Herausforderungen

Hans-Georg Maaßen: Der Westen steht vor einer Zivilisationskrise

Hans-Georg Maaßen diente zuletzt als Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Zusammen mit Johannes Eisleben veröffentlichte er kürzlich einen Aufsatz, in dem er vor einer bevorstehenden Krise der westlichen Welt warnt. Freiheitliche Ordnungen würden zunehmend durch utopische Ideologien bedroht. Deren Anhänger agierten zunehmend totalitär und hätten den Zusammenhalt in westlichen Gesellschaften soweit geschwächt, dass die nächste Wirtschaftskrise zu größeren Verteilungskämpfen und zum Zusammenbruch von Recht und Ordnung führen könnte. Die bevorstehenden Verwerfungen könnten gleichzeitig dazu führen, dass bürgerliche Kräfte aus ihrer Passivität erwachen und sich dem Niedergang westlicher Gesellschaften entgegenstellen. […]

Herausforderungen

Joel Krotkin: Globale Oligarchen bedrohen freiheitliche Gesellschaften

Der Sozialgeograph Joel Kotkin forscht an der Chapman University in den USA. In einem aktuellen Gespräch setzt er sich mit der zunehmenden Bedrohung freiheitlicher Gesellschaftsordnungen durch oligarchische Tendenzen auseinander. Gegenwärtig sei die Entstehung einer von superreichen Technologieunternehmern geführten globalen Oligarchie zu beobachten, die ihre Herrschaft auf radikale utopische Ideologien stütze. Die Corona-Krise habe diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt. […]

Herausforderungen

Michael Bröning: Globale Konzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Politikwissenschaftler Michael Bröning ist Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er die Gründe für die Unterstützung der laufenden Welle von kulturrevolutionärem Aktivismus durch multinationale Konzerne. Diese würden verstärkt versuchen, sich „als moralisch gute Instanzen in Szene zu setzen“, indem sie jene politischen Anliegen unterstützten, die bei den konsumfreudigen Anhängern radikaler linksliberaler Ideologien populär seien. […]

Politik und Gesellschaft

Andreas Reckwitz: Folgerungen aus der Corona-Krise

Der Soziologe Andreas Reckwitz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin. In einem heute erschienenen Aufsatz schreibt er, dass die Corona-Krise zahlreiche Defekte der globalistischen Spätmoderne offenlege. Die Folgerung aus der Krise sei die Schaffung eines resilienten Staates, der sich vom Ziel der Entgrenzung und Deregulierung abwende, sich auf Krisen verschiedener Art vorbereite und Themen wie soziale Grundsicherung, ökologische Nachhaltigkeit und öffentliche Sicherheit stärker in den Vordergrund stelle. […]

Herausforderungen

Oliver Zimmer: Die Corona-Krise und die Herausforderung durch den Globalismus

Der Historiker Oliver Zimmer lehrt an der Universität Oxford. In einem heute veröffentlichten Gespräch warnt er davor, dass die Corona-Krise von den Anhängern globalistischer Ideologie dazu genutzt werden könnte, ihre Vorstellungen von „Global Governance“ voranzutreiben. Föderal organisierte Nationalstaaten und republikanische Ordnungen, die auf dem Ideal des freien Bürgers als Trägers des Gemeinwohls und des Politikers als Diener des Bürgers beruhen, hätten sich in der Krise gegenüber zentralistischen und transnationalen Strukturen jedoch als resilienter erwiesen. […]

Herausforderungen

Cornelia Koppetsch: Der Aufstand gegen die globale Moderne

Die Soziologin Cornelia Koppetsch lehrt an der Technischen Universität Darmstadt. In ihrem Buch „Die Gesellschaft des Zorns“ analysiert sie das Scheitern der Ideologie des Globalismus und der auf ihr beruhenden globalen Moderne sowie den zunehmenden Widerstand dagegen durch Akteure, die an historisch gewachsenen Kulturen, Bindungen und Ordnungsmodellen festhalten wollen. Der damit verbundene politische Großkonflikt werde die nähere Zukunft bestimmen. Es stünden „konfliktreiche Zeiten“ bevor. […]

Herausforderungen

Douglas Rushkoff: Die Vernutzung der Welt und die bevorstehenden globalen Krisen

Der Medientheoretiker Douglas Rushkoff lehrt an der City University of New York und setzt sich vor allem mit den kulturellen Aspekten technologischer Entwicklungen auseinander. In einem Aufsatz in der „Süddeutschen Zeitung“ beschreibt er die Weltanschauung und die Zukunftserwartungen der von ihm beratenen Mitglieder globaler wirtschaftlicher Eliten. Diese würden davon ausgehen, dass in Folge ihres Handelns globale Krisen katastrophalen Ausmaßes bevorstehen könnten und darauf mit Versuchen antworten, sich selbst in Sicherheit zu bringen. […]

Herausforderungen

Papst Franziskus: Aufruf zum Widerstand gegen „ideologische Kolonisierung“ und Identitätsverlust

In einer heute gehaltenen Predigt über den im 2. Buch der Makkabäer beschriebenen Märtyrertod des Schriftgelehrten Eleasar sprach Papst Franziskus unter anderem über den Widerstand gegen Versuche, die kulturelle und religiöse Identität von Völkern durch „ideologische Kolonisierung“ zu zerstören. Eine Modernität, die Unterschiede einzuebnen versuche, komme kultureller Verfolgung gleich. […]

Herausforderungen

Scott Atran: Die Selbstzerstörung des Liberalismus

Der Anthropologe Scott Atran ist Forschungsdirektor am französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CRNS) und lehrt an der École Normale Supérieure. In Sicherheitskreisen ist er vor allem durch seine Forschung über die Motive islamistischer Selbstmordattentäter bekannt geworden. In einem aktuellen Aufsatz schreibt er über die mögliche Selbstzerstörung des Liberalismus im Zuge der durch ihn ausgelösten weltweiten sozialen und kulturellen Verwerfungen und seines Mangels an sinn- und identitätsstiftenden Narrativen. […]

Herausforderungen

Ryszard Legutko: Christentum und totalitäre Moderne

Ryszard Legutko lehrt Philosophie an der Jagiellonen-Universität in Krakau, war im Widerstand gegen den Kommunismus in Polen aktiv und ist einer der Unterzeichner der Pariser Erklärung. In einem jetzt im „New Oxford Review“ veröffentlichten Gespräch beschreibt er totalitäre Tendenzen in progressiven Ideologien der Gegenwart und die damit verbundenen Herausforderungen für das Christentum. […]