Stand: 16.04.2021

Diese laufend aktualisierte Themenseite beschreibt Werke aus Literatur, Musik und bildender Kunst, die einen Bezug zum christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes haben. Die Seite befindet sich noch in einem unvollständigen frühen Stadium.

1. Literatur

Es werden sowohl Werke mit unmittelbarem christlichen Bezug als auch Werke aufgeführt, deren Gedanken in das Christentum integriert wurden oder integrierbar sind oder sonstige Bezüge zur christlichen Kultur des schützenden Dienstes aufweisen.

1.1 Romane

1.1.1 Artus- und Gralsromane

Der Artusroman ist eine literarische Gattung, bei der König Artus, die Ritter der Tafelrunde und die Suche nach dem heiligen Gral die zentralen Bezugspunkt der Handlung darstellen.

  • Chrétien de Troyes – Erec et Enide (Erec und Enide): Dieses um 1165 entstandene Werk ist der älteste Artus-Roman. Er stützt sich mutmaßlich unter anderem auf mündliche Überlieferungen keltischen Hintergrunds und erzählt die Geschichte des Artusritters Erec, der sich zunächst zu einem mit seinen Ritter- und Herrscherpflichten unvereinbaren Zusammenleben mit einer Frau entscheidet. Im zweiten Teil des Werkes wird ihm beschrieben, wie es ihm gelingt, Minne und Rittertum miteinander zu vereinbaren und er zur Tafelrunde zurückkehrt. Hartmann von Aue übertrug den altfranzösischen Text um 1180 ins Deutsche.
  • Chrétien de Troyes – Yvain ou Le Chevalier au lion (Iwain oder der Löwenritter): Das Werk entstand um 1190. Hartmann von Aue übertrug auch diesen Roman ins Deutsche. Es ist wie der Erec in zwei Handlungszyklen unterteilt. Der erste Teil beschreibt eine aventiure Iweins, der zu Ehre und Besitz sowie die Hand der schönen Burgherrin Laudine gewinnt. Im zweiten Teil verliert er alle diese Güter aus eigener Schuld, durchläuft aber einen Lernprozess und kehrt zu den Werten des Rittertums zurück.
  • Chrétien de Troyes – Li Contes del Graal ou Le roman de Perceval (Perceval oder die Erzählung vom Gral): Das um 1190 entstandene Werk stellt die letzte altfranzösische Erzählung der Artusepik dar und blieb unvollendet. Das Werk erzählt die Geschichte Percevals, der von einfachem Gemüt ist, durch die Gnade Gottes zu Ehre gelangt und der tapferste Ritter der Tafelrunde wird und sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral begibt.
  • Wolfram von Eschenbach – Parzival: Das Werk entstand um 1205 und nimmt  Bezug auf das Werk des Chrétien de Troyes.
1.1.2 Sonstige Ritterromane

Seit dem späten 14. Jahrhundert waren in Westeuropa Amadisromane verbreitet, die auf der Artussage beruhen, und deren Urfassung nicht erhalten ist. Sie beschreiben die Taten des Ritters Amadis de Gaula (Amadis von Gallien). Die älteste erhaltene Fassung eines solchen Romans wurde 1508 von Garci Rodríguez de Montalvo veröffentlicht, der selbst als Ritter in der Reconquista gekämpft hatte. Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts erschienen in Italien, Frankreich und Deutschland Übersetzungen und eigene Fortsetzungen dieser Romane.

In Spanien waren vor allem nach dem Ende der Reconquista im 16. Jahrhundert Ritterromane sehr verbreitet, zu deren Lesern auch Ignatius von Loyola, der Gründe des Jesuitenordens, gehörte. Miguel de Cervantes veröffentlichte 1605 mit „Don Quijote“ eine Satire auf diese Romane, die heute bekannter ist als die parodierten Werke.

1.1.3 Romane der Gegenwart
  • Werner Bergengruen – Der letzte Rittmeister
  • Ray Bradbury – Fahrenheit 451: In diesem dystopischen Roman beschreibt der christlich-geprägte Bradbury einen fiktiven totalitären Staat der Zukunft, dessen Bevölkerung durch totale Unterhaltung seelisch so korrumpiert ist, dass sie nicht mehr aktiv unterdrückt werden muss, weil sie ihren Zustand gutheißt. Gleichzeitig steht dieser Staat vor einer unabwendbaren Katastrophe. In dieser Lage bereitet sich eine kleine Gemeinschaft darauf vor, den späteren geistigen Wiederaufbau vorzubereiten.
  • Dino Buzzati – Die Tatarenwüste: Ein Roman über einen Offizier, der sein Leben damit verbringt, in einer abgelegenen Festung auf den Angriff des Gegners zu warten. Es geht um die „bittersüße Lust des höchsten Opfers […]. Dieser Roman ist eine gefährliche Lektüre für Menschen mittleren Alters, vor allem, wenn sie männlich sind.“ (Aus der Rezension von Hubert Spiegel in der FAZ).
  • Ernst Jünger – Auf den Marmorklippen: Eine Betrachtung des später katholisch gewordenen religiösen Mystikers Ernst Jünger über den Dienst im Angesicht von moralischem Verfall und Barbarei, die er zur Zeit der Herrschaft des Nationalsozialismus verfasste.
  • Jochen Klepper – Der Vater: Der Autor, der auch evangelischer Theologe war, zeichnete in diesem 1937 erschienenen Roman das Bild eines preußischen Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als ersten Diener im Staat begreift. Klepper stellte dieses Bild dem totalitären Führerkult seiner Zeit gegenüber.
  • Alexander Lernet-Holenia – Die Standarte
  • Jean Raspail: Sieben Reiter verließen die Stadt: Der traditionelle Katholik Raspail ergründet in diesem Roman die Ursachen des Zerfalls von Kulturen und verschiedene Möglichkeiten, sich dem auf dienende Weise zu stellen.
  • Jean Raspail: Sire
  • J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion
  • J. R. R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Der Autor sagte über sein Werk: „Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund auf ein religiöses und katholisches Werk; unbewusstermaßen zuerst, aber bewusst im Rückblick.“ In der Tradition europäischer Mythologie beschreibt er den Dienst einer Gemeinschaft im Kampf gegen das Böse und integriert dabei vorchristliche antike und heidnische Motive auf der Grundlage eines christlichen Weltbildes.
  • Ernst von Salomon – Die Kadetten
  • Franz Werfel – Die vierzig Tage des Musa Dagh: Der Roman behandelt den Widerstand der christlichen Armenier gegen den an ihnen von den Türken verübten Völkermord Anfang des 20. Jahrhunderts.

1.2 Novellen

1.3 Epik

Die lyrische Gattung der Epik beinhaltet erzählende Dichtung in Vers oder Prosaform. Das griechische Wort „Epos“ bedeutet soviel wie „Wort“ oder „Vers“. Streng genommen gehören auch Romane und Novellen zur Epik; diese werden hier jedoch getrennt betrachtet.

Ein Epos beruht meist auf dem Muster, das der Mythenforscher Joseph Campbell als „Heldenreise“ beschriebe hatte. Es beschreibt den praktischen Bildungs- und Entwicklungsprozess des Mannes durch Abenteuer und Kampf.1 Aristoteles bezeichnete das Epos als die Nachahmung guter Menschen in Versform.2

Die großen Epen des Abendlandes entstanden in Zeiten der Verwerfung oder beschreiben solche und das Handeln der Helden, die in ihnen hervortraten. Einige, etwa das Nibelungenlied und der Beowulf, entstanden während des Übergangs zwischen Spätantike und Mittelalter und können als Gründungsmythen der abendländischen Kultur gelten.

1.3.1 Vorchristliche Epik der Antike

In diesen Werken wurde u. a. das Tugendverständnis der griechischen Antike ausgedrückt, dass zum schützenden Dienst tüchtigen Mann als Ideal beschreibt. Dieses Tugendverständnis wurde später durch das Christentum integriert.

  • Homer – Die Ilias: Das im kulturellen Gedächtnis weniger als die Odyssee präsente Werk handelt zur Zeit des Trojanischen Krieges.
  • Homer – Die Odyssee: Das vermutlich um 800 v. Chr. Werk hat wahrscheinlich eine lange mündliche Überlieferungsgeschichte. Es erzählt von den Abenteuern des Helden Odysseus während seiner viele Jahre dauernden Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg. Allgemein bekannte Teile des Werkes sind der Kampf des Odysseus mit dem Zyklopen oder seine Begegnung mit dem verführerischen Gesang der Sirenen. Seine Mannschaft kommt in einem Sturm um, nachdem sie den Zorn der Götter durch das Verzehren der Rinder des Sonnengottes auf sich gezogen hatte. Nach seiner Rückkehrt tarnt sich Odysseus als Bettler und ergreift zusammen mit seinem Sohn Telemachos Maßnahmen, um die Freier loszuwerden, die sich nun in seinem Haus aufhalten, seine Frau Penelope zur Frau nehmen wollen und sein Vermögen verschwenden. In einem Wettbewerb im Bogenschießen gelingt es ihm als einzigem, seinen Bogen zu spannen, mit dem er einen Pfeil durch die Löcher von zwölf Axtköpfen schießt. Anschließend tötet er die Freier und gibt sich seiner Ehefrau zu erkennen, wodurch die Familie wieder vereint ist.
  • Vergil – Aeneis: Das Werk beschreibt die Flucht des Aeneas aus dem untergehenden Troja und seine Fahrten, die ihn nach Latium führen, wo er zum Stammvater der Römer wird. Es betont die römische Tugend der pietas bzw. des auf Pflichtbewusstsein beruhenden Dienstes.
1.3.2 Die Kreuzzugsepik

Bei den Kreuzliedern des Mittelalters handelte es sich um durch Minnesängern bzw. Troubadoure vorgetragene lyrische Texte, die Themen des Rittertums und der Kreuzzüge sowie der Reconquista behandelten. Es sind vor allem Texte in okzitanischer und mittelhochdeutscher Sprache überliefert.

1.3.3 Der Chanson de geste

Die als „Chansons de geste“ in altfranzösischer und okzitanischer Sprache formulierten Epen des Mittelalters behandeln vorwiegend die Taten fränkischer Könige beim Schutz der christlichen Länder gegen die Angriffe der Sarazenen während der Karolingerzeit. Diese Art von Epik entstand im nördlichen Frankreich und wurde vor allem im 12. Jahrhundert gepflegt. Der Abwehrkampf gegen die Sarazenen hatte für die frühe ritterliche Kultur eine ähnliche Bedeutung wie der Trojanische Krieg für die altgriechische Dichtung. In entsprechenden Gedichte komme dem Historiker Christopher Dawson zufolge ein nicht auf Nationen oder Staaten, sondern auf die gesamte Christenheit bezogener religiöser Patriotismus zum Ausdruck. Sprach- und Literaturwissenschaftler erkannten Parallelen zwischen den Chansons de geste und germanischer Heldenepik, etwa in Form von Namens- und Motivparallelen.

  • Das Rolandslied des Pfaffen Konrad: Die Legende des fränkischen Grafen Roland, deren historischer Hintergrund der Abwehrkampf Karls des Großen gegen die Sarazenen ist, wird unter anderem im ca. 1170 entstandenen Rolandslied wiedergegeben. Es handelt es sich bei dem Werk um eine deutschsprachige Bearbeitung französischer chansons de geste, d.h. Lieder über Heldentaten. Als Vorlage diente dem Autor die um 1100 entstandene, von einem unbekannten Autor geschaffene und lange nur mündlich überlieferte altfranzösische Chanson de Roland, die der älteste und wichtigste Text der französischen Heldenepik ist. Das Werk behandelt den Kampf der christlichen Franken gegen die muslimschen Mauren in Spanien, den Verrat des fränkischen Kriegers Ganelon, die Schlacht von Ronceval und Rolands Märtyrertod sowie die Vergeltung Karls des Großen an den Mauren und die Verurteilung Ganelons.
  • Cantar de mio Cid: Der Cantar de mio Cid („Lied von meinem Cid“) stammt von einem unbekannten Verfasser und ist eines der ältesten Werke der spanischen Literatur. Es erzählt vom Leben und den Taten des vorbildlichen Ritters El Cid.
1.3.4 Sonstige Heldendichtung des Mittelalters
  • Beowulf: Das im 8. Jahrhundert entstandene angelsächsische epische Heldengedicht „Beowulf“ handelt laut seinem unbekannten Dichter davon, wie „edelste Krieger sich Ehre erwarben“ und beschreibt den Kampf des Helden Beowulf gegen drei übernatürliche Feinde; den Troll Grendel und seine Mutter sowie einen Drachen. Das Werk enthält eine der ältesten Beschreibungen des Ethos, das später das christliche Rittertum prägte. Sein Inhalt beruht auf der Synthese aus vorchristlicher europäischer Kultur und christlichem Geist, die ab dem frühen Mittelter die abendländische Kultur prägte.
  • Das Nibelungenlied: Das Werk beschreibt den Mord an Siegfried und Kriemhilds Rache. Es beschreibt zudem den Königssohn und Helden Dietrich, der zwölf Mitstreiter um sich sammelt und gegen Drachen und Riesen kämpft. Bert Nagel sah in den Darstellungen Dietrichs von Bern im ca. um das Jahr 1200 herum in Süddeutschland entstandenen Nibelungenlied den Ausdruck eines vom Christentum geprägten ritterlichen Ethos der Stauferzeit. Das Nibelungenlied, in dem Dietrich unter anderem erwähnt wird, geht nach Ansicht von Forschern auf ältere völkerwanderungszeitliche Sagen zurück, die später mit christlichen Einflüssen verbunden worden seien. Historisches Vorbild für die Darstellungen Dietrichs war möglicherweise der ostgotische König und arianische Christ Theoderich der Große.
  • Die Dietrichsepik: Diese ist ein Sammelbegriff für mittelhochdeutsche Heldenepen, die Dietrich von Bern als Hauptfigur haben. Die Dietrichepik war vom 13. bis ins 17. Jahrhundert im deutschen Sprachraum beliebt und verbreitet. In Dietrich lebt wahrscheinlich die Erinnerung an den Ostgotenkönig und arianischen Christen Theoderich den Großen (gest. 526) fort. Zwei thematische Komplexe sind zu unterscheiden: Erzählungen von Dietrich und Ermanarich und Erzählungen von Dietrichs Abenteuern. Diese Komplexe sind auch in der Überlieferung und der Darstellung deutlich voneinander geschieden. Das bekannteste Werk der Dietrichsepik ist das Hildesbrandslied, eines der frühesten poetischen Textzeugnisse in einer deutschen Sprache aus dem 9. Jahrhundert. Es ist das einzige überlieferte Textzeugnis eines Heldenlieds germanischen Typs in der deutschen Literatur, und außerdem das älteste erhaltene germanische Heldenlied. Es erzählt in althochdeutscher bzw. altsächsischer Sprache eine Episode aus dem Sagenkreis um Dietrich von Bern.
1.3.5 Epen der Neuzeit
  • Der Kosovo-Zyklus: Es handelt sich um im späten 15. Jahrhundert entstandene, zunächst mündlich überlieferte Gesänge, die Teil der serbischen epischen Dichtung sind. Sie werden traditionell von einem als Guslar bezeichneten Sänger vorgetragen, der eine Spießgeige als Begleitinstrument nutzt, und behandeln die Helden der Schlacht auf dem Amselfeld. Die Schlacht selbst wird in den Gesängen nicht beschrieben. Sie wurden vermutlich durch westeuropäische Impulse bzw. durch kastilische Texte beeinflusst, die den Konflikt zwischen Islam und Christentum behandeln. In den zeitweise von Osmanen besetzten serbischen Gebieten auf dem Balkan stärkten die Gesänge den Widerstand über mehrere Jahrhunderte hinweg.

1.4 Lyrik

  • Johann Gottfried Herder – Der Cid

1.5 Sachtexte

Hier werden Werke aus den Bereichen Theologie, Philosophie, Geschichte und Politik berücksichtigt, die mindestens älter als 50 Jahre bzw. die ihren zeitlosen Charakter hinreichend unter Beweis gestellt haben. Diese Werke haben einen Bezug zum christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes, wobei es sich bei den Autoren nicht um Christen handeln muss.

1.5.1 Theologie
  • Hans Urs von Balthasar – Cordula oder der Ernstfall
  • Bernhard von Clairvaux – Buch an die Tempelritter. Lobrede auf das neue Rittertum
  • Josemaría Escrivá – Der Weg. Der katholische Heilige formulierte in dieser Schrift sowie in den Nachfolgeschriften „Die Spur des Sämanns“ und „Im Feuer der Schmiede“ in Form von Aphorismen im Kontext des spanischen Bürgerkrieges entstandene Gedanken über eine männliche christliche Spiritualität, die in der Tradition des wehrhaften spanischen Katholizismus wurzeln.
  • Ignatius von Loyola – Geistliche Übungen: Die Spiritualität des hl. Ignatius, der bis zu einer schweren Verwundung als Offizier diente, ist im Wesen und im Stil soldatisch geprägt. Markus Keller schrieb über das Werk: „Soldatisch ist die klare Zielstrebigkeit der ignatianischen Aszese. Nie handelt Ignatius ins Blaue hinein: Immer geht er ohne Umschweife auf ein Ziel zu. So hat jede Besinnung oder Betrachtung ein fest umrissenes Ziel. Soldatisch ist auch die Kürze. […] Soldatisch ist auch oft die Ausdrucksweise. Ignatius sagt nicht: ’sich verleugnen‘, er sagt: ’sich besiegen‘, ‚gegen die Natur angehen wie mit Stich und Hieb‘. Betrachtungen erscheinen in militärische Formen und Farben gekleidet: ‚Der Ruf des Königs‘, ‚die zwei Banner‘. Der scharfe Gegensatz und die Entscheidung zwischen Gott und Satan, Christus und Welt wird geschildert als ein Kampf unter der Fahne Christi und Luzifers. Man muß das Ganze lesen auf dem Hintergrund des spanischen Heldenzeitalters der Reconquista […].“
1.5.2 Philosophie
  • Aristoteles – Nikomachische Ethik. Der Autor beschreibt hier die klassische griechische Tugendlehre wieder, die später durch das Christentum aufgenommen wurde. Das dieser Lehre zugrundeliegende Tugendverständnis betrachtet Tugend (Arete) als die Summe der Eigenschaften des militärisch tüchtigen Mannes.
  • Epiktet – Handbüchlein der Moral. Viele der Vorstellungen des heidnischen griechischen Autors der Antike bzw. der stoischen Philosophie wurden später in Konzepte christlicher Lebensführung integriert. Die stoische Philosophie prägte zudem abendländische Vorstellungen des Soldatentums und wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen von Überlegungen zur Stärkung psychischer Resilienz in Krisensituationen wieder verstärkt beachtet.
  • Romano Guardini: Vom ritterlichen Manne. Der katholische Theologe beschreibt in seinem im Buch „Briefe über Selbstbildung“ enthaltenen Aufsatz das christliche Idealbild des zum Kampf bereiten Mannes, dessen Leben von Werken und Taten des Dienstes bestimmt ist.
  • Werner Jaeger – Paideia. Die Formung des griechischen Menschen
  • Ernst Jünger – Der Waldgang
  • Inazo Nitobe – Bushido. Die Seele Japans. Der aus einem Samurai-Clan stammende und zum Christentum konvertierte Autor beschreibt in diesem Werk unter Betonung von Parallelen zum christlichen Rittertum und anderen christlichen Konzepten die Grundlagen des Dienstethos der japanischen Samurai.
  • Josef Pieper – Vom Sinn der Tapferkeit
  • Josef Pieper – Zucht und Maß. Über die vierte Kardinaltugend. Der katholische Philosoph erschließt in diesem Werk die Tugend der Mäßigung bzw der Disziplin aus christlicher Perspektive. Er beschreibt sie dabei als die „Tugend reifer Mannhaftigkeit“, die Voraussetzung eines dienenden Lebens sei.
1.5.3 Geschichte
  • Jacob Burkhardt – Weltgeschichtliche Betrachtungen. Der Autor setzte sich mit dem Wesen historischer Krisen auseinander, also mit Lagen, welche die politische und kulturelle Kontinuität von Gemeinwesen gefährden.  Er argumentierte dabei auf einer konservativen Grundlage und warnte unter anderem vor dem totalitären Potenzial utopischer Ideologien und einer bevorstehenden geistig-kulturellen Krise Europas in Folge seiner Abwendung vom Christentum.
  • Christopher Dawson: Die Religion im Aufbau der abendländischen Kultur. Der Historiker beschreibt in diesem Werk die Rolle des Christentums bei der Entstehung Europas und seiner Kultur in der Zeit zwischen der Spätantike und dem Mittelalter.
  • Romano Guardini – Das Ende der Neuzeit: Guardini beschrieb hier die besonderen geistlichen Herausforderungen, die mit der Krise Europas verbunden seien. Tapferkeit, „die sich dem heraufdrohenden Chaos entgegenstellt“, beschrieb er dabei als eine zentrale Eigenschaft einer dieser Lage gerecht werdenden Spiritualität. Sie habe gegen „den universellen Feind, das im Menschenwerk selbst aufsteigende Chaos zu bestehen“.
1.5.4 Politik

In der Politikwissenschaft setzt sich insbesondere die Denkschule des Realismus mit Fragen des Schutzes bzw. der Verteidigung und des Überlebens des Gemeinwesens auseinander. Diese Denkschule baut auf dem skeptischen Menschenbild des Christentums bzw. dessen Verständnis der Natur des Menschen auf und geht davon aus, dass Gemeinwesen zu allen Zeiten bedroht sein werden und ihre Verteidigung daher immer erforderlich sein wird.

  • Edmund Burke – Betrachtungen über die französische Revolution
  • Marcus Tullius Cicero – Von den Pflichten: Dieses Werk prägte das politische Denken der abendländischen Kultur über zwei Jahrtausende hinweg wie kaum ein anders. Zahlreiche Kirchenlehrer und Kirchenväter griffen seinen Inhalt auf. Es gehörte zu den ersten drei gedruckten Büchern und ist seit dem Mittelalter Teil des Bildungskanons.
  • Marcus Tullius Cicero – Vom Staat
  • Carl von Clausewitz – Vom Kriege: Insbesondere die ersten Kapitel des Buches, die Grundfragen der Strategie und des Krieges behandeln, sind von zeitloser Gültigkeit.
  • Niccolò Machiavelli – Discorsi
  • Platon – Der Staat
  • Oswald Spengler – Politische Schriften/Jahre der Entscheidung: Spengler setzte sich in diesen Werken vor dem Hintergrund der Krise Deutschlands im und nach dem Ersten Weltkrieg mit den Erfordernissen der Krisenfestigkeit eines Gemeinwesens auseinander. Das zuletzt genannte Werk gehörte gleichzeitig zu den letzten in Deutschland nach dem Beginn der NS-Diktatur erschienenen Büchern, indem der Nationalsozialismus offen und direkt kritisiert wurde.
  • Alexis de Tocqueville – Über die Demokratie in Amerika
  • Thomas von Aquin – Über die Herrschaft der Fürsten

2. Musik

2.1 Opern

  • Nikolaj Rimskij-Korsakow – Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch: Die ursprüngliche Version der Oper behandelt die Herausbildung der russischen Nations sowie den Kampf des christlichen Russlands gegen die Tataren und betont die Bedeutung des Christentums als Kraftquelle im Abwehrkampf gegen die nichtchristlichen Angreifer. 1926 wurde die Oper überarbeitet und ihr religiöser Inhalt stark reduziert.
  • Richard Wagner – Parsifal: Das Bühnenweihfestspiel Wagners beruht auf dem christlichen Gralsmythos.

2.2 Orchesterwerke

Vor allem die Musik der Romantik des 19. Jahrhunderts griff historische Themen auf, die einen Bezug zu Themen des schützenden und bewahrenden Dienstes haben.

  • Aaron Copland – Fanfare for the Common Man
  • Michail Ippolitow-Iwanow – Georgischer Marsch: Der Marsch ist der vierte Satz der Kaukasischen Skizzen, Suite Nr. 2/“Iveria“. Der Komponist greift hier Themen der georgischen Volksmusik auf. Die christliche Kultur Georgiens ist von der Lage des Landes an den Grenzen des christlichen Kulturraums geprägt. Aufgrund der über viele Jahrhunderte hinweg bestehenden Bedrohung durch Mongolen, Osmanen und andere nichtchristliche Kulturen sind wehrhafte Aspekte in dieser Kultur besonders deutlich ausgeprägt.
  • Franz Liszt – Hunnenschlacht: Der Komponist wollte in seinem Werk den Kampf zwischen Kultur und Barbarei bzw. zwischen Christentum und Heidentum ausdrücken. Dies wird vor allem im Schlusschoral verdeutlicht, der den Sieg der Christen betont.
  • Peter Tschaikowski – Ouvertüre 1812: Das Stück behandelt den Sieg Russlands über Napoleon 1812 dar. Es betont durch die Aufnahme von Elementen sakraler Musik christliche Motive. So wird etwa das  orthodoxe „Troparion vom Heiligen Kreuz“ („Gott, bewahre dein Volk“) zitiert.
  • Ralph Vaughan-Williams – Dona nobis pacem

2.3 Chorwerke

  • Modest Mussorgsky – Die Zerstörung von Sennacherib: Das Stück ist eine russischsprachige Vertonung des von Lord Byron verfassten Gedichts „The Destruction of Sennacherib“. Es beschreibt das Eingreifen eines Engels, mutmaßlich des Erzengels Michael, in die Kämpfe im Zuge der assyrischen Belagerung Jerusalems im Jahre 701 v. Chr.

2.4 Märsche

  • Der Marsch des Brian Boru: Dieser war der Begründer der Dynastie der O’Brien und der einzige Hochkönig in der Geschichte Irlands. Er fiel am Karfreitag des Jahres 1014 in der Schlacht von Clontarf im Abwehrkampf gegen die heidnischen Wikinger. Die Schlacht beendete die Zeit der heidnischen Besatzung Irlands. Der Überlieferung zufolge sollen christlich-irische Barden nach dem Sieg drei Tage lang den Marsch des Brian Boru an dessen Grab gespielt haben.

2.5 Geistliche Musik

Katholisch

  • Friedrich Spee – Unüberwindlich starker Held, Sankt Michael: Das katholische Lied aus dem 17. Jahrhundert ruft den Erzengel Michael als Kämpfer Gottes für die Kirche und als Beistand gegen das Böse an.
  • Mir nach, spricht Christus unser Held: Die im neuen katholischen Gesangbuch enthaltene Version wurde sprachlich entmilitarisiert.
  • Die Bogurodzica: Das im 13. Jahrhundert entstandene polnische Lied war die Krönungshymne des polnischen Königs Wladyslaw I. und wurde unter anderem bei der Schlacht von Warna 1444 gegen die Osmanen als Kampflied gesungen. Es ist an die Muttergottes und an Jesus Christus gerichtet.
  • Venantius Fortunatus – Vexilia Regis: Der vermutlich im 6. Jahrhundert entstandene „Hymnus zu Ehren des heiligen Kreuzes“ beginnt mit den Worten: „Die Standarten des Königs treten vor….“. Der lateinische Begriff „Vexilia“ ist eine Bezeichung für Feldzeichen oder Kriegsbanner.

Protestantisch

  • Martin Rinckart – Nun danket alle Gott: Das ursprünglich protestantische und später ökumenisch verwendete Friedenslied zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen geistlichen Liedern. Es fand durch Übersetzungen in viele Sprachen über Deutschland hinaus Verbreitung. Als „Choral von Leuthen“ hat es auch einen militärischen Bezug.
  • Ein feste Burg ist unser Gott: Das protestantische Kampflied wurde von Martin Luther verfasst, der vermutlich auch die Melodie des Liedes schuf.
  • Cecil Spring Rice – I vow to thee, my country: Das von Gustav Holst vertonte Gedicht entstand um 1910 unter dem Titel „Urbs Dei“ oder „The Two Fatherlands“. Es behandelt den Dienst des Christen am Reich Gottes und an seiner Nation. Der Dienst am Reich Gottes wird dabei im Sinne christlicher Lehre als übergeordnet dargestellt. Der Text betont zudem die Themen Dienst, Liebe und Opfer. Es wird vor allem in Großbritannien gesungen, ist aber in seiner gegenwärtig verbreiteten Form national neutral gestaltet und erwähnt nur „my country“.

Ostkirche

  • Troparion vom Heiligen Kreuz: Dieses wird an Kreuzfesten gesungen. Der Text lautet: „Rette, o Herr, Dein Volk und segne Dein Erbe. Sieg verleihe uns über den bösen Feind. Und behüte durch Dein Kreuz all Deine Gläubigen.“ In ostkirchlichen Monarchien diente es häufig als Nationalhymne. Der griechische Originaltext existiert in zwei Versionen, von denen eine um den Sieg der Kaiser über die Barbaren und die andere um den Sieg der Frommen gegen ihre Feinde bittet.

2.6 Lieder christlicher Jugendbünde

  • Friedrich Gundolf – Schließ Aug und Ohr: Das von Friedrich Gundolf (1880-1931) geschaffene Lied war zunächst im aus der katholischen Jugendbewegung hervorgegangenen „Grauen Orden“ verbreitet, dessen Leiter Willi Graf später der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ angehörte. Da es auch das Lieblingslied von Sophie Scholl war, gilt es als das „Lied der Weißen Rose“.Dieses Gedicht war in der Weißen Rose beliebt. Dort heißt es: „Die Stunde kommt da man dich braucht/Da sei du ganz bereit/und in das Feuer das verraucht/wirf dich als letztes Scheit.“
  • Die Eisenfaust am Lanzenschaft: Das 1921 im Umfeld der christlichen Jugendbewegung entstandene, von Robert Götz und Willi Nufer verfasste Lied behandelt Ereignisse des Zweiten Kreuzzugs.
  • Laßt die Banner wehen über unsern Reihen: Das Lied wird in der katholischen Pfadfinderbewegung gesungen
  • Prinz Eugen, der edle Ritter: Die von einem unbekannten Dichter vermutlich im 18. Jahrhundert verfasste Ballade behandelt die Taten Prinz Eugens im Zusammenhang mit der Befreiung Belgrads von den Osmanen.
  • Nachts steht Hunger starr in unserm Traum: Das ursprünglich im Umfeld der Pfadfinderbewegung und der Bündischen Jugend verbreitete Lied behandelt die Verfolgung der christlichen Kosaken durch die Kommunisten in Russland. Aus dem Text: „Ach! Dahin ist stolze Macht, keine Glocken klingen durch die rote Nacht. […] Noch fliegt Russlands heiliger Adler!“ Das Lied wurde später auch mit Bezug zu Untergrundaktivitäten der durch die Nationalsozialisten verbundenen Bündischen Jugend gesungen.

3. Bildende Kunst

Die christliche Kultur des schützenden Dienstes wurde auch in zahlreichen Werken der bildenden Kunst ausgedrückt.

3.1 Skulpturen und Plastiken

  • Der Bamberger Reiter: Der Historiker und Mediävist Ernst Kantorowicz sah in dem Reiterstandbild im Bamberger Dom aus dem 13. Jahrhundert das Idealbild des Rittertums dargestellt.
  • Andrea del Verrocchio – Das Reiterstandbild Bartolomeo Colleonis: Colleoni war General der Republik Venedig und gilt als eine der fähigsten militärischen Gestalten des Europas des 15. Jahrhunderts. Er soll zeitweise als militärischer Führer eines nicht zustande gekommenen Kreuzzugs zur Abwehr osmanischer Angriffe in Erwägung gezogen worden sein. Das Reiterstandbild in Venedig, das ihn zeigt, gehört zu den bedeutendsten Reiterstandbildern überhaupt und betont in idealisierter Weise die soldatischen Tugenden des Dargestellten.
  • Das Harbaville-Triptychon: Das Kunstwerk aus Elfenbein wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts in Konstantinopel mutmaßlich für den kaiserlichen Hof geschaffen. Es zeigt Jesus Christus auf seinem Thron als Herrscher, flankiert u. a. von Soldatenheiligen.

3.2 Malereien und Grafiken

  • Albrecht Dürer – Ritter, Tod und Teufel: Der Ritter symbolisiert das aktive, dienende Leben, das sich Risiken stellt und dabei mit dem Tod, aber auch mit der Versuchung zum Bösen konfrontiert ist.
  • Jan van Eyck – Der Genter Altar: Auf diesem sind u. a. Ritter als eine der Gruppen dargestellt, die sich in der Gegenwart Gottes befinden.
  • Matthias Grünwald – Der Isenheimer Altar: Der Gedanke des dienenden Opfers wird hier besonders beeindruckend dargestellt.

3.3 Tapisserien

  • Die Apokalypse von Angers (Wandteppich-Zyklus): Der durch den Weber Nicolas Bataille realisierte und durch den Maler Jan Bondol gestaltete Wandteppich wurde 1382 fertiggestellt. Das Werk wurde im Auftrag des Herzogs Ludwig I. von Anjou für den Ritterorden vom Kreuz hergestellt. Der ursprünglich rund 140 Meter lange Teppich zeigt zahlreiche Motive aus der Offenbarung des Johannes. Die Darstellungen betonen die heroischen Aspekte des überzeitlichen Kampfes zwischen den Kräften des Guten und Bösen. Kunsthistoriker bewerteten ihn als eine der bedeutendsten Umsetzungen des Themas.

4. Handwerk und Kunsthandwerk

Die Bedeutung von Objekten für das Kulturerbe

Der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann zufolge dienten bestimmte Gegenstände der Beglaubigung einer identitätsstiftenden Erinnerung an die gemeinsame Herkunft und Geschichte einer Gemeinschaft von Menschen. Diese „heroische Vergangenheit“ sei jedoch in der Regel „den Blicken entzogen“. Die „Ereignisse und Taten einer großen, aber dunklen Vergangenheit bedürfen“ daher „der Beglaubigung“, unter anderem durch Gegenstände..3

Laut der Humanethologin Christa Sütterlin werde der „symbolische Haushalt“ einer Gemeinschaft mit zunehmender Größe immer reicher. Städte würden ihre Gründungsakte „wie Sakramente an geschütztem und bewachtem Ort“ aufbewahren. Gemeinwesen und Gemeinschaften würden sich zudem Wappen, Fahnen oder Uniformen schaffen, um die Identifikation mit ihnen zu stärken.4

4.1 Waffen

Der Mensch ist seinen natürlichen Anlagen nach weniger wehrhaft als andere Kreaturen. Er verfügt werde über einen schützenden Panzer, noch über Krallen und Gift, noch über die Stärke und Geschwindigkeit von Raubtieren. Mit Hilfe seines Verstandes und seiner Geschicklichkeit kann er sich jedoch Waffen schaffen, um diese Unzulänglichkeiten auszugleichen. Die Herstellung von Waffen ist Teil seiner Natur und wird von ihm praktiziert, seit er existiert. Die Entwicklung von Waffen bzw. der Wettbewerb um die Schaffung immer leistungsfähigerer Waffen ist zudem einer der Treiber der Kultur des Menschen. Von der Steinzeit angefangen sind ganze Perioden der Geschichte des Menschen nach seiner Waffentechnologie bekannt. Außerdem waren Waffen von Anfang an auch Kunstgegenstände bzw. wurden von Kunsthandwerkern gestaltet.

4.1.1 Schwerter und Offensivwaffen

Schwerter und Offensivwaffen in der Bibel christlichen Überlieferung sowie in Legenden mit christlichem Bezug

Die Symbolik der Waffe, insbesondere des Schwertes, ist in der Bibel ambivalent. Waffen symbolisieren etwa Feinde und ihre Angriffe. In ihrer schützenden Funktion werden Waffen jedoch positiv bewertet.

  • Die Schleuder Davids: Der spätere König David tötete der Überlieferung nach als Junge den Vorkämpfer der Philister, den riesenhaften Goliat, im Zweikampf mit einer Schleuder und bewies dadurch Tapferkeit und Vertrauen in Gott.5 Nachdem David Goliat getötet hatte, nahm er dessen Schwert an sich und enthauptete den Leichnam mit diesem.6
  • Das heilige Schwert des Judas Makkabäus: Der jüdische Freiheitskämpfer Judas Makkabäus empfing laut dem 2. Makkabäerbuch, das Teil des katholischen Bibelkanons ist, durch den ihm erschienenen Propheten Jeremia ein goldenes Schwert für seinen Kampf gegen Nikanor. Jeremia sagte dabei: „Nimm das heilige Schwert, das Gott dir schenkt. Mit ihm wirst du die Feinde schlagen.“7 Claus Schenk Graf von Stauffenberg soll wenige Tage dem 20. Juli 1944 die Rosenkranzbasilika in Berlin aufgesucht haben. Dort gibt es ein Votivbild der Rosenkranz-Madonna, auf dem sich die Inschrift befindet, die die erwähnte Stelle aus dem 2. Makkabäerbuch zitiert: „Accipe Sanctum Gladium a Deo“, auf Deutsch: „Empfange dieses heilige Schwert von Gott“.
  • Die zwei Schwerter der Apostel: In Lk 22,35 fordert Jesus Christus die Apostel dazu auf, Schwerter zu kaufen. Sie präsentieren Jesus Christus anschließend zwei Schwerter, worauf er ihnen befahl: „Genug davon!“ Vermutlich trug Petrus eines der beiden Schwerter und versuchte damit, Jesus Christus gegen die zu verteidigen, die ihn gefangen nehmen wollen, was Christus ihm untersagte. Über den weiteren Verbleib der Schwerter ist nichts bekannt. Es gibt diesbezüglich auch keine bekannten Legenden. Es wird vermutet, dass es der Wille Christi war, dass die Apostel die Schwerter nach seiner Kreuzigung zu ihrem Schutz bei sich tragen sollten.

Schwerter und Offensivwaffen in der christlichen Überlieferung sowie in Legenden mit christlichem Bezug

In der christlichen Überlieferung sowie in Mythologie und christlichen Legenden gibt es das Motiv des Schwertes und anderer Waffen. Zu nennen sind hier vor allem die folgenden Schwerter und Waffen:

  • Das Schwert der hl. Johanna von Orléans: Ihrer eigenen überlieferten Aussage nach hätten die heilige Katharina und die heilige Margareta ihr mitgeteilt, dass in der Kirche von Sainte-Catherine de Fierbois ein Schwert hinter dem Altar verborgen sei. Als sie den Auftrag gab, danach zu suchen, sei dort tatsächlich ein vergrabenes Schwert gefunden worden, auf dem fünf Kreuze angebracht gewesen seien. Über die Bedeutung der Kreuze wisse sie nichts. Fragen zum Verbleib des Schwertes wollte sie nicht beantworten. Sie habe mit dem Schwert nie einen Menschen getötet, und ihre Fahne sei ihr „hundertmal lieber als das Schwert“ gewesen.8 Einer späteren Legende nach habe es sich um das Schwert Karl Martells gehandelt. Dieser habe die Kirche errichten lassen und sein Schwert dort für einen künftigen Retter Frankreichs verborgen. Einer anderen Legende nach habe er es dort als Dankesopfer für seinen Sieg in der Schlacht von Tours und Poitiers hinterlassen. Der Schriftsteller Marc Twain schrieb in seinem aufwändig recherchierten biographischen Roman, der das Leben der Heiligen behandelt, dass zwei Schwerter, die ihr gehört haben sollen, sowie ein von ihr geführtes Banner, die für 360 Jahre in der Kathedrale von Orleans aufbewahrt worden seien, zusammen mit anderen Reliquien während der Französischen Revolution zerstört worden seien.9 Ein ihr zugeschriebenes Schwert, dessen Echtheit jedoch fragwürdig ist, befindet sich zudem im Musée des Beaux-Arts de Dijon.
  • Die heilige Lanze: Einer Legende aus dem apokryphen Nikodemusevangelium zufolge soll der römische Zenturio Longinus Jesus Christus mit einem Speer in die Seite gestochen haben. Durch das Heilige Blut sei der kranke Longinus geheilt worden, der sich anschließend taufen ließ und später als Märtyrer starb. Seit dem frühen Mittelalter ist eines von mehreren der als Speer des Longinus angenommenen Objekte eines der Herrschaftsinsignien des Heiligen Römischen Reiches. Ein Herrscher, der diese Lanze besaß, galt als unbesiegbar
  • Ascalon: Das Schwert oder die Lanze, mit der Sankt Georg der Legende nach den Drachen tötete und das Land, das er terrorisierte, vom Bösen befreite.
  • Durendal: Die Erzählung über das legendäre, wundertätige Schwert Rolands ist Teil mehrerer Überlieferungen und findet sich auch im Rolandslied. Laut der nordischen „Karlamagnús saga“, die den Stoff vieler verlorengegangener altfranzösischer Epen aufgenommen hat, wurde Durendal zusammen mit Almace und Curtana von Wieland dem Schmied hergestellt und an Karl den Großen übergeben. Als dieser die Schwerter testete, habe sich Durendal als das tauglichste erwiesen, gefolgt von Almace und Curtana. Er habe Durendal zunächst für sich behalten und später an Roland übergeben. Curtana habe er an seinen Paladin Holger den Dänen und Almace an Turpin, den Erzbischof von Reims der ihn auf seinem Feldzug in Spanien begleitete, übergeben.
  • Almace: Im Rolandslied ist dies der Name des Schwertes von Turpin, des Erzbischofs von Reims, der zusammen mit Roland im Kampf fällt.
  • Hauteclere: Im Rolandslied der Name des Schwertes des Ritters Oliver, der in vielen altfranzösischen Heldenliedern vorkommt
  • Curtana: Ein Schwert dieses Namens wird bei der Krönung britischer Könige verwendet. Der Legende nach soll es zuvor dem Ritter Tristan aus der Artussage sowie Holger dem Dänen, einem Paladin Karls des Großen, gehört haben und aus dem gleichen Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Joyeuse und Durendal.
  • Hrunting: Das Schwert Beowulfs wird beschrieben als „das Schwert seiner Ahnen/ein Schatz ohnegleichen,/Glitzernd wie Gift/der gleißende Stahl,/gehärtet in Blut; seinem Biss durft‘ vertrauen,/wer in Händen es hielt“.10
  • Nægling: Ein weiteres Schwert Beowulfs
  • Nagelring: Ein legendäres Schwert Dietrichs von Bern, mit dem dieser den Riesen Grim tötet
  • Mimung: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Eckesachs: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Joyeuse: Das legendäre Schwert Karls des Großen soll der Erzählung zufolge aus demselben Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Durendal und Curtana. Es wird auch im Rolandslied erwähnt.
  • Sauvagine: Einer altfranzösischen Legende nach der Name eines weiteren Schwertes von Holger dem Dänen
  • Froberge: Einer altfranzösischen Legende nach der Name des Schwertes des Ritters Renaud de Montauban (dt. Reinold von Montalban oder Reinhold von Köln, der Stadtpatron von Dortmund)
  • Tizona: Eines der Schwerter des spanischen Ritters El Cid, der im 11. Jahrhundert gegen die Mauren kämpfte. Das Schwert Tizona soll ursprünglich einem Maurenkönig gehört haben, den El Cid besiegte.
  • Colada: Ein weiteres legendäres Schwert El Cids.
  • Lobera: „Wolfstöter“; der Name des historischen Schwertes Ferdinands des III. von Kastilie
  • Excalibur: Das Schwert von König Artus in der Artussage, in anderen Überlieferungen auch „Caliburn“ genannt
  • Rhongomiant: Einer walisischen Legende nach der Speer von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe; in anderen Legenden als „Ron“ bezeichnet
  • Carnwennan: Einer walisischen Legende nach der Dolch von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe.

Das Schwert in der christlich-abendländischen Kulturgeschichte

In den Klöstern des Mittelalters wurde auch das Handwerk der Waffenherstellung gepflegt und vervollkommnet. Beispiele dafür sind die hochwertigsten Schwerter der damaligen Zeit, die mutmaßlich in Klöstern hergestellt wurden:

  • Die Ulfberht-Schwerter: „Ulfberht“ ist eine moderne Transkription der Inschrift +VLFBERH+T, welche auf einigen Schwertern des 8. bis 11. Jahrhunderts zu finden ist. Es existieren viele Variationen der Inschrift, wie zum Beispiel +VLFBERHT+ oder auch VLFBERH+T. Allgemein vermutet man, dass es sich dabei ursprünglich um eine fränkische Person handelte, deren Name und Werkstatt später eine Art Handelsmarke begründeten. Es könne sich um den Schmied, aber auch um einen Herrscher oder Bischof handeln. Auf eine Werkstatt in kirchlichem Besitz verweist der Gebrauch von Kreuzen in der Signatur der Inschrift. Metallurgische Untersuchungen deuten darauf hin, dass einige der Schwerter im Kloster Fulda oder im Kloster Lorsch hergestellt wurden, wo eine Waffenproduktion historisch belegt ist. Die Charakteristika und das metallurgische Wissen der frühmittelalterlichen Schmiede machten die Schwerter zu den hochwertigsten Waffen der damaligen Zeit. Rund 170 Exemplare sind mittlerweile bekannt. Der Archäometallurge Alan Williams fand heraus, dass die als „+VLFBERHT+“ markierten Schwerter einen höheren Kohlenstoffanteil aufgewiesen hätten als die „+VLFBERH+T“ markierten. Er folgerte daraus, dass es sich bei den ersteren um minderwertige Kopien handelte, die überwiegend aus normalem Eisen bestanden und nicht aus dem teureren, mutmaßlich aus dem Orient importierten Stahl. Die Originale seien unter diesem Namen rund 300 Jahre lang gefertigt worden, weshalb es sich um einen frühen Markennamen handele. Die Ulfberht-Schmiede habe im 11. Jahrhundert ihre Arbeit einstellt, als Handelswege durch die Veränderung politischer Machtverhältnisse unterbrochen worden seien.11
  • Die Ingelrii-Schwerter: Die Ingelrii-Gruppe besteht aus etwa 20 bekannten mittelalterlichen Schwertern aus dem 10. bis 12. Jahrhundert mit tauschierter Klingeninschrift INGELRII. Die Inschrift wird als Name des Klingenschmiedes gedeutet.

Zum entsprechenden Handwerk gehören auch Ritterrüstungen oder Kirchenglocken, die auch eine warnende und somit schützende Funktion hatten, oder die im Zusammenhang mit Ereignissen des schützenden Dienstes gefertigt wurden.

4.1.2 Schilde, Helme und Defensivwaffen

Schilde und Defensivwaffen in der christlichen Überlieferung sowie in Legenden mit christlichem Bezug

  • Pridwen: Einer Legende zufolge der Schild von König Artus, auf dem sich ein Bild der Muttergottes befand
  • Der Schild des Judas Makkabäus: Laut Artussage fand ihn der Ritter Gawan, nachdem er einen bösen Ritter besiegt hatte. Der Legende nach handelt es sich um einen roten Schild, der einen goldenen Adler zeigt.
  • Der Schild des Joseph von Arimathäa: Wird in der Artussage erwähnt, wo der Schild von Parzival entdeckt wird

Sonstige Schilde und Defensivwaffen mit Bezug zum abendländischen Erbe

  • Aigis/Ägis: Ein von Hephaistos geschmiedeter Schild des Zeus, der in der Mitte das Haupt der Gorgo zeigt

4.2 Rüstungen

Inhalt folgt

4.3 Uniformen

Militärische Uniformen haben ihren Ursprung in den Mänteln der christlichen Ritterorden des Mittelalters, durch die diese ein einheitliches Erscheinungsbild herstellten, dass zudem über Zugehörigkeitskennzeichen verfügte.

4.4 „Türkenglocken“

Es handelt sich dabei um Kirchenglocken, die aus von geschlagenen osmanischen Angreifern zurückgelassenen Kanonen gegossen wurden. Sie finden sich vor allem in Österreich. Ein bekanntes Beispiel ist die Türkenglocke auf dem Grazer Schlossberg, die 1587 im Auftrag gegeben wurde und aus 101 osmanischen Kanonen gefertigt worden sei. Nach dem Sieg in der Schlacht um Wien bzw. in der Schlacht am Kahlenberg 1683 wurde die Glocke jeweils morgens, mittags und abends 101 Mal zum Dank an die Muttergottes und als Bitte für weiteren Schutz geläutet. Auch die „Pummerin“, die größte Glocke des Stephansdoms in Wien, wurde aus zurückgelassenen osmanischen Kanonen gegossen.

5. Architektur

  • Burgen
  • Wehrkirchen und Kirchenburgen: Kirchen, die so verstärkt sind, dass sie zur Abwehr von Angriffen sowie als Schutzbauten geeignet sind, bezeichnet man als Wehrkirchen. Ist eine Kirche von einer für Verteidigungszwecke geeigneten Mauer umgeben, die auch andere Wehrbauten umschließt, spricht man von Kirchenburgen. Sie finden sich vor allen an den früheren Kulturgrenzen Europas; insbesondere in Regionen, die islamischen Invasionen ausgesetzt waren wie etwa in Teilen Österreichs und Rumäniens. Dort dienten sie vor allem als Schutzbauten für die Bewohner ihrer Umgebung.
  • Befestigungsanlagen: Die Befestigungsanlagen der Insel Malta wurden zwischen 1530 und 1798 durch den Johanniterorden zur Abwehr osmanischer Angriffe auf die für Europa strategisch wichtige Insel angelegt und gelten als eines der besten gelungenen Werke militärischer Architektur weltweit. Die Festungsanlagen sind bis heute fast vollständig erhalten.

6. Reliquien

Eine Reliquie (von lat. reliquiae „Zurückgelassenes, Überbleibsel“) ist als Gegenstand kultischer religiöser Verehrung ein Überrest eines Heiligen, der Körper oder Teile davon oder auch ein Überbleibsel des persönlichen Besitzes. Eine Sonderform der Reliquien sind sogenannte Berührungsreliquien, also Gegenstände, mit denen der Heilige zu Lebzeiten in Berührung kam oder gekommen sein soll.

Das katholische Christentum geht davon aus, das Reliquien besondere Wirkungskraft besitzen. Im Alten Testament wird beschrieben, dass die Berührung einer Reliquie einen Toten wieder zum Leben erweckt habe.12 Eine besondere Bedeutung von Reliquien im Christentum ist seit dem zweiten Jahrhunderts n. Chr. nachgewiesen.

In vielen Fällen werden Reliquien in eigens dafür angefertigten Kunstwerken aufbewahrt.

Zu Reliquien, die einen besonderen Bezug zum schützenden und bewahrenden Dienst haben, gehört die Heilige Lanze (siehe oben).

Quellen

  1. Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten, Frankfurt am Main 2011.
  2. Aristoteles: Poetik, Stuttgart 1961.
  3. Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 2003, S. 55.
  4. Zit. nach Christa Sütterlin: „Denkmäler als Orte kultureller Erinnerung im öffentlichen Raum“, in: Hartmut Heller (Hrsg.): Raum – Heimat – fremde und vertraute Welt, Wien 2006, S. 80-103, hier: S. 87.
  5. 1 Sam 17.
  6. 1 Sam 17, 51.
  7. 2 Makk 15-16.
  8. Ruth Schirmer-Imhoff (Hrsg.): Der Prozeß. Jeanne d’Arc – Akten und Protokolle, München 1961, S. 31-32, 66.
  9. Mark Twain: Personal Recollections of Joan of Arc, San Francisco 1988, S. 314-315.
  10. Johanes Frey (Hrsg.): Beowulf. Das angelsächsische Heldenlied, Stuttgart 2013, S. 67.
  11. Alan Williams: The Sword and the Crucible. A History of the Metallurgy of European Swords up to the 16th Century, Leiden 2012.
  12. 2. Könige 13, 20-21.