Politik und Gesellschaft

Politik im Angesicht der Apokalypse

Der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg kritisiert in einem heute in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” erschienenen Aufsatz, dass die politischen Eliten Deutschlands den strategischen Herausforderungen, denen das Land gegenüberstehe, nicht gewachsen seien. Entscheidungsträger müssten angesichts des Risikos des Einsatzes von Nuklearwaffen in Europa dazu fähig sein, die „Gefahr einer apokalyptischen Katastrophe“ zu bewältigen. Dazu benötigten sie klassische Tugenden, etwa “besonnene Tapferkeit”. Die “politische Klasse” Deutschlands hingegen habe wiederholt ihre strategische “Blindheit” unter Beweis gestellt und werde vermutlich nicht dazu in der Lage sein, die zur Abwendung von Schaden für das Gemeinwesen erforderlichen klugen und tapferen Entscheidungen zu treffen. […]

Dienstethos

Über die Notwendigkeit von Haltungseliten

Der damalige deutsche Außenminister Walther Rathenau wurde 1922 ermordet. Im Gedenken an dieses Ereignis wird meist versucht, ihn für progressive Ideologien zu vereinnahmen. In seinen Schriften zeigt sich Rathenau jedoch als konservativer Kulturkritiker, der den Deutschen eine Neigung zur Dekadenz vorwarf und die Notwendigkeit einer Haltungselite betonte, die sich durch “Würde, Adel und Herrentum” auszeichnen müsse. […]

Herausforderungen

Über den Verfall der deutschen Staatselite

Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und Urban Rid, ein ehemaliger Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt, kritisieren in einem heute in der Tageszeitung “Der Tagesspiegel” erschienenen Aufsatz den Verfall der Staatselite in Deutschland. Das Spitzenpersonal in Ministerien und Behörden sei den zunehmenden Herausforderungen nicht mehr hinreichend gewachsen, wie etwa ihr Versagen im Fall Wirecard zeige. […]

Kulturelle Resilienz

Die Wächter der heiligen Tradition

Christopher Dawson (1889-1970) lehrte an der Harvard University und gilt als einer der bedeutendsten christlichen Historiker des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk “Religion und Kultur” behandelt er unter anderem die Ursachen der jahrtausendelangen Kontinuität der chinesischen Kultur. Er sieht diese vor allem im durchgängigen Wirken einer Elite von konfuzianischen Gelehrten, welche die Kultur des Landes in Zeiten der Verwerfung immer wieder erneuert hätten. Kulturen, die nachhaltig Bestand haben wollten, benötigten „einen Orden, der Wächter heiliger Kulturtraditionen“ sei. Dass das moderne Europa nicht mehr über eine vergleichbare Institution verfüge, sei eine der Ursachen seiner geistig-kulturellen Krise. […]

Dienstethos

Der Männerbund als Beschützer und Erneuerer des Gemeinwesens

Der Schriftsteller J. R. R. Tolkien schuf mit seiner Trilogie „Der Herr der Ringe“ eine christliche Interpretation der Motive der Mythen West- und Nordeuropas im Sinne abendländischer Weltanschauung. Er beschrieb darin mit dem Bund der “Waldläufer des Nordens” auch die idealtypische Form des Männerbundes, welcher nach dem Verständnis christlich-abendländischer Tradition als Beschützer des Gemeinwesens sowie als Bewahrer und Erneuerer seiner Kultur agiert. […]

Kulturelle Resilienz

Deutschland braucht eine Schule des strategischen Denkens

Der Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld lehrte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In einem kürzlich erschienenen Aufsatz schrieb er über die „Strategiekrise der wankenden Republik“ Deutschland und forderte die Schaffung einer “Schule des strategischen Denkens”. […]

Dienstethos

Stil und Haltung des abendländischen Konservativen

Der Germanist Matthias Heine setzt sich in einem heute in der Tageszeitung „Die Welt“ erschienenen Beitrag mit der Haltung und dem Stil des christlich-abendändischen Konservativen auseinander. Während konservative Haltung Selbstkontrolle betone und elitär sei, würden sich moderne linke und rechte Strömungen an der Masse und ihren Leidenschaften orientieren. […]

Kulturelle Resilienz

Die Krise Europas und das neue Rittertum

Der Philosoph Nikolai Berdjajew (1874–1948) stand der konservativen katholischen Erneuerungsbewegung seiner Zeit nahe. In seinem Werk „Das neue Mittelalter“ setzte er sich 1923 mit der geistig-kulturellen Krise Europas auseinander und suchte nach “Wegen zu einem neuen Rittertum”, das diese Krise überwinden könne. Das Buch übte einen starken Einfluss auf Teile des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus aus. […]

Dienstethos

Der verborgene Dienst am Gemeinwohl und das Geheime Deutschland

Der katholische Philosoph Josef Pieper (1904-1997) setzte sich in seinem 1955 erschienenen Aufsatz “Der Same bedarf des Erdreichs” anlässlich des zehnten Jahrestags des 20. Juli 1944 aus einer christlichen Perspektive mit Grundfragen des schützenden und bewahrenden Dienstes am Gemeinwohl auseinander. Das Beispiel der Männer des 20. Juli 1944 zeige, dass das Gemeinwohl einen Dienst “verborgener Herkunft” erfordere, der von “Schweigenden und Verborgenen“ im Hintergrund geleistet werde. […]