Herausforderungen

Christophe de Voogd: Der kulturelle Selbstmord des Westens

Der Historiker Christophe de Voogd lehrt am Institut d’études politiques de Paris („Sciences Po“). Nachdem ein Verleger in den Niederlanden Dantes Göttliche Komödie umschreiben ließ, um negative Islambezüge zu entfernen, stellte er diese Tat in den Kontext eines umfassenden Kampfes gegen das europäische Kulturerbe, der gegenwärtig stattfände. Er bewertet diese und ähnliche Taten als eine „Form des kulturellen Selbstmords“. […]

Herausforderungen

Laura Greenfield: Die Konsumkultur als Kultur des Todes

Die Fotografin und Dokumentarfilmerin Lauren Greenfield wurde als die „Chronistin der Plutokratie“ in den USA beschrieben. In ihrem Film „Generation Wealth“ setzt sie sich kritisch mit der amerikanischen Konsumkultur auseinander, die sich im Zuge der Globalisierung weltweit verbreite. Diese Kultur sei Ausdruck einer sterbenden Zivilisation, welche auf ihrem Weg in die Katastrophe die ganze Welt mit sich zu reißen drohe. […]

Herausforderungen

Peter Eisenberg: Die Zerstörung der Sprache durch die Gender-Ideologie

Der Linguist Peter Eisenberg lehrte zuletzt an der Universität Potsdam. In einem heute erschienenen Aufsatz kritisiert er Versuche, die deutsche Sprache im Sinne der Gender-Ideologie umzubauen. Diese Versuche seien von sprachlicher Unkenntnis geprägt, grammatikalisch sinnlos und ästhetisch hässlich. Sie beschädigten zudem die Ausdruckskraft der Sprache und erschwerten das Verständnis von Worten und Texten soweit, dass dies zu „kognitiven Schäden vom Typ Realitätsverlust führen“ könne. Die eigentlichen Motiv der entsprechenden Aktivisten seien der Wille zur Unterwerfung anderer und die Demonstration von Macht. […]

Politik und Gesellschaft

Paul Collier: Solidarische Gesellschaften brauchen Patriotismus

Der Ökonom Paul Collier lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford. In seinem Buch „Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft“ verteidigt er den Solidaritätsbegriff der klassischen politischen Philosophie gegen dessen Negierung durch neoliberalen Globalismus und neomarxistische Identitätspolitik. Diese würden den Zusammenhalt in westlichen Gesellschaften auflösen. Wachsende soziale und ethnische Polarisierung sowie das Erstarken populistischer Gegenbewegungen seien die Folgen. Die Antwort darauf sei ein solidarischer Patriotismus, der die Bindungskräfte in diesen Gesellschaften bewahrt und stärkt. […]

Kulturelle Resilienz

Michel Houellebecq: Das Zeitalter der Auflösung und die Rückkehr der Religion

Michel Houellebecq gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Kulturkritiker der Gegenwart. Die jetzt in deutscher Übersetzung erschienene Aufsatzsammlung mit dem Titel „Ein bisschen Schlechter“ gewährt einen Eindruck in sein politisches und religiöses Denken. Die westliche Welt befinde sich ihm zufolge in einem Zeitalter der Auflösung. Das heraufziehende Chaos werde zu einem Wiedererwachen der Religion führen. Der Islam sei gegenwärtig die vitalste Religion in Europa. Ihm stehe ein schwacher Katholizismus gegenüber, an dessen traditionsorientierten Rändern es jedoch ebenfalls Anzeichen für ein religiöses Erwachen gebe. […]

Herausforderungen

Alexander Grau: Über die Verachtung der eigenen Geschichte

Der Philosoph Alexander Grau kritisiert in einem heute erschienenen Aufsatz die zunehmende Tendenz zur Verachtung und Abwertung der eigenen Geschichte in westlichen Gesellschaften. Die Ursache dafür sei der Narzissmus bindungsloser Individuen, die jegliche Tradition als Einschränkung ihrer Freiheit ablehnten. Dieser Typus nehme sich zwar als tolerant und weltoffen wahr, scheitere aber bereits daran, das eigene Erbe zu akzeptieren oder zu verstehen. Im antirassistischen oder antifaschistischen Aktivismus finde er eine politische Plattform. […]

Herausforderungen

Robert Pfaller: Identitätspolitik, „Cancel Culture“ und gesellschaftliche Infantilisierung

Der Philosoph Robert Pfaller lehrt an der Kunstuniversität Linz. In seinem Buch „Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur“ kritisiert er die zunehmende Infantilisierung westlicher Gesellschaften durch identitätspolitischen Aktivismus und das zuletzt als „Cancel Culture“ bekannt gewordene Phänomen. Dieser Aktivismus gehe nicht mehr vom Erwachsenen als Standard aus und betrachte den Menschen stattdessen als betreuungsbedürftigen Träger von Befindlichkeiten. In Folge dieser Entwicklung drohten westlichen Gesellschaften ihren freiheitlichen Charakter zu verlieren. […]

Herausforderungen

Hans Ulrich Gumbrecht: Das Scheitern der Intellektuellen

Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht lehrte zuletzt an der Stanford University. In einem heute erschienenen Aufsatz diagnostiziert er, dass die im Zuge der Aufklärung entstandene Institution des Intellektuellen gescheitert und „zum historischen Ende gelangt“ sei. Die Masse der Intellektuellen denke nicht mehr, sondern beschränke sich darauf, als Verstärker feststehender, nicht mehr geprüfter Meinungen und eines auf ihnen beruhenden vermeintlichen moralischen Konsenses zu wirken. […]

Herausforderungen

Michael Bröning: Globale Konzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Politikwissenschaftler Michael Bröning ist Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er die Gründe für die Unterstützung der laufenden Welle von kulturrevolutionärem Aktivismus durch multinationale Konzerne. Diese würden verstärkt versuchen, sich „als moralisch gute Instanzen in Szene zu setzen“, indem sie jene politischen Anliegen unterstützten, die bei den konsumfreudigen Anhängern radikaler linksliberaler Ideologien populär seien. […]

Herausforderungen

Ulla Hahn: Sprachzerstörung als Akt der Kulturvernichtung

Die Schriftstellerin Ulla Hahn gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Gegenwart. In einem heute veröffentlichten Aufsatz warnt sie vor der Zerstörung der Sprache durch linksliberale Aktivisten. Außerdem kritisiert sie vor dem Hintergrund der Debatte um die Äußerungen der Feministin Hengameh Yaghoobifarah die zunehmende Verrohung der Sprache in weiten Teilen des öffentlichen Lebens. […]