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Kulturelle Resilienz

David Engels: Mitteleuropa und die Zukunft der abendländischen Kultur

Der Althistoriker David Engels ist als Forschungsprofessor am „Instytut Zachodni“ in Polen tätig. In einem kürzlich in der „Budapester Zeitung“ veröffentlichten Gespräch setzte er sich mit der möglichen Bedeutung Mitteleuropas für die kulturelle Erneuerung des Kontinents und die Bewahrung seines Erbes auseinander. Mitteleuropa sei mittlerweile „eine der letzten Bastionen der alten abendländischen Identität“. […]

Kulturelle Resilienz

Andreas Reckwitz: Resilienz als konservatives Konzept

Der Soziologe Andreas Reckwitz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich mit dem Begriff der Resilienz. Die Frage der Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften werde für die Politik angesichts der zunehmenden Krisen in westlichen Gesellschaften immer wichtiger. Resilienz sei ein konservatives Prinzip und zugleich eine Forderung klugen politischen Handelns. Übersteigertes Resilienzdenken könne jedoch zur Erstarrung von Gesellschaften führen. […]

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Kulturelle Resilienz

Christopher Dawson: Die Wächter der heiligen Tradition

Christopher Dawson (1889-1970) lehrte an der Harvard University und gilt als einer der bedeutendsten christlichen Historiker des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk „Religion und Kultur“ behandelt er unter anderem die Ursachen der jahrtausendelangen Kontinuität der chinesischen Kultur. Er sieht diese vor allem im durchgängigen Wirken einer Elite von konfuzianischen Gelehrten, welche die Kultur des Landes in Zeiten der Verwerfung immer wieder erneuert hätten. Kulturen, die nachhaltig Bestand haben wollten, benötigten „einen Orden, der Wächter heiliger Kulturtraditionen“ sei. Dass das moderne Europa nicht mehr über eine vergleichbare Institution verfüge, sei eine der Ursachen seiner geistig-kulturellen Krise. […]

Kulturelle Resilienz

Marco Gallina: Europa braucht Ritter

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz setzte sich der katholische Publizist Marco F. Gallina mit der strategischen Lage der westlichen Welt und möglichen christlichen Antworten auf die damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Das säkulare Europa erkenne weder die Lage, in der es sich befinde, noch habe es Antworten auf die erwähnten Herausforderungen. Das Christentum könne hier helfen, denn es habe mit dem Mönch und dem Ritter zwei strategische Archetypen hervorgebracht, die sich in historischen Krisen bewährt hätten. In der gegenwärtigen Lage benötige Europa vor allem den Typus des Ritters. […]

Politik und Gesellschaft

Josef Isensee: Das Christentum und die Selbstbehauptung des freiheitlichen Staates

Der Staatsrechtler und Staatsphilosoph Josef Isensee gehört zu den öffentlichkeitswirksamsten Vertretern seines Fachs in Deutschland. Ein kürzlich erschienener Sammelband enthält mehrere seiner Texte, in denen er für die Verteidigung des im christlich-abendländischen Erbe wurzelnden deutschen Verfassungsstaates gegen innere und äußere Herausforderungen eintritt. Freiheitliche Gesellschaften benötigten eine starke christliche Grundlage. Der problematische innere Zustand der Kirche in Deutschland, der unter einem eine Folge ihrer inneren Überformung durch neomarxistische Ideologie sei, schwäche diese Grundlage. […]

Kulturelle Resilienz

Werner von Trott zu Solz: Ansätze des christlichen Kampfes gegen den Totalitarismus

Werner von Trott zu Solz (1902–1965) war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. In seinem 1958 erschienenen Werk „Widerstand heute“ beschrieb er mögliche christliche Ansätze des Kampfes gegen totalitäre Ideologien und Systeme. Dabei griff er auf die Erfahrungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus zurück. Er entwarf auf dieser Grundlage Antworten auf den von ihm erwarteten Fall, dass es totalitären Kräften erneut gelänge, politische Macht in westlichen Gesellschaften zu erlangen. […]

Kulturelle Resilienz

Julian Nida-Rümelin: Die kulturellen Voraussetzungen krisenfester Gesellschaften

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In einem aktuellen Aufsatz warnt er, dass die COVID-19- Pandemie sich als „Krisenbeschleuniger der liberalen und sozial verfassten Demokratien des Westens erweisen“ könne. Diese seien durch die Erosion ihrer kulturellen Grundlagen in Folge des Wirkens liberaler und neomarxistischer Ideologien verwundbar  geworden. […]

Mitteilungen

Neue Publikation: David Engels – Leben mit dem Niedergang

Im ersten in unserer neuen Reihe „Renovatio-Analysen“ erschienenen Text untersucht der Althistoriker David Engels die Frage, wie die Träger des abendländischen Erbes mit dem Niedergang der abendländischen Zivilisation umgehen können. Die „Teilnahme an einem der wohl größten historischen Schauspiele der abendländischen Geschichte“ werde „zweifellos eine Erfahrung sein“, welche „den Einzelnen vor größte Herausforderungen stellen und es zumindest einigen erlauben wird, in ungeahnter Weise über sich hinauszuwachsen“. […]

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Kulturelle Resilienz

Jared Diamond: Kulturelle Identität und Krisenfestigkeit

Der Geograph Jared Diamond lehrt an der University of California in Los Angeles und hat sich vor allem mit den Ursachen des Aufstiegs und des Niedergangs von Gemeinwesen auseinandergesetzt. In seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen Werk „Krise. Wie Nationen sich erneuern können“ untersucht er historische Beispiele dafür, wie Staaten existenzielle Krisen bewältigt haben. Dabei betont er die Bedeutung des Faktors der kulturellen Identität, die wesentlichen Einfluss darauf habe, ob und wie gut ein Gemeinwesen solche Lagen meistern kann. […]

Politik und Gesellschaft

Niccolò Machiavelli: Christentum und staatliche Selbstbehauptung

Niccolò Machiavelli (1469-1527) gilt als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. In seinem Werk Discorsi untersuchte er auf der Grundlage des Staatsdenkens der römischen Antike die Frage, was Staaten Dauer verleiht und wie ein Gemeinwesen existenzielle Herausforderungen bewältigen kann. Dabei setzte er sich unter anderem mit gesinnungsethnischen Tendenzen im Christentum kritisch auseinander, die dieses als Träger des Gemeinwesens schwächten. […]