Herausforderungen

Michael Sommer: Die Zerstörung der Meritokratie durch identitätspolitischen Aktivismus

Der Historiker Michael Sommer lehrt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. In der aktuellen Ausgabe des Magazins Cicero warnt er vor einer Zerstörung der Grundlagen der freiheitlichen Ordnung Deutschlands durch das „identitätspolitische Gift“. Wenn dieses „von den Universitäten in Medien und Schulen sickert“, dann stehe „die Demokratie selbst zur Disposition“, denn „die identitätspolitischen Kämpfe zerstören einen Pfeiler unserer liberal-demokratischen Ordnung: die Meritokratie“. […]

Politik und Gesellschaft

Hans-Peter Schwarz: Die Kontrolle von Migration als Forderung politischer Tugend

Der Politikwissenschaftler Hans-Peter Schwarz (1934-2017) gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der realistischen Schule dieser Disziplin in Deutschland und lehrte zuletzt an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. In seinem 2017 erschienenen letzten Werk mit dem Titel „Die neue Völkerwanderung nach Europa“ trat er für eine stärkere Kontrolle von Migration ein. Dabei berief er sich auf klassische politische Tugenden wie Klugheit, Gerechtigkeit und Solidarität sowie auf das Gemeinwohlprinzip. […]

Dienstethos

Bischof Fulton J. Sheen: Liebe und Ungleichheit

Zu den Aufgaben, die derzeit bei der Vorbereitung unseres Vorhabens seit einiger Zeit geleistet werden, gehört auch die Erschließung von Material, das die geistige Grundlage dieses Vorhabens bilden soll. Dazu ist es u.a. erforderlich, bestimmte Begriffe und Konzepte, die im Zuge moderner Entwicklungen teilweise entstellt wurden oder auch in Vergessenheit geraten sind, wieder freizulegen. Dabei geht es auch darum herauszuarbeiten, dass das Christentum als Kern abendländischer Kultur mit den vorhandenen geistigen Beständen auch eine wesentliche Grundlage entsprechender Vorhaben bilden kann und dazu besser geeignet ist als andere Konzepte. Eines von sehr vielen Beispielen für solche Bestände sind etwa die Worte des früheren amerikanischen Bischof Fulton J. Sheen über Ungleichheit als Voraussetzung von Liebe. […]

Politik und Gesellschaft

Robert Spaemann: Der Dienst am Nächsten erfordert Unterscheidung nach Nähe

Wenn das Christentum von Nächstenliebe spricht und das Konzept in sein Zentrum stellt, meint es damit nicht positive Gefühle gegenüber anderen Menschen wie der Begriff „Liebe“ in der modernen Alltagssprache definiert ist. Statt dessen bezeichnet das Konzept einen dienende Grundhaltung, die nicht eigene Interessen in den Mittelpunkt stellt, sondern das eigene Leben einer über ihm stehenden geistigen Autorität unterordnet und auch dann zur Tat bereit ist, wenn dies Nachteile mit sich bringt. […]