Herausforderungen

Deutschland offenbart in der Corona-Krise mangelnde kulturelle Resilienz

Der Virologe Hendrik Streeck lehrt an der Universität Bonn. In einem in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erschienenen Aufsatz schreibt er, dass Staat und Gesellschaft in Deutschland in der Corona-Krise mangelnde kulturelle Resilienz offenbaren. Das Krisenmanagement scheitere vor allem an der Art und Weise der geistigen Auseinandersetzung mit der Lage. Man sei es offenbar nicht gewohnt, sich rational mit Risiken auseinanderzusetzen und pragmatische Antworten auf diese zu finden, weshalb man keinen Ausweg aus der Krise finde. […]

Herausforderungen

Über den Zerfall der Nationalstaatlichkeit in der Corona-Krise

Der Literaturwissenschaftler Magnus Klaue ist am Dubnow-Institut in Leipzig tätig. In einem heute in der Zeitung „Welt am Sonntag“ erschienenen Aufsatz analysiert er am Beispiel von Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron „Symptome für den Zerfall von Nationalstaatlichkeit in Europa“ im Zusammenhang mit der Corona-Krise. […]

Kulturelle Resilienz

Deutschlands politische Kultur ist nicht krisentauglich

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zusammen mit Nathalie Weidenfeld verfasste er das Buch „Die Realität des Risikos“, in dem die Autoren warnen, dass der Verfall der politischen Kultur Deutschlands die Fähigkeit des Landes zur Bewältigung von Krisen schwäche. Dies sei im Verlauf der Corona-Krise deutlich sichtbar geworden. Hier hätten Staat und Gesellschaft aus kulturellen Gründen in vieler Hinsicht bei der Krisenbewältigung versagt. […]

Herausforderungen

Leitkultur als Mittel gegen gesellschaftliche Auflösung

Der evangelische Theologe und ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck warnt in einem aktuellen Gespräch mit der Tageszeitung “Der Tagesspiegel” vor gesellschaftlichen Auflösungstendenzen und einem Verfall der politischen Kultur im Zuge der Corona-Krise in Deutschland. Angesichts zunehmender politischer Polarisierung und “Intoleranz der Guten” müsse in der Zeit nach dem Ende der Pandemie wieder “eine Art Leitkultur” in Deutschland errichtet werden.  […]

Herausforderungen

Der deutsche Rechtsstaat ist in Gefahr

Der Staatsrechtswissenschaftler Hans-Jürgen Papier war unter anderem Präsident des Bundesverfassungsgerichts. In einem jetzt veröffentlichten Gespräch warnt er vor Gefahren für den deutschen Rechtsstaat, die vom Handeln der Exekutive ausgingen. Diese setze im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf mutmaßlich unverhältnismäßige Weise Grundrechte sowie die Kontrolle durch das Parlament außer Kraft. Man betrachte Grundrechte offenbar nicht mehr als unverletzlich und unveräußerlich. […]

Herausforderungen

Über die mangelnde Ernstfallkompetenz des deutschen Staates in der Corona-Krise

Mathias Brodkorb ist Aufsichtsratschef der Universitätskliniken Rostock und Greifswald und diente zuvor in mehreren Ministerämtern im Land Mecklenburg-Vorpommern. In einem jetzt erschienenen Aufsatz kritisiert er, dass die Corona-Krise eine mangelnde Ernstfallkompetenz des deutschen Staates offenbare, deren Ursachen in der politischen Kultur des Landes lägen. Infolge von Staatsversagen schwinde das Vertrauen in die politische Ordnung, was zu einer umfassenderen Staatskrise führen könne. […]

Herausforderungen

Die Corona-Krise und die Herausforderung durch den Globalismus

Der Historiker Oliver Zimmer lehrt an der Universität Oxford. In einem heute veröffentlichten Gespräch warnt er davor, dass die Corona-Krise von den Anhängern globalistischer Ideologie dazu genutzt werden könnte, ihre Vorstellungen von “Global Governance” voranzutreiben. Föderal organisierte Nationalstaaten und republikanische Ordnungen, die auf dem Ideal des freien Bürgers als Trägers des Gemeinwohls und des Politikers als Diener des Bürgers beruhen, hätten sich in der Krise gegenüber zentralistischen und transnationalen Strukturen jedoch als resilienter erwiesen. […]

Kulturelle Resilienz

Die Krisenblindheit des Neoliberalismus und ihre Folgen

Der Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han lehrte zuletzt an der Universität der Künste Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich vor dem Hintergrund der COVID-19-Krise mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinander. Die Globalisierung und die Ideologie, auf der sie beruhe, hätten die geistigen, kulturellen und politischen Widerstandskräfte westlicher Gesellschaften gegenüber Krisen geschwächt. Der mit der Krise verbundene Schock führe gegenwärtig zu Überreaktionen, die den Bestand freiheitlicher Gesellschaften gefährden könnten. […]

Politik und Gesellschaft

Solidarität als Grundlage krisenfester Gesellschaften

Der Soziologe Heinz Bude lehrt an der Universität Kassel. In einem kürzlich erschienenen Buch sowie einer Reihe von Gesprächen beschrieb er das Prinzip der Solidarität als eine der Grundlagen eines krisenfesten Gemeinwesens. Familie und Nation würden als krisenfeste Solidargemeinschaften angesichts der COVID-19-Krise künftig wieder größere Bedeutung gewinnen. Westliche Gesellschaften würden zudem konservativer werden, weil der Konservatismus den Wert der solidarischen Bindungen betone, deren Notwendigkeit Menschen schon bald wieder verstärkt erkennen würden. […]

Herausforderungen

Langfristige politische Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Europa

Der Politikwissenschaftler Ivan Krastev leitet das Center for Liberal Strategies in Sofia. In einem aktuellen Aufsatz untersucht er die möglichen langfristigen gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Europa. Eine Rückkehr der Nation, ein Ende der Ideologie der offenen Grenzen und eine Umkehr von Globalisierungsprozessen gehörten zu den bereits jetzt erkennbaren Folgen der Krise. […]