Stand: 15.01.2021

Diese laufend aktualisierte Themenseite beschreibt Werke aus Literatur, Musik und bildender Kunst, die einen Bezug zum christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes haben. Die Seite befindet sich noch in einem unvollständigen frühen Stadium.

1. Literatur

Es werden sowohl Werke mit unmittelbarem christlichen Bezug als auch Werke aufgeführt, deren Gedanken in das Christentum integriert wurden oder integrierbar sind oder sonstige Bezüge zur christlichen Kultur des schützenden Dienstes aufweisen.

1.1 Romane

  • Werner Bergengruen – Der letzte Rittmeister
  • Ray Bradbury – Fahrenheit 451: In diesem dystopischen Roman beschreibt der christlich-geprägte Bradbury einen fiktiven totalitären Staat der Zukunft, dessen Bevölkerung durch totale Unterhaltung seelisch so korrumpiert ist, dass sie nicht mehr aktiv unterdrückt werden muss, weil sie ihren Zustand gutheißt. Gleichzeitig steht dieser Staat vor einer unabwendbaren Katastrophe. In dieser Lage bereitet sich eine kleine Gemeinschaft darauf vor, den späteren geistigen Wiederaufbau vorzubereiten.
  • Dino Buzzati – Die Tatarenwüste: Ein Roman über einen Offizier, der sein Leben damit verbringt, in einer abgelegenen Festung auf den Angriff des Gegners zu warten. Es geht um die „bittersüße Lust des höchsten Opfers […]. Dieser Roman ist eine gefährliche Lektüre für Menschen mittleren Alters, vor allem, wenn sie männlich sind.“ (Aus der Rezension von Hubert Spiegel in der FAZ).
  • Ernst Jünger – Auf den Marmorklippen: Eine Betrachtung des später katholisch gewordenen religiösen Mystikers Ernst Jünger über den Dienst im Angesicht von moralischem Verfall und Barbarei, die er zur Zeit der Herrschaft des Nationalsozialismus verfasste.
  • Jochen Klepper – Der Vater: Der Autor, der auch evangelischer Theologe war, zeichnete in diesem 1937 erschienenen Roman das Bild eines preußischen Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als ersten Diener im Staat begreift. Klepper stellte dieses Bild dem totalitären Führerkult seiner Zeit gegenüber.
  • Alexander Lernet-Holenia – Die Standarte
  • Jean Raspail: Sieben Reiter verließen die Stadt: Der traditionelle Katholik Raspail ergründet in diesem Roman die Ursachen des Zerfalls von Kulturen und verschiedene Möglichkeiten, sich dem auf dienende Weise zu stellen.
  • Jean Raspail: Sire
  • J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion
  • J. R. R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Der Autor sagte über sein Werk: „Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund auf ein religiöses und katholisches Werk; unbewusstermaßen zuerst, aber bewusst im Rückblick.“ In der Tradition europäischer Mythologie beschreibt er den Dienst einer Gemeinschaft im Kampf gegen das Böse und integriert dabei vorchristliche antike und heidnische Motive auf der Grundlage eines christlichen Weltbildes.
  • Ernst von Salomon – Die Kadetten
  • Franz Werfel – Die vierzig Tage des Musa Dagh: Der Roman behandelt den Widerstand der christlichen Armenier gegen den an ihnen von den Türken verübten Völkermord Anfang des 20. Jahrhunderts.

1.2 Novellen

1.3 Artus- und Gralsromane

Der Artusroman ist eine literarische Gattung, bei der König Artus, die Ritter der Tafelrunde und die Suche nach dem heiligen Gral die zentralen Bezugspunkt der Handlung darstellen.

  • Wolfram von Eschenbach – Parzival
  • Chrétien de Troyes – Perceval oder die Erzählung vom Gral

1.4 Epik

Die lyrische Gattung der Epik beinahaltet  erzählende Dichtung in Vers oder Prosaform.

Ein Epos beruht meist auf dem Muster, das der Mythenforscher Joseph Campbell als „Heldenreise“ beschriebe hatte. 1 Aristoteles bezeichnete das Epos als die Nachahmung guter Menschen in Versform.2

1.4.1 Vorchristliche Epik der Antike

In diesen Werken wurde u. a. das Tugendverständnis der griechischen Antike ausgedrückt, dass zum schützenden Dienst tüchtigen Mann als Ideal beschreibt. Dieses Tugendverständnis wurde später durch das Christentum integriert.

  • Homer – Die Ilias
  • Homer – Die Odyssee
  • Vergil – Aeneis: Das Werk beschreibt die Flucht des Aeneas aus dem untergehenden Troja und seine Fahrten, die ihn nach Latium führen, wo er zum Stammvater der Römer wird. Es betont die römische Tugend der pietas bzw. des auf Pflichtbewusstsein beruhenden Dienstes.
1.4.2 Die Kreuzzugsepik

Bei den Kreuzliedern des Mittelalters handelte es sich um durch Minnesängern bzw. Troubadoure vorgetragene lyrische Texte, die Themen des Rittertums und der Kreuzzüge sowie der Reconquista behandelten. Es sind vor allem Texte in okzitanischer und mittelhochdeutscher Sprache überliefert.

  • Walther von der Vogelweide – Palästinalied: In poetischer Form thematisiert es die Teilnahme an einem Kreuzzug und stellt die religiöse Bedeutung des Heiligen Landes aus christlicher Sicht dar.
  • Gavaudan – Senhor, per los nostres peccatz: Der Text entstand um 1196 im Zuge der Reconquista
1.4.3 Der Chanson de geste

Die als „Chansons de geste“ in altfranzösischer und okzitanischer Sprache formulierten Epen des Mittelalters behandeln vorwiegend die Taten fränkischer Könige beim Schutz der christlichen Länder gegen die Angriffe der Sarazenen während der Karolingerzeit. Diese Art von Epik entstand im nördlichen Frankreich und wurde vor allem im 12. Jahrhundert gepflegt. Der Abwehrkampf gegen die Sarazenen hatte für die frühe ritterliche Kultur eine ähnliche Bedeutung wie der Trojanische Krieg für die altgriechische Dichtung. In entsprechenden Gedichte komme dem Historiker Christopher Dawson zufolge ein nicht auf Nationen oder Staaten, sondern auf die gesamte Christenheit bezogener religiöser Patriotismus zum Ausdruck. Sprach- und Literaturwissenschaftler erkannten Parallelen zwischen den Chansons de geste und germanischer Heldenepik, etwa in Form von Namens- und Motivparallelen.

  • Das Rolandslied: Die Legende des fränkischen Grafen Roland, deren historischer Hintergrund der Abwehrkampf Karls des Großen gegen die Sarazenen ist, wird unter anderem im Rolandslied (einem mittelalterlichen Versepos) wiedergegeben.
  • Cantar de mio Cid: Der Cantar de mio Cid („Lied von meinem Cid“) stammt von einem unbekannten Verfasser und ist eines der ältesten Werke der spanischen Literatur. Es erzählt vom Leben und den Taten des vorbildlichen Ritters El Cid.
1.4.4 Sonstige Heldenepen des Mittelalters
  • Beowulf: Das frühmittelalterliche angelsächsische Gedicht beschreibt den Kampf des Helden Beowulf gegen das Monster Grendel und vereint dabei nordische mit christlichen Traditionen. Christliche Motive finden sich vor allem in der Beschreibung positiver Charaktereigenschaften Beowulfs und in der moralischen Bewertung von Entscheidungen. Zudem wird das Monster Grendel als Nachkomme des Brudermörders Kain aus dem Alten Testament dargestellt.
  • Das Nibelungenlied: Die Legenden beschreiben Dietrich als Königssohn und Helden, der zwölf Mitstreiter um sich sammelt und gegen Drachen und Riesen kämpft. Bert Nagel sah in den Darstellungen Dietrichs von Bern im ca. um das Jahr 1200 herum in Süddeutschland entstandenen Nibelungenlied den Ausdruck eines vom Christentum geprägten ritterlichen Ethos der Stauferzeit. Das Nibelungenlied, in dem Dietrich unter anderem erwähnt wird, geht nach Ansicht von Forschern auf ältere völkerwanderungszeitliche Sagen zurück, die später mit christlichen Einflüssen verbunden worden seien. Historisches Vorbild für die Darstellungen Dietrichs war möglicherweise der ostgotische König und arianische Christ Theoderich der Große.

1.5 Lyrik

  • Johann Gottfried Herder – Der Cid

1.6 Sachtexte

Hier werden Werke aus den Bereichen Theologie, Philosophie, Geschichte und Politik berücksichtigt, die mindestens älter als 50 Jahre bzw. die ihren zeitlosen Charakter hinreichend unter Beweis gestellt haben. Diese Werke haben einen Bezug zum christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes, wobei es sich bei den Autoren nicht um Christen handeln muss.

Theologie

  • Hans Urs von Balthasar – Cordula oder der Ernstfall
  • Bernhard von Clairvaux – Buch an die Tempelritter. Lobrede auf das neue Rittertum
  • Josemaría Escrivá – Der Weg. Der katholische Heilige formulierte in dieser Schrift sowie in den Nachfolgeschriften „Die Spur des Sämanns“ und „Im Feuer der Schmiede“ in Form von Aphorismen im Kontext des spanischen Bürgerkrieges entstandene Gedanken über eine männliche christliche Spiritualität, die in der Tradition des wehrhaften spanischen Katholizismus wurzeln.
  • Ignatius von Loyola – Geistliche Übungen: Die Spiritualität des hl. Ignatius, der bis zu einer schweren Verwundung als Offizier diente, ist im Wesen und im Stil soldatisch geprägt. Markus Keller schrieb über das Werk: „Soldatisch ist die klare Zielstrebigkeit der ignatianischen Aszese. Nie handelt Ignatius ins Blaue hinein: Immer geht er ohne Umschweife auf ein Ziel zu. So hat jede Besinnung oder Betrachtung ein fest umrissenes Ziel. Soldatisch ist auch die Kürze. […] Soldatisch ist auch oft die Ausdrucksweise. Ignatius sagt nicht: ’sich verleugnen‘, er sagt: ’sich besiegen‘, ‚gegen die Natur angehen wie mit Stich und Hieb‘. Betrachtungen erscheinen in militärische Formen und Farben gekleidet: ‚Der Ruf des Königs‘, ‚die zwei Banner‘. Der scharfe Gegensatz und die Entscheidung zwischen Gott und Satan, Christus und Welt wird geschildert als ein Kampf unter der Fahne Christi und Luzifers. Man muß das Ganze lesen auf dem Hintergrund des spanischen Heldenzeitalters der Reconquista […].“

Philosophie

  • Aristoteles – Nikomachische Ethik. Der Autor beschreibt hier die klassische griechische Tugendlehre wieder, die später durch das Christentum aufgenommen wurde. Das dieser Lehre zugrundeliegende Tugendverständnis betrachtet Tugend (Arete) als die Summe der Eigenschaften des militärisch tüchtigen Mannes.
  • Epiktet – Handbüchlein der Moral. Viele der Vorstellungen des heidnischen griechischen Autors der Antike bzw. der stoischen Philosophie wurden später in Konzepte christlicher Lebensführung integriert. Die stoische Philosophie prägte zudem abendländische Vorstellungen des Soldatentums und wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen von Überlegungen zur Stärkung psychischer Resilienz in Krisensituationen wieder verstärkt beachtet.
  • Romano Guardini: Vom ritterlichen Manne. Der katholische Theologe beschreibt in seinem im Buch „Briefe über Selbstbildung“ enthaltenen Aufsatz das christliche Idealbild des zum Kampf bereiten Mannes, dessen Leben von Werken und Taten des Dienstes bestimmt ist.
  • Werner Jaeger – Paideia. Die Formung des griechischen Menschen
  • Ernst Jünger – Der Waldgang
  • Inazo Nitobe – Bushido. Die Seele Japans. Der aus einem Samurai-Clan stammende und zum Christentum konvertierte Autor beschreibt in diesem Werk unter Betonung von Parallelen zum christlichen Rittertum und anderen christlichen Konzepten die Grundlagen des Dienstethos der japanischen Samurai.
  • Josef Pieper – Vom Sinn der Tapferkeit
  • Josef Pieper – Zucht und Maß. Über die vierte Kardinaltugend. Der katholische Philosoph erschließt in diesem Werk die Tugend der Mäßigung bzw der Disziplin aus christlicher Perspektive. Er beschreibt sie dabei als die „Tugend reifer Mannhaftigkeit“, die Voraussetzung eines dienenden Lebens sei.

Geschichte

  • Jacob Burkhardt – Weltgeschichtliche Betrachtungen. Der Autor setzte sich mit dem Wesen historischer Krisen auseinander, also mit Lagen, welche die politische und kulturelle Kontinuität von Gemeinwesen gefährden.  Er argumentierte dabei auf einer konservativen Grundlage und warnte unter anderem vor dem totalitären Potenzial utopischer Ideologien und einer bevorstehenden geistig-kulturellen Krise Europas in Folge seiner Abwendung vom Christentum.
  • Christopher Dawson: Die Religion im Aufbau der abendländischen Kultur. Der Historiker beschreibt in diesem Werk die Rolle des Christentums bei der Entstehung Europas und seiner Kultur in der Zeit zwischen der Spätantike und dem Mittelalter.
  • Romano Guardini – Das Ende der Neuzeit: Guardini beschrieb hier die besonderen geistlichen Herausforderungen, die mit der Krise Europas verbunden seien. Tapferkeit, „die sich dem heraufdrohenden Chaos entgegenstellt“, beschrieb er dabei als eine zentrale Eigenschaft einer dieser Lage gerecht werdenden Spiritualität. Sie habe gegen „den universellen Feind, das im Menschenwerk selbst aufsteigende Chaos zu bestehen“.

Politik

In der Politikwissenschaft setzt sich insbesondere die Denkschule des Realismus mit Fragen des Schutzes bzw. der Verteidigung und des Überlebens des Gemeinwesens auseinander. Diese Denkschule baut auf dem skeptischen Menschenbild des Christentums bzw. dessen Verständnis der Natur des Menschen auf und geht davon aus, dass Gemeinwesen zu allen Zeiten bedroht sein werden und ihre Verteidigung daher immer erforderlich sein wird.

  • Edmund Burke – Betrachtungen über die französische Revolution
  • Marcus Tullius Cicero – Von den Pflichten
  • Marcus Tullius Cicero – Vom Staat
  • Carl von Clausewitz – Vom Kriege: Insbesondere die ersten Kapitel des Buches, die Grundfragen der Strategie und des Krieges behandeln, sind von zeitloser Gültigkeit.
  • Niccolò Machiavelli – Discorsi
  • Platon – Der Staat
  • Oswald Spengler – Politische Schriften/Jahre der Entscheidung: Spengler setzte sich in diesen Werken vor dem Hintergrund der Krise Deutschlands im und nach dem Ersten Weltkrieg mit den Erfordernissen der Krisenfestigkeit eines Gemeinwesens auseinander. Das zuletzt genannte Werk gehörte gleichzeitig zu den letzten in Deutschland nach dem Beginn der NS-Diktatur erschienenen Büchern, indem der Nationalsozialismus offen und direkt kritisiert wurde.
  • Alexis de Tocqueville – Über die Demokratie in Amerika
  • Thomas von Aquin – Über die Herrschaft der Fürsten

2. Musik

2.1 Opern

  • Nikolaj Rimskij-Korsakow – Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch: Die ursprüngliche Version der Oper behandelt die Herausbildung der russischen Nations sowie den Kampf des christlichen Russlands gegen die Tataren und betont die Bedeutung des Christentums als Kraftquelle im Abwehrkampf gegen die nichtchristlichen Angreifer. 1926 wurde die Oper überarbeitet und ihr religiöser Inhalt stark reduziert.
  • Richard Wagner – Parsifal: Das Bühnenweihfestspiel Wagners beruht auf dem christlichen Gralsmythos.

2.2 Orchesterwerke

Vor allem die Musik der Romantik des 19. Jahrhunderts griff historische Themen auf, die einen Bezug zu Themen des schützenden und bewahrenden Dienstes des Christentums haben.

  • Michail Ippolitow-Iwanow – Georgischer Marsch: Der Marsch ist der vierte Satz der Kaukasischen Skizzen, Suite Nr. 2/“Iveria“. Der Komponist greift hier Themen der georgischen Volksmusik auf. Die christliche Kultur Georgiens ist von der Lage des Landes an den Grenzen des christlichen Kulturraums geprägt. Aufgrund der über viele Jahrhunderte hinweg bestehenden Bedrohung durch Mongolen, Osmanen und andere nichtchristliche Kulturen sind wehrhafte Aspekte in dieser Kultur besonders deutlich ausgeprägt.
  • Franz Liszt – Hunnenschlacht: Der Komponist wollte in seinem Werk den Kampf zwischen Kultur und Barbarei bzw. zwischen Christentum und Heidentum ausdrücken. Dies wird vor allem im Schlusschoral verdeutlicht, der den Sieg der Christen betont.
  • Peter Tschaikowski – Ouvertüre 1812: Das Stück stellt den Sieg Russlands über Napoleon 1812 dar. Es betont durch die Aufnahme von Elementen sakraler Musik christliche Motive. So wird etwa das  orthodoxe „Troparion vom Heiligen Kreuz“ („Gott, bewahre dein Volk“) zitiert.

2.3 Chorwerke

  • Modest Mussorgsky – Die Zerstörung von Sennacherib: Das Stück ist eine russischsprachige Vertonung des von Lord Byron verfassten Gedichts „The Destruction of Sennacherib“. Es beschreibt das Eingreifen eines Engels, mutmaßlich des Erzengels Michael, in die Kämpfe im Zuge der assyrischen Belagerung Jerusalems im Jahre 701 v. Chr.

2.4 Märsche

  • Der Marsch des Brian Boru: Dieser war der Begründer der Dynastie der O’Brien und der einzige Hochkönig in der Geschichte Irlands. Er fiel am Karfreitag des Jahres 1014 in der Schlacht von Clontarf im Abwehrkampf gegen die heidnischen Wikinger. Die Schlacht beendete die Zeit der heidnischen Besatzung Irlands. Der Überlieferung zufolge sollen christlich-irische Barden nach dem Sieg drei Tage lang den Marsch des Brian Boru an dessen Grab gespielt haben.

2.5 Geistliche Musik

Katholisch

  • Friedrich Spee – Unüberwindlich starker Held, Sankt Michael: Das katholische Lied aus dem 17. Jahrhundert ruft den Erzengel Michael als Kämpfer Gottes für die Kirche und als Beistand gegen das Böse an.
  • Mir nach, spricht Christus unser Held: Die im neuen katholischen Gesangbuch enthaltene Version wurde sprachlich entmilitarisiert.
  • Die Bogurodzica: Das im 13. Jahrhundert entstandene polnische Lied war die Krönungshymne des polnischen Königs Wladyslaw I. und wurde unter anderem bei der Schlacht von Warna 1444 gegen die Osmanen als Kampflied gesungen. Es ist an die Muttergottes und an Jesus Christus gerichtet.
  • Venantius Fortunatus – Vexilia Regis: Der vermutlich im 6. Jahrhundert entstandene „Hymnus zu Ehren des heiligen Kreuzes“ beginnt mit den Worten: „Die Standarten des Königs treten vor….“. Der lateinische Begriff „Vexilia“ ist eine Bezeichung für Feldzeichen oder Kriegsbanner.

Protestantisch

  • Martin Rinckart – Nun danket alle Gott: Das ursprünglich protestantische und später ökumenisch verwendete Friedenslied zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen geistlichen Liedern. Es fand durch Übersetzungen in viele Sprachen über Deutschland hinaus Verbreitung. Als „Choral von Leuthen“ hat es auch einen militärischen Bezug.
  • Ein feste Burg ist unser Gott: Das protestantische Kampflied wurde von Martin Luther verfasst, der vermutlich auch die Melodie des Liedes schuf.
  • Cecil Spring Rice – I vow to thee, my country: Das von Gustav Holst vertonte Gedicht entstand um 1910 unter dem Titel „Urbs Dei“ oder „The Two Fatherlands“. Es behandelt den Dienst des Christen am Reich Gottes und an seiner Nation. Der Dienst am Reich Gottes wird dabei im Sinne christlicher Lehre als übergeordnet dargestellt. Der Text betont zudem die Themen Dienst, Liebe und Opfer. Es wird vor allem in Großbritannien gesungen, ist aber in seiner gegenwärtig verbreiteten Form national neutral gestaltet und erwähnt nur „my country“.

Ostkirche

  • Troparion vom Heiligen Kreuz: Dieses wird an Kreuzfesten gesungen. Der Text lautet: „Rette, o Herr, Dein Volk und segne Dein Erbe. Sieg verleihe uns über den bösen Feind. Und behüte durch Dein Kreuz all Deine Gläubigen.“ In ostkirchlichen Monarchien diente es häufig als Nationalhymne. Der griechische Originaltext existiert in zwei Versionen, von denen eine um den Sieg der Kaiser über die Barbaren und die andere um den Sieg der Frommen gegen ihre Feinde bittet.

2.6 Lieder christlicher Jugendbünde

  • Friedrich Gundolf – Schließ Aug und Ohr: Das von Friedrich Gundolf (1880-1931) geschaffene Lied war zunächst im aus der katholischen Jugendbewegung hervorgegangenen „Grauen Orden“ verbreitet, dessen Leiter Willi Graf später der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ angehörte. Da es auch das Lieblingslied von Sophie Scholl war, gilt es als das „Lied der Weißen Rose“.Dieses Gedicht war in der Weißen Rose beliebt. Dort heißt es: „Die Stunde kommt da man dich braucht/Da sei du ganz bereit/und in das Feuer das verraucht/wirf dich als letztes Scheit.“
  • Die Eisenfaust am Lanzenschaft: Das 1921 im Umfeld der christlichen Jugendbewegung entstandene, von Robert Götz und Willi Nufer verfasste Lied behandelt Ereignisse des Zweiten Kreuzzugs.
  • Laßt die Banner wehen über unsern Reihen: Das Lied wird in der katholischen Pfadfinderbewegung gesungen
  • Prinz Eugen, der edle Ritter: Die von einem unbekannten Dichter vermutlich im 18. Jahrhundert verfasste Ballade behandelt die Taten Prinz Eugens im Zusammenhang mit der Befreiung Belgrads von den Osmanen.
  • Nachts steht Hunger starr in unserm Traum: Das ursprünglich im Umfeld der Pfadfinderbewegung und der Bündischen Jugend verbreitete Lied behandelt die Verfolgung der christlichen Kosaken durch die Kommunisten in Russland. Aus dem Text: „Ach! Dahin ist stolze Macht, keine Glocken klingen durch die rote Nacht. […] Noch fliegt Russlands heiliger Adler!“ Das Lied wurde später auch mit Bezug zu Untergrundaktivitäten der durch die Nationalsozialisten verbundenen Bündischen Jugend gesungen.

3. Bildende Kunst

Die christliche Kultur des schützenden Dienstes wurde auch in zahlreichen Werken der bildenden Kunst ausgedrückt.

3.1 Skulpturen und Plastiken

  • Der Bamberger Reiter: Der Historiker und Mediävist Ernst Kantorowicz sah in dem Reiterstandbild im Bamberger Dom aus dem 13. Jahrhundert das Idealbild des Rittertums dargestellt.
  • Andrea del Verrocchio – Das Reiterstandbild Bartolomeo Colleonis: Colleoni war General der Republik Venedig und gilt als eine der fähigsten militärischen Gestalten des Europas des 15. Jahrhunderts. Er soll zeitweise als militärischer Führer eines nicht zustande gekommenen Kreuzzugs zur Abwehr osmanischer Angriffe in Erwägung gezogen worden sein. Das Reiterstandbild in Venedig, das ihn zeigt, gehört zu den bedeutendsten Reiterstandbildern überhaupt und betont in idealisierter Weise die soldatischen Tugenden des Dargestellten.
  • Das Harbaville-Triptychon: Das Kunstwerk aus Elfenbein wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts in Konstantinopel mutmaßlich für den kaiserlichen Hof geschaffen. Es zeigt Jesus Christus auf seinem Thron als Herrscher, flankiert u. a. von Soldatenheiligen.

3.2 Malereien und Grafiken

  • Albrecht Dürer – Ritter, Tod und Teufel: Der Ritter symbolisiert das aktive, dienende Leben, das sich Risiken stellt und dabei mit dem Tod, aber auch mit der Versuchung zum Bösen konfrontiert ist.
  • Jan van Eyck – Der Genter Altar: Auf diesem sind u. a. Ritter als eine der Gruppen dargestellt, die sich in der Gegenwart Gottes befinden.
  • Matthias Grünwald – Der Isenheimer Altar: Der Gedanke des dienenden Opfers wird hier besonders beeindruckend dargestellt.

3.3 Tapisserien

  • Die Apokalypse von Angers (Wandteppich-Zyklus): Der durch den Weber Nicolas Bataille realisierte und durch den Maler Jan Bondol gestaltete Wandteppich wurde 1382 fertiggestellt. Das Werk wurde im Auftrag des Herzogs Ludwig I. von Anjou für den Ritterorden vom Kreuz hergestellt. Der ursprünglich rund 140 Meter lange Teppich zeigt zahlreiche Motive aus der Offenbarung des Johannes. Die Darstellungen betonen die heroischen Aspekte des überzeitlichen Kampfes zwischen den Kräften des Guten und Bösen. Kunsthistoriker bewerteten ihn als eine der bedeutendsten Umsetzungen des Themas.

4. Kunsthandwerk

Die Bedeutung von Objekten für das Kulturerbe

Der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann zufolge dienten bestimmte Gegenstände der Beglaubigung einer identitätsstiftenden Erinnerung an die gemeinsame Herkunft und Geschichte einer Gemeinschaft von Menschen. Diese „heroische Vergangenheit“ sei jedoch in der Regel „den Blicken entzogen“. Die „Ereignisse und Taten einer großen, aber dunklen Vergangenheit bedürfen“ daher „der Beglaubigung“, unter anderem durch Gegenstände..3

Laut der Humanethologin Christa Sütterlin werde der „symbolische Haushalt“ einer Gemeinschaft mit zunehmender Größe immer reicher. Städte würden ihre Gründungsakte „wie Sakramente an geschütztem und bewachtem Ort“ aufbewahren. Gemeinwesen und Gemeinschaften würden sich zudem Wappen, Fahnen oder Uniformen schaffen, um die Identifikation mit ihnen zu stärken.4

4.1 Waffen

Der Mensch ist seinen natürlichen Anlagen nach weniger wehrhaft als andere Kreaturen. Er verfügt werde über einen schützenden Panzer, noch über Krallen und Gift, noch über die Stärke und Geschwindigkeit von Raubtieren. Mit Hilfe seines Verstandes und seiner Geschicklichkeit kann er sich jedoch Waffen schaffen, um diese Unzulänglichkeiten auszugleichen. Die Herstellung von Waffen ist Teil seiner Natur und wird von ihm praktiziert, seit er existiert. Die Entwicklung von Waffen bzw. der Wettbewerb um die Schaffung immer leistungsfähigerer Waffen ist zudem einer der Treiber der Kultur des Menschen. Von der Steinzeit angefangen sind ganze Perioden der Geschichte des Menschen nach seiner Waffentechnologie bekannt. Außerdem waren Waffen von Anfang an auch Kunstgegenstände bzw. wurden von Kunsthandwerkern gestaltet.

Das Schwert in der christlich-abendländischen Kulturgeschichte

In den Klöstern des Mittelalters wurde auch das Handwerk der Waffenherstellung gepflegt und vervollkommnet. Beispiele dafür sind die hochwertigsten Schwerter der damaligen Zeit, die mutmaßlich in Klöstern hergestellt wurden:

  • Die Ulfberht-Schwerter: „Ulfberht“ ist eine moderne Transkription der Inschrift +VLFBERH+T, welche auf einigen Schwertern des 8. bis 11. Jahrhunderts zu finden ist. Es existieren viele Variationen der Inschrift, wie zum Beispiel +VLFBERHT+ oder auch VLFBERH+T. Allgemein vermutet man, dass es sich dabei ursprünglich um eine fränkische Person handelte, deren Name und Werkstatt später eine Art Handelsmarke begründeten. Es könne sich um den Schmied, aber auch um einen Herrscher oder Bischof handeln. Auf eine Werkstatt in kirchlichem Besitz verweist der Gebrauch von Kreuzen in der Signatur der Inschrift. Metallurgische Untersuchungen deuten darauf hin, dass einige der Schwerter im Kloster Fulda oder im Kloster Lorsch hergestellt wurden, wo eine Waffenproduktion historisch belegt ist. Die Charakteristika und das metallurgische Wissen der frühmittelalterlichen Schmiede machten die Schwerter zu den hochwertigsten Waffen der damaligen Zeit. Rund 170 Exemplare sind mittlerweile bekannt.
  • Die Ingelrii-Schwerter: Die Ingelrii-Gruppe besteht aus etwa 20 bekannten mittelalterlichen Schwertern aus dem 10. bis 12. Jahrhundert mit tauschierter Klingeninschrift INGELRII. Die Inschrift wird als Name des Klingenschmiedes gedeutet.

Zum entsprechenden Handwerk gehören auch Ritterrüstungen oder Kirchenglocken, die auch eine warnende und somit schützende Funktion hatten, oder die im Zusammenhang mit Ereignissen des schützenden Dienstes gefertigt wurden.

Waffen in der christlichen Überlieferung sowie in Legenden mit christlichem Bezug

In der christlichen Überlieferung sowie in Mythologie und christlichen Legenden gibt es das Motiv des Schwertes und anderer Waffen. Zu nennen sind hier vor allem die folgenden Schwerter und Waffen:

  • Die zwei Schwerter der Apostel: In Lk 22,35 fordert Jesus Christus die Apostel dazu auf, Schwerter zu kaufen. Sie präsentieren Jesus Christus anschließend zwei Schwerter, worauf er ihnen befiehl: „Genug davon!“ Vermutlich trug Petrus eines der beiden Schwerter und versuchte damit, Jesus Christus gegen die zu verteidigen, die ihn gefangen nehmen wollen. Über den weiteren Verbleib der Schwerter ist nichts bekannt. Es gibt diesbezüglich auch keine bekannten Legenden. Es wird vermutet, dass es der Wille Christi war, dass die Apostel die Schwerter nach seiner Kreuzigung zu ihrem Schutz bei sich tragen sollten.
  • Das Schwert der hl. Johanna von Orléans: Ihrer eigenen überlieferten Aussage nach hätten die heilige Katharina und die heilige Margareta ihr mitgeteilt, dass in der Kirche von Sainte-Catherine de Fierbois ein Schwert hinter dem Altar verborgen sei. Als sie den Auftrag gab, danach zu suchen, sei dort tatsächlich ein vergrabenes Schwert gefunden worden, auf dem fünf Kreuze angebracht gewesen seien. Über die Bedeutung der Kreuze wisse sie nichts. Fragen zum Verbleib des Schwertes wollte sie nicht beantworten. Sie habe mit dem Schwert nie einen Menschen getötet, und ihre Fahne sei ihr „hundertmal lieber als das Schwert“ gewesen.5 Einer späteren Legende nach habe es sich um das Schwert Karl Martells gehandelt. Dieser habe die Kirche errichten lassen und sein Schwert dort für einen künftigen Retter Frankreichs verborgen. Einer anderen Legende nach habe er es dort als Dankesopfer für seinen Sieg in der Schlacht von Tours und Poitiers hinterlassen.
  • Die heilige Lanze: Einer Legende aus dem apokryphen Nikodemusevangelium zufolge soll der römische Zenturio Longinus Jesus Christus mit einem Speer in die Seite gestochen haben. Durch das Heilige Blut sei der kranke Longinus geheilt worden, der sich anschließend taufen ließ und später als Märtyrer starb. Seit dem frühen Mittelalter ist eines von mehreren der als Speer des Longinus angenommenen Objekte eines der Herrschaftsinsignien des Heiligen Römischen Reiches. Ein Herrscher, der diese Lanze besaß, galt als unbesiegbar.
  • Ascalon: Das Schwert oder die Lanze, mit der Sankt Georg der Legende nach den Drachen tötete und das Land, das er terrorisierte, vom Bösen befreite.
  • Durendal: Die Erzählung über das legendäre, wundertätige Schwert Rolands ist Teil mehrerer Überlieferungen und findet sich auch im Rolandslied. Laut der nordischen „Karlamagnús saga“, die den Stoff vieler verlorengegangener altfranzösischer Epen aufgenommen hat, wurde Durendal zusammen mit Almace und Curtana von Wieland dem Schmied hergestellt und an Karl den Großen übergeben. Als dieser die Schwerter testete, habe sich Durendal als das tauglichste erwiesen, gefolgt von Almace und Curtana. Er habe Durendal zunächst für sich behalten und später an Roland übergeben. Curtana habe er an seinen Paladin Holger den Dänen und Almace an Turpin, den Erzbischof von Reims der ihn auf seinem Feldzug in Spanien begleitete, übergeben.
  • Almace: Im Rolandslied ist dies der Name des Schwertes von Turpin, des Erzbischofs von Reims, der zusammen mit Roland im Kampf fällt.
  • Hauteclere: Im Rolandslied der Name des Schwertes des Ritters Oliver, der in vielen altfranzösischen Heldenliedern vorkommt
  • Curtana: Ein Schwert dieses Namens wird bei der Krönung britischer Könige verwendet. Der Legende nach soll es zuvor dem Ritter Tristan aus der Artussage sowie Holger dem Dänen, einem Paladin Karls des Großen, gehört haben und aus dem gleichen Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Joyeuse und Durendal.
  • Nagelring: Ein legendäres Schwert Dietrichs von Bern, mit dem dieser den Riesen Grim tötet
  • Mimung: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Eckesachs: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Joyeuse: Das legendäre Schwert Karls des Großen soll der Erzählung zufolge aus demselben Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Durendal und Curtana. Es wird auch im Rolandslied erwähnt.
  • Sauvagine: Einer altfranzösischen Legende nach der Name eines weiteren Schwertes von Holger dem Dänen
  • Froberge: Einer altfranzösischen Legende nach der Name des Schwertes des Ritters Renaud de Montauban (dt. Reinold von Montalban oder Reinhold von Köln, der Stadtpatron von Dortmund)
  • Tizona: Eines der Schwerter des spanischen Ritters El Cid, der im 11. Jahrhundert gegen die Mauren kämpfte. Das Schwert Tizona soll ursprünglich einem Maurenkönig gehört haben, den El Cid besiegte.
  • Colada: Ein weiteres legendäres Schwert El Cids.
  • Lobera: „Wolfstöter“; der Name des historischen Schwertes Ferdinands des III. von Kastilien
  • Excalibur: Das Schwert von König Artus in der Artussage, in anderen Überlieferungen auch „Caliburn“ genannt
  • Pridwen: Einer Legende zufolge der Schild von König Artus, auf dem sich ein Bild der Muttergottes befand
  • Rhongomiant: Einer walisischen Legende nach der Speer von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe; in anderen Legenden als „Ron“ bezeichnet
  • Carnwennan: Einer walisischen Legende nach der Dolch von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe
  • Der Schild des Judas Makkabäus: Laut Artussage fand ihn der Ritter Gawan, nachdem er einen bösen Ritter besiegt hatte. Der Legende nach handelt es sich um einen roten Schild, der einen goldenen Adler zeigt.
  • Der Schild des Joseph von Arimathäa: Wird in der Artussage erwähnt, wo der Schild von Parzival entdeckt wird

Sonstige Waffen mit Bezug zum abendländischen Erbe

  • Aigis/Ägis: Ein von Hephaistos geschmieder Schild des Zeus, der in der Mitte das Haupt der Gorgo zeigt

4.2 Rüstungen

Inhalt folgt

4.3 Uniformen

Militärische Uniformen haben ihren Ursprung in den Mänteln der christlichen Ritterorden des Mittelalters, durch die diese ein einheitliches Erscheinungsbild herstellten, dass zudem über Zugehörigkeitskennzeichen verfügte.

4.4 „Türkenglocken“

Es handelt sich dabei um Kirchenglocken, die aus von geschlagenen osmanischen Angreifern zurückgelassenen Kanonen gegossen wurden. Sie finden sich vor allem in Österreich. Ein bekanntes Beispiel ist die Türkenglocke auf dem Grazer Schlossberg, die 1587 im Auftrag gegeben wurde und aus 101 osmanischen Kanonen gefertigt worden sei. Nach dem Sieg in der Schlacht um Wien bzw. in der Schlacht am Kahlenberg 1683 wurde die Glocke jeweils morgens, mittags und abends 101 Mal zum Dank an die Muttergottes und als Bitte für weiteren Schutz geläutet. Auch die „Pummerin“, die größte Glocke des Stephansdoms in Wien, wurde aus zurückgelassenen osmanischen Kanonen gegossen.

5. Architektur

  • Burgen
  • Wehrkirchen und Kirchenburgen: Kirchen, die so verstärkt sind, dass sie zur Abwehr von Angriffen sowie als Schutzbauten geeignet sind, bezeichnet man als Wehrkirchen. Ist eine Kirche von einer für Verteidigungszwecke geeigneten Mauer umgeben, die auch andere Wehrbauten umschließt, spricht man von Kirchenburgen. Sie finden sich vor allen an den früheren Kulturgrenzen Europas; insbesondere in Regionen, die islamischen Invasionen ausgesetzt waren wie etwa in Teilen Österreichs und Rumäniens. Dort dienten sie vor allem als Schutzbauten für die Bewohner ihrer Umgebung.
  • Befestigungsanlagen: Die Befestigungsanlagen der Insel Malta wurden zwischen 1530 und 1798 durch den Johanniterorden zur Abwehr osmanischer Angriffe auf die für Europa strategisch wichtige Insel angelegt und gelten als eines der besten gelungenen Werke militärischer Architektur weltweit. Die Festungsanlagen sind bis heute fast vollständig erhalten.

6. Reliquien

Eine Reliquie (von lat. reliquiae „Zurückgelassenes, Überbleibsel“) ist als Gegenstand kultischer religiöser Verehrung ein Überrest eines Heiligen, der Körper oder Teile davon oder auch ein Überbleibsel des persönlichen Besitzes. Eine Sonderform der Reliquien sind sogenannte Berührungsreliquien, also Gegenstände, mit denen der Heilige zu Lebzeiten in Berührung kam oder gekommen sein soll.

Das katholische Christentum geht davon aus, das Reliquien besondere Wirkungskraft besitzen. Im Alten Testament wird beschrieben, dass die Berührung einer Reliquie einen Toten wieder zum Leben erweckt habe.6 Eine besondere Bedeutung von Reliquien im Christentum ist seit dem zweiten Jahrhunderts n. Chr. nachgewiesen.

In vielen Fällen werden Reliquien in eigens dafür angefertigten Kunstwerken aufbewahrt.

Zu Reliquien, die einen besonderen Bezug zum schützenden und bewahrenden Dienst haben, gehört die Heilige Lanze (siehe oben).

Quellen

  1. Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten, Frankfurt am Main 2011.
  2. Aristoteles: Poetik, Stuttgart 1961.
  3. Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 2003, S. 55.
  4. Zit. nach Christa Sütterlin: „Denkmäler als Orte kultureller Erinnerung im öffentlichen Raum“, in: Hartmut Heller (Hrsg.): Raum – Heimat – fremde und vertraute Welt, Wien 2006, S. 80-103, hier: S. 87.
  5. Ruth Schirmer-Imhoff (Hrsg.): Der Prozeß. Jeanne d’Arc – Akten und Protokolle, München 1961, S. 31-32, 66.
  6. 2. Könige 13, 20-21.