Politik und Gesellschaft

Andreas Reckwitz: Folgerungen aus der Corona-Krise

Der Soziologe Andreas Reckwitz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin. In einem heute erschienenen Aufsatz schreibt er, dass die Corona-Krise zahlreiche Defekte der globalistischen Spätmoderne offenlege. Die Folgerung aus der Krise sei die Schaffung eines resilienten Staates, der sich vom Ziel der Entgrenzung und Deregulierung abwende, sich auf Krisen verschiedener Art vorbereite und Themen wie soziale Grundsicherung, ökologische Nachhaltigkeit und öffentliche Sicherheit stärker in den Vordergrund stelle. […]

Politik und Gesellschaft

Thomas Biebricher: Der Verfall des christlichen Konservatismus in Deutschland

Der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher forscht an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. In seinem jetzt erschienenen Buch „Geistig-moralische Wende – Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus“ setzt er sich mit dem Verfall des christlichen Konservatismus in Deutschland auseinander.
Seit den 1970er Jahren habe die deutsche Christdemokratie eine schrittweise „Neoliberalisierung“ sowie eine Abwendung vom konservativen Denken vollzogen, in deren Folge sie ihren christlich-konservativen Charakter zuletzt endgültig aufgegeben habe. […]

Herausforderungen

Das Christentum als „Aberglaube“: Thilo Sarrazins antireligiöse Weltanschauung

Der Volkswirt Thilo Sarrazin setzt sich in seinem Buch „Feindliche Übernahme“ mit islambezogenen Herausforderungen für Europa auseinander. Dabei betont er, dass sein Ziel nicht die Bewahrung, sondern die weitere Auflösung des christlichen Erbes Europas sei. Er lehnt alle Religionen als Ausdruck von „Aberglaube“ ab und vertritt eine radikale materialistische Weltanschauung, die volkswirtschaftlichen Erfolg über alles andere stellt. Auf kultureller Ebene treibt er dadurch das voran, was er in anderem Zusammenhang als die „Abschaffung Deutschlands“ kritisiert hatte. […]

Politik und Gesellschaft

John Gray: Das Scheitern des Liberalismus

Der Philosoph John Gray war Professor für europäische Ideengeschichte an der London School of Economics. In einem Aufsatz in der Süddeutschen Zeitung beschrieb er vor einigen Tagen die Symptome des Scheiterns des Liberalismus in westlichen Gesellschaften. Keines der großen Projekte dieser Ideologie habe zuletzt noch Erfolge aufweisen können. Der Liberalismus sei intellektuell nicht dazu in der Lage, die Herausforderungen der Gegenwart zu verstehen und politisch unfähig, sie zu lösen. […]

Herausforderungen

Francis Fukuyama: Der Liberalismus und die Rückkehr der Identitätsfrage

Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama lehrt an der Stanford University und gilt als einer der wichtigsten Vordenker des Liberalismus der Gegenwart. In einem in der „Neuen Zürcher Zeitung“ veröffentlichten Gespräch analysiert er die Rückkehr der Identitätsfrage in westlichen Gesellschaften aus einer liberalen Perspektive und sucht nach möglichen Antworten auf diese Entwicklung. […]

Politik und Gesellschaft

Patrick Deneen: Die Selbstzerstörung des Liberalismus

Der Politikwissenschaftler Patrick Deneen lehrt an der katholischen University of Notre Dame in den USA. Sein neues Buch „Why Liberalism Failed“ wird hier noch ausführlicher vorgestellt werden. In einem Gespräch mit dem Magazin „Crux“ hat er vorab erläutert, worin er die wesentlichen Selbstzerstörungstendenzen im Liberalismus sieht. […]

Herausforderungen

Scott Atran: Die Selbstzerstörung des Liberalismus

Der Anthropologe Scott Atran ist Forschungsdirektor am französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CRNS) und lehrt an der École Normale Supérieure. In Sicherheitskreisen ist er vor allem durch seine Forschung über die Motive islamistischer Selbstmordattentäter bekannt geworden. In einem aktuellen Aufsatz schreibt er über die mögliche Selbstzerstörung des Liberalismus im Zuge der durch ihn ausgelösten weltweiten sozialen und kulturellen Verwerfungen und seines Mangels an sinn- und identitätsstiftenden Narrativen. […]

Herausforderungen

Adrian Vermeule/R. R. Reno: Der Liberalismus als existenzielle Herausforderung für das Christentum

Der an der Harvard Law School lehrende Verfassungsrechtler Adrian Vermeule und der Religionswissenschaftler R.R. Reno analysieren in der aktuellen Ausgabe des Magazins „First Things“ den sich zuspitzenden Konflikt zwischen materialistischen Ideologien, die sie unter dem Begriff „Liberalismus“ zusammenfassen, und dem Christentum in westlichen Gesellschaften. Reno beobachtet in diesem Zusammenhang eine „Verbürgerlichung“ des Christentums, das sich diesen Ideologien aus Furcht vor weiterem Relevanzverlust laufend anpasse und dadurch zu einer anderen Religion zu werden drohe. […]

Herausforderungen

Pankaj Mishra: Die Schattenseiten der Aufklärung und die globale Krise des Liberalismus

Der indische Essayist Pankraj Mishra ist vor allem durch Aufsätze bekannt geworden, in denen er sich mit den Folgen der Globalisierung auseinandersetzt. In einem aktuellen Gespräch äußert er sich unter anderem über die globale Krise des Liberalismus und die durch sein Wirken ausgelösten Verwerfungen. […]

Herausforderungen

Caspar Hirschi: „Kosmopolitischer Liberalismus“ als Treiber gesellschaftlicher und politischer Auflösungsprozesse

Der Historiker Caspar Hirschi lehrt an der Universität St. Gallen in der Schweiz. In der Neuen Zürcher Zeitung analysiert er den zunehmenden Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Erosion der Demokratie in westlichen Gesellschaften. Als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung betrachtet er den “kosmopolitischen Liberalismus” der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Eliten. […]