Herausforderungen

Hans-Georg Maaßen: Der Westen steht vor einer Zivilisationskrise

Hans-Georg Maaßen diente zuletzt als Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Zusammen mit Johannes Eisleben veröffentlichte er kürzlich einen Aufsatz, in dem er vor einer bevorstehenden Krise der westlichen Welt warnt. Freiheitliche Ordnungen würden zunehmend durch utopische Ideologien bedroht. Deren Anhänger agierten zunehmend totalitär und hätten den Zusammenhalt in westlichen Gesellschaften soweit geschwächt, dass die nächste Wirtschaftskrise zu größeren Verteilungskämpfen und zum Zusammenbruch von Recht und Ordnung führen könnte. Die bevorstehenden Verwerfungen könnten gleichzeitig dazu führen, dass bürgerliche Kräfte aus ihrer Passivität erwachen und sich dem Niedergang westlicher Gesellschaften entgegenstellen. […]

Kulturelle Resilienz

Botho Strauß: Die bevorstehenden Verwerfungen und die „Neuen Mönche“ (aktualisierte Version)

Die kulturkritischen Essays des Schriftstellers Botho Strauß wurden kürzlich im Sammelband „Die Expedition zu den Wächtern und Sprengmeistern“ neu veröffentlicht. Der Band enthält zudem einen neuen Aufsatz, in dem der Autor vor den Folgen der nihilistischen Revolution warnt, die westliche Gesellschaften zunehmend zerstöre und die absehbar in einer Katastrophe enden werde. Angesichts der geistigen Erschöpfung der Linken und geistigen Leere populistischer Strömungen erfordere diese Lage Antworten seitens der „traditionalen Rechten“. Die bevorstehenden Verwerfungen würden Helden erfordern. „Neue Mönche“ müssten in den Klöstern der Zukunft das Erbe wiederherstellen, das gegenwärtig vernichtet werde. […]

Herausforderungen

Nouriel Roubini: Westlichen Gesellschaften drohen „Verderben und Desaster“

Der Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini lehrt an der New York University und ist vor allem dadurch bekannt geworden, dass er die Finanzkrise von 2008 frühzeitig vorausgesagt hatte. In einem heute veröffentlichten Gespräch prognostiziert er eine weitere Weltwirtschaftskrise, die in Folge der Corona-Krise eintreten und zu gravierenden sozialen und politischen Verwerfungen in westlichen Gesellschaften führen könne. Die 2020er-Jahre würden wahrscheinlich von „Verderben und Desaster“ geprägt sein. […]

Mitteilungen

Neue Publikation: David Engels – Leben mit dem Niedergang

Im ersten in unserer neuen Reihe „Renovatio-Analysen“ erschienenen Text untersucht der Althistoriker David Engels die Frage, wie die Träger des abendländischen Erbes mit dem Niedergang der abendländischen Zivilisation umgehen können. Die „Teilnahme an einem der wohl größten historischen Schauspiele der abendländischen Geschichte“ werde „zweifellos eine Erfahrung sein“, welche „den Einzelnen vor größte Herausforderungen stellen und es zumindest einigen erlauben wird, in ungeahnter Weise über sich hinauszuwachsen“. […]

Herausforderungen

Wirtschaftliche Eliten in den USA erwarten eine globale Zivilisationskrise

Bereits vor dem Beginn der Corona-Krise gab es Anzeichen dafür, dass unter den Angehörigen wirtschaftlicher Eliten in den USA verstärkt die Möglichkeit gravierender gesellschaftlicher Verwerfungen und einer globalen Zivilisationskrise in Erwägung gezogen wird. Unter besonders wohlhabenden Persönlichkeiten sowie Führungskräften von Finanz- und Technologieunternehmen setzte dort um 2015 ein Phänomen ein, das Beobachter als „elite survivalism“ bezeichneten. Der früher dort zu vorherrschende Fortschrittsoptimismus weicht seitdem zunehmend negativen Annahmen, was die Zukunftsfähigkeit globalisierter Gesellschaften angeht. […]

Kein Bild
Politik und Gesellschaft

Kardinal Sarah: Der Winter des Abendlands – Teil 3: Die Ideologie der Entgrenzung

Kardinal Robert Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart und als einer der entschlossensten Verteidiger ihrer Tradition. In einem kürzlich erschienenen Buch analysiert er die Krise Europas aus einer christlichen Perspektive und spricht diesbezüglich vom „Winter des Abendlands“. Eine der Ursachen dieser Krise sei eine utopische Ideologie der Entgrenzung, die auf einer sich als Nächstenliebe tarnenden Selbstverleugnung beruhe und nach Auslöschung der christlichen Identität Europas strebe. Diese Ideologie gehöre zu den „Wahnideen“, an denen Europa sterbe. Das „Auslöschen von Heimat“ könne jedoch „kein echter Fortschritt“ und „Selbstnegation“ niemals Ausdruck von Nächstenliebe sein. […]

Kulturelle Resilienz

David Engels: Die bevorstehenden Verwerfungen und die Erneuerung des christlichen Europas

Der Althistoriker David Engels lehrte zuletzt an der Freien Universität Brüssel. In einem kürzlich erschienenen Aufsatz analysiert er die Lage der abendländischen Zivilisation und Perspektiven einer Erneuerung Europas im Geist des Christentums. Dabei will er vor allem beschreiben, „welche Weichen kurz- bis mittelfristig gestellt werden müssen […], um das langfristige Überleben des Christentums als eines zentralen Identitätsfaktors der europäischen Gesellschaft zu sichern“. […]

Kulturelle Resilienz

Alexander Grau: Der kulturelle Selbstmord der modernen Zivilisation

Der evangelische Philosoph Alexander Grau beschreibt in einem aktuellen Aufsatz die kulturelle Selbstzerstörung moderner Ideologien und der von ihnen dominierten westlichen Gesellschaften. Kulturoptimismus und Fortschrittsglaube seien Symptome einer kulturellen Erschöpfung, die nicht mehr über die Kraft zur Selbstreflektion und Selbstkorrektur verfüge und daher Verfallserscheinungen zum Ausdruck von Fortschritt zu erklären versuche. […]

Kulturelle Resilienz

Robert Spaemann (1927-2018): Ein Verteidiger des christlichen Europas

Der katholische Philosoph Robert Spaemann ist gestern im Alter von 91 Jahren verstorben. Er war ein entschiedener Kritiker spät- und postmoderner Weltanschauungen sowie ein Berater Benedikts XVI. und lehrte zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In den vergangenen Jahren hatte er sich auf der Grundlage einer kämpferischen katholischen Spiritualität wiederholt zur Krise des christlichen Europas geäußert, für dessen Verteidigung er sich bis zuletzt einsetzte. […]

Kulturelle Resilienz

Michel Houellebecq: Der Niedergang und die kommende christliche Erneuerung Europas

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist vor allem durch Romane bekannt geworden, in denen er kulturelle Auflösungserscheinungen moderner Gesellschaften beschreibt. In seiner gestern gehaltenen Dankesrede anlässlich der Verleihung des Oswald-Spengler-Preises stellt er den Niedergang Europas auch als Folge seiner Abwendung vom Christentum dar. Historische Vorbilder würden jedoch Anlass zur Hoffnung geben, dass auf dem Höhepunkt der Krise die Möglichkeit einer religiösen Erneuerung Europas aus dem Geist des Christentums bestehen werde. […]