Herausforderungen

Der deutsche Staat ist nicht krisentauglich

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beschreibt in seiner aktuellen Titelgeschichte das Scheitern fast aller beteiligten deutschen Institutionen während des Höhepunkts der Afghanistan-Krise im August 2021. Die Journalisten Matthias Gebauer und Konstantin von Hammerstein zeichnen das Bild eines vor allem aus kulturellen Gründen weitestgehend dysfunktionalen Staates und sprechen von „politischem Versagen“ und „anhaltender Realitätsverweigerung“ seiner Institutionen. Diese würden scheinbar nach dem „Pippi-Langstrumpf-Prinzip“ geführt und seien von der Krise überfordert gewesen. […]

Impulse

Die traditionelle Familie als krisenfeste Institution

Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn geht davon aus, dass Deutschland eine langanhaltende Wirtschaftskrise bevorsteht. Der deutsche Staat werde wahrscheinlich mit der Bewältigung dieser Krise überfordert sein. Jungen Menschen empfiehlt Sinn, sich auf traditionelle Familienbilder zu besinnen, weil die Familie im Gegensatz zum Staat in den bevorstehenden schweren Jahren und Jahrzehnten eine zuverlässige Solidargemeinschaft sein werde. […]

Impulse

Kulturelle Resilienz: Das Beispiel Ukraine

Lawrence Freedman, einer der führenden Strategieexperten der Gegenwart, setzt sich in einem aktuellen Aufsatz mit den Ursachen des bisherigen ukrainischen Erfolgs im Kampf gegen die russischen Invasionskräfte auseinander. Dieser Erfolg liege wesentlich in der Resilienz der Kultur der Verteidiger begründet, die sich auf ein Narrativ von „Zusammenhalt, Heldentum und Opferbereitschaft“ stütze und die mit dem Kampf gegen die Invasoren verbundenen Härten zu tragen bereit sei. […]

Herausforderungen

Deutschland offenbart in der Corona-Krise mangelnde kulturelle Resilienz

Der Virologe Hendrik Streeck lehrt an der Universität Bonn. In einem in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erschienenen Aufsatz schreibt er, dass Staat und Gesellschaft in Deutschland in der Corona-Krise mangelnde kulturelle Resilienz offenbaren. Das Krisenmanagement scheitere vor allem an der Art und Weise der geistigen Auseinandersetzung mit der Lage. Man sei es offenbar nicht gewohnt, sich rational mit Risiken auseinanderzusetzen und pragmatische Antworten auf diese zu finden, weshalb man keinen Ausweg aus der Krise finde. […]

Impulse

Resilienz als konservatives Konzept

Der Soziologe Andreas Reckwitz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich mit dem Begriff der Resilienz. Die Frage der Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften werde für die Politik angesichts der zunehmenden Krisen in westlichen Gesellschaften immer wichtiger. Resilienz sei ein konservatives Prinzip und zugleich eine Forderung klugen politischen Handelns. Übersteigertes Resilienzdenken könne jedoch zur Erstarrung von Gesellschaften führen. […]

Herausforderungen

Folgerungen aus der Corona-Krise

Der Soziologe Andreas Reckwitz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin. In einem heute erschienenen Aufsatz schreibt er, dass die Corona-Krise zahlreiche Defekte der globalistischen Spätmoderne offenlege. Die Folgerung aus der Krise sei die Schaffung eines resilienten Staates, der sich vom Ziel der Entgrenzung und Deregulierung abwende, sich auf Krisen verschiedener Art vorbereite und Themen wie soziale Grundsicherung, ökologische Nachhaltigkeit und öffentliche Sicherheit stärker in den Vordergrund stelle. […]

Impulse

Über die kulturellen Voraussetzungen krisenfester Gesellschaften

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In einem aktuellen Aufsatz warnt er, dass die COVID-19- Pandemie sich als „Krisenbeschleuniger der liberalen und sozial verfassten Demokratien des Westens erweisen“ könne. Diese seien durch die Erosion ihrer kulturellen Grundlagen in Folge des Wirkens liberaler und neomarxistischer Ideologien verwundbar  geworden. […]

Impulse

Die Corona-Krise und die Rückkehr des Nationalstaats

Der Kulturwissenschaftler Russell A. Berman lehrt an der Stanford University und war Mitglied des Planungsstabs des Außenministeriums der USA. Ihm zufolge offenbart die gegenwärtige Krise, dass es sich wesentlichen Grundannahmen liberaler und progressiver Ideologien um Illusionen handele. Dazu gehöre vor allem die „Illusion des Postnationalismus“. […]

Impulse

Solidarität als Grundlage krisenfester Gesellschaften

Der Soziologe Heinz Bude lehrt an der Universität Kassel. In einem kürzlich erschienenen Buch sowie einer Reihe von Gesprächen beschrieb er das Prinzip der Solidarität als eine der Grundlagen eines krisenfesten Gemeinwesens. Familie und Nation würden als krisenfeste Solidargemeinschaften angesichts der COVID-19-Krise künftig wieder größere Bedeutung gewinnen. Westliche Gesellschaften würden zudem konservativer werden, weil der Konservatismus den Wert der solidarischen Bindungen betone, deren Notwendigkeit Menschen schon bald wieder verstärkt erkennen würden. […]

Allgemein

Kulturelle Identität und Krisenfestigkeit

Der Geograph Jared Diamond lehrt an der University of California in Los Angeles und hat sich vor allem mit den Ursachen des Aufstiegs und des Niedergangs von Gemeinwesen auseinandergesetzt. In seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen Werk „Krise. Wie Nationen sich erneuern können“ untersucht er historische Beispiele dafür, wie Staaten existenzielle Krisen bewältigt haben. Dabei betont er die Bedeutung des Faktors der kulturellen Identität, die wesentlichen Einfluss darauf habe, ob und wie gut ein Gemeinwesen solche Lagen meistern kann. […]

Impulse

Christentum und staatliche Selbstbehauptung

Niccolò Machiavelli (1469-1527) gilt als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. In seinem Werk Discorsi untersuchte er auf der Grundlage des Staatsdenkens der römischen Antike die Frage, was Staaten Dauer verleiht und wie ein Gemeinwesen existenzielle Herausforderungen bewältigen kann. Dabei setzte er sich unter anderem mit gesinnungsethnischen Tendenzen im Christentum kritisch auseinander, die dieses als Träger des Gemeinwesens schwächten. […]

Erneuerung

Die Benedikt-Option – Teil 2: Krisenfeste christliche Gemeinschaften

In seinem Buch „Die Benedikt-Option“ entwirft der Autor Rod Dreher eine Strategie für christliches Leben in dem schwierigen Umfeld, das westliche Gesellschaften künftig in immer größerem Maße darstellen könnten. Der zweite Teil unserer Serie behandelt die Gedanken Drehers darüber, wie das Christentum gestützt auf Netzwerke resilienter kleiner Gemeinschaften die unabwendbar gewordene Krise westlicher Gesellschaften überdauern soll, um diese Gesellschaften anschließend wieder aufzubauen zu können. […]

Impulse

Über die Eigenschaften krisenfester Gemeinwesen und Institutionen

Der Risikoforscher und Finanzmathematiker Nassim Nicholas Taleb lehrt an der New York University und ist vor allem für seine Voraussage der Finanzkrise von 2008 bekannt geworden. In seinem Werk „Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen“ setzt er sich mit den Eigenschaften krisenfester Systeme auseinander. Er betont dabei, dass traditionelle Ansätze in der Regel besonders dazu geeignet seien, die Krisenfestigkeit und damit auch die Nachhaltigkeit eines Gemeinwesens zu stärken. […]

Impulse

Über die kulturellen Voraussetzungen gesellschaftlicher Resilienz

Im Bevölkerungsschutz wird im Rahmen des Konzepts der „gesellschaftlichen Resilienz“ die Krisenfestigkeit eines Gemeinwesens untersucht. Der Soziologe Curt Stofferahn hat in diesem Zusammenhang den Wiederaufbau in der Stadt Northwood im US-Bundesstaat North Dakota nach einem Tornado 2007 untersucht und dabei feststellt, dass die geteilte belastbare kulturelle Identität der vorwiegend norwegischstämmigen Bewohner zur besonderen Krisenfestigkeit der Stadt entscheidend beigetragen hätten. […]