenden Banden“ sowie von „Raub, Mord und Plünderung“ geprägt sein werde. An sozialen Brennpunkten in den USA oder in Frankreich, aber auch am Beispiel von Akteuren der Organisierten Kriminalität und von politischen Extremisten habe man bereits Anfang der 1990er Jahre einen Eindruck dieser Zukunft gewinnen können. Das Christentum der Zukunft werde vor diesem Hintergrund realistischer werden und sich daran erinnern müssen, dass es “ immer vom Nächsten und nicht vom Fernsten gesprochen“ habe. […]

Herausforderungen

Über den Aufstieg des Chaos in westlichen Gesellschaften

Der Philosoph Edward Feser setzt sich in einem aktuellen Aufsatz auf der Grundlage der Gedanken Platons und Thomas von Aquins mit dem Aufstieg des Chaos in westlichen Gesellschaften auseinander. Jede Ordnung werde von einer Reihe korrumpierender Kräfte bedroht. Die Aufgabe des Staates sei es, diese Kräfte einzuhegen. In westlichen Gesellschaften seien diese Kräfte jedoch vielfach zu Treibern staatlichen Handelns geworden. Die Institutionen dieser Gesellschaften würden daher zerfallen, und das Chaos breite sich in ihnen aus. Das Scheitern dieser Gesellschaften sei sicher, solange in ihnen nicht Menschen hervorträten, die den klassischen Idealen der Exzellenz folgten und ihre Institutionen erneuerten. […]

Herausforderungen

„Der Westen kann sehr schnell verschwinden“

Die Ethnologin Susanne Schröter warnt in einem Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ vor einem Niedergang des Westens. Dieser sei derzeit noch die „freieste, wohlhabendste und sozialste Region der Welt“. Er befinde sich jedoch in einem so rasch verlaufenden Abstieg, dass sie hoffe, dass die obige Aussage auch „nach dem Winter noch gilt“. Der Westen könne „sehr schnell verschwinden“. Sie halte es „nicht für unrealistisch, dass der Westen einmal als eine vorübergehende Epoche von wenigen hundert Jahren in die Geschichte eingehen wird“. […]

Erneuerung

Was tun? Antworten auf die Krise Europas

Deutschland und Europa stehen wahrscheinlich vor einer längeren Zeit größerer Verwerfungen, die aufgrund der bereits eingetretenen Schädigung der materiellen und kulturellen Substanz kaum noch abzuwenden sind. In seinem Buch „Was tun? Leben mit dem Niedergang Europas“ beschreibt der Althistoriker David Engels mögliche Antworten auf diese Lage. Politischer Aktivismus gehört ihm zufolge nicht dazu. Die verbliebenen Träger des abendländischen Erbes sollten sich stattdessen darauf konzentrieren, die bevorstehenden Stürme zu überstehen und zugleich ihr eigenes Leben stärker an den Idealen ihrer Kultur auszurichten. Nur so könnten sie langfristig handlungsfähig werden, um auf dem Höhepunkt der Krise den Völkern Europas ihre Kultur und ihren persönlichen Einsatz als Hilfen zur Überwindung dieser Krise anzubieten. […]

Herausforderungen

Über den Niedergang von Großmächten

Der Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski (1928-2017) gilt als einer der führenden geopolitischen Denker der jüngeren amerikanischen Geschichte. In seinem 1997 erschienenen Werk „Die einzige Weltmacht“ unterstrich er, dass die Fähigkeit von Gemeinwesen, sich in einer feindseligen Welt zu behaupten, auch von kulturellen Faktoren abhänge. Die würden USA aufgrund ihren mangelnden kulturellen Resilienz langfristig ihre Weltmachtrolle verlieren. Der Grund dafür sei, dass die hedonistische Massenkultur, auf welcher der globale Einfluss der USA wesentlich beruhe, im Innern zersetzend wirke und die Fähigkeit der politischen Eliten des Landes zur Staatsführung und zur Ausübung von Macht zerstöre. […]

Herausforderungen

Europa steht am Beginn einer Polykrise

Der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze schreibt in einem Aufsatz in der Wochenzeitung „Die Zeit“ über ein Phänomen, das er als in Anknüpfung an Edgar Morin als „Polykrise“ bezeichnet. Europa und der Rest der Welt stünden demnach nicht vor einer einzigen Krise, sondern vor einer ganzen Reihe sich gegenseitig verstärkender, konvergierender Krisen. Diese könnten die vorhandenen Fähigkeiten zur Krisenbewältigung überdehnen. […]

Herausforderungen

Deutschland steht ein kritisches Jahrzehnt bevor

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio warnt in einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“, dass Deutschland ein von multiplen Krisen geprägtes „kritisches Jahrzehnt“ bevorstehe. Das Land werde der wahrscheinlich unmittelbar bevorstehenden „Notlage“ möglicherweise nicht gewachsen sein. Seine Bürger würden sich in jeder Hinsicht „warm anziehen müssen“. […]

Herausforderungen

Über die bevorstehende globale Krise

Das Handelsblatt berichtet in seiner heutigen Ausgabe über die Bewertungen von Experten, die eine globale Wirtschaftskrise für wahrscheinlich halten. Eine Reihe konvergierender Faktoren führe dazu, dass ein „perfekter Sturm“ aufziehe. Insbesondere Deutschland befinde sich im „Zentrum des geopolitischen Sturms“. Es müsse mit größeren Verwerfungen gerechnet werden. […]

Herausforderungen

Das Ende des modernen Fortschrittsoptimismus

Laut dem Soziologen Andreas Reckwitz hat die russische Invasion in der Ukraine „die Grundannahmen der westlich-­liberalen Geschichtsphilosophie“ und den mit ihr verbundenen „Fortschrittsoptimismus“ erschüttert. Die „geschichtsphilosophischen Hoffnungen“ des Westens hätten sich als „Wunschdenken“ herausgestellt. Die „weltgesellschaftliche Entwicklung“ strebe offensichtlich nicht hin zu immer größerer Modernisierung, sondern verlaufe „nach einer Logik des Konflikts“. […]

Herausforderungen

Das Ende des Westens?

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio zweifelte in seinem 2015 erschienenen Werk „Schwankender Westen“ an der kulturellen Nachhaltigkeit westlicher Gesellschaften. Die kulturellen Lebensgrundlagen dieser Gesellschaften erodierten zunehmend, und die „Menetekel des Abstiegs“ ließen sich nicht länger ignorieren. Im ungünstigsten Fall könnten als langfristige Folge „heute noch unvorstellbar scheinende Ordnungsverluste“ eintreten und Gesellschaften in „Bürgerkriegen“ zerfallen. […]

Herausforderungen

Über den Selbstmord der Moderne

Der Schriftsteller Michel Houellebecq gilt als einer der bedeutendsten Kulturkritiker der Gegenwart. In einem jetzt in der Wochenzeitung „Welt am Sonntag“ veröffentlichten Aufsatz schreibt er über den „Selbstmord der Moderne“, der nicht nur westliche Gesellschaften betreffe. […]

Impulse

Das Wesen der heiligen Tradition

Kardinal Robert Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart. In einem jetzt in der Tageszeitung „Le Figaro“ erschienenen Aufsatz setzt er sich mit dem Wesen der heiligen Tradition des Christentums und ihrer Bedeutung für die kulturelle Erneuerung westlicher Gesellschaften auseinander. […]

Herausforderungen

Frankreich zerfällt

Der Politikwissenschaftler Jérôme Fourquet ist für das französische Meinungsforschungsinstitut IFOP tätig. In einem in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ veröffentlichten Gespräch beschreibt er kulturelle und gesellschaftliche Zerfallsprozesse in Frankreich. Immer mehr Franzosen befürchteten einen kritischen Verlauf dieser Entwicklung und forderten ein entschlosseneres Handeln des Staates zur Bekämpfung ihrer Ursachen und Folgen. […]

Herausforderungen

Französische Generale warnen vor einem Bürgerkrieg

Rund 20 pensionierte Generale der französischen Streitkräfte haben sich vor einigen Tagen in einem offenen Brief an den Präsidenten des Landes gewandt und vor einem Bürgerkrieg gewarnt. Der Zerfall der Gesellschaft und das Wirken extremistischer und krimineller Akteure hätten ein Ausmaß erreicht, das ein Eingreifen der Streitkräfte erforderlich machen könne, falls diesen Tendenzen nicht Einhalt geboten werde. […]

Herausforderungen

Totalitäre Tendenzen in Europa

Der Philosoph Ryszard Legutko lehrt an der Jagiellonen-Universität in Krakau. In einem kürzlich veröffentlichten Gespräch warnte er vor totalitären Tendenzen in Europa. Die europäische Zivilisation befinde sich in Folge des Wirkens radikaler utopischer Ideologien und der Schwäche konservativer Kräfte „in einer tiefen moralischen und spirituellen Krise“. Die erwähnten Ideologien hätten „stets zwei Hauptfeinde“ bekämpft, „die Familie und die Religion“, weil diese „Quellen der Kontinuität“ darstellten, die revolutionären Umgestaltungsplänen im Weg stünden. Dieser Kampf werde gegenwärtig in Europa wieder mit gesteigerter Aggressivität geführt. […]

Herausforderungen

Amerikanische Nachrichtendienste warnen vor dem Zerfall westlicher Gesellschaften

Die kürzlich erschienene Studie „Global Trends 2040“ des US-amerikanischen „National Intelligence Council“ prognostiziert einen zunehmenden Zerfall westlicher Gesellschaften in den kommenden Jahrzehnten. Staatliches Versagen bei der Bewältigung existenzieller Herausforderungen, abnehmender gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie identitätspolitischer Aktivismus würden die Bedingungen für einen möglichen Zusammenbruch von Staaten im Krisenfall schaffen. Der langfristige Bestand westlicher Gesellschaften und ihrer politischen Ordnungen sei gefährdet. […]

Herausforderungen

Der kulturelle Selbstmord des Westens

Der Historiker Christophe de Voogd lehrt am Institut d’études politiques de Paris („Sciences Po“). Nachdem ein Verleger in den Niederlanden Dantes Göttliche Komödie umschreiben ließ, um negative Islambezüge zu entfernen, stellte er diese Tat in den Kontext eines umfassenden Kampfes gegen das europäische Kulturerbe, der gegenwärtig stattfände. Er bewertet diese und ähnliche Taten als eine „Form des kulturellen Selbstmords“. […]

Herausforderungen

Warnungen vor einem „globalen Mittelalter“

Der Politikwissenschaftler und Regierungsberater Parag Khanna warnt in einem jetzt veröffentlichten Gespräch vor einer bevorstehenden Phase globaler Verwerfungen, die vor allem auch Europa treffen würden. Der Kontinent werde künftig zahlreiche Krisen gleichzeitig bewältigen müssen. Es stehe vielleicht ein „globales Mittelalter“ bevor, in welchem die sicheren Gebiete zu Festungen werden könnten. […]

Herausforderungen

Die liberale Ordnung zerfällt

Die amerikanische Journalistin Bari Weiss war Redakteurin bei der „New York Times“ und wurde durch ihre Kritik an aktivistischen Tendenzen im Journalismus international bekannt. In einem heute veröffentlichten Beitrag stellt sie den Sturm des Kapitols in der amerikanischen Hauptstadt durch Anhänger des amerikanischen Präsidenten in den Kontext der Unruhen, die seit Sommer 2020 in den USA stattfinden. In ihrer Gesamtheit betrachtet deuteten die Ereignisse darauf hin, dass die liberale Ordnung des Landes im Zerfall begriffen sei. […]