Herausforderungen

Die europäische Zivilisation befindet sich im „kulturellen Belagerungszustand“

Der Philosoph Peter Sloterdijk erklärt in einem heute im „Tagesspiegel“ veröffentlichten Gespräch, dass „wir als Okzidentale von allen Fronten her in einen kulturellen Belagerungszustand geraten“ seien. Die europäisch-abendländische Zivilisation werde von innen und außen von ihr gegenüber feindselig eingestellten Weltanschauungen „belagert“, die sie „von Grund auf verwerfen“. Diese würden vor allem auf neomarxistische Ideologie zurückgehen, die einen „kulturellen Masochismus“ fördere und „christliche Symbolwerte“ bekämpfe. Positiv spricht er hingegen von der „preußisch-protestantischen Wehrhaftigkeitsmentalität“, die den Freiheitskampf der Ostdeutschen gegen die kommunistische SED-Diktatur innerlich gestärkt habe. […]

Herausforderungen

Deutschlands gebrochene Identität

Die Historikerin Hedwig Richter lehrt an der Universität der Bundeswehr München. Zusammen mit Bernd Ulrich diagnostiziert sie den Deutschen in einem heute erschienenen Aufsatz eine gebrochene kulturelle Identität. Aufgrund eines gestörten Verhältnisses zu sich selbst fliehe man davor, Verantwortung für das eigene Land zu übernehmen und den Herausforderungen entgegenzutreten, die es bedrohen. Spätestens in Krisensituationen müsse dieser Ansatz scheitern. […]

Herausforderungen

Der kulturelle Selbstmord des Westens

Der Historiker Christophe de Voogd lehrt am Institut d’études politiques de Paris („Sciences Po“). Nachdem ein Verleger in den Niederlanden Dantes Göttliche Komödie umschreiben ließ, um negative Islambezüge zu entfernen, stellte er diese Tat in den Kontext eines umfassenden Kampfes gegen das europäische Kulturerbe, der gegenwärtig stattfände. Er bewertet diese und ähnliche Taten als eine „Form des kulturellen Selbstmords“. […]

Herausforderungen

Über die Verachtung der eigenen Geschichte

Der Philosoph Alexander Grau kritisiert in einem heute erschienenen Aufsatz die zunehmende Tendenz zur Verachtung und Abwertung der eigenen Geschichte in westlichen Gesellschaften. Die Ursache dafür sei der Narzissmus bindungsloser Individuen, die jegliche Tradition als Einschränkung ihrer Freiheit ablehnten. Dieser Typus nehme sich zwar als tolerant und weltoffen wahr, scheitere aber bereits daran, das eigene Erbe zu akzeptieren oder zu verstehen. Im antirassistischen oder antifaschistischen Aktivismus finde er eine politische Plattform. […]

Herausforderungen

Oikophobie: Der Hass gegen das Eigene

Der kürzlich verstorbene englische Philosoph Sir Roger Scruton schuf den Begriff der Oikophobie, um das Phänomen des in westlichen Gesellschaften immer stärker werdenden kulturellen Selbsthasses zu beschreiben. Dieser Hass richte sich gegen alle tragenden Institutionen des Gemeinwesens, vor allem gegen das eigene, auf dem Christentum beruhende kulturelle Erbe sowie gegen die Familie und die Nation. Ein vergleichbares Phänomen sei aus keiner anderen Kultur und keiner anderen Periode der Geschichte bekannt. […]

Impulse

Über die Sehnsucht nach der Bewahrung Europas

Der Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt lehrt an der Technischen Universität Dresden. In einem Vortrag am katholischen Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg betonte er vor einiger Zeit, dass die Zukunft Europas angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen vor allem davon abhänge, dass es in ihm Kräfte gebe, in denen die „Sehnsucht nach dem Bewahren“ lebendig sei. […]

Herausforderungen

Der Selbstmord Europas – Teil 2: Der Unwille zur Selbstbehauptung

Der britische Publizist Douglas Murray gilt als einer der wichtigsten konservativen Denker des Landes. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Der Selbstmord Europas“ analysiert er kulturelle und gesellschaftliche Auflösungsprozesse in Europa und ihre Folgen. Der zweite Teil unserer Serie über die Gedanken Murrays behandelt die postmoderne Ideologie der Selbstverleugnung und den Unwillen zur Selbstbehauptung, die das Europa der Gegenwart prägten. […]

Impulse

Die Ehrung der Vorfahren als Voraussetzung kultureller Kontinuität

Der Althistoriker Egon Flaig lehrte an den Universitäten Greifswald und Rostock und ist unter anderem durch seine Gedanken zur Konfliktgeschichte des Islams bekannt geworden. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit kulturellen Auflösungserscheinungen in europäischen Gesellschaften auseinander die auch eine Folge des Verlusts der „kulturellen Dankbarkeit“ gegenüber den eigenen Vorfahren seien. Ursache dieser Entwicklung sei das Wirken postmoderner, neomarxistischer und liberaler Ideologien, die entsprechende Bindungen aus unterschiedlichen Motiven heraus bekämpfen würden. […]