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Kulturelle Resilienz

Robert Sarah: Das Wesen der heiligen Tradition

Kardinal Robert Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart. In einem jetzt in der Tageszeitung „Le Figaro“ erschienenen Aufsatz setzt er sich mit dem Wesen der heiligen Tradition des Christentums und ihrer Bedeutung für die kulturelle Erneuerung westlicher Gesellschaften auseinander. […]

Dienstethos

Hans Scholl: „Hüter eines heiligen Erbes“

Hans Scholl (1918-1943) war der Kopf der heute von verschiedenster Seite vereinnahmten studentischen Gruppe „Weiße Rose“, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. In seinen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen beschreibt er mit seinen eigenen Worten seinen Weg zum christlichen Glauben und seinen Willen dazu, als „Hüter eines heiligen Erbes“ die Herrschaft der Ideale der abendländischen Tradition in Deutschland wiederherzustellen. […]

Kulturelle Resilienz

Ordensgemeinschaften als Träger von Widerstand und kultureller Erneuerung

In der durch Werner von Trott zu Solz gegründeten „Gesellschaft Imshausen“ suchten nach dem Zweiten Weltkrieg Denker, die unterschiedlichen Strömungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus nahestanden, Wege zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Erneuerung Deutschlands. Von Trott strebte in diesem Rahmen die Gründung einer Ordensgemeinschaft an, die als Träger sowohl dieser Erneuerung als auch eines möglichen erneuten Widerstandes gegen die von ihm erwarteten künftigen Formen totalitärer Herrschaft hätte wirken sollen. […]

Politik und Gesellschaft

Alexander Grau: Für einen offensiven Konservatismus

Der Philosoph Alexander Grau kritisiert in einem heute erschienenen Aufsatz die Schwäche des Konservatismus der Gegenwart, der sich seit Langem an die Positionen utopischer Ideologien anpasse und schrittweise fast alle Standpunkte aufgegeben habe, die ihn einst auszeichneten. Auf diese Weise sei der Konservatismus zum „Verlierer der Geschichte“ geworden, der nur noch „auf den finalen Schlag“ warte, der ihn endgültige erledige. Eine Zukunft könne nur ein offensiver Konservatismus haben, der utopischen Ideologien mit eigenen Konzepten entgegentritt. […]

Dienstethos

Ray Bradbury: „Jemand muss bereitstehen, wenn alles in die Luft geht“

In seinem 1953 erschienenen dystopischen Roman „Fahrenheit 451“ setzt sich der Schriftsteller Ray Bradbury mit der Berufung des Mannes zum schützenden und bewahrenden Dienst auseinander. Das Werk behandelt einen Abschnitt im Leben Guy Montags, der Mitarbeiter einer Sicherheitsbehörde in einem vor einer Katastrophe stehenden totalitären Staat ist und durch die Begegnung mit einem numinosen Wesen im Innern erschüttert wird. Er entdeckt in einem Prozess von Initiationen seine Berufung dazu, die höchsten Werte im Angesicht des Untergangs zu schützen und zu bewahren und stößt schließlich auf einen Männerbund, der Kultur und Tradition bewahrt und nach der Katastrophe erneuern wird. […]

Kulturelle Resilienz

Jörg Hackeschmidt/Caroline König: Deutschland braucht ein positives Identitätsverständnis

Der Historiker Jörg Hackeschmidt ist im Stab Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben des Bundeskanzleramtes tätig. Zusammen mit der Politikwissenschaftlerin Caroline König kritisiert er in einem heute erschienenen Aufsatz Schwächen der deutschen Erinnerungskultur. Diese sei von einer „Verengung auf die Schrecken“ der deutschen Geschichte geprägt und tauge nicht dazu, Gemeinsinn zu stiften oder integrierend zu wirken. Deutschland brauche ein positives Identitätsverständnis. […]

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Kulturelle Resilienz

Christopher Dawson: Die Wächter der heiligen Tradition

Christopher Dawson (1889-1970) lehrte an der Harvard University und gilt als einer der bedeutendsten christlichen Historiker des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk „Religion und Kultur“ behandelt er unter anderem die Ursachen der jahrtausendelangen Kontinuität der chinesischen Kultur. Er sieht diese vor allem im durchgängigen Wirken einer Elite von konfuzianischen Gelehrten, welche die Kultur des Landes in Zeiten der Verwerfung immer wieder erneuert hätten. Kulturen, die nachhaltig Bestand haben wollten, benötigten „einen Orden, der Wächter heiliger Kulturtraditionen“ sei. Dass das moderne Europa nicht mehr über eine vergleichbare Institution verfüge, sei eine der Ursachen seiner geistig-kulturellen Krise. […]

Kulturelle Resilienz

Marco Gallina: Europa braucht Ritter

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz setzte sich der katholische Publizist Marco F. Gallina mit der strategischen Lage der westlichen Welt und möglichen christlichen Antworten auf die damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Das säkulare Europa erkenne weder die Lage, in der es sich befinde, noch habe es Antworten auf die erwähnten Herausforderungen. Das Christentum könne hier helfen, denn es habe mit dem Mönch und dem Ritter zwei strategische Archetypen hervorgebracht, die sich in historischen Krisen bewährt hätten. In der gegenwärtigen Lage benötige Europa vor allem den Typus des Ritters. […]

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Kulturelle Resilienz

Michel Houellebecq: Das Zeitalter der Auflösung und die Rückkehr der Religion

Michel Houellebecq gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Kulturkritiker der Gegenwart. Die jetzt in deutscher Übersetzung erschienene Aufsatzsammlung mit dem Titel „Ein bisschen Schlechter“ gewährt einen Eindruck in sein politisches und religiöses Denken. Die westliche Welt befinde sich ihm zufolge in einem Zeitalter der Auflösung. Das heraufziehende Chaos werde zu einem Wiedererwachen der Religion führen. Der Islam sei gegenwärtig die vitalste Religion in Europa. Ihm stehe ein schwacher Katholizismus gegenüber, an dessen traditionsorientierten Rändern es jedoch ebenfalls Anzeichen für ein religiöses Erwachen gebe. […]

Kulturelle Resilienz

James Davison Hunter: Strategische Ansätze der kulturellen Erneuerung von Gesellschaften

Der Soziologe James Davison Hunter lehrt an der University of Virginia in den USA. In seinem 2010 erschienenen Werk „To Change the World“ untersuchte er die Frage, wie es christlichen Akteuren gelingen könne, westliche Gesellschaften kulturell zu erneuern. Er ging dabei von der Erkenntnis aus, das kultureller Wandel stets von Eliten ausgehe. Wer kulturelle Erneuerung anstrebe, müsse daher auf einer Gegenelite aufbauen, die in etablierte Eliten hineinwirke und sie von innen heraus verwandele. Die Masse hingegen sei unerheblich, was die kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft angehe. […]