Herausforderungen

Maximilian Terhalle: Die strategische Kultur Deutschlands ist defekt

Der Politikwissenschaftler Maximilian Terhalle lehrt das Fach Strategische Studien an der Universität von Winchester. In mehreren kürzlich erschienenen Aufsätzen warnte er, dass die strategische Kultur Deutschlands defekt sei. Diese kulturelle Schwäche gefährde potenziell den Bestand des Landes, seiner Kultur und seiner politischen Ordnung. […]

Politik und Gesellschaft

Heinz Theisen: Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrte zuletzt an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In einem jetzt erschienenen Aufsatz kritisiert vor dem Hintergrund des Scheiterns des Afghanistan-Einsatzes die „strategische Ratlosigkeit des Westens“. Er beschreibt die Grundzüge einer neuen, am Ziel des Schutzes Europas orientierten Außen- und Sicherheitspolitik, der es um „Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung“ gehe. […]

Kulturelle Resilienz

Martin van Creveld: Geistige Voraussetzungen kollektiver Selbstbehauptung in bewaffneten Konflikten

Der Militärwissenschaftler Martin van Creveld lehrt an der Tel Aviv University und zählt zu den führenden Vertretern seines Fachs weltweit. In einem heute auf der Plattform Welt Online veröffentlichten Gespräch äußert er sich zu den kulturellen Faktoren, die es den Taliban ermöglicht hätten, sich in Afghanistan gegen ihre Gegner durchzusetzen. […]

Politik und Gesellschaft

Heinrich August Winkler: Folgerungen aus dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes

Der Historiker Heinrich August Winkler lehrte zuletzt an der Humboldt-Universität zu Berlin. In einem in der Tageszeitung „Die Welt“ erschienenen Gespräch formuliert er Lehren aus dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes. Er plädiert für eine stärkere Anerkennung der Bedeutung kultureller Unterschiede zwischen dem christlich-abendländischen und dem islamischen Kulturraum, mehr sicherheitspolitischen Realismus, wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung irregulärer Migration und die Beschränkung militärischer Einsätze auf die unmittelbare Abwehr von Bedrohungen. […]

Kulturelle Resilienz

Carter Malkasian: Die kulturellen Ursachen des Sieges der Taliban in Afghanistan

Der Militärhistoriker Carter Malkasian diente als amerikanischer Militärberater in Afghanistan. Die im Rahmen seiner Feldforschung gewonnenen Erkenntnisse verarbeitete er in seinem kürzlich erschienenen Werk „The American War in Afghanistan – A History“. Hier setzt er sich unter anderem mit den kulturellen Faktoren auseinander, welche die Taliban zu ihrem Sieg befähigten. Diese hätten sich erfolgreich auf den Islam als Quelle nationaler Einheit und Inspiration des Kampfes gegen nichtmuslimische Fremde gestützt, wodurch es ihnen gelungen sei, eine große Zahl von Afghanen zu mobilisieren und größere Opfer zu bringen als ihre Gegner. […]

Herausforderungen

Marcel Bohnert: Die kulturellen Ursachen der deutschen Niederlage in Afghanistan

Die aktuellen Ereignisse in Afghanistan unterstreichen das Scheitern des Einsatzes der Bundeswehr dort. Bereits 2017 hatte Marcel Bohnert, der als Oberstleutnant im Generalstabsdienst der Bundeswehr dient, die kulturellen Ursachen dieses Scheiterns in seinem Buch „Innere Führung auf dem Prüfstand“ analysiert. Zu diesen zählt er vor allem „Strategielosigkeit“ und „Realitätsverweigerung“ in den politischen und militärischen Eliten Deutschlands und fordert eine „ungeschminkte und transparente Bilanzdebatte“. […]

Politik und Gesellschaft

Marcel Bohnert: Deutschlands Wehrkultur ist defekt

Marcel Bohnert dient als Oberstleutnant im Generalstabsdienst der Bundeswehr. In einem Aufsatz im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ setzt er sich mit Mängeln im Bereich Wehrkultur in Deutschland auseinander. Die Kultur des Landes habe sich auf eine gefährliche Weise von allem Militärischen entfernt und blende militärische Realitäten zum Schaden des Gemeinwohls weitestgehend aus. […]

Herausforderungen

Sönke Neitzel: Deutschland ist unfähig, sich zu verteidigen

Der Militärhistoriker Sönke Neitzel lehrt an der Universität Potsdam. In einem aktuellen Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ kritisiert er, dass der Zustand der deutschen Streitkräfte einen historischen Tiefpunkt erreicht habe. Im Fall eines militärischen Angriffs wäre Deutschland unfähig dazu, sich zu verteidigen. Die Ursache dafür sieht er in einem kulturell bedingten Unwillen der Deutschen zur Auseinandersetzung mit Sicherheitsfragen sowie einer allgemeinen Aversion gegenüber allem Militärischen. Verstärkt werde dies durch das Versagen der politischen und militärischen Führungen, die sich von der öffentlichen Meinung treiben ließen, anstatt Verantwortung für die Sicherheit des Landes zu übernehmen. […]

Herausforderungen

Gerhard Schindler: Deutschlands defekte Sicherheitskultur

Gerhard Schindler diente bis 2016 als Präsident des Bundesnachrichtendienstes. In seinem jetzt erschienenen Buch „Wer hat Angst vorm BND?“ kritisiert er, dass die Sicherheitskultur Deutschlands im Kern defekt sei. Politik und Gesellschaft würden den Sicherheitsbehörden zunehmend mit Ablehnung begegnen und sie bei ihrer Arbeit behindern, während man Kriminelle für schutzbedürftig halte. Migrationsbedingten Herausforderungen begegne man mit naivem Aktivismus und unterlasse die zum Schutz des Landes erforderlichen Maßnahmen. Eine Debatte über sicherheitspolitische Herausforderungen und Möglichkeiten zu ihrer Bewältigung finde nicht statt. Angesichts zunehmender globaler Unsicherheit stelle dies eine Gefährdung Deutschlands dar. Schindler erhebt zudem Vorwürfe gegen die katholische Kirche in Deutschland, die durch ihre Unterstützung irregulärer Migration die rechtsstaatliche Ordnung des Landes unterlaufe. […]

Dienstethos

Die Geburt der Bundeswehr aus dem Geist des Rittertums

Die geistig-weltanschaulichen Grundlagen für den Aufbau der deutschen Bundeswehr wurden in den 1950er Jahren durch eine Gruppe von Offizieren erarbeitet, zu denen auch Wolf Graf von Baudissin gehörte. Er gilt als geistiger Vater eines 1957 veröffentlichten Leitbildes, das auf der Grundlage abendländischer Weltanschauung und des christlichen Rittertums ein militärisches Ethos für die neue Armee schuf. Diese Tradition ist in der Bundeswehr mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten. Es gibt jedoch erste Anzeichen dafür, dass sich dies künftig ändern könnte. […]