Die Krise Europas

Der deutsche Staat ist nicht krisentauglich

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beschreibt in seiner aktuellen Titelgeschichte das Scheitern fast aller beteiligten deutschen Institutionen während des Höhepunkts der Afghanistan-Krise im August 2021. Die Journalisten Matthias Gebauer und Konstantin von Hammerstein zeichnen das Bild eines vor allem aus kulturellen Gründen weitestgehend dysfunktionalen Staates und sprechen von „politischem Versagen“ und „anhaltender Realitätsverweigerung“ seiner Institutionen. Diese würden scheinbar nach dem „Pippi-Langstrumpf-Prinzip“ geführt und seien von der Krise überfordert gewesen. […]

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Über den Widerstand gegen die Tyrannei – Teil 3: Wachsamkeit gegenüber Verfallserscheinungen

In seinen „Lektionen für den Widerstand“ gegen tyrannische Herrschaft betont der Historiker und Holocaustforscher Timothy Snyder, dass Geschichtspessimisten klüger dächten und entsprechende Risiken meist realistischer beurteilten als Fortschrittsoptimisten, weil sie wachsamer gegenüber Verfalls- und Auflösungserscheinungen jeglicher Art seien und die Möglichkeit krisenhafter Verläufe des historischen Geschehens niemals ausschlössen. […]

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Die Energiekrise als Folge von Elitenversagen

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ analysiert in seiner aktuellen Titelgeschichte die Ursachen der gegenwärtigen Energiekrise in Deutschland. Es wird deutlich, dass diese Krise vor allem durch einen signifikanten Mangel an Klugheit bei den Regierenden herbeigeführt wurde. Die Autoren zeichnen das Bild eines kollektiven Versagens der politischen Eliten Deutschlands, deren Denken und Handeln seit Jahren auf „Lebenslügen“ beruhe. In Folge einer langen Kette von Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen stehe das Land nun möglicherweise vor der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. […]

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Deutschlands strategische Debattenkultur ist defekt

Der Politikwissenschaftler Johannes Varwick kritisiert in einem in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienenen Aufsatz, dass eine rationale Diskussion über strategische Fragen in Deutschland mittlerweile unmöglich geworden sei. Vor allem die öffentliche Debatte bezüglich des Ukraine-Kriegs sei von Emotionen geprägt, die politische Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls verhinderten und das Risiko katastrophaler Entwicklungen erhöhten. […]

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Klugheit als Tugend für den Ernstfall

Der Sozialpsychologe Harald Welzer kritisiert in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ die „hektische Stimmungspolitik“, mit der Staat und Gesellschaft in Deutschland auf die russische Invasion in der Ukraine reagierten. Es mangele an einer klugen Debatte über die Ziele, die man durch das eigene Eingreifen in den Konflikt erreichen könne und solle. […]

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Politik im Angesicht der Apokalypse

Der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg kritisiert in einem heute in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienenen Aufsatz, dass die politischen Eliten Deutschlands den strategischen Herausforderungen, denen das Land gegenüberstehe, nicht gewachsen seien. Entscheidungsträger müssten angesichts des Risikos des Einsatzes von Nuklearwaffen in Europa dazu fähig sein, die „Gefahr einer apokalyptischen Katastrophe“ zu bewältigen. Dazu benötigten sie klassische Tugenden, etwa „besonnene Tapferkeit“. Die „politische Klasse“ Deutschlands hingegen habe wiederholt ihre strategische „Blindheit“ unter Beweis gestellt und werde vermutlich nicht dazu in der Lage sein, die zur Abwendung von Schaden für das Gemeinwesen erforderlichen klugen und tapferen Entscheidungen zu treffen. […]

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Über den Bellizismus der Ungedienten

Der Historiker Jörg Baberowski kritisiert in einem in der „Neuen Zürcher Zeitung“ veröffentlichten Gespräch, dass Teile der öffentlichen Debatte in Deutschland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg von einem unreflektierten Pazifismus zu einem ebenso unreflektierten Bellizismus übergegangen seien. Die umsichtigsten Urteile über den Krieg höre man gegenwärtig von von ehemaligen Offizieren, weil diese wüssten, was Krieg bedeutet. […]

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Über die politischen Illusionen des Westens

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler kritisiert in der aktuellen Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“ die Naivität der westlichen Welt, deren Weltordnungskonzeption sich als „Wunschbild“ herausgestellt habe. Die Vorstellung eines „politisch organisierten ‚Wir‘ der Menschheit“, das auf der Grundlage geteilter Werte gemeinsam globale Herausforderungen wie den Klimawandel bewältigen und dabei Konkurrenz und Konflikte hinter sich lassen wolle, sei eine Illusion. […]

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Der politischen Kultur Deutschlands mangelt es an Klugheit

Der Politikwissenschaftler Anthony Glees leitet das Centre for Security and Intelligence Studies an der Universität Buckingham. In einem im Magazin Cicero erschienenen Aufsatz kritisiert er, dass es der politischen Kultur Deutschlands zunehmend an Klugheit mangele. Insbesondere das Handeln der scheidenden Bundeskanzlerin Merkel sei von Emotionalität und Irrationalität geprägt gewesen. […]

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Über die Seele des Beschützers

Lawrence Freedman, einer der führenden Strategieexperten der Gegenwart, lehrte bis zu seiner Emeritierung das Fach Militärwissenschaft am King’s College in London. In einem seiner Aufsätze ging er auch auf die seelischen Anforderungen an die Menschen ein, die in höheren Ämtern Verantwortung für den Schutz eines Gemeinwesens tragen. Diese würden vor allem einen klugen Realitätssinn benötigen, der die Möglichkeit des Ernstfalls in alle Überlegungen einfließen lasse.   […]