Christliches Dienstethos

Ray Bradbury: „Jemand muss bereitstehen, wenn alles in die Luft geht“

In seinem 1953 erschienenen dystopischen Roman „Fahrenheit 451“ setzt sich der Schriftsteller Ray Bradbury mit der Berufung des Mannes zum schützenden und bewahrenden Dienst auseinander. Das Werk behandelt einen Abschnitt im Leben Guy Montags, der Mitarbeiter einer Sicherheitsbehörde in einem vor einer Katastrophe stehenden totalitären Staat ist und durch die Begegnung mit einem numinosen Wesen im Innern erschüttert wird. Er entdeckt in einem Prozess von Initiationen seine Berufung dazu, die höchsten Werte im Angesicht des Untergangs zu schützen und zu bewahren und stößt schließlich auf einen Männerbund, der Kultur und Tradition bewahrt und nach der Katastrophe erneuern wird. […]

Christliches Dienstethos

Papst Franziskus: Über die Verteidigung des Eigenen im Angesicht von Bedrohungen

Die Stadt Baghdida im Nordirak wird seit mehr als einem Jahrtausend von Christen bewohnt. Sie war über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Ziel von Angriffen radikaler Muslime und wurde 2014 durch den Islamischen Staat eingenommen, konnte aber 2016 durch christliche Milizen und deren Verbündete zurückgewonnen werden und wird seitdem durch christliche Selbstverteidigungskräfte gesichert. In einer heute in der Stadt gehaltenen Predigt sprach Papst Franziskus über die Verteidigung des eigenen Erbes im Angesicht von Bedrohungen wie dem islamistischen Terrorismus. […]

Christliches Dienstethos

Das ritterliche Ethos im Heldengedicht Beowulf

Das im 8. Jahrhundert entstandene angelsächsische epische Heldengedicht „Beowulf“ handelt laut seinem unbekannten Dichter davon, wie „edelste Krieger sich Ehre erwarben“ und beschreibt den Kampf des Helden Beowulf gegen drei übernatürliche Feinde; den Troll Grendel und seine Mutter sowie einen Drachen. Das Werk enthält eine der ältesten Beschreibungen des Ethos, das später das christliche Rittertum prägte. Sein Inhalt beruht auf der Synthese aus vorchristlicher europäischer Kultur und christlichem Geist, die ab dem frühen Mittelter die abendländische Kultur prägte. […]

Kulturelle Resilienz

Marco Gallina: Europa braucht Ritter

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz setzte sich der katholische Publizist Marco F. Gallina mit der strategischen Lage der westlichen Welt und möglichen christlichen Antworten auf die damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Das säkulare Europa erkenne weder die Lage, in der es sich befinde, noch habe es Antworten auf die erwähnten Herausforderungen. Das Christentum könne hier helfen, denn es habe mit dem Mönch und dem Ritter zwei strategische Archetypen hervorgebracht, die sich in historischen Krisen bewährt hätten. In der gegenwärtigen Lage benötige Europa vor allem den Typus des Ritters. […]

Christliches Dienstethos

Jürgen Doetsch: „Wir müssen das Heiligtum schützen und bewahren“

Der katholische Priester Jürgen Doetsch wurde im August 2020 bei einem christenfeindlichen Angriff während der heiligen Messe in der St.-Joseph-Kirche in Berlin verwundet. Vor dem Hintergrund der aktuellen islamistischen Anschlagswelle in Europa äußerte er sich jetzt über die Notwendigkeit, Maßnahmen zum Schutz von Christen und christlichen Zielen gegen solche Bedrohungen zu ergreifen. Die Kirche in Deutschland müsse „im Kampf und zum Schutz der Gläubigen wieder lebenspraktischer werden“. […]

Herausforderungen

Frankreichs Katholiken und der Kampf gegen den Islamismus

Zwei französische Erzbischöfe, Éric de Moulins-Beaufort und Luc Ravel, haben in den vergangenen Tagen erklärt, dass sich das Land und die Kirche in einem Krieg gegen den militanten Islamismus befänden. Sie riefen zu verstärkten Anstrengungen zur Bekämpfung dieser Ideologie und ihrer Anhänger auf und betonten zugleich, dass die Angriffe von Islamisten sich auch gegen einen Teil der Muslime richteten. […]

Christliches Dienstethos

Monika Maron: Auf der Suche nach Helden

Die Schriftstellerin Monika Maron gehörte zu den regimekritischen Stimmen in der DDR und wurde kürzlich als „politisch unberechenbar“ eingestuft. In ihrem zuvor erschienenen Roman mit dem Titel „Artur Lanz“ hatte sie sich mit den Themen Tapferkeit und Heldentum auseinandergesetzt, wobei sie vor allem Impulse aus dem christlichen Rittertum aufgriff. Postheroische Gesellschaften müssten scheitern, wenn sie eines Tages ernsten Bedrohungen gegenüberstünden. Da solche Bedrohungen bereits am Horizont sichtbar würden, brauche es intakte Bilder von Männlichkeit, die dazu in der Lage seien, diesen Bedrohungen entgegenzutreten. Im Erbe des christlichen Rittertums gebe es solche Bilder, die Wege zu einem sinnvollen, im Dienst an großen Aufgaben geleisteten Leben erschlössen. […]

Christliches Dienstethos

Die Geburt der Bundeswehr aus dem Geist des Rittertums

Die geistig-weltanschaulichen Grundlagen für den Aufbau der deutschen Bundeswehr wurden in den 1950er Jahren durch eine Gruppe von Offizieren erarbeitet, zu denen auch Wolf Graf von Baudissin gehörte. Er gilt als geistiger Vater eines 1957 veröffentlichten Leitbildes, das auf der Grundlage abendländischer Weltanschauung und des christlichen Rittertums ein militärisches Ethos für die neue Armee schuf. Diese Tradition ist in der Bundeswehr mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten. Es gibt jedoch erste Anzeichen dafür, dass sich dies künftig ändern könnte. […]

Christliches Dienstethos

Charles J. Chaput: Die zeitlose Botschaft des Rolandsliedes

Charles Joseph Chaput war bis 2020 Erzbischof von Philadelphia und gilt als einer der führenden katholischen Denker in den USA. In einem jetzt veröffentlichten Aufsatz setzt er sich mit der zeitlosen Botschaft des Rolandslieds auseinander. Das um das Jahr 1100 entstandene Werk gehört zu den wichtigsten Heldenepen des Mittelalters und behandelt den Kampf eines von Karl dem Großen geführten Heeres gegen sarazenische Invasoren auf der spanischen Halbinsel. Laut Chaput illustriere das Lied vor allem die Bedeutung der tätigen christlichen Nächstenliebe. […]

Kulturelle Resilienz

Werner von Trott zu Solz: Ansätze des christlichen Kampfes gegen den Totalitarismus

Werner von Trott zu Solz (1902–1965) war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. In seinem 1958 erschienenen Werk „Widerstand heute“ beschrieb er mögliche christliche Ansätze des Kampfes gegen totalitäre Ideologien und Systeme. Dabei griff er auf die Erfahrungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus zurück. Er entwarf auf dieser Grundlage Antworten auf den von ihm erwarteten Fall, dass es totalitären Kräften erneut gelänge, politische Macht in westlichen Gesellschaften zu erlangen. […]