Herausforderungen

Dorothee Dienstbühl: Antirassistischer Aktivismus schadet der öffentlichen Sicherheit

Die Kriminologin Dorothee Dienstbühl lehrt an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. In einem aktuellen Gespräch kritisiert sie die laufende Kampagne gegen mutmaßlichen Rassismus in der Polizei in Deutschland, weil die ihr zugrunde liegende Ideologie der öffentlichen Sicherheit schade. Die Kampagne helfe Kriminellen und schwäche den Staat bei seinem Vorgehen gegen sie. […]

Politik und Gesellschaft

Asfa-Wossen Asserate über Integration und Patriotismus

Prinz Asfa-Wossen Asserate, ein Angehöriger des äthiopischen Kaiserhauses, lebte nach der kommunistischen Machtübernahme in seiner Heimat in Deutschland und wurde deutscher Staatsbürger. In einem aktuellen Gespräch betont er, dass Integration voraussetze, dass Migranten sich in die deutsche Kultur einfügen. Vielen Deutschen mangele es umgekehrt an Patriotismus und Bejahung des Eigenen. In der laufenden Rassismusdebatte gebe es daher maßlose Vorwürfe gegen Institutionen wie die Polizei. […]

Herausforderungen

Michael Bröning: Globale Konzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Politikwissenschaftler Michael Bröning ist Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er die Gründe für die Unterstützung der laufenden Welle von kulturrevolutionärem Aktivismus durch multinationale Konzerne. Diese würden verstärkt versuchen, sich „als moralisch gute Instanzen in Szene zu setzen“, indem sie jene politischen Anliegen unterstützten, die bei den konsumfreudigen Anhängern radikaler linksliberaler Ideologien populär seien. […]

Herausforderungen

Christian Jakob: Die identitätspolitische Kulturrevolution erfasst Deutschland

Der Publizist Christian Jakob ist Redakteur bei der „tageszeitung“. In einem heute erschienenen Aufsatz analysiert er die gegenwärtig stattfindende identitätspolitische Kulturrevolution in Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften, für die auch Aktivistinnen wie die taz-Mitarbeiterin Hengameh Yaghoobifarah stünden. Diese Aktivisten hätten bereits die Hegemonie in meinungsbildenden Institutionen erlangt, was nicht nur den Journalismus, sondern die ganze Gesellschaft radikal verändern werde. Dies erzeuge auch bei Linksliberalen der älteren Generation zunehmend Besorgnis. […]

Politik und Gesellschaft

Armin Nassehi: Warum westliche Gesellschaften zerfallen

Der Soziologe Armin Nassehi lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die gegenwärtige Eskalation identitätspolitischer Konflikte in westlichen Gesellschaften führt er in einem heute erschienenen Aufsatz darauf zurück, dass diese ihr kulturelles Zentrum verloren hätten. Wo früher als selbstverständlich geltende Werte zur Disposition gestellt und ständig neu ausgehandelt werden müssten, komme es zwangsläufig zu Konflikten. […]

Herausforderungen

John Gray: Die Mächte des Chaos erheben sich

Der Philosoph John Gray war Professor für europäische Ideengeschichte an der London School of Economics. Die seit einigen Wochen laufende Welle nihilistischer Gewalt, die viele westliche Gesellschaften erfasst hat, deutet er als Folge der Freisetzung chaotischer Impulse durch neomarxistische und postmoderne Ideologien. Diese hätten die Gründungsmythen der westlichen Welt in ihr Gegenteil verkehrt und die Vorstellung durchgesetzt, dass westliche Kulturen und Gesellschaften unheilbar korrumpiert seien und sich allenfalls durch kollektive Selbstzerstörung von ihrer vermeintlichen historischen Schuld befreien könnten. […]

Herausforderungen

David Engels: Gegen den neuen Bildersturm

Der Althistoriker David Engels kritisiert in einem jetzt erschienenen Aufsatz die laufende Kampagne gegen europäisches Kulturgut, die von Gewalt gegen Kulturdenkmäler in weiten Teilen der westlichen Welt begleitet ist und sich zunehmend weiter radikalisiert. Man habe es mit einem beispiellosen „bilderstürmerischen Angriff auf Statuen, Büsten, Kirchen, Bücher, Filme oder Gemälde“ zu tun, der orwellsche Züge aufweise, und dessen eigentliches Ziel das kulturelle Gedächtnis der westlichen Zivilisation darstelle. […]

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Kulturerbe

Kardinal Robert Sarah: Kolonisation als europäische Kulturleistung

In den USA und vielen Staaten Westeuropas läuft derzeit eine von Gewalt und Vandalismus begleitete Kampagne, die sich nicht nur gegen Institutionen wie die Polizei, sondern auch zur Zerstörung von Kulturdenkmälern, die im Zusammenhang mit dem europäischen Kolonialerbe stehen, sowie zu Forderungen nach Entfernung entsprechender Bezüge aus dem öffentlichen Leben. Der aus Guinea stammende Kardinal Robert Sarah, der als einer der wichtigsten afrikanischen Repräsentanten der katholischen Kirche gilt, hatte die damit verbundene Zurückweisung des europäischen Kulturerbes vor einigen Monaten verurteilt und die Leistungen der europäischen Kolonisation gewürdigt. […]

Herausforderungen

Alain Finkielkraut: Antirassismus als antieuropäische Ideologie

Der Philosoph Alain Finkielkraut ist Mitglied der Académie française. Vor dem Hintergrund der laufenden Unruhen in Frankreich und anderen Staaten hat er in einem kürzlich veröffentlichten Gespräch die neomarxistische Ideologie des Antirassismus als den „Kommunismus des 21. Jahrhunderts“ kritisiert. Diese Ideologie strebe unter dem Deckmantel der Gleichheit nach der Zerstörung der europäischen Zivilisation. Westliche Gesellschaften würden nicht durch einen angeblichen systematischen Rassismus oder durch Institutionen wie die Polizei bedroht, sondern durch ihr Unvermögen, dem Wirken radikaler Aktivisten Einhalt zu gebieten. […]

Herausforderungen

Unruhen in den USA und Europa: Aufstand gegen die bürgerliche Ordnung

Die Unruhen in den USA, die auch auf Europa überzugreifen drohen, illustrieren ein Problem, das bereits die klassische abendländische Staatstheorie beschrieben hat. Jede Staatsform berge demnach das Risiko in sich, eine gegen das Gemeinwohl gerichtete orientierte Verfallsform einzunehmen. Dies gelte auch für die Demokratie, die zu einer „Ochlokratie“ bzw. zu einer Herrschaft einer von Demagogen gesteuerten Masse degenerieren könne, falls die Verteidiger der bürgerlichen Ordnung zu schwach würden, um sich gegen die Kräfte der Auflösung zu behaupten. […]