Herausforderungen

Robert Pfaller: Identitätspolitik, „Cancel Culture“ und gesellschaftliche Infantilisierung

Der Philosoph Robert Pfaller lehrt an der Kunstuniversität Linz. In seinem Buch „Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur“ kritisiert er die zunehmende Infantilisierung westlicher Gesellschaften durch identitätspolitischen Aktivismus und das zuletzt als „Cancel Culture“ bekannt gewordene Phänomen. Dieser Aktivismus gehe nicht mehr vom Erwachsenen als Standard aus und betrachte den Menschen stattdessen als betreuungsbedürftigen Träger von Befindlichkeiten. In Folge dieser Entwicklung drohten westlichen Gesellschaften ihren freiheitlichen Charakter zu verlieren. […]

Herausforderungen

Hans Ulrich Gumbrecht: Das Scheitern der Intellektuellen

Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht lehrte zuletzt an der Stanford University. In einem heute erschienenen Aufsatz diagnostiziert er, dass die im Zuge der Aufklärung entstandene Institution des Intellektuellen gescheitert und „zum historischen Ende gelangt“ sei. Die Masse der Intellektuellen denke nicht mehr, sondern beschränke sich darauf, als Verstärker feststehender, nicht mehr geprüfter Meinungen und eines auf ihnen beruhenden vermeintlichen moralischen Konsenses zu wirken. […]

Herausforderungen

Michael Bröning: Globale Konzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Politikwissenschaftler Michael Bröning ist Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er die Gründe für die Unterstützung der laufenden Welle von kulturrevolutionärem Aktivismus durch multinationale Konzerne. Diese würden verstärkt versuchen, sich „als moralisch gute Instanzen in Szene zu setzen“, indem sie jene politischen Anliegen unterstützten, die bei den konsumfreudigen Anhängern radikaler linksliberaler Ideologien populär seien. […]

Herausforderungen

Ulla Hahn: Sprachzerstörung als Akt der Kulturvernichtung

Die Schriftstellerin Ulla Hahn gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Gegenwart. In einem heute veröffentlichten Aufsatz warnt sie vor der Zerstörung der Sprache durch linksliberale Aktivisten. Außerdem kritisiert sie vor dem Hintergrund der Debatte um die Äußerungen der Feministin Hengameh Yaghoobifarah die zunehmende Verrohung der Sprache in weiten Teilen des öffentlichen Lebens. […]

Herausforderungen

Christian Jakob: Die identitätspolitische Kulturrevolution erfasst Deutschland

Der Publizist Christian Jakob ist Redakteur bei der „tageszeitung“. In einem heute erschienenen Aufsatz analysiert er die gegenwärtig stattfindende identitätspolitische Kulturrevolution in Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften, für die auch Aktivistinnen wie die taz-Mitarbeiterin Hengameh Yaghoobifarah stünden. Diese Aktivisten hätten bereits die Hegemonie in meinungsbildenden Institutionen erlangt, was nicht nur den Journalismus, sondern die ganze Gesellschaft radikal verändern werde. Dies erzeuge auch bei Linksliberalen der älteren Generation zunehmend Besorgnis. […]

Politik und Gesellschaft

Armin Nassehi: Warum westliche Gesellschaften zerfallen

Der Soziologe Armin Nassehi lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die gegenwärtige Eskalation identitätspolitischer Konflikte in westlichen Gesellschaften führt er in einem heute erschienenen Aufsatz darauf zurück, dass diese ihr kulturelles Zentrum verloren hätten. Wo früher als selbstverständlich geltende Werte zur Disposition gestellt und ständig neu ausgehandelt werden müssten, komme es zwangsläufig zu Konflikten. […]

Herausforderungen

Susanne Schröter: Das Feindbild „alter weißer Mann“ und seine Quellen

Die Ethnologin Susanne Schröter ist Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI).  In einem kürzlich erschienenen Aufsatz analysierte sie das Feindbild des „alten weißen Mannes“ und seine Quellen. Dieses Feindbild sei „das verbindende Element von sozialen Bewegungen“ und stoße „bis weit in die Sozial- und Geisteswissenschaften hinein auf Zustimmung“. Dieser „neue […]

Kulturelle Resilienz

Julian Nida-Rümelin: Die kulturellen Voraussetzungen krisenfester Gesellschaften

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In einem aktuellen Aufsatz warnt er, dass die COVID-19- Pandemie sich als „Krisenbeschleuniger der liberalen und sozial verfassten Demokratien des Westens erweisen“ könne. Diese seien durch die Erosion ihrer kulturellen Grundlagen in Folge des Wirkens liberaler und neomarxistischer Ideologien verwundbar  geworden. […]

Kulturelle Resilienz

Byung-Chul Han: Die Krisenblindheit des Neoliberalismus und ihre Folgen

Der Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han lehrte zuletzt an der Universität der Künste Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich vor dem Hintergrund der COVID-19-Krise mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinander. Die Globalisierung und die Ideologie, auf der sie beruhe, hätten die geistigen, kulturellen und politischen Widerstandskräfte westlicher Gesellschaften gegenüber Krisen geschwächt. Der mit der Krise verbundene Schock führe gegenwärtig zu Überreaktionen, die den Bestand freiheitlicher Gesellschaften gefährden könnten. […]

Herausforderungen

Ross Douthat: Die Dekadenz westlicher Gesellschaften und ihre Überwindung

Der christliche Publizist Ross Douthat schreibt für die New York Times und hatte zuletzt ein Buch über die Lage der katholischen Kirche verfasst. In einem jetzt erschienenen Buch mit dem Titel „The Decadent Society“ setzt er sich mit der Dekadenz westlicher Gesellschaften auseinander. Er stützt sich dabei auf den analytischen Dekadenzbegriff des Kulturhistorikers Jacques Barzun (1907-2012). […]