Kulturelle Resilienz

David Engels: Perspektiven einer abendländischen Erneuerung Europas

Im vergangenen Jahr veröffentlichte der Althistoriker David Engels den Band „Renovatio Europae“, der die Namensgebung unseres Vorhabens inspirierte. Zusammen mit anderen Denkern aus West- und Osteuropa beschrieb Engels hier mögliche Ansätze einer Erneuerung Europas im Geist seiner abendländischen Tradition. Europa steuere auf größere Verwerfungen zu, worauf keiner der relevanten politischen Akteure des Kontinents eine Antwort habe. Es sei die Aufgabe der im abendländischen Erbe verwurzelten Kräfte, solche Antworten zu entwickeln, und für den Fall bereit zu sein, dass die bevorstehenden Krisen bei den Menschen Europas den Wunsch hervorbringen, sie zu hören. […]

Christliches Dienstethos

Charles J. Chaput: Die zeitlose Botschaft des Rolandsliedes

Charles Joseph Chaput war bis 2020 Erzbischof von Philadelphia und gilt als einer der führenden katholischen Denker in den USA. In einem jetzt veröffentlichten Aufsatz setzt er sich mit der zeitlosen Botschaft des Rolandslieds auseinander. Das um das Jahr 1100 entstandene Werk gehört zu den wichtigsten Heldenepen des Mittelalters und behandelt den Kampf eines von Karl dem Großen geführten Heeres gegen sarazenische Invasoren auf der spanischen Halbinsel. Laut Chaput illustriere das Lied vor allem die Bedeutung der tätigen christlichen Nächstenliebe. […]

Kulturelle Resilienz

Botho Strauß: Die bevorstehenden Verwerfungen und die „Neuen Mönche“ (aktualisierte Version)

Die kulturkritischen Essays des Schriftstellers Botho Strauß wurden kürzlich im Sammelband „Die Expedition zu den Wächtern und Sprengmeistern“ neu veröffentlicht. Der Band enthält zudem einen neuen Aufsatz, in dem der Autor vor den Folgen der nihilistischen Revolution warnt, die westliche Gesellschaften zunehmend zerstöre und die absehbar in einer Katastrophe enden werde. Angesichts der geistigen Erschöpfung der Linken und geistigen Leere populistischer Strömungen erfordere diese Lage Antworten seitens der „traditionalen Rechten“. Die bevorstehenden Verwerfungen würden Helden erfordern. „Neue Mönche“ müssten in den Klöstern der Zukunft das Erbe wiederherstellen, das gegenwärtig vernichtet werde. […]

Christliches Dienstethos

Alexander Solschenitzyn: Das Wesen der Ehre und die Selbstbehauptung des Menschen

Der russische Schriftsteller Alexander Solschenitzyn erhielt 1970 den Nobelpreis für Literatur für sein Werk „Der Archipel Gulag“, in dem er die Erfahrungen von Menschen in sowjetischen Arbeitslagern schildert. Am Beispiel von Gefangenen, die sich seelisch gegen alle Versuche behaupteten, sie zu zerbrechen, illustriert er hier das Wesen des christlichen Ehrbegriffs. Dieser versteht Ehre vor allem als die innere Qualität, die durch das tapfere Festhalten eines Menschen an den Forderungen des Gewissens unter Druck entsteht. […]

Politik und Gesellschaft

Thilo Sarrazin: Migration und Gemeinwohl

Der Volkswirt Thilo Sarrazin war unter anderem als Finanzsenator im Berliner Senat und Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank tätig. In seinem jetzt erschienenen Buch „Der Staat an seinen Grenzen“ analysiert er die Folgen unkontrollierter Migration für das Gemeinwohl in Deutschland. Dabei geht er auch auf die kulturellen Aspekte des Themas ausführlich ein. […]

Politik und Gesellschaft

Carl Amery: Die Notwendigkeit christlich-konservativer Kulturkritik

Der Schriftsteller Carl Amery (1922-2005) war Mitglied der „Gruppe 47“, gehörte zu den Vordenkern der Umweltbewegung und setzte sich vor allem mit der Frage auseinander, ob und wie die Katastrophen, auf denen die spät- und postmoderne Welt zusteuert, aufgehalten werden können. In einem 1983 entstandenen Aufsatz bedauerte das weitgehende Verschwinden des „alten, metaphysisch orientierten christlichen Konservativismus“ in Deutschland. Dessen weitsichtige Kulturkritik werde zur Abwehr der sich abzeichnenden „Homogenisierung der Welt“ durch eine materialistische Technokratie dringend gebraucht. […]

Herausforderungen

Hans Ulrich Gumbrecht: Das Scheitern der Intellektuellen

Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht lehrte zuletzt an der Stanford University. In einem heute erschienenen Aufsatz diagnostiziert er, dass die im Zuge der Aufklärung entstandene Institution des Intellektuellen gescheitert und „zum historischen Ende gelangt“ sei. Die Masse der Intellektuellen denke nicht mehr, sondern beschränke sich darauf, als Verstärker feststehender, nicht mehr geprüfter Meinungen und eines auf ihnen beruhenden vermeintlichen moralischen Konsenses zu wirken. […]

Herausforderungen

Stefan Luft: Die Ursachen der Migrantenunruhen in Deutschland

Der Politikwissenschaftler Stefan Luft lehrt an der Universität Bremen. In einem heute veröffentlichten Gespräch analysiert er die Ursachen der jüngsten Unruhen in Stuttgart und Frankfurt, bei denen überwiegend junge muslimische Männer als Täter in Erscheinung traten. Luft führt das Geschehen auf eine Verbindung von Integrationsversagen, Ablehnung des Staates und  Gewaltaffinität zurück. Kulturelle Faktoren spielten dabei eine wichtige Rolle. […]

Herausforderungen

Andrew A. Michta: Neomarxistischer Aktivismus bedroht westliche Gesellschaften

Der Politikwissenschaftler Andrew A. Michta ist Dekan des „College of International and Security Studies“ (CISS) am George C. Marshall Center in Garmisch-Partenkirchen, einer von den Verteidigungsministerien der USA und Deutschlands betriebenen Akademie für Sicherheitsstudien. In einem aktuellen Aufsatz warnt er, dass neomarxistischer Aktivismus zunehmend westliche Gesellschaften bedrohe. Die Lage sei ernst und die Verteidiger freiheitlicher Gesellschaften müssten damit beginnen, Widerstand gegen diese Form des Totalitarismus zu leisten. […]

Politik und Gesellschaft

Heinz Theisen: Europa mangelt es an sicherheitspolitischem Realismus

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrt an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In einem aktuellen Aufsatz kritisiert er den in der Außen- und Sicherheitspolitik westeuropäischer Staaten vorherrschenden Mangel an Realismus. Wunschdenken, unzutreffende Lagebeurteilungen und mangelnder Wille zur Selbstbehauptung hätten dazu geführt, dass Europa „nicht weniger als eine kulturelle Unterwerfung unter den Islam und eine ökonomische Unterwerfung durch China, zudem auch noch die Erpressbarkeit durch mittlere Mächte wie die Türkei und Russland“ drohe. […]