Christliche Soziallehre

Hans Joas: Das Problem der Entfremdung der Kirche von der Nation

Der Soziologe und Sozialphilosoph Hans Joas lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2018 erschien ein Band mit dem Titel „Beten bei Nebel. Hat der Glaube eine Zukunft?“, der ein Gespräch zwischen ihm und Robert Spaemann wiedergibt. Joas äußerte sich hier auch zum Problem der Entfremdung der Kirche von der eigenen Nation in Deutschland. […]

Kulturelle Resilienz

Ernst Jünger: Glaube im Angesicht der Krise

Der Schriftsteller und Offizier Ernst Jünger (1895-1998) wäre heute 125 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass greifen wir die Gedanken Jüngers darüber auf, wie der Mensch sich angesichts und innerhalb der Krisen und Katastrophen der modernen Welt verhalten solle. Jüngers Antwort, die auf seiner intimen Erfahrung mit solchen Situationen beruhte, war ein von soldatischer Haltung und mystischer oder esoterischer Weltschau geprägter Glaube. […]

Kulturelle Resilienz

Byung-Chul Han: Die Krisenblindheit des Neoliberalismus und ihre Folgen

Der Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han lehrte zuletzt an der Universität der Künste Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich vor dem Hintergrund der COVID-19-Krise mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinander. Die Globalisierung und die Ideologie, auf der sie beruhe, hätten die geistigen, kulturellen und politischen Widerstandskräfte westlicher Gesellschaften gegenüber Krisen geschwächt. Der mit der Krise verbundene Schock führe gegenwärtig zu Überreaktionen, die den Bestand freiheitlicher Gesellschaften gefährden könnten. […]

Christliche Soziallehre

Heinz Bude: Solidarität als Grundlage krisenfester Gesellschaften

Der Soziologe Heinz Bude lehrt an der Universität Kassel. In einem kürzlich erschienenen Buch sowie einer Reihe von Gesprächen beschrieb er das Prinzip der Solidarität als eine der Grundlagen eines krisenfesten Gemeinwesens. Familie und Nation würden als krisenfeste Solidargemeinschaften angesichts der COVID-19-Krise künftig wieder größere Bedeutung gewinnen. Westliche Gesellschaften würden zudem konservativer werden, weil der Konservatismus den Wert der solidarischen Bindungen betone, deren Notwendigkeit Menschen schon bald wieder verstärkt erkennen würden. […]

Herausforderungen

Ivan Krastev: Langfristige politische Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Europa

Der Politikwissenschaftler Ivan Krastev leitet das Center for Liberal Strategies in Sofia. In einem aktuellen Aufsatz untersucht er die möglichen langfristigen gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Europa. Eine Rückkehr der Nation, ein Ende der Ideologie der offenen Grenzen und eine Umkehr von Globalisierungsprozessen gehörten zu den bereits jetzt erkennbaren Folgen der Krise. […]

Kulturelle Resilienz

COVID-19: Mögliche kulturelle und gesellschaftliche Auswirkungen auf Europa

Das durch den Trendforscher Matthias Horx gegründete Zukunftsinstitut stellt in einer jetzt veröffentlichten Analyse eine Reihe strategischer Szenarien vor, die mögliche langfristige kulturelle und gesellschaftliche Auswirkungen auf Europa im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie beschreiben. Neben einer verstärkten Hinwendung zum Lokalen und zum Nationalen halten die Trendforscher auch eine wachsende Attraktivität traditioneller Lebensstile für möglich. […]

Christliche Soziallehre

Heinz Theisen: Wege zur Selbstbehauptung Europas

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrt an der Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In mehreren kürzlich erschienenen Aufsätzen setzte er sich auf der Grundlage realistischer politischer Philosophie und der christlichen Soziallehre mit den Voraussetzungen europäischer Selbstbehauptung gegenüber Herausforderungen wie irregulärer Migration, Islamismus und dem Agieren der Supermächte auseinander. […]

Christliches Dienstethos

COVID-19, Kapitän Arma und die Rückkehr des traditionellen Dienstethos

Gennaro Arma ist der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs Diamond Princess, das zeitweise unter Quarantäne stand, nachdem dort Fälle von COVID-19 festgestellt worden waren. Insgesamt infizierten sich mehrere hundert der Passagiere des Schiffes, von denen einige starben. Kapitän Arma gelang es in dieser Situation, eine Panik zu verhindern. Er wurde dadurch in Italien zu einer Symbolfigur für das traditionelle Dienstethos, das zur Bewältigung von Lagen wie der gegenwärtigen Corona-Krise erforderlich ist. […]

Herausforderungen

Hans-Jürgen Papier: Die Erosion des Rechtsstaats in Deutschland

Der Staatsrechtswissenschaftler Hans-Jürgen Papier war unter anderem Präsident des Bundesverfassungsgerichts. In einem jetzt veröffentlichten Gespräch warnt er vor der Erosion des Rechtsstaats in Deutschland. Die größte Herausforderung sei diesbezüglich die mangelnde rechtsstaatliche Orientierung der Bundesregierung. Weitere Herausforderungen seien die Herausbildung rechtsfreier Räume in Folge der Ausbreitung von Strukturen der Organisierten Kriminalität und die Idealisierung des Rechtsbruchs durch Teile der Umweltbewegung. […]

Christliche Soziallehre

Das Patriarchat als Fundament abendländischer Kultur

Der heute begangene Weltfrauentag wurde 1911 von kommunistischen Aktivistinnen im Kontext ihres revolutionären Kampfes gegen die Gesellschaftsordnungen Europas eingeführt. Das „Patriarchat“ müsse zerstört werden, weil es Teil eines Systems der Unterdrückung sei. Tatsächlich jedoch ist das Patriarchat in seiner europäischen Form ein Fundament einer Ordnung, die die Voraussetzungen dafür schuf, dass sich die freiheitlichen Gemeinwesen Europas sowie ihre einzigartigen kulturellen Leistungen entwickeln und behaupten konnten. Wie der Blick in die Geschichte des Kommunismus zeigt, wird die Zerstörung dieser Ordnung keine freiere und gerechtere Welt schaffen. […]