Kulturerbe

Über den christlich-europäischen Zivilisationstypus

Der Historiker Heinz Schilling beschreibt in seinem kürzlich erschienenen Werk “Das Christentum und die Entstehung des modernen Europa” den einzigartigen Zivilisationstypus, den das Christentum in Europa geschaffen habe. Nur diese Zivilisation habe aus ihrem religiösen Identitätskern heraus eine Ordnung der individuellen Freiheit hervorgebracht, die den westlich-europäischen Kulturraum bis heute vor anderen Weltzivilisationen auszeichne. […]

Herausforderungen

Umbenennung von Straßen als Angriff auf das kulturelle Gedächtnis einer Nation

Der Historiker Hubertus Knabe war bis 2018 Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. In der heutigen Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ kritisiert er auf der Grundlage identitätspolitischer Ideologie vollzogene Bestrebungen zur Umbenennung von Straßen in Deutschland als einen „Angriff auf das kulturelle Gedächtnis einer Nation“. Ein solches Vorgehen sei bislang vor allem von totalitären Regimen bekannt. […]

Kulturerbe

Über das Kämpfertum des Menschen

Der Biochemiker Johannes Krause ist am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie tätig. Zusammen mit Thomas Tappe veröffentlichte er kürzlich ein Werk, das die Ur- und Frühgeschichte des Menschen als eine zehntausende von Jahren umspannende Serie von Überlebenskämpfen darstellt. Es sei ein „göttlicher Funke“ gewesen, der „unsere Vorfahren zu den Herrschern der Welt machte“ und der ihnen half, sich auch in schwierigsten Lagen durchzusetzen. Zugleich gebe es in der Natur des Menschen aber auch einen „selbstzerstörerischen Trieb“. […]

Kulturerbe

Die Arroganz der Gegenwart und der “Rufmord am Mittelalter”

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ setzt sich die Kunsthistorikerin Friederike Quander mit einem Phänomen auseinander, das sie als die „Arroganz der Gegenwart“ bezeichnet. Diese werde vor allem im modernen Mittelalter-Bild sichtbar, das auf Klischees und Unwahrheiten beruhe und “Rufmord am Mittelalter” begehe. […]

Herausforderungen

Deutschlands gebrochene Identität

Die Historikerin Hedwig Richter lehrt an der Universität der Bundeswehr München. Zusammen mit Bernd Ulrich diagnostiziert sie den Deutschen in einem heute erschienenen Aufsatz eine gebrochene kulturelle Identität. Aufgrund eines gestörten Verhältnisses zu sich selbst fliehe man davor, Verantwortung für das eigene Land zu übernehmen und den Herausforderungen entgegenzutreten, die es bedrohen. Spätestens in Krisensituationen müsse dieser Ansatz scheitern. […]

Herausforderungen

Über die Verachtung der eigenen Geschichte

Der Philosoph Alexander Grau kritisiert in einem heute erschienenen Aufsatz die zunehmende Tendenz zur Verachtung und Abwertung der eigenen Geschichte in westlichen Gesellschaften. Die Ursache dafür sei der Narzissmus bindungsloser Individuen, die jegliche Tradition als Einschränkung ihrer Freiheit ablehnten. Dieser Typus nehme sich zwar als tolerant und weltoffen wahr, scheitere aber bereits daran, das eigene Erbe zu akzeptieren oder zu verstehen. Im antirassistischen oder antifaschistischen Aktivismus finde er eine politische Plattform. […]

Kulturerbe

Der Fall der Hagia Sophia als Warnung an Europa

Die geplante Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul (dem ehemaligen Konstantinopel) in eine Moschee unterstreicht, dass sich die islamistische Regierung der Türkei zunehmend als Gegner Europas versteht. Der Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) hatte die symbolische Bedeutung der Eroberung der Kirche durch die Osmanen im Jahre 1453 in seinem Band “Sternstunden der Menschheit” beschrieben. Den Fall Konstantinopels deutete er als historische Warnung an Europa, dem das gleiche Schicksal drohe, wenn es ihm an Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft gegenüber den radikalen Strömungen im Islam mangele, die es seit über 1400 Jahren bedrohen. […]

Herausforderungen

Gegen den neuen Bildersturm

Der Althistoriker David Engels kritisiert in einem jetzt erschienenen Aufsatz die laufende Kampagne gegen europäisches Kulturgut, die von Gewalt gegen Kulturdenkmäler in weiten Teilen der westlichen Welt begleitet ist und sich zunehmend weiter radikalisiert. Man habe es mit einem beispiellosen “bilderstürmerischen Angriff auf Statuen, Büsten, Kirchen, Bücher, Filme oder Gemälde” zu tun, der orwellsche Züge aufweise, und dessen eigentliches Ziel das kulturelle Gedächtnis der westlichen Zivilisation darstelle. […]

Politik und Gesellschaft

Das Gedenkjahr 2018: Ein Rückblick aus der Sicht des katholischen Geschichtsverständnisses

Der einhundertste Jahrestag der historischen Umbrüche des Jahres 1918 sowie andere Jahrestage waren im nun zu Ende gehenden Jahr europaweit Anlass für öffentliches Gedenken sowie für Versuche, Lehren aus der Geschichte für Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Aus der Perspektive des katholischen Geschichtsverständnisses betrachtet war der allgemeine Blick auf das historische Geschehen dabei jedoch meist verengt, weshalb auch die daraus gezogenen Lehren unvollständig blieben. […]

Kulturelle Resilienz

Robert Spaemann (1927-2018): Ein Verteidiger des christlichen Europas

Der katholische Philosoph Robert Spaemann ist gestern im Alter von 91 Jahren verstorben. Er war ein entschiedener Kritiker spät- und postmoderner Weltanschauungen sowie ein Berater Benedikts XVI. und lehrte zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In den vergangenen Jahren hatte er sich auf der Grundlage einer kämpferischen katholischen Spiritualität wiederholt zur Krise des christlichen Europas geäußert, für dessen Verteidigung er sich bis zuletzt einsetzte. […]