Stand: 12.11.2021

In der Geschichte des Abendlandes gab es von Karl Martell bis Claus Schenk Graf von Stauffenberg zahlreiche Personen von historischer Bedeutung, die sich durch militärischen Dienst oder durch andere Taten schützend um das abendländische Erbe verdient gemacht haben und dabei höchste Risiken für sich selbst in Kauf genommen haben.

1. Einführung

Heroisches Handeln besteht in der Überwindung extremer innerer und äußerer Widerstände, die den Helden bis an den Rand der Vernichtung und oft auch darüber hinaus gehen lassen. Je größer der konfrontierte Widerstand, das durch den Helden gebrachte Opfer und die von ihm bewiesene Tauglichkeit sowie der durch seine Tat erbrachte Nutzen für eine Gemeinschaft oder ein Gemeinwesen sind, desto höher ist der Status des Helden und desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sein Leben später zum Gegenstand von Legenden wird. Der Erfolg des Helden ist dabei gegenüber anderen Faktoren nachrangig.

Das durch den Helden erbrachte Opfer bezeugt die Kraft der Idee, für die er das Opfer gab, und die Größe der Ziele der Organisation oder Bewegung, deren Teil er ist. Seine Tat stellt eine Verpflichtung für lebende Mitglieder dar und wirkt anziehend auf Außenstehende. Augustinus schrieb, dass die Zeremonien der frühen Christen zum Andenken an die Märtyrer lebende Christen dazu anspornten, ebenfalls zum Martyrium bereit zu sein.1

Der Althistoriker Egon Flaig beschrieb den heroischen Tod als einen Tausch zwischen einem Helden und dem Gemeinwesen. Im Gegenzug für sein Opfer erhalte der Held eine Gabe „ritueller und ideeller Natur“ in Form eines ehrenden Gedenkens in der kollektiven Erinnerung und „der Übertragung dieser Ehre auf ihre Nachkommen“. Eine andere Form der Gegenleistung für heroisches Handeln sei nicht möglich, da materielle Anreize für die Belohnung der Bereitschaft, das eigene Leben für das Gemeinwesen zu opfern, sinnlos seien. Das Opfer des geehrten Helden werde gleichzeitig zur Verpflichtung für die Mitglieder des Gemeinwesens. So trage der Held zur „intergenerationellen Reproduktion eines Kollektivs“ bei.2

Vorbilder sind zudem wichtig für die Heranbildung von Männern und Frauen, die in der Lage dazu sind, Verantwortung für ein Gemeinwesen zu übernehmen. General Heinz Karst, der u. a. als Stellvertreter von Wolf Graf Baudissin in den Anfangsjahren der Bundeswehr für das Thema Innere Führung verantwortlich war, sagte über die Bedeutung von Vorbildern:

“Wenn der Horizont des jungen Menschen nicht Bilder enthält von tapferen Menschen, die zu ihrer Zeit Leid und Not gewissenhaft und aufrecht alle Anfechtungen bestanden und selbstlos handelten, dann würde man sich in der Stunde der Gefahr vergeblich bemühen, Gespenster zu zitieren.”3

Im römisch-katholischen oder auch orthodoxen Kontext treten die Heiligen als heroische Gestalten in Erscheinung. Vom Helden nach säkularem Verständnis unterscheiden sie sich auch dadurch, dass ihr Dienst nicht mit ihrem Tod endet, sondern sich in die Ewigkeit erstreckt. Die christliche Heiligenverehrung ist somit mehr als nur eine Form des Heldengedenkens. Sie ist eine auf Gott ausgerichtete lebendige Beziehung zu den Helden des Glaubens, die allen ihnen nachfolgenden Generationen von Gläubigen offensteht.

2. Der Kampf gegen totalitäre Ideologien

An dieser Stelle werden vorerst nur einige wenige von sehr vielen in diesem Zusammenhang zu nennenden Persönlichkeiten genannt.

  • Johannes Paul II. (1920-2005): Geistiger Führer des Westens bei dessen Verteidigung gegen die Herausforderung durch die totalitären Ideologien der Moderne
  • Die Märtyrer des Kampfes gegen den Nationalsozialismus (1933-1945): Das “Martyrologium Germanicum” erfasst 415 katholische deutsche Märtyrer, die durch Nationalsozialisten wegen ihres Glaubens getötet wurden. Es enthält unter anderem Mitglieder der Weißen Rose und des Kreisauer Kreises. Zu den bislang heiliggesprochenen Märtyrern des Widerstands gehört auch Alfred Delp. Darüber hinaus gab es im Zusammenhang mit der Bedrohung durch den Nationalsozialismus in ganz Europa viele andere Märtyrer, die sich schützend für andere ansetzten. Eines von vielen Beispielen sind die 2000 seliggesprochenen elf Nonnen, die als die Märtyrerinnen von Nowogródek bekannt wurden. Sie hatten sich für die verfolgte Bevölkerung Polens eingesetzt und wurden 1943 von der Gestapo ermordet, nachdem sie sich zum Austausch für die Verschonung anderer bereit erklärt hatten.4
  • Hellmuth Stieff (1901-1944): Der Generalmajor der Wehrmacht unterstützte den militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Über die von den Nationalsozialisten angeordneten und begangenen Kriegsverbrechen sagte er, dass die „Ausrottung ganzer Geschlechter mit Frauen und Kindern […] nur von einem Untermenschentum“ verübt werden könne, „das den Namen Deutsch nicht mehr verdient.“ In seinem vor seiner Hinrichtung an seine Frau geschriebenen letzten Brief äußerte er als letzten Wunsch den Eintritt in die katholische Kirche: „Ich werde in Deinem Glauben sterben […]. Der Tod ist kein Ende, sondern nur eine Wandlung. Ich bin von der Unsterblichkeit unserer Seelen fest und gläubig überzeugt.”5
  • Theodor Groppe (1882-1973): Der Generalleutnant der Wehrmacht wurde wegen seines entschlossenen katholischen Glaubens auch “Schwarzer General” genannt. Im Ersten Weltkrieg erhielt er den Orden “Pour le Mérite”, die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung. Als Kommandeur der 214. Infanteriedivision erließ er zu Beginn des Zweiten Weltkriegs an der Westfront einen Divisionsbefehl, demzufolge von den Nationalsozialisten geplante Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung mit militärischen Mitteln zu unterbinden seien. Der durch Heinrich Himmler wegen seines Widerstands später angeordneten Erschießung entging General Groppe durch Untertauchen.
  • Konrad Adenauer (1876-1967): Er gehörte zu den katholischen Staatsmännern, unter deren Führung der Wiederaufbau Westeuropas und seine Verteidigung gegen den Kommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte. Zuvor war Adenauer als Politiker der katholischen Zentrumspartei und als Oberbürgermeister von Köln auch als Gegner des Nationalsozialismus in Erscheinung getreten.
  • Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944): Stauffenberg stammte aus einer Familie mit jahrhundertelanger Soldatentradition. Er war ein gläubiger Katholik und einer der Führer des militärischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, der durch sein Handeln dazu beitragen wollte Deutschland wieder an seine abendländischen geistigen Wurzeln anzubinden. Der Überlieferung nach waren seine letzten Worte “Es lebe das heilige Deutschland!”
  • Sophie Scholl (1921-1943): Die Protestantin wurde unter dem Eindruck der Schriften des hl. Augustinus und des katholischen Schriftstellers Georges Bernanos zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus. Als Mitglied der christlichen Widerstandsorganisation „Weiße Rose” strebte sie die Errichtung eines “neuen geistigen Europas” an. Der ihre Hinrichtung  leitende Beamte sagte später, er habe niemals jemanden so tapfer sterben sehen wie sie. Zu ihren Lieblingszitaten zählte dieses des katholischen Philosophen Jacques Maritain: „Man muss einen harten Geist und ein weiches Herz haben.”
  • Hans Scholl (1918-1943) war der Kopf der heute von verschiedenster Seite vereinnahmten studentischen Gruppe “Weiße Rose”, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. In seinen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen beschreibt er mit seinen eigenen Worten seinen Weg zum christlichen Glauben und seinen Willen dazu, als “Hüter eines heiligen Erbes” die Herrschaft der Ideale der abendländischen Tradition in Deutschland wiederherzustellen.
  • Maximilian Kolbe (1894-1941): Der Märtyrer von Auschwitz, der ursprünglich Soldat werden wollte und die “Militia Immaculatae” gründete, ist einer der bekanntesten katholischen Heiligen des 20. Jahrhunderts. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13)
  • Die Märtyrer des Widerstands gegen den Kommunismus in Spanien (1936-1939): Über 6.000 Bischöfe, Priester, Ordensleute und katholische Laien wurden im spanischen Bürgerkrieg von Kommunisten wegen ihres Glaubens getötet. Die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus haben bislang über eintausendsiebenhundert von ihnen selig- und elf heiliggesprochen. Bei weiteren zweitausend Märtyrern lief das Seligsprechungsverfahren 2017 noch. Die Seligsprechung von 522 der Märtyrer im Auftrag von Papst Franziskus im Oktober 2013 war die größte Seligsprechungsfeier in der Geschichte der katholischen Kirche. Von dem zum Zeitpunkt seines Todes jüngsten dieser Heiligen, Bartolomé Blanco, sind diese letzten Worte überliefert: “Wer für Jesus Christus stirbt, sollte dies mit dem Gesicht nach vorne und in aufrechter Haltung tun. Lang lebe Christus der König!”

3. Der Kampf gegen die Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts

  • Hermann von Kanzler (1822-1888): Der aus Baden stammende Soldat diente ursprünglich bei den Dragonern, quittierte aufgrund der kirchenfeindlichen Haltung der badischen Regierung jedoch zusammen mit seinem Vorgesetzten den Dienst und trat in die päpstliche Armee ein. Wegen besonderer Leistungen, die er als Offizier bei der Verteidigung des Kirchenstaates gezeigt hatte, wurde er zum General befördert und war später der letzte Oberkommandierende der Päpstlichen Armee im Kirchenstaat.
  • Andreas Hofer (1767-1810): Der gläubige Katholik war der Führer der Widerstandsbewegung in Tirol gegen die bayerische und französische Besetzung seiner Heimat. Ein Motiv des Widerstands war dabei auch die Ablehnung von Eingriffen der revolutionären Ideologien folgenden Besatzer in das religiöse Leben, etwa in Form des Verbotes von Prozessionen, Wallfahrten und des Rosenkranzgebets.
  • Jacques Cathelineau (1759-1793): Er war einer der Kommandeure des katholischen Widerstands gegen den Terror der Französischen Revolution in der Vendée. Wegen seiner besonderen Frömmigkeit wurde er im Volksmund auch als “der Heilige von Anjou” bezeichnet. Das kirchliche Verfahren zu seiner Heiligsprechung wurde wegen des Verlustes der Unterlagen im Zweiten Weltkrieg abgebrochen.

4. Der Abwehrkampf gegen die Osmanen

  • Gideon Ernst von Laudon (1717-1790)
  • Matthias Johann Graf von der Schulenburg (1661-1747): Er war Generalfeldmarschall im Dienste der Republik Venedig und begann seinen Dienst im Jahre 1687, als er als Freiwilliger mit den kaiserlichen Truppen in Ungarn gegen die Osmanen kämpfte. Die von ihm im Dienste Venedigs erfolgreich geleitete Verteidigung Korfus (vom 25.07.-20.08.1716) gegen die Osmanen  gilt als eine der größten militärischen Leistungen der neuzeitlichen Kriegsgeschichte. Sie wurde von Antonio Vivaldi im Oratorium “Juditha Triumphans” allegorisch gewürdigt. In späteren Jahren widmete er sich dem Ausbau von Festungen und der Defensivstreitkräfte Venedigs im Adriaraum.
  • Ludwig Andreas von Khevenhüller (1683-1744)
  • Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736): Der im Dienst Österreichs stehende Feldherr befreite im Großen Türkenkrieg Ungarn und große Teile des Balkans von osmanischer Herrschaft. Der überzeugte Christ trug als Zeichen seiner Haltung ein Bild der Marienzeller Madonna über dem Herzen auf seinem Brustpanzer. In der Schlacht bei Zenta errangen die kaiserlichen Truppen unter seinem Oberbefehl am 11. September 1697 einen bedeutenden Sieg über die Osmanen. Dieser Sieg führte schließlich zum Frieden von Karlowitz, der den Großen Türkenkrieg (1683–1699) beendete.
  • Maximilian II. Emanuel (1662-1726)
  • Abraham a Sancta Clara (1644-1709): Er wurde unter dem Namen Johann Ulrich Megerle geboren und gilt als bedeutendster katholischer deutscher Prediger und Poet der Barockzeit. Während der türkischen Belagerung Wiens 1683 unterstützte er die Verteidigung der Südostflanke Europas durch öffentlich stark wahrgenommene Predigten, bis letztlich die vereinigten Streitkräfte unter Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski in der Schlacht am Kahlenberg die Stadt befreien konnten. Die Belagerung Wiens durch die Türken inspirierte Abraham zur Kampfschrift Auff, auff, ihr Christen! (1683), in der Darstellungen türkischer Geschichte und Kultur mit Aufforderungen zum Kampf, zur Einigkeit und zur Buße wechselten.
  • Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655-1707): Er war Generalleutnant aller kaiserlichen Truppen und ein siegreicher Feldherr in den Türkenkriegen und wurde auch “Türkenlouis” genannt. Die Osmanen nannten ihn wegen seiner roten Uniformjacke, die weit über die Schlachtfelder zu sehen war, den “Roten König”. Zu Lebzeiten wurde er wegen seiner Leistungen bei der Rettung des Abendlandes vor den osmanischen Invasoren gefeiert, stand später jedoch im Schatten seines Cousins Prinz Eugen.
  • Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg (1638-1701): Er war Stadtkommandant von Wien während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung und hielt die Stadt gegen zahlenmäßig stark überlegene osmanische Kräfte bis zum Eintreffen des Entsatzheeres unter der Führung König Johann III. Sobieskis. Durch einen Ausbruch aus der Stadt nach dem Eintreffen des Entsatzheeres setzten sie die Belagerer zusätzlich unter Druck, so dass diese schließlich besiegt werden konnten.
  • Marco d’Aviano (1631-1699): Der Kapuziner und Ordenspriester war u.a. päpstlicher Legat bei der zweiten osmanischen Belagerung Wiens 1683. Er überzeugte Karl V. von Lothringen , König Johann III. Sobieski den Oberbefehl des Entsatzheeres zu übergeben und dieses nach Wien zu ziehen. Während der entscheidenden Schlacht am Kahlenberg habe er die christlichen Soldaten durch Predigten motiviert und sei ihnen mit einem erhobenen Kreuz vorangegangen. Wegen seines Einsatzes gilt er als einer der Retter Wiens. Bis 1689 nahm er als Prediger und Seelsorger an weiteren Abwehrkämpfen gegen die Osmanen teil. Seine Seligsprechung erfolgte 2003.
  • König Johann III. Sobieski (1629-1696): Johann III. Sobieski war ein polnischer König, der eine entscheidende Rolle bei der Abwehr der islamischen Expansion in Südosteuropa im 17. Jahrhundert spielte. Nach Beginn eines erneuten osmanischen Feldzugs in Richtung Mitteleuropa erließ er 1683 auf Ansuchen von Papst Innozenz XI. das allgemeine Adelsaufgebot und zog mit seinem Heer nach Wien, um die Verteidigung der Stadt gegen die Angreifer zu unterstützen. In der Schlacht am Kahlenberg schlug eine von ihm geführte multinationale europäische Armee am 12. September 1683 die osmanische Armee unter Großwesir Kara Mustafa, was die osmanische Offensive und die Belagerung Wiens beendete. Von der Bevölkerung Wiens wurde er als „Türkenbefreier“ gefeiert. In der folgenden Gegenoffensive konnte auch das Königreich Ungarn von der osmanischen Herrschaft befreit werden. Es handelte sich dabei um eine der wichtigsten militärischen Leistungen der abendländischen Geschichte, welche die islamische Expansion im Südosten Europas für lange Zeit beendete. Mit der islamischen Welt war er aufgrund seiner Tätigkeit als Botschafter im Osmanischen Reich ab 1654 vertraut. Er ist bis heute einer der beliebtesten historischen Herrscher Polens, nach dem weiterhin zahlreiche Straßen und Schulen benannt sind. In einer Biographie über ihnen heißt es, er sei “zum Helden geboren und erzogen worden.” Sein Vater habe ihn von früher Kindheit an auf spätere militärische und politische Führungsämter vorbereitet, indem er ihn zu Tapferkeit und Disziplin erzogen, aber auch einer klassischen Bildung unterzogen habe. Außerdem lernte er früh die türkische Sprache. Er habe sich durch besondere Marienverehrung ausgezeichnet und zudem die osmanischen Invasionen nicht nur als Bedrohung Polens, sondern des gesamten Christentums verstanden. Die Taten Sobieskis sollen J. R. R. Tolkien zur Beschreibung des Kavallerieangriffs der Rohirrim gegen die Armeen inspiriert haben, die in seiner Herr-der-Ringe-Trilogie die Stadt Minas Tirith belagerten.
  • Laurentius von Brindisi (1559-1619): Er unterstützte 1601 kaiserliche Truppen in Kämpfen gegen osmanische Kräfte bei Stuhlweißenburg. Im 19. Jahrhundert wurde er heilig gesprochen und im 20. Jahrhundert zum Kirchenlehrer ernannt.
  • Adolf Graf von Schwarzenberg (1551-1600)
  • Stephan Báthory (1533-1586): Als König von Polen förderte er mit Unterstützung jesuitischer Bildungstätigkeiten die Rekatholisierung des Landes. Er schuf so die kulturellen Grundlagen dafür, dass Polen sich zu einer Bastion des Katholizismus entwickelte und wesentlichen Anteil am christlichen Sieg über die osmanischen Invasionswellen im 17. Jhd. sowie am Ende der kommunistischen Herrschaft über Osteuropa hatte.
  • Ritter Johann von Österreich (1547-1578): Don Juan de Austria (Ritter Johann von Österreich; geb. 24.02.1547 in Regensburg; gest. 01.10.1578 in Bouge) war Befehlshaber der spanischen Flotte. Er war der außereheliche Sohn Kaiser Karls V. und der aus Regensburg stammenden Barbara Blomberg. Er soll sich durch besondere Manieren und Marienverehrung ausgezeichnet und vor allem Ritterromane gelesen haben. Er galt zudem als besonders tapfer und habe sich schon früh zum Kriegswesen hingezogen gefühlt. Seinen Wunsch, im Jahr 1565 an der Verteidigung von Malta gegen die türkische Belagerung teilzunehmen, lehnte König Philipp II. ab. Er ernannte Juan aber 1568 zum Befehlshaber der spanischen Mittelmeerflotte. Von 1569 bis 1571 leitete Juan de Austria den Kampf gegen aufständische Mauren in den andalusischen Alpujarras. Wegen der wachsenden osmanischen Bedrohung Europas im Mittelmeer wurde im Vatikan die Heilige Liga gegründet, die ein frühes europäisches Verteidigungsbündnis darstellt. Auf Veranlassung von Papst Pius V. wurde der junge Don Juan de Austria 1571 als Generalkapitän der Meere zum Oberbefehlshaber der Flotte ernannt. Er führte diese Flotte mit Schiffen aus Spanien, Venedig, Savoyen, Genua, Malta, Toskana sowie aus päpstlichen Schiffen am 7. Oktober 1571 siegreich in der Seeschlacht von Lepanto gegen die Osmanen, was den Beginn des Niedergangs der osmanischen Herrschaft über den östlichen Mittelmeerraum und Südosteuropa und somit einen entscheidenden Wendepunkt im Kampf um die Verteidigung Europas gegen Invasionen aus dem Nahen Osten markiert. Papst Pius V. nannte Don Juan de Austria mit den Worten der Bibel einen “von Gott gesandten Menschen, dessen Name war Johannes.” Seinen Anteil an der Kriegsbeute überließ er den Verwundeten, zu denen auch der spanische Dichter Miguel de Cervantes gehörte, der in dieser Schlacht seine linke Hand verlor. Nach seinem Sieg bei Lepanto planten ihn die Päpste Pius V. und Gregor XIII. mit einem Königreich zu belohnen. Zum ersten Jahrestag seines Sieges wurde 1572 das Rosenkranzfest eingeführt, um die Fürsprache der heiligen Mutter Gottes während der Schlacht zu unterstreichen. Der Tag des Sieges bleibt bis heute der katholische “Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Sieg”, später in “Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz” umbenannt. 1573 brach er mit der spanischen Flotte von Neapel nach Nordafrika zum Kampf gegen die dortigen, mit den Osmanen verbündeten arabischen Piraten auf. Hier gelang ihm die Eroberung von Tunis, das jedoch bald darauf wieder von den Osmanen zurückerobert wurde. Ein neuerlicher Angriff wurde Don Juan vom König untersagt.
  • Pius V. (1504-1572): Er wurde 1712 heiliggesprochen, wofür auch der als wundersam angesehene Sieg der Heiligen Liga über das Osmanische Reich in der Seeschlacht von Lepanto vom 7. Oktober 1571 eine zentrale Rolle spielte. Dieser Sieg rettete das christliche Europa vor der osmanischen Bedrohung. Man führte diesen auf die Hilfe der Muttergottes, der „Mutter vom großen Sieg“, zurück. Pius V. hatte zu entsprechenden Gebeten aufgerufen und zudem die Heilige Liga europäischer Staaten zur Abwehr dieser Bedrohung ins Leben gerufen, was zuvor als politisch unmöglich gegolten hatte. G. K. Chesterton würdigte seinen Einsatz im Gedicht „Lepanto“.
  • Marco Antonio Bragadin (1523-1571): Als venezianischer Offizier führte er die Verteidigung Zyperns gegen zahlenmäßig weit überlegene osmanische Kräfte in den Jahren 1570 und 1571. Die von ihm und den anderen Verteidigern dabei gezeigten außergewöhnlichen militärischen Leistungen banden starke osmanische Kräfte und ermöglichten den christlichen Verteidigern des ostwärtigen Mittelmeerraums die Vorbereitung weiterer Abwehrmaßnahmen im Vorfeld der entscheidenden Seeschlacht von Lepanto. Als die Osmanen unmittelbar vor der Eroberung Famagustas standen, versuchte er mit ihnen die Evakuierung der christlichen Bevölkerung auszuhandeln. Die von Lala Mustafa Pasha geführten osmanischen Kräfte brachen das Abkommen jedoch, verübten ein Massaker an den Christen der Stadt und folterten Bragadin auf besonders grausame Weise zu Tode. Die Nachricht über die Gräueltaten der Osmanen fanden weitete Verbreitung und trugen maßgeblich zur Entschlossenheit der Soldaten der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Lepanto bei.
  • Sebastiano Venier (ca. 1496-1578):  Er war Kommandeur der venezianischen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto. Zeitgenossen bezeichneten ihn als als “Übermenschen” sowie als”Vater, Beschützer und Verteidiger” der Republik Venedig. Einige Jahre nach dem Sieg von Lepanto wurde er zum Dogen von Venedig gewählt. Nach seinem Tod wurde er als Verteidiger Europas geeehrt.
  • Jean Parisot de la Valette (1494-1568): Er war Admiral der Flotte und später Großmeister des Malteserordens, unter dessen Führung die osmanische Belagerung der für die Verteidigung des westlichen Mittelmeerraumes wichtigen Insel Malta 1565 abgewehrt wurde. Als die Angreifer über eine eingestürzte Bastion in die Festungsanlagen einzudringen begannen, soll er im Alter von über 70 Jahren persönlich den Gegenangriff angeführt haben. Nach hohen Verlusten sollen zuletzt 600 Mann die Insel gegen mehrere zehntausend angreifende Osmanen gehalten haben. Eine Inschrift an seinem Grab bezeichnet ihn als den “Wächter Europas”. Die Hauptstadt Maltas, Valetta, wurde nach ihm benannt.
  • Philipp der Streitbare (1503-1548)
  • Wilhelm von Roggendorf (1481-1541): Er war Befehlshaber der schweren Kavalleriekräfte bei der Abwehr der Ersten Wiener Türkenbelagerung. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der “berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs” aufgenommen.
  • Niklas Graf Salm (1459-1530): Er organisierte und leitete die erfolgreiche Verteidigung Wiens gegen die Erste Wiener Türkenbelagerung. Sein Grab befindet sich in der Votivkirche in Wien. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der “berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs” aufgenommen.
  • Die Märtyrer von Otranto (1480): Die Märtyrer von Otranto werden in der katholischen Kirche als Heilige verehrt. Ihr Gedenktag in der Liturgie ist der 14. August. Zu Beginn des Otranto-Feldzuges landeten osmanische Streitkräfte unter dem Befehl von Gedik Ahmed Pascha am 28. Juli 1480 in Apulien. Dort zogen sie vor die Stadt Otranto und forderten deren Übergabe. Als die Bevölkerung die Kapitulation verweigerte und sich in die Zitadelle zurückzog, begann die Belagerung der Stadt, welche am 11. August 1480 mit ihrer Einnahme endete. Der städtische Klerus und einige hundert Menschen flüchteten sich in die Kathedrale von Otranto. Zu ihnen gehörte auch Erzbischof Stefano Pendinelli. Die Osmanen forderten sie auf, zum islamischen Glauben zu konvertieren, was von den eingeschlossenen Christen abgelehnt wurde. Daraufhin wurden sie in der Kathedrale ermordet. Dem Schneider Antonio Pezzulla war die Führung der Stadt übertragen worden. Als auch er den Befehl zum Glaubensübertritt verweigerte, wurde er am 14. August gemeinsam mit mindestens 800 weiteren Menschen hingerichtet. Bei seiner Enthauptung soll sich das Wunder ereignet haben, dass sein Körper nach der stehenden Enthauptung nicht zusammenbrach und es auch dem Henker nicht gelang, seinen leblosen Leib umzuwerfen. Die Massentötungen waren vermutlich ein Akt zur Einschüchterung der Bevölkerung Süditaliens, der das weitere Vordringen der Invasoren erleichtern sollte. Tatsächlich führte dieses Vorgehen jedoch zu einer Einigung des Widerstandes gegen sie.
  • Georg Kastriota (“Skanderbeg”, 1405-1468): Durch seine Verteidigung Albaniens gegen die Osmanen wurde er berühmt und erhielt 1457 von Papst Calixtus III. sowohl den Titel „Fidei defensor“ (Verteidiger des Glaubens) als auch den Ehrentitel „Athleta Christi“ (Verteidiger des Christentums).
  • Enea Sylvio Piccolomini (Pius II., 1405-1464): Der Humanist und Universalgelehrte trat nach der Eroberung Konstantinopels und der Vernichtung des Byzantinischen Reiches durch die Osmanen sein Amt als Papst Pius II. an. Vor dem Hintergrund der Bedrohung Europas entwickelte er ein humanistisches Bildungskonzept, das Adelige dazu befähigen sollte, den mit der osmanischen Bedrohung verbundenen Herausforderungen in militärischen und politischen Führungsfunktionen sowie als kulturelles Vorbild entgegenzutreten.
  • Johann Hunyadi (ca. 1387/1407-1456): Der ungarische Heerführer und Staatsmann kämpfte vor allem gegen die Osmanen und gilt als beispielhafte Verkörperung des christlichen Rittertums.
  • Johannes von Capestrano (1386-1456): Der franziskanische Ordenspriester und Wanderprediger engagierte sich nach dem Fall Konstantinopels in besonderem Maße für die Mobilisierung von Verteidigung gegen die osmanische Bedrohung Europas. So führte er etwa den Reichsfürsten auf mehreren Reichstagen die drohende Gefahr vor Augen. Einer Predigt, welche die fast schon geschlagenen Verteidiger Belgrads im Jahre 1456 gestärkt habe, wird deren Sieg über die Angreifer und die damit verbundene Rettung Europas zugeschrieben.

5. Die Reconquista

  • Juan de Ribera (1533-1611): Der Erzbischof von Valencia vermittelte als Missionar das Christentum den nach der Befreiung von der islamischen Besatzung in Spanien verbliebenen Muslimen und organisierte in den Jahren ab 1609 die Umsiedlung derjenigen, die am Islam festhielten, nach Nordafrika. Pius V. nannte ihn ein “Licht für ganz Spanien”. Er wurde 1960 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 6. Januar.
  • Isabella I. von Kastilien (1451-1504): Die auch “Isabella die Katholische” genannte Königin von Kastilien, Leon und Aragón war zusammen mit ihrem Gatten Ferdinand II. nach fast 800 Jahren Kampf verantwortlich für die endgültige Befreiung Spaniens von islamischer Herrschaft und Präsenz. Sie war zudem ein Förderer von Christoph Kolumbus und trug so zur Schaffung der Grundlagen der Christianisierung der Neuen Welt bei. 1974 eröffnete Papst Paul VI. den Seligsprechungsprozess.
  • Ferdinand III. von Kastilien (1199-1252): Der katholische Heilige habe sich durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnet und diente zunächst als Ritter. Als König vereinte er die spanischen Königreiche Kastilien, Léon, Asturien, Galicien und Kastilien und schuf dadurch eine der Voraussetzungen für die Befreiung der iberischen Halbinsel von der islamischen Herrschaft. Als militärischer Führer war er zudem in vielen Schlachten gegen muslimische Heere siegreich, befreite weite Teile der Halbinsel, veranlasste die Auswanderung der muslimischen Besatzer aus den befreiten Gebieten und ermöglichte die Wiederansiedlung von Christen dort. Bereits zu Lebzeiten wurde er als Heiliger verehrt. Sein unverwester Leichnam befindet sich in der Kathedrale von Sevilla. 1671 wurde er von Papst Klemens X. heiliggesprochen.
  • Rodrigo Díaz de Vivar (“El Cid”, ca. 1045-1099): Der kastilische Ritter kämpfte im Rahmen der Reconquista. Sein Leben inspirierte den spanischen Nationalepos “El Cantar de Mio Cid”.
  • Pelagius von Asturien (“Pelayo”, gest. ca. 737): Der Überlieferung nach war er der Gründer des ersten christlichen Staates, der auf der iberischen Halbinsel nach der muslimischen Eroberung entstand. Unter seiner Führung gelang zudem der erste Sieg eines christlichen Heeres im Zuge der Abwehr dieser Invasion.

6. Der Kampf um das Heilige Land

  • Franz von Assisi (ca. 1181-1226): Dem Religionswissenschaftler Lawrence Cunningham zufolge habe der Heilige sich und seine Ordensbrüder als Ritter betrachtet, die einen geistlichen Kreuzzug führen würden. Er betrachtete zudem diejenigen, die im Kampf zur Verteidigung des Christentums getötet wurden, als Märtyrer. In seinem Orden war die Bereitschaft verbreitet, in Folge der geistlichen Herausforderungen des Islams zum Märtyrer zu werden. In diesem Zusammenhang beteiligte auch er sich als Missionar an den Kreuzzügen, wobei es ihm gelang, zum Führer der islamischen Armee in Ägypten, dem Sultan al-Kamil, vorzudringen. Durch die Bekehrung al-Kamils wollte er den Konflikt beenden.
  • Bernhard von Clairvaux (1090-1153):Der aus dem burgundischen Hochadel stammende hl. Bernhard war Sohn des Ritters Tecelin und trat im Jahre 1112 trat er in das Kloster Cîteaux ein. Kurz darauf wurde er zum Vorsteher der Abtei von Clairvaux ernannt, die sich unter seiner Leitung zur bedeutendsten Abtei des Ordens entwickelte. Unter seiner Führung wurden über 300 neue Klöster des Ordens gegründet, dessen Leiter er schließlich wurde. In seinen Predigten setzte er sich vor dem Hintergrund der Herausforderung der Bedrohung durch den Islam auch mit den militärischen Aspekten des Christentums auseinander und war zudem ein Vordenker des ritterlichen Ideals und des christlichen Soldatentums.
  • Hugues de Payns (dt. Hugo von Payns, ca. 1070-1136): Der französische Adelige, der am Ersten Kreuzzug teilgenommen hatte, pilgerte um 1114 nach Jerusalem und ließ sich dort nieder.  Aufgrund islamischer Angriffe auf christliche Pilger entwickelte er den Plan, eine Gemeinschaft von Rittern einzurichten, die nach den Regeln eines Mönchsordens lebten, und die sich dem Schutz der Pilger vor feindlichen Übergriffen widmen sollte. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Templerorden, dessen erster Großmeister er wurde.
  • Gottfried von Bouillon (ca. 1060-1100): Er war ein Heerführer beim Ersten Kreuzzug, der durch besondere Tapferkeit in Erscheinung trat und nach der Befreiung Jerusalems der erste Regent des neu gegründeten Königreichs Jerusalem wurde. Er lehnte die Königswürde ab, da er sich nicht in der Stadt, in der Jesus Christus die Dornenkrone getragen hatte, zum König krönen lassen wollte, und nahm statt dessen den Titel “Beschützer des Heiligen Grabes” an. Seit dem 14. Jahrhundert wurde er zu den idealen Rittern gezählt, die als die Neun Guten Helden bekannt wurden.

6. Der Kampf um den christlichen Osten

  • Hermann von Salza (1162-1239): Er war ein Hochmeister des Deutschen Ordens und gilt als der Ahnherr des späteren Preußens.
  • Albrecht I. (ca. 1100-1170): Er wurde auch “Albrecht der Bär” genannt und nahm am Wendenkreuzzug gegen die heidnischen Slawen teil. Unter seiner Führung gelang zudem die Wiedereingliederung der im Großen Slawenaufstand 983 verloren gegangenen Nordmark in das Reich.

7. Der Abwehrkampf gegen die Wikinger

  • Byrhtnoth (gest. 991): Er war ein im Dienst König Æthelreds stehender Führer der christlichen Angelsachsen in der Schlacht von Maldon im Osten Englands gegen eine Invasion heidnischer Wikinger und wurde in der Schlacht getötet. Seine Taten sind Gegenstand des altenglischen Gedichts “The Battle of Maldon”.

8. Die Begründer und ersten Beschützer des Abendlandes

  • Otto I. (912-973): Im Jahre 955 wurde unter seiner Führung bei er Schlacht auf dem Lechfeld der endgültige Sieg über die Magyaren errungen, deren Invasionen damit endeten. Otto I. erwarb sich dadurch den Ruf eines Retters des Christentums. Der Überlieferung zufolge sei er während der Schlacht mit der Heiligen Lanze seinem Heer vorangegangen. Er wurde im Jahre 962 durch den Papst zum ersten römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Er schuf die Voraussetzungen für die Christianisierung der Slawen und der Magyaren, und unter seiner Herrschaft setzte eine kulturelle Blütezeit ein.
  • Heinrich I. (876-936): Als König des Ostfrankenreichs bestand eine seiner Leistungen darin, die Einfälle der damals noch nicht christianisierten, als praktisch unbesiegbar geltenden Ungarn zu beenden und damit die Ostgrenze des christlichen Europas zu sichern. Dies gelang ihm u.a. durch eine Reform der Wehrorganisation, ein umfangreiches Burgenbauprogramm sowie durch den Sieg eines von ihm geführten Heeres über die Ungarn in der Schlacht bei Riade im jahr 933. Zudem trug er durch sein Wirken entscheidend zur Einigung der ostfränkischen Stämme auf der Grundlage des Christentums und somit zur Schaffung des christlichen Deutschlands bei.
  • Karl der Große (747-814): Der Kaiser des Frankenreiches entsprach laut dem Historiker Johannes Fried dem Urbild des “weisen Königs” und war ein Mann des “Schwertes und der Religion”, der Europa erstmals seit dem Untergang des Römischen Reiches wieder eine Ordnung gab. Die kulturellen Werke, die er ermöglichte, wirken bis heute nach, und er unterstützte auch die Rettung des verbliebenen Wissens der Antike. An den damaligen Papst schrieb er: “Unsere Aufgabe ist es […] die heilige Kirche Christi […] nach außen mit den Waffen zu verteidigen und nach innen mit der Erkenntnis des katholischen Glaubens zu festigen.” Zudem unterstützte er die Christen Spaniens gegen die Angriffe der Mauren und schuf mit der Spanischen Mark eine Grenzregion, die Nordeuropa gegen weitere islamische Expansion sicherte und den Ausgangspunkt für die Reconquista bildete.
  • Karl Martell (ca. 688-741): Der Historiker Edward Gibbon bezeichnete ihn wegen seines Sieges in der gegen angreifende Araber und Berber geführten Schlacht von Tours und Poitiers im Jahr 732 als den “Retter des Abendlandes”.
  • Cassiodor (ca. 485-580): Der römische Staatsmann und Gelehrte gründete um das Jahr 554 in Kalabrien das klosterähnliche Bildungsinstitut Vivarium, das den Beginn des mittelalterlichen Klosterbibliothekwesens darstellt und eine entscheidende Rolle bei der Rettung antiker Schriften und Bildungsgutes über den Untergang des Weströmischen Reiches hinaus spielte.
  • Benedikt von Nursia (ca. 480-547): Siehe Kapitel “Heilige”
  • Chlodwig I. (466-511): Der Vater des fränkischen Königs Chlodwig, Childerich I., hatte zeitweise noch in römischen Diensten gestanden. Chlodwig unterwarf die anderen fränkischen Stämme, wodurch er zum Begründer des Frankenreiches wurde.  Um das Jahr 497-499 konvertierte er zum Christentum, was einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Entstehung des christlichen Abendlandes darstellte.

9. Sonstige Helden

  • Georg von Frundsberg (1473-1528): Der Katholik war einer wichtigsten Kommandeure Kaiser Karls V. und gilt als einer der bedeutendsten Infanterietaktiker der frühen Neuzeit sowie als ein Vordenker des Offiziertums und der Inneren Führung, deren Grundlagen er in seinen „Artikelbriefen“ formulierte. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der “berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs” aufgenommen.
  • Kaspar Röist (1478 – 1527): Als Offizier der Schweizergarde führte er die Verteidigung des Papstes gegen plündernde Söldner am 06.05.1527. Beim entscheidenden Gefecht auf dem Petersplatz fielen 147 der insgesamt 189 Soldaten der Schweizergarde. Die Tat ermöglichte es dem Papst, sich an einen sicheren Ort zu begeben. Der verwundete Röist wurde später von den Söldnern ermordet.

Quellen

  1. Quas primas 27.
  2. Egon Flaig: „Symbolischer Tausch und heldischer Tod“, Merkur, Nr. 724 (September 2009), S. 843–848, hier: S. 845.
  3. Heinz Karst: Das Bild des Soldaten. Versuch eines Umrisses, Boppard 1964, S. 371.
  4. “Seligsprechung von 44 Märtyrern auf dem Petersplatz. Predigt von Johannes Paul II., 05.03.2000.
  5. Markus Seemann: „‚Ich schäme mich, ein Deutscher zu sein!‘ Generalmajor Hellmuth Stieff (1901-1944)“, Kompass, Nr. 5/2019, S. 32-33.