Allgemein

Der Krieg als Quelle solidarischer Bindungen

Der Historiker Yuval Noah Harari schreibt in einem Aufsatz in der Tageszeitung „The Guardian“, das man gegenwärtig in der Ukraine Prozesse der Nationenbildung beobachten könne. Durch die gemeinschaftliche Bewältigung von Herausforderungen im Krieg entstünden dort Bindungen, aber auch kollektive Erinnerungen, welche die geistig-kulturellen Grundlage der ukrainischen Nation voraussichtlich für viele Generationen stärken würden. […]

Allgemein

Kulturelle Resilienz: Das Beispiel Ukraine

Lawrence Freedman, einer der führenden Strategieexperten der Gegenwart, setzt sich in einem aktuellen Aufsatz mit den Ursachen des bisherigen ukrainischen Erfolgs im Kampf gegen die russischen Invasionskräfte auseinander. Dieser Erfolg liege wesentlich in der Resilienz der Kultur der Verteidiger begründet, die sich auf ein Narrativ von „Zusammenhalt, Heldentum und Opferbereitschaft“ stütze und die mit dem Kampf gegen die Invasoren verbundenen Härten zu tragen bereit sei. […]

Allgemein

Über den Zerfall der Nationalstaatlichkeit in der Corona-Krise

Der Literaturwissenschaftler Magnus Klaue ist am Dubnow-Institut in Leipzig tätig. In einem heute in der Zeitung „Welt am Sonntag“ erschienenen Aufsatz analysiert er am Beispiel von Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron „Symptome für den Zerfall von Nationalstaatlichkeit in Europa“ im Zusammenhang mit der Corona-Krise. […]

Allgemein

Institutioneller Patriotismus statt Vielfaltsideologie

Rafael Behr lehrt Kriminologie und Soziologie an der Akademie der Polizei Hamburg und gilt als einer der führenden Polizeiforscher Deutschlands. In einer seiner Schriften kritisierte er Ideologien der Vielfalt, weil diese den Zusammenhalt in Institutionen gefährden könnten. Erfolgreich wirkende Institutionen müssten aus Vielfalt eine Einheit formen, wozu „institutioneller Patriotismus“ erforderlich sei. […]

Allgemein

Der Nationalstaat als Garant des Gemeinwohls

Der Historiker Gadi Taub lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem. In einem heute veröffentlichten Aufsatz kritisiert er internationalistische Strömungen des Liberalismus, weil diese die kulturellen Voraussetzungen des Bestands freiheitlicher Gesellschaften unterminierten. […]

Allgemein

Über das Problem des Globalismus

Der Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab ist Gründer und Leiter des Weltwirtschaftsforums. In einem vor einiger Zeit mit dem Magazin „Der Spiegel“ geführten Gespräch kritisierte er die Ideologie des Globalismus. Indem sie alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens Marktprinzipien unterwerfe, vertiefe sie soziale Bruchlinien und schwäche den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ohne den Demokratien nicht lebensfähig seien. Ohne lokale Verwurzelung und nationalstaatliche Politik sei zudem eine funktionierende globale Ordnung nicht möglich. […]

Allgemein

Patriotismus und Gemeinsinn als Antworten auf gesellschaftliche Auflösung

Der Sozialdemokrat und Kulturwissenschaftler Wolfgang Thierse war zwischen 1998 bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestages. In einem kürzlich erschienenen Aufsatz kritisierte er, dass die gegenwärtige Welle des linksradikalen identitätspolitischen Aktivismus den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zunehmend zerstöre. Diese Bedrohung erfordere die Rückkehr zur Tugend des Gemeinsinns sowie zu den Werten „Heimat und Patriotismus, Nationalkultur und Kulturnation“. […]

Allgemein

Solidarität braucht Grenzen

Reinhard K. Sprenger gilt als einer der einflussreichsten Experten für Unternehmensführung im deutschsprachigen Raum. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit dem Wesen der Solidarität auseinander. Echte Solidarität könne es nur im Rahmen klar abgegrenzter, hinreichend homogener Gemeinschaften von Menschen geben. Sprenger kritisiert, dass der Begriff der Solidarität gegenwärtig häufig missbraucht würde, um beliebige Forderungen moralisch aufzuladen und der Debatte zu entziehen. […]

Allgemein

Solidarische Gesellschaften brauchen Patriotismus

Der Ökonom Paul Collier lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford. In seinem Buch „Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft“ verteidigt er den Solidaritätsbegriff der klassischen politischen Philosophie gegen dessen Negierung durch neoliberalen Globalismus und neomarxistische Identitätspolitik. Diese würden den Zusammenhalt in westlichen Gesellschaften auflösen. Wachsende soziale und ethnische Polarisierung sowie das Erstarken populistischer Gegenbewegungen seien die Folgen. Die Antwort darauf sei ein solidarischer Patriotismus, der die Bindungskräfte in diesen Gesellschaften bewahrt und stärkt. […]

Allgemein

Solidarität als Grundlage krisenfester Gesellschaften

Der Soziologe Heinz Bude lehrt an der Universität Kassel. In einem kürzlich erschienenen Buch sowie einer Reihe von Gesprächen beschrieb er das Prinzip der Solidarität als eine der Grundlagen eines krisenfesten Gemeinwesens. Familie und Nation würden als krisenfeste Solidargemeinschaften angesichts der COVID-19-Krise künftig wieder größere Bedeutung gewinnen. Westliche Gesellschaften würden zudem konservativer werden, weil der Konservatismus den Wert der solidarischen Bindungen betone, deren Notwendigkeit Menschen schon bald wieder verstärkt erkennen würden. […]