Herausforderungen

Über die Krise des Liberalismus und die neue konservative Avantgarde

Der Politikwissenschaftler Ivan Krastev setzt sich in einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ mit der Krise des Liberalismus auseinander. Diese Krise sei eine Krise der „progressiven Weltsicht“, die einer wachsenden Zahl von Menschen nicht mehr als plausibel erscheine. In Polen und Ungarn, aber auch in Israel sieht Krastev eine postliberale, konservative „Avantgarde“ entstehen, die nach gesellschaftlicher und kultureller Selbstbehauptung im Chaos der Gegenwart strebe. […]

Impulse

Über den Widerstand gegen die Tyrannei – Teil 3: Wachsamkeit gegenüber Verfallserscheinungen

In seinen „Lektionen für den Widerstand“ gegen tyrannische Herrschaft betont der Historiker und Holocaustforscher Timothy Snyder, dass Geschichtspessimisten klüger dächten und entsprechende Risiken meist realistischer beurteilten als Fortschrittsoptimisten, weil sie wachsamer gegenüber Verfalls- und Auflösungserscheinungen jeglicher Art seien und die Möglichkeit krisenhafter Verläufe des historischen Geschehens niemals ausschlössen. […]

Herausforderungen

Das Ende des modernen Fortschrittsoptimismus

Laut dem Soziologen Andreas Reckwitz hat die russische Invasion in der Ukraine „die Grundannahmen der westlich-­liberalen Geschichtsphilosophie“ und den mit ihr verbundenen „Fortschrittsoptimismus“ erschüttert. Die „geschichtsphilosophischen Hoffnungen“ des Westens hätten sich als „Wunschdenken“ herausgestellt. Die „weltgesellschaftliche Entwicklung“ strebe offensichtlich nicht hin zu immer größerer Modernisierung, sondern verlaufe „nach einer Logik des Konflikts“. […]

Herausforderungen

Die Krisenblindheit des Neoliberalismus und ihre Folgen

Der Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han lehrte zuletzt an der Universität der Künste Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich vor dem Hintergrund der COVID-19-Krise mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinander. Die Globalisierung und die Ideologie, auf der sie beruhe, hätten die geistigen, kulturellen und politischen Widerstandskräfte westlicher Gesellschaften gegenüber Krisen geschwächt. Der mit der Krise verbundene Schock führe gegenwärtig zu Überreaktionen, die den Bestand freiheitlicher Gesellschaften gefährden könnten. […]

Herausforderungen

Das Christentum als „Aberglaube“: Thilo Sarrazins antireligiöse Weltanschauung

Der Volkswirt Thilo Sarrazin setzt sich in seinem Buch „Feindliche Übernahme“ mit islambezogenen Herausforderungen für Europa auseinander. Dabei betont er, dass sein Ziel nicht die Bewahrung, sondern die weitere Auflösung des christlichen Erbes Europas sei. Er lehnt alle Religionen als Ausdruck von „Aberglaube“ ab und vertritt eine radikale materialistische Weltanschauung, die volkswirtschaftlichen Erfolg über alles andere stellt. Auf kultureller Ebene treibt er dadurch das voran, was er in anderem Zusammenhang als die „Abschaffung Deutschlands“ kritisiert hatte. […]

Herausforderungen

Über das Scheitern des Liberalismus

Der Philosoph John Gray war Professor für europäische Ideengeschichte an der London School of Economics. In einem Aufsatz in der Süddeutschen Zeitung beschrieb er vor einigen Tagen die Symptome des Scheiterns des Liberalismus in westlichen Gesellschaften. Keines der großen Projekte dieser Ideologie habe zuletzt noch Erfolge aufweisen können. Der Liberalismus sei intellektuell nicht dazu in der Lage, die Herausforderungen der Gegenwart zu verstehen und politisch unfähig, sie zu lösen. […]

Herausforderungen

Der Liberalismus und die Rückkehr der Identitätsfrage

Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama lehrt an der Stanford University und gilt als einer der wichtigsten Vordenker des Liberalismus der Gegenwart. In einem in der „Neuen Zürcher Zeitung“ veröffentlichten Gespräch analysiert er die Rückkehr der Identitätsfrage in westlichen Gesellschaften aus einer liberalen Perspektive und sucht nach möglichen Antworten auf diese Entwicklung. […]

Herausforderungen

Über die Selbstzerstörung des Liberalismus

Der Politikwissenschaftler Patrick Deneen lehrt an der katholischen University of Notre Dame in den USA. Sein neues Buch „Why Liberalism Failed“ wird hier noch ausführlicher vorgestellt werden. In einem Gespräch mit dem Magazin „Crux“ hat er vorab erläutert, worin er die wesentlichen Selbstzerstörungstendenzen im Liberalismus sieht. […]

Herausforderungen

Über die Selbstzerstörung des Liberalismus

Der Anthropologe Scott Atran ist Forschungsdirektor am französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CRNS) und lehrt an der École Normale Supérieure. In Sicherheitskreisen ist er vor allem durch seine Forschung über die Motive islamistischer Selbstmordattentäter bekannt geworden. In einem aktuellen Aufsatz schreibt er über die mögliche Selbstzerstörung des Liberalismus im Zuge der durch ihn ausgelösten weltweiten sozialen und kulturellen Verwerfungen und seines Mangels an sinn- und identitätsstiftenden Narrativen. […]

Herausforderungen

Der Liberalismus als Herausforderung für das Christentum

Der an der Harvard Law School lehrende Verfassungsrechtler Adrian Vermeule und der Religionswissenschaftler R.R. Reno analysieren in der aktuellen Ausgabe des Magazins „First Things“ den sich zuspitzenden Konflikt zwischen materialistischen Ideologien, die sie unter dem Begriff „Liberalismus“ zusammenfassen, und dem Christentum in westlichen Gesellschaften. Reno beobachtet in diesem Zusammenhang eine „Verbürgerlichung“ des Christentums, das sich diesen Ideologien aus Furcht vor weiterem Relevanzverlust laufend anpasse und dadurch zu einer anderen Religion zu werden drohe. […]

Herausforderungen

Kulturelle Auflösung als Bedrohung für liberale Demokratien

Der Religionssoziologe James Davison Hunter lehrt an der University of Virginia. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er das Scheitern des „Projektes der Aufklärung“ im Zuge der Abwendung westlicher Gesellschaften von ihren religiösen Wurzeln. Dies habe kulturelle Auflösungsprozesse in Gang gesetzt, die auch der liberalen Demokratie zunehmend ihre Grundlage entziehen würden und zu ihrem Zusammenbruch führen könnten. […]

Herausforderungen

„Kosmopolitischer Liberalismus“ als Treiber gesellschaftlicher und politischer Auflösungsprozesse

Der Historiker Caspar Hirschi lehrt an der Universität St. Gallen in der Schweiz. In der Neuen Zürcher Zeitung analysiert er den zunehmenden Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Erosion der Demokratie in westlichen Gesellschaften. Als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung betrachtet er den “kosmopolitischen Liberalismus” der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Eliten. […]

Herausforderungen

Die Selbstzerstörung liberaler Gesellschaften und das heraufziehende Chaos

Der am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln tätige Soziologe Wolfgang Streeck behandelt in seinem Ende 2016 erschienenen Buch „How Will Capitalism End?“ Auflösungsprozesse in liberalen westlichen Gesellschaften, die ihre eigenen Grundlagen und damit am Ende auch sich selbst zerstören würden. Adam Tooze fasste die wichtigsten Gedanken Streecks in einer Besprechung des Buches zusammen. […]