Herausforderungen

Sönke Neitzel: Deutschland ist unfähig, sich zu verteidigen

Der Militärhistoriker Sönke Neitzel lehrt an der Universität Potsdam. In einem aktuellen Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ kritisiert er, dass der Zustand der deutschen Streitkräfte einen historischen Tiefpunkt erreicht habe. Im Fall eines militärischen Angriffs wäre Deutschland unfähig dazu, sich zu verteidigen. Die Ursache dafür sieht er in einem kulturell bedingten Unwillen der Deutschen zur Auseinandersetzung mit Sicherheitsfragen sowie einer allgemeinen Aversion gegenüber allem Militärischen. Verstärkt werde dies durch das Versagen der politischen und militärischen Führungen, die sich von der öffentlichen Meinung treiben ließen, anstatt Verantwortung für die Sicherheit des Landes zu übernehmen. […]

Christliches Dienstethos

Die Geburt der Bundeswehr aus dem Geist des Rittertums

Die geistig-weltanschaulichen Grundlagen für den Aufbau der deutschen Bundeswehr wurden in den 1950er Jahren durch eine Gruppe von Offizieren erarbeitet, zu denen auch Wolf Graf von Baudissin gehörte. Er gilt als geistiger Vater eines 1957 veröffentlichten Leitbildes, das auf der Grundlage abendländischer Weltanschauung und des christlichen Rittertums ein militärisches Ethos für die neue Armee schuf. Diese Tradition ist in der Bundeswehr mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten. Es gibt jedoch erste Anzeichen dafür, dass sich dies künftig ändern könnte. […]

Politik und Gesellschaft

Heinz Theisen: Wege zur Selbstbehauptung Europas

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrt an der Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In mehreren kürzlich erschienenen Aufsätzen setzte er sich auf der Grundlage realistischer politischer Philosophie und der christlichen Soziallehre mit den Voraussetzungen europäischer Selbstbehauptung gegenüber Herausforderungen wie irregulärer Migration, Islamismus und dem Agieren der Supermächte auseinander. […]

Herausforderungen

Kelly Greenhill: Migration als politische Waffe gegen Europa

Die Politikwissenschaftlerin Kelly M. Greenhill forscht am Belfer Center der Harvard University zu sicherheitspolitischen Themen. In ihrem 2010 erschienenen Werk „Weapons of Mass Migration. Forced Displacement, Coercion, and Foreign Policy“ untersuchte sie den Einsatz von irregulärer Migration als politischer Waffe durch staatliche und nichtstaatliche Akteure. Ihre Gedanken bilden einen analytischen Rahmen zum Verständnis der aktuellen Entscheidung der türkischen Regierung, irreguläre Migration einzusetzen, um europäische Staaten zur Erfüllung ihrer politischen Forderungen zu bewegen. […]

Politik und Gesellschaft

Matthias Herdegen: Das nationale Interesse und die Verteidigung des Gemeinwohls

Matthias Herdegen ist Direktor des Instituts für Öffentliches Recht sowie des Instituts für Völkerrecht der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. In einem aktuellen Beitrag kritisiert er, dass die außen- und sicherheitspolitische Elite Deutschlands einem Denken folge, dass sie unfähig dazu mache, die Lage zu erkennen, in der sie sich bewege. Das Verständnis für das nationale Interesse sei hier nur schwach ausgeprägt. In Folge dieses Denkens sei die Fähigkeit des Gemeinwesens zur Selbstbehauptung gefährdet. […]

Christliches Dienstethos

Papst Franziskus: Der Dienst des Soldaten als christlicher Dienst am Nächsten

In einer kurzen Videobotschaft wandte sich Papst Franziskus gestern an italienische Soldaten, die sich während der Weihnachtstage im Auslandseinsatz befinden. Er dankte den Soldaten für ihre Tapferkeit und betonte, dass ihr Dienst ein Opfer darstelle, das Ausdruck ihrer Nächstenliebe gegenüber ihrem Vaterland sei. Diese Liebe möge die Herzen der Soldaten auf dem Weg des Dienstes wachsen lassen. […]

Politik und Gesellschaft

Martin Wagener: Sichere Grenzen als Beitrag zum Gemeinwohl

Der Politikwissenschaftler Martin Wagener lehrt an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung im Fachbereich Nachrichtendienste in Haar bei München. In seiner jetzt erschienenen Monographie „Deutschlands unsichere Grenze“ analysiert er das Phänomen der irregulären Migration aus sicherheitspolitischer Perspektive und untersucht die Frage, wie Staaten ihre Außengrenzen wirksam schützen können, um das Gemeinwohl sicherzustellen. […]

Politik und Gesellschaft

Parviz Amoghli/Alexander Meschnig: Selbstbehauptung als Voraussetzung des Gemeinwohls

Die Autoren Parviz Amoghli und Alexander Meschnig analysieren in ihrem kürzlich erschienenen Buch mit dem Titel „Siegen“ den Verlust der Fähigkeit europäischer Gesellschaften zur Selbstbehauptung. Die Ursachen dafür seien vor allem geistig-kultureller Art. Gesellschaften, die sich nicht gegen Herausforderer verteidigen wollten, könnten nicht nachhaltig sein. […]

Christliches Dienstethos

Armin Lehmann: Postmodernen Gesellschaften mangelt es an Wehrhaftigkeit

Der Historiker Armin Lehmann ist Redakteur beim „Tagesspiegel“. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit dem Problem des Verlustes von Wehrhaftigkeit und Männlichkeit in liberalen, postmodernen Gesellschaften auseinander. Entsprechende kulturelle Entwicklungen würden einen allgemein verdrängten wunden Punkt dieser Gesellschaften darstellen. […]

Christliches Dienstethos

Iwan Iljin: Das christliche Ethos des militärischen Dienstes

Der russisch-orthodoxe Philosoph Iwan Iljin (1883-1954) wurde 1922 aus der Sowjetunion verbannt und setzte sich in seiner Arbeit unter anderem mit Fragen der Bekämpfung totalitärer Ideologien auseinander. In seinem 1925 veröffentlichten und jetzt erstmals in deutscher Übersetzung erschienenen Werk „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“ entwirft er ein christliches Ethos für die Verteidiger des Gemeinwesens in Militär, Polizei, Nachrichtendiensten und Justiz. […]