Impulse

Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Die Welt steht wahrscheinlich am Beginn einer längeren Phase der Instabilität und der Unsicherheit. In seinem jetzt erschienenen Werk Selbstbehauptung beschreibt der Politikwissenschaftler Heinz Theisen außen- und sicherheitspolitische Ansätze, die Europa helfen sollen, diese Lage zu bewältigen. Die Grundlage dieser Ansätze bilden die realistische Denkschule der Internationalen Beziehungen und die christliche Soziallehre. Ihr Ziel sei die „Bewahrung der in zwei Jahrtausenden gewachsenen europäischen Kultur“. […]

Impulse

Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrte zuletzt an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In einem jetzt erschienenen Aufsatz kritisiert vor dem Hintergrund des Scheiterns des Afghanistan-Einsatzes die „strategische Ratlosigkeit des Westens“. Er beschreibt die Grundzüge einer neuen, am Ziel des Schutzes Europas orientierten Außen- und Sicherheitspolitik, der es um „Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung“ gehe. […]

Herausforderungen

Über den Begriff des Globalismus

Der Historiker Quinn Slobodian lehrt am Wellesley College in den USA. Er ist vor allem durch ein 2018 erschienenes Werk bekannt geworden, in dem er sich mit der Geschichte der Ideologie des Globalismus auseinandergesetzt hatte. In einem heute in der Tageszeitung „Die Welt“ erschienenen Beitrag nimmt zu den Kontroversen Stellung, welche die Verwendung des Globalismus-Begriffes in Deutschland zuletzt ausgelöst hatte. […]

Herausforderungen

Über das Problem des Globalismus

Der Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab ist Gründer und Leiter des Weltwirtschaftsforums. In einem vor einiger Zeit mit dem Magazin „Der Spiegel“ geführten Gespräch kritisierte er die Ideologie des Globalismus. Indem sie alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens Marktprinzipien unterwerfe, vertiefe sie soziale Bruchlinien und schwäche den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ohne den Demokratien nicht lebensfähig seien. Ohne lokale Verwurzelung und nationalstaatliche Politik sei zudem eine funktionierende globale Ordnung nicht möglich. […]

Herausforderungen

Familien und Völker als Feindbilder globalistischer Ideologien

Der Soziologe Lorenz Jäger war an der Stanford University tätig und leitete später das Ressort Geisteswissenschaften der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit Gedanken Walter Benjamins (1882-1940) auseinander. Dieser habe vor rund einhundert Jahren eine „grandiose globalistisch-kulturrevolutionäre Vision des künftigen Zusammenlebens“ entworfen, die viele der Inhalte der globalistischen Ideologien der Gegenwart vorweggenommen habe. Völker und Familien hätten in dieser Vision keinen Platz, weil sie der angestrebten totalen Vereinheitlichung der Menschheit im Wege stünden. […]

Herausforderungen

Die Konsumkultur als Kultur des Todes

Die Fotografin und Dokumentarfilmerin Lauren Greenfield wurde als die „Chronistin der Plutokratie“ in den USA beschrieben. In ihrem Film „Generation Wealth“ setzt sie sich kritisch mit der amerikanischen Konsumkultur auseinander, die sich im Zuge der Globalisierung weltweit verbreite. Diese Kultur sei Ausdruck einer sterbenden Zivilisation, welche auf ihrem Weg in die Katastrophe die ganze Welt mit sich zu reißen drohe. […]

Herausforderungen

Technologiekonzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Schriftsteller und Kulturkritiker Leon de Winter setzt sich in einem heute erschienen Aufsatz mit den zunehmenden Eingriffen von amerikanischen Technologiekonzernen in das politische und gesellschaftliche Leben und mit deren Unterstützung für radikalen identitätspolitischen Aktivismus auseinander. Das Verhalten amerikanischer „Tech-Oligarchen“ bedrohe über die USA hinaus die Grundlagen freiheitlicher Gesellschaften. […]

Impulse

Solidarische Gesellschaften brauchen Patriotismus

Der Ökonom Paul Collier lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford. In seinem Buch „Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft“ verteidigt er den Solidaritätsbegriff der klassischen politischen Philosophie gegen dessen Negierung durch neoliberalen Globalismus und neomarxistische Identitätspolitik. Diese würden den Zusammenhalt in westlichen Gesellschaften auflösen. Wachsende soziale und ethnische Polarisierung sowie das Erstarken populistischer Gegenbewegungen seien die Folgen. Die Antwort darauf sei ein solidarischer Patriotismus, der die Bindungskräfte in diesen Gesellschaften bewahrt und stärkt. […]

Elitenbildung

Der Westen steht vor einer Zivilisationskrise

Hans-Georg Maaßen diente zuletzt als Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Zusammen mit Johannes Eisleben veröffentlichte er kürzlich einen Aufsatz, in dem er vor einer bevorstehenden Krise der westlichen Welt warnt. Freiheitliche Ordnungen würden zunehmend durch utopische Ideologien bedroht. Deren Anhänger agierten zunehmend totalitär und hätten den Zusammenhalt in westlichen Gesellschaften soweit geschwächt, dass die nächste Wirtschaftskrise zu größeren Verteilungskämpfen und zum Zusammenbruch von Recht und Ordnung führen könnte. Die bevorstehenden Verwerfungen könnten gleichzeitig dazu führen, dass bürgerliche Kräfte aus ihrer Passivität erwachen und sich dem Niedergang westlicher Gesellschaften entgegenstellen. […]

Impulse

Die Notwendigkeit christlich-konservativer Kulturkritik

Der Schriftsteller Carl Amery (1922-2005) war Mitglied der „Gruppe 47“, gehörte zu den Vordenkern der Umweltbewegung und setzte sich vor allem mit der Frage auseinander, ob und wie die Katastrophen, auf denen die spät- und postmoderne Welt zusteuert, aufgehalten werden können. In einem 1983 entstandenen Aufsatz bedauerte das weitgehende Verschwinden des „alten, metaphysisch orientierten christlichen Konservativismus“ in Deutschland. Dessen weitsichtige Kulturkritik werde zur Abwehr der sich abzeichnenden „Homogenisierung der Welt“ durch eine materialistische Technokratie dringend gebraucht. […]

Herausforderungen

Globale Oligarchen bedrohen freiheitliche Gesellschaften

Der Sozialgeograph Joel Kotkin forscht an der Chapman University in den USA. In einem aktuellen Gespräch setzt er sich mit der zunehmenden Bedrohung freiheitlicher Gesellschaftsordnungen durch oligarchische Tendenzen auseinander. Gegenwärtig sei die Entstehung einer von superreichen Technologieunternehmern geführten globalen Oligarchie zu beobachten, die ihre Herrschaft auf radikale utopische Ideologien stütze. Die Corona-Krise habe diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt. […]

Herausforderungen

Globale Konzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Politikwissenschaftler Michael Bröning ist Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er die Gründe für die Unterstützung der laufenden Welle von kulturrevolutionärem Aktivismus durch multinationale Konzerne. Diese würden verstärkt versuchen, sich „als moralisch gute Instanzen in Szene zu setzen“, indem sie jene politischen Anliegen unterstützten, die bei den konsumfreudigen Anhängern radikaler linksliberaler Ideologien populär seien. […]

Herausforderungen

Folgerungen aus der Corona-Krise

Der Soziologe Andreas Reckwitz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin. In einem heute erschienenen Aufsatz schreibt er, dass die Corona-Krise zahlreiche Defekte der globalistischen Spätmoderne offenlege. Die Folgerung aus der Krise sei die Schaffung eines resilienten Staates, der sich vom Ziel der Entgrenzung und Deregulierung abwende, sich auf Krisen verschiedener Art vorbereite und Themen wie soziale Grundsicherung, ökologische Nachhaltigkeit und öffentliche Sicherheit stärker in den Vordergrund stelle. […]

Herausforderungen

Die Corona-Krise und die Herausforderung durch den Globalismus

Der Historiker Oliver Zimmer lehrt an der Universität Oxford. In einem heute veröffentlichten Gespräch warnt er davor, dass die Corona-Krise von den Anhängern globalistischer Ideologie dazu genutzt werden könnte, ihre Vorstellungen von „Global Governance“ voranzutreiben. Föderal organisierte Nationalstaaten und republikanische Ordnungen, die auf dem Ideal des freien Bürgers als Trägers des Gemeinwohls und des Politikers als Diener des Bürgers beruhen, hätten sich in der Krise gegenüber zentralistischen und transnationalen Strukturen jedoch als resilienter erwiesen. […]

Herausforderungen

Der Aufstand gegen die globale Moderne

Die Soziologin Cornelia Koppetsch lehrt an der Technischen Universität Darmstadt. In ihrem Buch „Die Gesellschaft des Zorns“ analysiert sie das Scheitern der Ideologie des Globalismus und der auf ihr beruhenden globalen Moderne sowie den zunehmenden Widerstand dagegen durch Akteure, die an historisch gewachsenen Kulturen, Bindungen und Ordnungsmodellen festhalten wollen. Der damit verbundene politische Großkonflikt werde die nähere Zukunft bestimmen. Es stünden „konfliktreiche Zeiten“ bevor. […]

Herausforderungen

Die Krisenblindheit des Neoliberalismus und ihre Folgen

Der Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han lehrte zuletzt an der Universität der Künste Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich vor dem Hintergrund der COVID-19-Krise mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinander. Die Globalisierung und die Ideologie, auf der sie beruhe, hätten die geistigen, kulturellen und politischen Widerstandskräfte westlicher Gesellschaften gegenüber Krisen geschwächt. Der mit der Krise verbundene Schock führe gegenwärtig zu Überreaktionen, die den Bestand freiheitlicher Gesellschaften gefährden könnten. […]

Allgemein

Der Winter des Abendlands – Teil 3: Die Ideologie der Entgrenzung

Kardinal Robert Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart und als einer der entschlossensten Verteidiger ihrer Tradition. In einem kürzlich erschienenen Buch analysiert er die Krise Europas aus einer christlichen Perspektive und spricht diesbezüglich vom „Winter des Abendlands“. Eine der Ursachen dieser Krise sei eine utopische Ideologie der Entgrenzung, die auf einer sich als Nächstenliebe tarnenden Selbstverleugnung beruhe und nach Auslöschung der christlichen Identität Europas strebe. Diese Ideologie gehöre zu den „Wahnideen“, an denen Europa sterbe. Das „Auslöschen von Heimat“ könne jedoch „kein echter Fortschritt“ und „Selbstnegation“ niemals Ausdruck von Nächstenliebe sein. […]

Herausforderungen

Die Vernutzung der Welt und die bevorstehenden globalen Krisen

Der Medientheoretiker Douglas Rushkoff lehrt an der City University of New York und setzt sich vor allem mit den kulturellen Aspekten technologischer Entwicklungen auseinander. In einem Aufsatz in der „Süddeutschen Zeitung“ beschreibt er die Weltanschauung und die Zukunftserwartungen der von ihm beratenen Mitglieder globaler wirtschaftlicher Eliten. Diese würden davon ausgehen, dass in Folge ihres Handelns globale Krisen katastrophalen Ausmaßes bevorstehen könnten und darauf mit Versuchen antworten, sich selbst in Sicherheit zu bringen. […]

Herausforderungen

Über den Selbstmord Europas und die Verantwortung der Kirche

Der aus Guinea stammende Kardinal Robert Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart. Während eines Aufenthalts in Belgien warnte er vor einigen Tagen vor dem drohenden kulturellen Selbstmord Europas und warf Teilen der Kirche des Kontinents eine Mitschuld an dieser Entwicklung vor. […]

Herausforderungen

Papst Franziskus ruft zum Widerstand gegen „ideologische Kolonisierung“ und Identitätsverlust auf

In einer heute gehaltenen Predigt über den im 2. Buch der Makkabäer beschriebenen Märtyrertod des Schriftgelehrten Eleasar sprach Papst Franziskus unter anderem über den Widerstand gegen Versuche, die kulturelle und religiöse Identität von Völkern durch „ideologische Kolonisierung“ zu zerstören. Eine Modernität, die Unterschiede einzuebnen versuche, komme kultureller Verfolgung gleich. […]