Politik und Gesellschaft

Patriotismus und christliche Soziallehre

Der Politikwissenschaftler und Theologe Felix Dirsch ist unter anderem Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politik München. In der katholischen Wochenzeitung „Der Tagesspiegel“ argumentiert er, dass es in der katholischen Soziallehre einen „Dreiklang von Heimatliebe, Vaterlandsliebe und Liebe zur Kirche“ gebe. Der damit verbundene christliche Patriotismus wirke den extremen Tendenzen sowohl progressiver als auch nationalistischer Ideologien entgegen. […]

Kulturelle Resilienz

Kulturelle Bindungen als Voraussetzung des Gemeinwohls: Fallstudie Orange City

Die Publizistin Larissa MacFarquhar hat sich im Magazin “The New Yorker” mit der Frage auseinandergesetzt, welche Faktoren kulturelle Kontinuität und die Sicherstellung des Gemeinwohls in einem Gemeinwesen begünstigen. Sie tat dies am Beispiel der vorwiegend von den Nachkommen niederländischer Protestanten bewohnten amerikanischen Stadt Orange City im Staat Idaho, deren Sozialindikatoren sich entgegen dem allgemeinen Trend in den ländlichen USA in den vergangenen Jahrzehnten positiv entwickelt hatten. Die wesentlichen Ursachen dafür seien die Kultur der Bewohner, die kulturelle Homogenität des Ortes und die erfolgreiche Bindung von Leistungsträgern an das Gemeinwesen. […]

Politik und Gesellschaft

Über die Sehnsucht des Menschen nach Heimat

Der Historiker Gustav Seibt betrachtete kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ das Konzept der Heimat, das nur in der deutschen Sprache vorhanden sei. Es beschreibe eine Grunderfahrung des Menschen und sei Ausdruck eines in der Natur des Menschen angelegten Strebens nach Bindung. […]

Kulturelle Resilienz

Die Ehrung der Vorfahren als Voraussetzung kultureller Kontinuität

Der Althistoriker Egon Flaig lehrte an den Universitäten Greifswald und Rostock und ist unter anderem durch seine Gedanken zur Konfliktgeschichte des Islams bekannt geworden. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit kulturellen Auflösungserscheinungen in europäischen Gesellschaften auseinander die auch eine Folge des Verlusts der “kulturellen Dankbarkeit” gegenüber den eigenen Vorfahren seien. Ursache dieser Entwicklung sei das Wirken postmoderner, neomarxistischer und liberaler Ideologien, die entsprechende Bindungen aus unterschiedlichen Motiven heraus bekämpfen würden. […]

Politik und Gesellschaft

Über Gemeinwohl, Solidarität und Heimat

Der Ökonom Paul Collier lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford. In einem in der Neuen Zürcher Zeitung erschienenen Aufsatz kritisiert er das Welt- und Menschenbild des Utilitarismus, der eine der weltanschaulichen Grundlagen des Liberalismus ist. Utilitaristisches Denken, das bestimmten Formen der Globalisierung sowie der Forderung nach offenen Grenzen zugrunde liege, führe tendenziell zur Entsolidarisierung mit der eigenen Gemeinschaft sowie zur Vernachlässigung ihrer Sorgen und Nöte und füge dem Gemeinwohl europäischer Gesellschaften dadurch großen Schaden zu. […]

Kulturelle Resilienz

Der Wunsch des Menschen nach Wurzeln

Die in einer jüdischen Familie aufgewachsene, 1943 verstorbene französische Philosophin Simone Weil sympathisierte zeitweise mit dem Kommunismus, wandte sich gegen Ende ihres Lebens aber dem Katholizismus zu. Im Zuge dieser geistigen Entwicklung überwand sie nach und nach ihre früheren Vorstellungen, und in ihrem letzten Werk thematisierte sie den Wunsch des […]

Herausforderungen

Modernisierung heißt, Wurzeln auszureißen

Der indische Essayist Pankraj Mishra ist vor allem durch Aufsätze bekannt geworden, in denen er sich mit den Folgen der Globalisierung auseinandersetzt. In einem aktuellen Gespräch mit der Frankfurter Rundschau äußert er sich in diesem Zusammenhang über die Entwurzelung des Menschen durch Modernisierung und Globalisierung. Letztere betrachtet er als revolutionäre Ideologien, welche die Auflösung von Bindungen anstreben würden, um traditionelle Solidarstrukturen zu zerstören und Macht über Menschen zu gewinnen. […]

Kulturelle Resilienz

Gesellschaftliche Stabilität und nationale Identität

Der Migrationsforscher Ruud Koopmans ist Professor für Soziologie und Migration an der Humboldt-Universität zu Berlin und zudem am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) tätig. Vor einigen Tagen äußerte er sich zur Leitkulturdebatte in Deutschland und betonte dabei, dass jeder funktionierende und stabile Staat auf einer nationalen Kultur beruhe. […]

Politik und Gesellschaft

Leitkultur und Christentum

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich vor einigen Tagen zur Leitkulturdebatte geäußert und darauf hingewiesen, dass eine Kultur nicht auf Gesetzestexten wie dem Grundgesetz beruhe, sondern dass umgekehrt vielmehr die Kultur solche und andere Werke hervorbringe. […]

Herausforderungen

Ethische Unterschichten und Konflikte in Deutschland

Der Sozialexperte Eric Seils ist für das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung tätig, wo er schwerpunktmäßig Armutsfragen im Zusammenhang mit Migration untersucht. Vor einigen Tagen warnte er vor der Bildung ethnisch bzw. kulturell definierter Unterschichten in Deutschland sowie davor, dasss insbesondere in Nordrhein-Westfalen die Lage aufgrund dieser Entwicklung “konfliktträchtig” werden könne. […]