Politik und Gesellschaft

Die fundamentale Bedeutung von Heimat für den Menschen

Otfried Höffe lehrte Philosophie an der Universität Tübingen und ist Leiter der dort angesiedelten Forschungsstelle Politische Philosophie. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich mit der fundamentalen Bedeutung der Heimat für den Menschen und das Gemeinwesen auseinander. Als Folge von Globalisierung von Migration entstehe zunehmend die Erfahrung von Heimatverlust, was dazu führen, dass der Wunsch nach Heimat eher zu- als abnehme. […]

Politik und Gesellschaft

Der christliche Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen

Im heute veröffentlichten apostolischen Schreiben Querida Amazonia (“Geliebtes Amazonien”) betont Papst Franziskus den christlichen Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen. Diese würden im Zuge der Globalisierung zunehmend unter dem Druck materialistischer Ideologien stehen, die nach Auflösung aller kulturellen Unterschiede streben. In diesem Zusammenhang warnt er auch vor den Gefahren von Migration, die er als Form der Entwurzelung des Menschen betrachtet. Die „Jahrtausende alte Tradition“ des Christentums sei die Grundlage einer kulturellen Alternative zu den Ideologien der Auflösung. […]

Politik und Gesellschaft

Die Kontrolle von Migration als Forderung politischer Tugend

Der Politikwissenschaftler Hans-Peter Schwarz (1934-2017) gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der realistischen Schule dieser Disziplin in Deutschland und lehrte zuletzt an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. In seinem 2017 erschienenen letzten Werk mit dem Titel “Die neue Völkerwanderung nach Europa” trat er für eine stärkere Kontrolle von Migration ein. Dabei berief er sich auf klassische politische Tugenden wie Klugheit, Gerechtigkeit und Solidarität sowie auf das Gemeinwohlprinzip. […]

Politik und Gesellschaft

Patriotismus, Gemeinwohl und kulturelle Erneuerung

Der Soziologe Amitai Etzioni lehrt an der George Washington University in den USA und ist einer der Vordenker des Kommunitarismus. In einem kürzlich erschienenen Buch mit dem Titel Reclaiming Patriotism setzt er sich mit der Frage auseinander, wie die zerfallenden Gesellschaften der westlichen Welt vor größeren Verwerfungen bewahrt und die zerstörten Bindungen in ihnen wieder hergestellt werden können. Er entwirf dazu auf der Grundlage eines Leitkultur-Ansatzes ein Programm für einen gemeinwohlorientierten Patriotismus. […]

Politik und Gesellschaft

Grenzschutz und Migrationskontrolle als Forderungen der katholischen Soziallehre

Der Politikwissenschaftler Martin Spieker lehrte Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück. In einem in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” erschienenen Aufsatz kritisiert er die Stellungnahmen der katholischen Kirche in Deutschland zum Thema Migration, die mit der katholischen Soziallehre “nichts mehr zu tun” hätten. Der Schutz staatlicher Grenzen und die Steuerung von Migration seien wesentliche Forderungen der katholischen Soziallehre. […]

Kulturelle Resilienz

Robert Spaemann (1927-2018): Ein Verteidiger des christlichen Europas

Der katholische Philosoph Robert Spaemann ist gestern im Alter von 91 Jahren verstorben. Er war ein entschiedener Kritiker spät- und postmoderner Weltanschauungen sowie ein Berater Benedikts XVI. und lehrte zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In den vergangenen Jahren hatte er sich auf der Grundlage einer kämpferischen katholischen Spiritualität wiederholt zur Krise des christlichen Europas geäußert, für dessen Verteidigung er sich bis zuletzt einsetzte. […]

Politik und Gesellschaft

Der UN-Migrationspakt und die katholische Soziallehre

Der emeritierte Salzburger Weihbischof Andreas Laun hat den UN-Migrationspakt, der in der kommenden Woche auf einem internationalen Gipfel in Marrakesch angenommen werden soll, auf der Grundlage der katholischen Soziallehre kritisiert. Die aus Sicht der Soziallehre entscheidende Frage nach den Folgen von Migration für das Gemeinwohl der betroffenen Staaten spiele in dem Dokument keine Rolle. […]

Politik und Gesellschaft

Vielfalts-Ideologien zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama lehrt an der Stanford University in den USA und gilt als einer der wichtigsten Vordenker des Liberalismus der Gegenwart. In einem in der „Neuen Zürcher Zeitung“ veröffentlichten Aufsatz setzt er sich mit der Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in westlichen Gesellschaften durch neomarxistische Vielfalts-Ideologien auseinander. […]

Politik und Gesellschaft

Nationalgefühl als Grundlage des Gemeinwohls

Der Politikwissenschaftler Mark Lilla lehrt an der Columbia University in New York. Er ist einer der gegenwärtig am stärksten wahrgenommenen Kritiker des Strebens moderner und postmoderner Ideologien nach der Auflösung von Bindungen. Vor einigen Tagen stellte er seine Gedanken in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ vor. Er kritisierte hier vor allem das mangelnde Verständnis progressiver Akteure für die Bedeutung des Nationalgefühls, das die Grundlage jeglichen gesellschaftlichen Zusammenhalts darstelle. […]

Politik und Gesellschaft

Patriotismus als Voraussetzung des Gemeinwohls

Der Soziologe Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. In einem aktuellen Aufsatz in der Wochenzeitung „Die Zeit“ beschreibt er Patriotismus als eine Voraussetzung des Gemeinwohls. Kosmopolitische Universalisten seien nicht dazu in der Lage, politische Veranwortung für ein Gemeinwesen zu übernehmen. Es könne „keine gute Politik […] ohne Patriotismus, ohne ein Gefühl verpflichtender Zugehörigkeit zu einer politisch organisierten Gemeinschaft“ geben, „an deren laufender Verbesserung man sich zu beteiligen hat“. […]