Christliche Soziallehre

Otfried Höffe: Die fundamentale Bedeutung von Heimat für den Menschen

Otfried Höffe lehrte Philosophie an der Universität Tübingen und ist Leiter der dort angesiedelten Forschungsstelle Politische Philosophie. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich mit der fundamentalen Bedeutung der Heimat für den Menschen und das Gemeinwesen auseinander. Als Folge von Globalisierung von Migration entstehe zunehmend die Erfahrung von Heimatverlust, was dazu führen, dass der Wunsch nach Heimat eher zu- als abnehme. […]

Herausforderungen

Ross Douthat: Die Dekadenz westlicher Gesellschaften und ihre Überwindung

Der christliche Publizist Ross Douthat schreibt für die New York Times und hatte zuletzt ein Buch über die Lage der katholischen Kirche verfasst. In einem jetzt erschienenen Buch mit dem Titel „The Decadent Society“ setzt er sich mit der Dekadenz westlicher Gesellschaften auseinander. Er stützt sich dabei auf den analytischen Dekadenzbegriff des Kulturhistorikers Jacques Barzun (1907-2012). […]

Christliche Soziallehre

Papst Franziskus: Der christliche Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen

Im heute veröffentlichten apostolischen Schreiben Querida Amazonia („Geliebtes Amazonien“) betont Papst Franziskus den christlichen Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen. Diese würden im Zuge der Globalisierung zunehmend unter dem Druck materialistischer Ideologien stehen, die nach Auflösung aller kulturellen Unterschiede streben. In diesem Zusammenhang warnt er auch vor den Gefahren von Migration, die er als Form der Entwurzelung des Menschen betrachtet. Die „Jahrtausende alte Tradition“ des Christentums sei die Grundlage einer kulturellen Alternative zu den Ideologien der Auflösung. […]

Kulturerbe

Julien d’Huy: Der älteste Mythos der Menschheit

Der Historiker Julien d’Huy forscht an der Université Paris 1 – Panthéon-Sorbonne. Mittels eines historisch-geographischen Ansatzes der Mythenforschung ist es ihm gelungen, das Alter wesentlicher Mythen der abendländischen Tradition auf mehrere zehntausend Jahre zu datieren und somit die Wurzeln der Kulturen des Abendlandes bis in die Altsteinzeit zurückzuverfolgen. Der älteste Mythos der Menschheit sei mit einem Alter von mindestens 60.000 Jahren der Drachenkampf-Mythos, der im Christentum eine herausgehobene Rolle spielt. […]

Christliche Soziallehre

C. S. Lewis: Die heilige Nation

Der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis gehört zu den wichtigsten christlichen Autoren des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit seinem Freund J. R. R. Tolkien war er einer der Pioniere des Literaturgenres der Phantastik. Im 1956 erschienenen abschließenden Band der für jüngere Leser geschriebenen Romanserie „Die Chroniken von Narnia“ beschrieb er auf der Grundlage der Ideenlehre Platons ein christliches Verständnis der Nation. Die Nationen der Welt werden dabei als unvollkommene Abbilder vollkommener Urbilder verstanden, die auf transzendenter Ebene existieren. […]

Christliche Soziallehre

Kardinal Sarah: Der Winter des Abendlands – Teil 3: Die Ideologie der Entgrenzung

Kardinal Robert Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart und als einer der entschlossensten Verteidiger ihrer Tradition. In einem kürzlich erschienenen Buch analysiert er die Krise Europas aus einer christlichen Perspektive und spricht diesbezüglich vom „Winter des Abendlands“. Eine der Ursachen dieser Krise sei eine utopische Ideologie der Entgrenzung, die auf einer sich als Nächstenliebe tarnenden Selbstverleugnung beruhe und nach Auslöschung der christlichen Identität Europas strebe. Diese Ideologie gehöre zu den „Wahnideen“, an denen Europa sterbe. Das „Auslöschen von Heimat“ könne jedoch „kein echter Fortschritt“ und „Selbstnegation“ niemals Ausdruck von Nächstenliebe sein. […]

Christliche Soziallehre

Hans-Peter Schwarz: Die Kontrolle von Migration als Forderung politischer Tugend

Der Politikwissenschaftler Hans-Peter Schwarz (1934-2017) gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der realistischen Schule dieser Disziplin in Deutschland und lehrte zuletzt an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. In seinem 2017 erschienenen letzten Werk mit dem Titel „Die neue Völkerwanderung nach Europa“ trat er für eine stärkere Kontrolle von Migration ein. Dabei berief er sich auf klassische politische Tugenden wie Klugheit, Gerechtigkeit und Solidarität sowie auf das Gemeinwohlprinzip. […]

Kulturelle Resilienz

Kardinal Sarah: Der Winter des Abendlands – Teil 2: Erbe und Identität

Kardinal Robert Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart und als einer der entschlossensten Verteidiger ihrer Tradition. In einem kürzlich erschienenen Buch analysiert er die Krise Europas aus einer christlichen Perspektive und spricht diesbezüglich vom „Winter des Abendlands“. Eine der Ursachen dieser Krise sei das Menschenbild von Moderne und Postmoderne, das die Identität des Menschen als Träger eines Erbes leugne. […]