Politik und Gesellschaft

Für eine wehrhafte Nation

Der evangelische Theologe und ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck plädierte vor einigen Tagen auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel für einen Kulturwandel in Deutschland hin zu einer wehrhaften Nation. Das Land müsse für den Fall gerüstet sein, dass “Putin weiter geht in seinem imperialen Wahn”. Es sei fraglich, ob Deutschland in seiner gegenwärtigen Verfassung in einem möglichen Ernstfall die Kraft dazu haben werde, “zu widerstehen”. […]

Dienstethos

Über die Rückkehr traditioneller maskuliner Ideale

Der Publizist Tobias Haberl plädiert in einem kürzlich im Magazin “Der Spiegel” erschienenen Aufsatz für eine stärkere Hinwendung zu traditionellen maskulinen Idealen. Postmoderne Vorstellungen von Maskulinität hätten sich als untauglich herausgestellt und müssten im Interesse des Gemeinwohls abgelegt werden. Man stehe schwierigen Zeiten gegenüber, in denen jene, die Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen wollten, “gesunde Härte” benötigten. Ohne den „guten Helden“, der „an etwas glaubt und bereit ist, sein Leben dafür zu opfern”, seien die bevorstehenden Herausforderungen nicht zu meistern. […]

Dienstethos

Der Westen braucht männliche Tugenden

Der Psychologe Michael Klein unterscheidet in der aktuellen Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“ vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs zwischen „toxischer“ und „tonischer“ bzw. aufbauender Männlichkeit. Zugleich beobachtet er eine „Angst vor den männlichen Tugenden“ in westlichen Gesellschaften, die diese schwach und verwundbar gemacht habe. Eine Erneuerung westlicher Gesellschaften werde nur gelingen, wenn positive Männlichkeitskonzepte hier wieder Anerkennung fänden. […]

Politik und Gesellschaft

Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse

In den vergangenen Tagen erschienen in deutschsprachigen Medien mehrere Artikel, in denen bedeutende russische Philosophen wie Iwan Iljin, Nikolai Berdjajew und Alexander Solschenizyn als angebliche Vordenker des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dargestellt wurden.[note]Beispiele dafür sind Ulrich M. Schmid: „Putins Einflüsterer“, Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2022, S. 32 und Norbert Matern: „Stichwortgeber des Bösen“, Die Tagespost, 17.03.2022, S. 18.[/note] Mit dem Werk dieser Denker haben sich die Autoren jedoch allenfalls oberflächlich auseinandergesetzt und geben dessen Inhalte meist nur stark verzerrt wieder. Dies wird vor allem am Beispiel Iwan Iljins deutlich, der in seinem 1925 veröffentlichten Buch „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“ ein christliches Ethos der Verteidigung gegen Angriffskriege und totalitäre Herrschaft formuliert hatte. […]

Dienstethos

Über das Wesen des Krieges

Der Schriftsteller und Offizier Ernst Jünger (1895-1998) setzte sich in seinen frühen Schriften vor allem mit seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg auseinander. Im Krieg sah er ein Werk dunkler Kräfte, die tief in der Seele des Menschen verwurzelt seien und Schreckliches vollbrächten. Da der Mensch sich nicht ändern werde, werde es Kriege geben, solange es Menschen gibt. Man dürfe die Realität des Krieges daher nicht leugnen und sich in einen utopischen Pazifismus flüchten, sondern müsse sich auf sie vorbereiten, um nicht unterzugehen. […]

Dienstethos

Über die Berufung des Mannes zum Soldatentum

Der katholische Philosoph Joseph Maria Bocheński (1902-1995) verfasste 1939 in Vorahnung des Zweiten Weltkriegs das Werk „Militärethik im Überblick“, das kürzlich in deutscher Übersetzung erschien. Der Autor setzte sich hier vor dem Hintergrund der militärischen Bedrohung seiner polnischen Heimat mit der Berufung des Mannes zum Soldatentum auseinander. Es ging ihm dabei um die Beschreibung des „christlich soldatischen Ideals“ und die Formulierung einer Ethik für den Ernstfall. […]

Dienstethos

Das Rittertum und die Zukunft Europas

Der Philosoph Richard Coudenhove-Kalergi (1894–1972) gehört zu den wichtigsten Vordenkern der europäischen Einheit. In seinem 1927 erschienenen Werk „Held oder Heiliger“ beschreibt er das Rittertum als eine zeitlos gültiges Kulturideal und als eine Lebensform, die auf der Verwirklichung des Christentums in der europäischen Seele beruhe. Eine Erneuerung Europas setze eine Erneuerung des Rittertums in Europa voraus. […]

Dienstethos

Die Rückkehr des Kriegers

Rafael Behr lehrt Kriminologie und Soziologie an der Akademie der Polizei Hamburg und gilt als einer der führenden Polizeiforscher Deutschlands. Ihm zufolge haben die zunehmenden Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit, etwa die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus und anderen “Gefahren für die Zivilisation”, einen kulturellen Wandel in der Polizei hin zu traditionellen Rollenmustern ausgelöst. Der Archetyp des Kriegers gewinne hier zunehmend an Bedeutung und Wertschätzung. […]

Politik und Gesellschaft

Institutioneller Patriotismus statt Vielfaltsideologie

Rafael Behr lehrt Kriminologie und Soziologie an der Akademie der Polizei Hamburg und gilt als einer der führenden Polizeiforscher Deutschlands. In einer seiner Schriften kritisierte er Ideologien der Vielfalt, weil diese den Zusammenhalt in Institutionen gefährden könnten. Erfolgreich wirkende Institutionen müssten aus Vielfalt eine Einheit formen, wozu “institutioneller Patriotismus” erforderlich sei. […]

Dienstethos

Über die Seele des Beschützers

Lawrence Freedman, einer der führenden Strategieexperten der Gegenwart, lehrte bis zu seiner Emeritierung das Fach Militärwissenschaft am King’s College in London. In einem seiner Aufsätze ging er auch auf die seelischen Anforderungen an die Menschen ein, die in höheren Ämtern Verantwortung für den Schutz eines Gemeinwesens tragen. Diese würden vor allem einen klugen Realitätssinn benötigen, der die Möglichkeit des Ernstfalls in alle Überlegungen einfließen lasse.   […]