Elitenbildung

Über die ritterliche Seele

Hans Urs von Balthasar beschrieb die katholische Heilige und Kirchenlehrerin Therese von Lisieux (1873-1897) in einer 1950 erschienenen Biographie als eine ritterliche Seele und als lebendiges Gegenbeispiel zur „Harmlosigkeit eines verbürgerlichten Christentums“. […]

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Wächter an den Grenzen

Der Historiker Josef Fleckenstein beschrieb das Rittertum in seinem 2005 erschienenen Werk „Rittertum und ritterliche Welt“ als eine Idee von Reformkräften innerhalb der Kirche, die eine geheiligte, dem Schutz anderer dienende Form von christlicher Maskulinität schaffen wollten. Ihre höchste Verwirklichung habe diese Idee in den Ritterorden des Mittelalters gefunden, die nicht zufällig an den Grenzen des christlichen Kulturraums entstanden seien. Die Bedingungen der umkämpften Grenzen seien besonders fruchtbar für das christliche Leben. […]

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Das Rittertum und die Zukunft Europas

Der Philosoph Richard Coudenhove-Kalergi (1894–1972) gehört zu den wichtigsten Vordenkern der europäischen Einheit. In seinem 1927 erschienenen Werk „Held oder Heiliger“ beschreibt er das Rittertum als eine zeitlos gültiges Kulturideal und als eine Lebensform, die auf der Verwirklichung des Christentums in der europäischen Seele beruhe. Eine Erneuerung Europas setze eine Erneuerung des Rittertums in Europa voraus. […]

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Das ritterliche Ethos im Heldengedicht Beowulf

Das im 8. Jahrhundert entstandene angelsächsische epische Heldengedicht „Beowulf“ handelt laut seinem unbekannten Dichter davon, wie „edelste Krieger sich Ehre erwarben“ und beschreibt den Kampf des Helden Beowulf gegen drei übernatürliche Feinde; den Troll Grendel und seine Mutter sowie einen Drachen. Das Werk enthält eine der ältesten Beschreibungen des Ethos, das später das christliche Rittertum prägte. Sein Inhalt beruht auf der Synthese aus vorchristlicher europäischer Kultur und christlichem Geist, die ab dem frühen Mittelter die abendländische Kultur prägte. […]

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Europa braucht Ritter

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz setzte sich der katholische Publizist Marco F. Gallina mit der strategischen Lage der westlichen Welt und möglichen christlichen Antworten auf die damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Das säkulare Europa erkenne weder die Lage, in der es sich befinde, noch habe es Antworten auf die erwähnten Herausforderungen. Das Christentum könne hier helfen, denn es habe mit dem Mönch und dem Ritter zwei strategische Archetypen hervorgebracht, die sich in historischen Krisen bewährt hätten. In der gegenwärtigen Lage benötige Europa vor allem den Typus des Ritters. […]

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Auf der Suche nach Helden

Die Schriftstellerin Monika Maron gehörte zu den regimekritischen Stimmen in der DDR und wurde kürzlich als „politisch unberechenbar“ eingestuft. In ihrem zuvor erschienenen Roman mit dem Titel „Artur Lanz“ hatte sie sich mit den Themen Tapferkeit und Heldentum auseinandergesetzt, wobei sie vor allem Impulse aus dem christlichen Rittertum aufgriff. Postheroische Gesellschaften müssten scheitern, wenn sie eines Tages ernsten Bedrohungen gegenüberstünden. Da solche Bedrohungen bereits am Horizont sichtbar würden, brauche es intakte Bilder von Männlichkeit, die dazu in der Lage seien, diesen Bedrohungen entgegenzutreten. Im Erbe des christlichen Rittertums gebe es solche Bilder, die Wege zu einem sinnvollen, im Dienst an großen Aufgaben geleisteten Leben erschlössen. […]

Impulse

Die Geburt der Bundeswehr aus dem Geist des Rittertums

Die geistig-weltanschaulichen Grundlagen für den Aufbau der deutschen Bundeswehr wurden in den 1950er Jahren durch eine Gruppe von Offizieren erarbeitet, zu denen auch Wolf Graf von Baudissin gehörte. Er gilt als geistiger Vater eines 1957 veröffentlichten Leitbildes, das auf der Grundlage abendländischer Weltanschauung und des christlichen Rittertums ein militärisches Ethos für die neue Armee schuf. Diese Tradition ist in der Bundeswehr mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten. Es gibt jedoch erste Anzeichen dafür, dass sich dies künftig ändern könnte. […]

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Die zeitlose Botschaft des Rolandsliedes

Charles Joseph Chaput war bis 2020 Erzbischof von Philadelphia und gilt als einer der führenden katholischen Denker in den USA. In einem jetzt veröffentlichten Aufsatz setzt er sich mit der zeitlosen Botschaft des Rolandslieds auseinander. Das um das Jahr 1100 entstandene Werk gehört zu den wichtigsten Heldenepen des Mittelalters und behandelt den Kampf eines von Karl dem Großen geführten Heeres gegen sarazenische Invasoren auf der spanischen Halbinsel. Laut Chaput illustriere das Lied vor allem die Bedeutung der tätigen christlichen Nächstenliebe. […]

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Die Berufung des Mannes zum Schutz von Familie und Gemeinwesen

Der Politikwissenschaftler und Naturrechtsexperte J. Budziszewski lehrt an der University of Texas in Austin in den USA. Vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses der Ideologie der „Gender Studies“ erläuterte er in einem kürzlich erschienenen Aufsatz das auf erprobtem Erfahrungswissen über die Natur des Menschen beruhende Männlichkeitskonzept der abendländischen Philosophie. Dieses Verständnis von Männlichkeit betone die Berufung des Mannes zum Kampf für das Gute und zum entsprechenden Dienst an seiner Familie und am Gemeinwesen. […]

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Das zeitlose Erbe des abendländischen Rittertums

Der katholische Theologe und Jesuit Hugo Rahner (1900-1968) ist vor allem durch seinen Einsatz für die Verteidigung des abendländischen Gedankens in Erinnerung geblieben. Das christliche Abendland empfand er als ein hohes Gut, das es verdient, bewahrt zu werden. Er verfasste in diesem Zusammenhang 1959 einen Aufsatz, in dem er das zeitlose Erbe des abendländischen Rittertums beschrieb. Dessen Ideale seien die Antwort auf die Probleme einer „im Wohlstand alt und fett gewordenen Welt“. […]

Impulse

Die Krise Europas und das neue Rittertum

Der Philosoph Nikolai Berdjajew (1874–1948) stand der konservativen katholischen Erneuerungsbewegung seiner Zeit nahe. In seinem Werk „Das neue Mittelalter“ setzte er sich 1923 mit der geistig-kulturellen Krise Europas auseinander und suchte nach „Wegen zu einem neuen Rittertum“, das diese Krise überwinden könne. Das Buch übte einen starken Einfluss auf Teile des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus aus. […]

Impulse

Die Krise des Landes Logrien und ihre Überwindung im Gralsmythos

Um das Jahr 1190 veröffentlichte Chrétien de Troyes die älteste bekannte Erzählung des Gralsmythos unter dem Titel „Die Geschichte vom Gral“. Ihr stellte ein unbekannter Autor einen „Elucidation“ genannten Prolog voran. Dieser handelt von der Krise des Landes Logrien, dessen König die transzendente Ordnung verletzt und das Land von seinem geistigen Zentrum trennt. Der Text handelt außerdem von einer Gemeinschaft von Rittern, die gegen das damit verbundene Böse kämpft und das Land durch die Wiederanbindung an sein geistiges Zentrum erneuert. […]

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Das Rittertum und die Berufung des Mannes

Charles Joseph Chaput ist Erzbischof von Philadelphia und einer der führenden katholischen Denker in den USA. Im Rahmen eines Vortrags behandelte er vor einigen Tagen die Berufung des Mannes zum Dienst am Nächsten und am Gemeinwesen. Dabei erinnerte er daran, dass das Christentum in Form des Rittertums ein zeitloses Bild von dienstbereiter Männlichkeit geschaffen habe, das angesichts der sich ankündigenden Verwerfungen in westlichen Gesellschaften an Bedeutung gewinne. […]

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Der Gralsmythos und die Spiritualität des christlichen Rittertums

Der englische Historiker Richard Barber gilt als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der mittelalterlichen höfischen Kultur. In seinem Werk „Der Heilige Gral: Geschichte und Mythos“ analysiert er die verschiedenen Strömungen des Gralsmythos. Dieser sei entgegen moderner Verzerrungen eindeutig als Werk der katholischen Kultur des Hochmittelalters zu identifizieren, in dem die Kultur und Spiritualität des christlichen Rittertums zum Ausdruck komme. […]

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Über den ritterlichen Mann

Romano Guardini (1885-1968) lehrte katholische Weltanschauung an verschiedenen deutschen Universitäten und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter dieses Faches im 20. Jahrhundert. Sein Werk beeinflusste unter anderem Hannah Arendt und Papst Benedikt XVI. In seinem an junge Männer gerichteten Aufsatz „Vom ritterlichen Manne“, der im Band „Briefe über Selbstbildung“ enthalten ist, beschrieb er das traditionelle, das Dienstethos betonende abendländische Konzept von Männlichkeit. […]