Kulturerbe

Stefan Zweig: Der Fall der Hagia Sophia als Warnung an Europa

Die geplante Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul (dem ehemaligen Konstantinopel) in eine Moschee unterstreicht, dass sich die islamistische Regierung der Türkei zunehmend als Gegner Europas versteht. Der Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) hatte die symbolische Bedeutung der Eroberung der Kirche durch die Osmanen im Jahre 1453 in seinem Band „Sternstunden der Menschheit“ beschrieben. Den Fall Konstantinopels deutete er als historische Warnung an Europa, dem das gleiche Schicksal drohe, wenn es ihm an Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft gegenüber den radikalen Strömungen im Islam mangele, die es seit über 1400 Jahren bedrohen. […]

Politik und Gesellschaft

Asfa-Wossen Asserate über Integration und Patriotismus

Prinz Asfa-Wossen Asserate, ein Angehöriger des äthiopischen Kaiserhauses, lebte nach der kommunistischen Machtübernahme in seiner Heimat in Deutschland und wurde deutscher Staatsbürger. In einem aktuellen Gespräch betont er, dass Integration voraussetze, dass Migranten sich in die deutsche Kultur einfügen. Vielen Deutschen mangele es umgekehrt an Patriotismus und Bejahung des Eigenen. In der laufenden Rassismusdebatte gebe es daher maßlose Vorwürfe gegen Institutionen wie die Polizei. […]

Kulturelle Resilienz

Werner von Trott zu Solz: Strategien des christlichen Kampfes gegen den Totalitarismus

Werner von Trott zu Solz (1902–1965) war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. In seinem 1958 erschienen Werk „Widerstand heute“ beschrieb er mögliche christliche Ansätze des Kampfes gegen totalitäre Ideologien und Systeme. Dabei griff er auf die Erfahrungen zurück, die traditionsorientierte Kräfte in Adel und Militär im Zuge ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus gewonnen hatten. Er entwarf auf dieser Grundlage eine Strategie für den von ihm erwarteten Fall, dass es totalitären Kräften erneut gelinge, politische Macht in westlichen Gesellschaften zu erlangen. […]

Herausforderungen

Michael Bröning: Globale Konzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Politikwissenschaftler Michael Bröning ist Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er die Gründe für die Unterstützung der laufenden Welle von kulturrevolutionärem Aktivismus durch multinationale Konzerne. Diese würden verstärkt versuchen, sich „als moralisch gute Instanzen in Szene zu setzen“, indem sie jene politischen Anliegen unterstützten, die bei den konsumfreudigen Anhängern radikaler linksliberaler Ideologien populär seien. […]

Herausforderungen

Ulla Hahn: Sprachzerstörung als Akt der Kulturvernichtung

Die Schriftstellerin Ulla Hahn gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Gegenwart. In einem heute veröffentlichten Aufsatz warnt sie vor der Zerstörung der Sprache durch linksliberale Aktivisten. Außerdem kritisiert sie vor dem Hintergrund der Debatte um die Äußerungen der Feministin Hengameh Yaghoobifarah die zunehmende Verrohung der Sprache in Teilen des linksliberalen Spektrums. […]

Herausforderungen

Christian Jakob: Die identitätspolitische Kulturrevolution erfasst Deutschland

Der Publizist Christian Jakob ist Redakteur bei der „tageszeitung“. In einem heute erschienenen Aufsatz analysiert er die gegenwärtig stattfindende identitätspolitische Kulturrevolution in Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften, für die auch Aktivistinnen wie die taz-Mitarbeiterin Hengameh Yaghoobifarah stünden. Diese Aktivisten hätten bereits die Hegemonie in meinungsbildenden Institutionen erlangt, was nicht nur den Journalismus, sondern die ganze Gesellschaft radikal verändern werde. Dies erzeuge auch bei Linksliberalen der älteren Generation zunehmend Besorgnis. […]

Herausforderungen

Unruhen in Stuttgart: Hintergrund und Bewertung

Die Unruhen in Stuttgart am vergangenen Wochenende gingen den vorliegenden Informationen zufolge überwiegend von jungen Männern aus, deren Wurzeln meist im islamischen Kulturraum liegen. Das wahrscheinliche Motiv der Beteiligten war die Demonstration von Macht gegenüber Staat und Gesellschaft. Es gelang ihnen dabei, sich im Zentrum einer deutschen Großstadt zeitweise gegen die Polizei durchzusetzen und die öffentliche Ordnung in Teilen aufzuheben. Dies unterstreicht das Ausmaß der Herausforderungen, denen Deutschland im Zuge von Integrationsverweigerung sowie dem mangelnden Willen von Politik und Gesellschaft zur aktiven Auseinandersetzung mit diesem Phänomen gegenübersteht. […]

Politik und Gesellschaft

Armin Nassehi: Warum westliche Gesellschaften zerfallen

Der Soziologe Armin Nassehi lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die gegenwärtige Eskalation identitätspolitischer Konflikte in westlichen Gesellschaften führt er in einem heute erschienenen Aufsatz darauf zurück, dass diese ihr kulturelles Zentrum verloren hätten. Wo früher als selbstverständlich geltende Werte zur Disposition gestellt und ständig neu ausgehandelt werden müssten, komme es zwangsläufig zu Konflikten. […]

Herausforderungen

John Gray: Die Mächte des Chaos erheben sich

Der Philosoph John Gray war Professor für europäische Ideengeschichte an der London School of Economics. Die seit einigen Wochen laufende Welle nihilistischer Gewalt, die viele westliche Gesellschaften erfasst hat, deutet er als Folge der Freisetzung chaotischer Impulse durch neomarxistische und postmoderne Ideologien. Diese hätten die Gründungsmythen der westlichen Welt in ihr Gegenteil verkehrt und die Vorstellung durchgesetzt, dass westliche Kulturen und Gesellschaften unheilbar korrumpiert seien und sich allenfalls durch kollektive Selbstzerstörung von ihrer vermeintlichen historischen Schuld befreien könnten. […]