Die Krise Europas

Russland-NATO: Ein Kriegsszenario

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ beschreibt heute unter Berufung auf US-amerikanische Sicherheitsbehörden ein Szenario für eine nukleare Eskalation des Ukraine-Konflikts und einen möglichen Krieg zwischen Russland und der NATO. […]

Impulse kultureller und gesellschaftlicher Erneuerung

Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Die Welt steht wahrscheinlich am Beginn einer längeren Phase der Instabilität und der Unsicherheit. In seinem jetzt erschienenen Werk Selbstbehauptung beschreibt der Politikwissenschaftler Heinz Theisen außen- und sicherheitspolitische Ansätze, die Europa helfen sollen, diese Lage zu bewältigen. Die Grundlage dieser Ansätze bilden die realistische Denkschule der Internationalen Beziehungen und die christliche Soziallehre. Ihr Ziel sei die „Bewahrung der in zwei Jahrtausenden gewachsenen europäischen Kultur“. […]

Die Krise Europas

Über den Niedergang von Großmächten

Der Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski (1928-2017) gilt als einer der führenden geopolitischen Denker der jüngeren amerikanischen Geschichte. In seinem 1997 erschienenen Werk „Die einzige Weltmacht“ unterstrich er, dass die Fähigkeit von Gemeinwesen, sich in einer feindseligen Welt zu behaupten, auch von kulturellen Faktoren abhänge. Die würden USA aufgrund ihren mangelnden kulturellen Resilienz langfristig ihre Weltmachtrolle verlieren. Der Grund dafür sei, dass die hedonistische Massenkultur, auf welcher der globale Einfluss der USA wesentlich beruhe, im Innern zersetzend wirke und die Fähigkeit der politischen Eliten des Landes zur Staatsführung und zur Ausübung von Macht zerstöre. […]

Die Krise Europas

Diskussion: Führt der Ukraine-Konflikt zum Abstieg des Westens?

Der Journalist Christopher Caldwell vertritt in einem im „Claremont Review of Books“ erschienenen Aufsatz die These, dass die Politik der USA und ihrer Verbündeten im Ukraine-Konflikt den Abstieg des Westens beschleunigen werde. Kulturelle Defzite und untaugliche außenpolitische Denkansätze auf westlicher Seite hätten dazu geführt, dass Russland, China und Indien sich zu einem neuen Machtblock zusammenschließen werden. Man befinde sich gegenwärtig im frühen Stadium eines globalen Systemkonflikts, in dem der Westen sich in einer selbstverschuldet schwachen Position befinde. Der Geopolitik-Experte Jacek Bartosiak hatte in diesem Zusammenhang von einem „neuen Weltkrieg“ gesprochen. Wir möchten Caldwells Thesen zur Diskussion stellen und haben dazu den Kommentarbereich zu diesem Beitrag geöffnet. […]

Die Krise Europas

Der deutsche Staat ist nicht krisentauglich

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beschreibt in seiner aktuellen Titelgeschichte das Scheitern fast aller beteiligten deutschen Institutionen während des Höhepunkts der Afghanistan-Krise im August 2021. Die Journalisten Matthias Gebauer und Konstantin von Hammerstein zeichnen das Bild eines vor allem aus kulturellen Gründen weitestgehend dysfunktionalen Staates und sprechen von „politischem Versagen“ und „anhaltender Realitätsverweigerung“ seiner Institutionen. Diese würden scheinbar nach dem „Pippi-Langstrumpf-Prinzip“ geführt und seien von der Krise überfordert gewesen. […]

Die Krise Europas

Über die Bedeutung des nationalen Willens im Konflikt um die Ukraine

Laut dem Historiker Jörg Baberowski werde vor allem der nationale Wille der Beteiligten über den Ausgang des Konflikts zwischen Russland und dem Westen um die Ukraine entscheiden. Wladimir Putin habe diesen Faktor als Schwäche des Westens, insbesondere Deutschlands, erkannt, und werde ihn kompromisslos zur Durchsetzung seiner Ziele ausnutzen. Auf deutscher Seite hingegen verstehe man die grundlegende Dynamik des Konflikts nicht und habe auch keine Strategie. Auf Dauer werde sich daher wahrscheinlich Russland durchsetzen. […]

Die Krise Europas

Deutschland steht ein kritisches Jahrzehnt bevor

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio warnt in einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“, dass Deutschland ein von multiplen Krisen geprägtes „kritisches Jahrzehnt“ bevorstehe. Das Land werde der wahrscheinlich unmittelbar bevorstehenden „Notlage“ möglicherweise nicht gewachsen sein. Seine Bürger würden sich in jeder Hinsicht „warm anziehen müssen“. […]

Allgemein

Gewaltfähigkeit als Voraussetzung des Gemeinwohls

Der Politikwissenschaftler Christian Mölling beschreibt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Internationale Politik“ die staatliche Bereitschaft und Fähigkeit zum Einsatz von Gewalt als Voraussetzungen des Gemeinwohls. Das auch von den Kirchen propagierte Konzept der „Friedenspolitik“ sei gescheitert, stehe der real existierenden „Welt des Unfriedens“ hilflos gegenüber und habe auf die Herausforderungen der Gegenwart „keine plausiblen Antworten“. […]

Allgemein

Dekadenz bedeutet, nicht kämpfen zu wollen

Deutschland und andere europäische Staaten stehen wahrscheinlich vor den größten Herausforderungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Vor diesem Hintergrund plädierte der Politikwissenschaftler Heinz Theisen auf einem Kongress des „Polska Wielki Projekt“ für ein Paradigma der Selbstbehauptung. Dekadenz bedeute, nicht mehr kämpfen zu wollen. Die bevorstehenden Krisen könnten in Europa einen Paradigmenwechsel hin zu einer Kultur der Selbstbehauptung sowie zu einer Erneuerung des Bürgertums in seiner Rolle als Träger des Gemeinwesens einleiten. […]

Allgemein

Deutschlands strategische Debattenkultur ist defekt

Der Politikwissenschaftler Johannes Varwick kritisiert in einem in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienenen Aufsatz, dass eine rationale Diskussion über strategische Fragen in Deutschland mittlerweile unmöglich geworden sei. Vor allem die öffentliche Debatte bezüglich des Ukraine-Kriegs sei von Emotionen geprägt, die politische Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls verhinderten und das Risiko katastrophaler Entwicklungen erhöhten. […]