Stand: 24.11.2020

Das Christentum hat eine große Zahl von Heiligen hervorgebracht, die vielfältige Bezüge zum christlichen christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes aufweisen. Über den Kreis der Heiligen hinaus beschreiben Altes und Neues Testament außerdem viele Menschen, deren Wirken einen entsprechenden Bezug aufweist. Zu nennen sind hier etwa der Prophet Hesekiel, der eine militärische Spiritualität formulierte, oder Nehemia, der das schutzlos seinen Feinden ausgelieferte Jerusalem befestigen ließ und ein umfassendes militärisches, kulturelles und religiöses Programm zu seiner Verteidigung entwarf.

Außerdem gab es in der Geschichte des christlichen Europas von Karl Martell bis Claus Schenk Graf von Stauffenberg zahlreiche Personen von historischer Bedeutung, die sich durch militärischen Dienst oder durch andere Taten schützend um das christliche Europa verdient gemacht haben. Über die Jahrhunderte haben sich zudem viele Denker mit Fragen des schützenden und bewahrenden Dienstes sowie mit Herausforderungen für das Christentum und Antworten auf sie auseinandergesetzt. Einige dieser Denker waren selbst nicht Christen, stellten sich jedoch in den Kontext der abendländischen Tradition und wurden so zum Teil von ihr.

Die Bedeutung von Vorbildern und Vordenkern in der christlichen Weltanschauung

Christliche Weltanschauung betont, dass die Menschen der Gegenwart immer Zwergen gleichen, die auf den Schultern von Riesen stehen. Dieses Bild, das erstmals von Bernhard von Chartres um 1120 verwendet wurde, soll aussagen, dass alle Leistungen der Gegenwart auf den Leistungen vieler vorhergehender Generationen beruhen. Zu dem über die Generationen hinweg gewachsenen Erbe kann die Generation der Gegenwart nur wenig Neues beitragen. Ihr wichtigster Beitrag zu diesem Erbe besteht darin, es zu erhalten und intakt weiterzugeben.1

Vorbilder sind zudem wichtig für die Heranbildung von Männern und Frauen, die in der Lage dazu sind, Verantwortung für ein Gemeinwesen zu übernehmen. General Heinz Karst, der u. a. als Stellvertreter von Wolf Graf Baudissin in den Anfangsjahren der Bundeswehr für das Thema Innere Führung verantwortlich war, sagte über die Bedeutung von Vorbildern:

„Wenn der Horizont des jungen Menschen nicht Bilder enthält von tapferen Menschen, die zu ihrer Zeit Leid und Not gewissenhaft und aufrecht alle Anfechtungen bestanden und selbstlos handelten, dann würde man sich in der Stunde der Gefahr vergeblich bemühen, Gespenster zu zitieren.“2

1. Katholische Heilige

Das katholische Christentum hat eine große Zahl von Heiligen hervorgebracht, die vielfältige Bezüge zur christlichen Spiritualität sowie zum christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes aufweisen. Heilige sind nach katholischem Verständnis verehrungswürdige Menschen, die ein radikales, religiös vorbildliches Leben geführt haben. Es handelt sich bei ihnen um Menschen die große Taten auf einem besonderen Gebiet hervorbrachten, sich durch heroische Tugend auszeichneten oder besonders glaubensstark waren. Viele Heilige waren Märtyrer und Asketen.

Heilige wurden oft verfolgt, weil sie für den Feind Gottes und des Menschen gefährlich sind. Ihr Wirken ist niemals harmlos und immer umstritten. Wer als Christ in den Augen der Welt nicht kontrovers und umstritten ist, macht wahrscheinlich etwas falsch.

Die Heiligen sind nicht fehlerlose Menschen, sondern Menschen, die immer wieder aufstehen und weiterkämpfen, wenn sie auf dem Weg zu Gott fallen. Die Heiligen sind die Helden Gottes in einer von ihm abgefallenen Welt. Über den heiligen Franziskus dichtete Dante:: „Er ging der Welt auf wie eine Sonne.“

Der katholische Theologe Romano Guardini schrieb über die Heiligen:

„Das Leben dieser Menschen hat verschiedensten Inhalt, immer aber trägt es den Charakter des Außerordentlichen. Sie kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft, sind Könige oder Bauern, Ritter oder Handwerker, Frauen, Männer, junge Menschen, Kinder – doch eines ist ihnen gemeinsam: die Forderung der Liebe Gottes führt sie aus dem Allltäglichen hinaus und drängt sie, Außergewöhnliches zu vollbringen. Dadurch sind sie Zeugen für die ewig neue Größe dessen, was durch Christus möglich geworden ist. Sie brechen gewissermaßen die göttliche Einfachheit seines Lichtes in die verschiedensten Formen der Verwirklichung auf; prägen Vorbilder, weisen Ziele und Wege, lösen Kräfte aus, die dann durch Jahrhunderte weiterwirken. Das ist die Vorstellung vom Heiligen, wie sie das christliche Bewußtsein bis in unsere Zeit bestimmt hat. Sie wird auch immer gültig bleiben, denn sie ist wahr; und unser Alltag bedarf großer Bilder, in denen die alles übersteigende Gnadenmacht Gottes offenbar wird […] Bilder des christlichen Heroismus, der sich in einem Leben vorbehaltlosen Wagens, Duldens und Vollbringens ausdrückt.“

1.2 Katholische Heilige mit allgemeinem Bezug zum schützenden und bewahrenden Dienst

Einen allgemeinen Bezug zum schützenden und bewahrenden Dienst haben die folgenden katholischen Heiligen.

  • Johannes Paul II. (1920-2005): Geistiger Führer des Westens bei dessen Verteidigung gegen die Herausforderung durch die totalitären Ideologien der Moderne
  • Die Märtyrer des Kampfes gegen den Nationalsozialismus (1933-1945): Das „Martyrologium Germanicum“ erfasst 415 katholische deutsche Märtyrer, die durch Nationalsozialisten wegen ihres Glaubens getötet wurden. Es enthält unter anderem Mitglieder der Weißen Rose und des Kreisauer Kreises. Zu den bislang heiliggesprochenen Märtyrern des Widerstands gehört auch Alfred Delp. Darüber hinaus gab es im Zusammenhang mit der Bedrohung durch den Nationalsozialismus in ganz Europa viele andere Märtyrer, die sich schützend für andere ansetzten. Eines von vielen Beispielen sind die 2000 seliggesprochenen elf Nonnen, die als die Märtyrerinnen von Nowogródek bekannt wurden. Sie hatten sich für die verfolgte Bevölkerung Polens eingesetzt und wurden 1943 von der Gestapo ermordet, nachdem sie sich zum Austausch für die Verschonung anderer bereit erklärt hatten.3
  • Maximilian Kolbe (1894-1941): Der Märtyrer von Auschwitz, der ursprünglich Soldat werden wollte und die „Militia Immaculatae“ gründete, ist einer der bekanntesten katholischen Heiligen des 20. Jahrhunderts. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13)
  • Die Märtyrer des Widerstands gegen den Kommunismus in Spanien (1936-1939): Über 6.000 Bischöfe, Priester, Ordensleute und katholische Laien wurden im spanischen Bürgerkrieg von Kommunisten wegen ihres Glaubens getötet. Die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus haben bislang über eintausendsiebenhundert von ihnen selig- und elf heiliggesprochen. Bei weiteren zweitausend Märtyrern lief das Seligsprechungsverfahren 2017 noch. Die Seligsprechung von 522 der Märtyrer im Auftrag von Papst Franziskus im Oktober 2013 war die größte Seligsprechungsfeier in der Geschichte der katholischen Kirche. Von dem zum Zeitpunkt seines Todes jüngsten dieser Heiligen, Bartolomé Blanco, sind diese letzten Worte überliefert: „Wer für Jesus Christus stirbt, sollte dies mit dem Gesicht nach vorne und in aufrechter Haltung tun. Lang lebe Christus der König!“
  • José Sánchez del Río (1913-1928): Er kämpfte während der Guerra Cristera auf Seiten der Cristeros gegen das christenfeindliche Calles-Regime in Mexiko. Nach seiner Gefangennahme versuchte man, ihn durch Folter zur Verleugnung seines Glaubens zu zwingen, was nicht gelang.
  • Louis-Marie Grignion de Montfort (1673-1716): Vordenker einer kämpferischen marianischen Spiritualität
  • Laurentius von Brindisi (1559-1619): Er unterstützte 1601 kaiserliche Truppen in Kämpfen gegen osmanische Kräfte bei Stuhlweißenburg
  • Juan de Ribera (1533-1611): Der Erzbischof von Valencia vermittelte als Missionar das Christentum den nach der Befreiung von der islamischen Besatzung in Spanien verbliebenen Muslimen und organisierte in den Jahren ab 1609 die Umsiedlung derjenigen, die am Islam festhielten, nach Nordafrika. Pius V. nannte ihn ein „Licht für ganz Spanien“. Er wurde 1960 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 6. Januar.
  • Pius V. (1504-1572): Er wurde 1712 heiliggesprochen, wofür auch der als wundersam angesehene Sieg der Heiligen Liga über das Osmanische Reich in der Seeschlacht von Lepanto vom 7. Oktober 1571 eine zentrale Rolle spielte. Dieser Sieg rettete das christliche Europa vor der osmanischen Bedrohung. Man führte diesen auf die Hilfe der Muttergottes, der „Mutter vom großen Sieg“, zurück. Pius V. hatte zu entsprechenden Gebeten aufgerufen und zudem die Heilige Liga europäischer Staaten zur Abwehr dieser Bedrohung ins Leben gerufen, was zuvor als politisch unmöglich gegolten hatte. G.K. Chesterton würdigte seinen Einsatz im Gedicht „Lepanto“.
  • Ignatius von Loyola (1491-1556): Ritter, Vordenker einer soldatisch-geprägten Spiritualität und Gründer des Jesuitenordens
  • Niklaus von Flüe (1417-1487): Der Schweizer Mystiker und Asket beteiligte sich vermutlich im Rang eines „Rottmeisters“, der für acht bis zwölf Soldaten verantwortlich war, an der Verteidigung seiner Heimat. In seinem Dienst verzichtete er auf damals übliche Plünderungen und Gräueltaten. 1460 schützte er das von Beginen betrieben Kloster St. Katharinental vor der Brandschatzung. 1481 gelang es durch seine Vermittlung, einen Bürgerkrieg und das Auseinanderbrechen der Eidgenossenschaft zu verhindern. Am 13.05.1940 beobachteten zahlreiche Augenzeugen unmittelbar nach Beginn des deutschen Vorgehens gegen die Benelux-Staaten und Frankreich im Raum Waldenburg eine leuchtende Hand am Himmel, die als die schützende Hand des später heiliggesprochenen Niklaus von Flüe gedeutet wurde.4. Er ist der Schutzpatron der Schweiz und der Schweizergarde.
  • Die Märtyrer von Otranto (1480): Die Märtyrer von Otranto werden in der katholischen Kirche als Heilige verehrt. Ihr Gedenktag in der Liturgie ist der 14. August. Zu Beginn des Otranto-Feldzuges landeten osmanische Streitkräfte unter dem Befehl von Gedik Ahmed Pascha am 28. Juli 1480 in Apulien. Dort zogen sie vor die Stadt Otranto und forderten deren Übergabe. Als die Bevölkerung die Kapitulation verweigerte und sich in die Zitadelle zurückzog, begann die Belagerung der Stadt, welche am 11. August 1480 mit ihrer Einnahme endete. Der städtische Klerus und einige hundert Menschen flüchteten sich in die Kathedrale von Otranto. Zu ihnen gehörte auch Erzbischof Stefano Pendinelli. Die Osmanen forderten sie auf, zum islamischen Glauben zu konvertieren, was von den eingeschlossenen Christen abgelehnt wurde. Daraufhin wurden sie in der Kathedrale ermordet. Dem Schneider Antonio Pezzulla war die Führung der Stadt übertragen worden. Als auch er den Befehl zum Glaubensübertritt verweigerte, wurde er am 14. August gemeinsam mit mindestens 800 weiteren Menschen hingerichtet. Bei seiner Enthauptung soll sich das Wunder ereignet haben, dass sein Körper nach der stehenden Enthauptung nicht zusammenbrach und es auch dem Henker nicht gelang, seinen leblosen Leib umzuwerfen. Die Massentötungen waren vermutlich ein Akt zur Einschüchterung der Bevölkerung Süditaliens, der das weitere Vordringen der Invasoren erleichtern sollte. Tatsächlich führte dieses Vorgehen jedoch zu einer Einigung des Widerstandes gegen sie.
  • Johannes von Capestrano (1386-1456): Der franziskanische Ordenspriester und Wanderprediger engagierte sich nach dem Fall Konstantinopels in besonderem Maße für die Mobilisierung von Verteidigung gegen die osmanische Bedrohung Europas. So führte er etwa den Reichsfürsten auf mehreren Reichstagen die drohende Gefahr vor Augen. Einer Predigt, welche die fast schon geschlagenen Verteidiger Belgrads im Jahre 1456 gestärkt habe, wird deren Sieg über die Angreifer und die damit verbundene Rettung Europas zugeschrieben.
  • Ludwig IX. von Frankreich (1214-1270): Er gilt als einer der bedeutenden europäischen Monarchen des Mittelalters, und die Zeit seiner Herrschaft blieb als „goldenes Zeitalter“ in Erinnerung. Er war ein Verteidiger des Glaubens und der Kirche u. a. während der Katharer-Krise, führte zwei Kreuzzüge an und galt unter den Königen Europas wegen seiner moralischen Integrität als primus inter pares sowie als „ungekrönter Kaiser des Abendlandes“. Unter seiner Führung wurden Kathedralen errichtet, Universitäten wie die Sorbonne gegründet, Verwaltung und Justiz reformiert und das Heilige Land befestigt. Sein Leben war von tiefer Frömmigkeit und strenger Askese gekennzeichnet, und er galt als Idealtyp des christlichen Königs, der Disziplin, Vernunft, Tapferkeit und ritterliche Haltung in sich vereinte.
  • Klara von Assisi (1194-1253): Die aus einem adligen Elternhaus stammende Heilige entschloss sich, nachdem sie eine Predigt des hl. Franz von Assisi gehört hatte, im Alter von 18 Jahren zu einem Leben in radikaler Armut in der Nachfolge Christi. Im Jahre 1240 trat sie der Überlieferung nach muslimischen Invasoren, die auf ihren Plünderungszügen das Kloster San Damiano in Assisi angriffen, mit einer Monstranz entgegen, woraufhin diese ihren Angriff abgebrochen hätten. Zuvor habe sie das folgende Gebet gesprochen: „Ich bitte Dich, mein Herr, dass es Dir gefalle, dass diese Deine armen Dienerinnen, die Du, Herr, meiner Obhut anvertraut hast, mir weggenommen und nicht aus der Hand gerissen werden, damit sie nicht in die Hände und die Grausamkeit dieser Ungläubigen und Heiden gelangen; zudem bitte ich Dich, mein Herr, dass Du auf sie behütest, da ich sie ohne Dich nicht behüten kann, ganz besonders in diesem bitteren Moment.“ Die Stimme eines Kindes habe ihrem Gebet aus dem Tabernakel heraus geantwortet: “Ich werde euch immer beschützen”.
  • Franz von Assisi (ca. 1181-1226): Dem Religionswissenschaftler Lawrence Cunningham zufolge habe der Heilige sich und seine Ordensbrüder als Ritter betrachtet, die einen geistlichen Kreuzzug führen würden. Er betrachtete zudem diejenigen, die im Kampf zur Verteidigung des Christentums getötet wurden, als Märtyrer. In seinem Orden war die Bereitschaft verbreitet, in Folge der geistlichen Herausforderungen des Islams zum Märtyrer zu werden. In diesem Zusammenhang beteiligte auch er sich als Missionar an den Kreuzzügen, wobei es ihm gelang, zum Führer der islamischen Armee in Ägypten, dem Sultan al-Kamil, vorzudringen. Durch die Bekehrung al-Kamils wollte er den Konflikt beenden.
  • Bernhard von Clairvaux (1090-1153): Der aus dem burgundischen Hochadel stammende hl. Bernhard war Sohn des Ritters Tecelin und trat im Jahre 1112 trat er in das Kloster Cîteaux ein. Kurz darauf wurde er zum Vorsteher der Abtei von Clairvaux ernannt, die sich unter seiner Leitung zur bedeutendsten Abtei des Ordens entwickelte. Unter seiner Führung wurden über 300 neue Klöster des Ordens gegründet, dessen Leiter er schließlich wurde. In seinen Predigten setzte er sich vor dem Hintergrund der Herausforderung der Bedrohung durch den Islam auch mit den militärischen Aspekten des Christentums auseinander und war zudem ein Vordenker des ritterlichen Ideals und des christlichen Soldatentums.
  • Stephan I. (1000-1038): Der erste König von Ungarn christianisierte die damals noch heidnischen Magyaren und beendete so die von ihren Invasionen ausgehende existenzielle Bedrohung für das Christentum in Europa für immer.
  • Ulrich von Augsburg (923-973): Er veranlasste im Jahre 926 als Bischof von Augsburg die Befestigung Augsburgs mit einer Stadtmauer zum Schutz vor den wiederholt angreifenden heidnischen Magyaren. Er befehligte zudem die Verteidigung der Stadt gegen sie im Jahre 955, wodurch er deren Kräfte so band dass unter der Führung Otto I. der entscheidende Sieg über sie auf dem Lechfeld bei Augsburg gelang. Anschließend leitete er den Wiederaufbau des teilweise geplünderten und verwüsteten Bistums.
  • Karl der Große (747-814): Der Kaiser des Frankenreiches entsprach laut dem Historiker Johannes Fried dem Urbild des „weisen Königs“ und war ein Mann des „Schwertes und der Religion“, der Europa erstmals seit dem Untergang des Römischen Reiches wieder eine Ordnung gab. Die kulturellen Werke, die er ermöglichte, wirken bis heute nach, und er unterstützte auch die Rettung des verbliebenen Wissens der Antike. An den damaligen Papst schrieb er: „Unsere Aufgabe ist es […] die heilige Kirche Christi […] nach außen mit den Waffen zu verteidigen und nach innen mit der Erkenntnis des katholischen Glaubens zu festigen.“ Zudem unterstützte er die Christen Spaniens gegen die Angriffe der Mauren und schuf mit der Spanischen Mark eine Grenzregion, die Nordeuropa gegen weitere islamische Expansion sicherte und den Ausgangspunkt für die Reconquista bildete.
  • Leonhard von Limoges (ca. 559-620): Er ist einer der traditionell am meisten verehrten Heiligen im Alpenraum. Er gilt als Löser feindlicher Ketten und Schutzpatron sowie Fürsprecher der Gefangenen. Die Legende besagt, es seien durch das Gebet des heiligen Leonhard oder auf seine Anrufung hin auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen.
  • Benedikt von Nursia (ca. 480-547): Der hl. Benedikt von Nursia ist eine der größten Gestalten der abendländischen Geschichte. Vom kulturellen und moralischen Verfall Roms abgestoßen schloss der hl. Benedikt sich zunächst einer asketischen Gemeinschaft an und zog sich dann in eine unbewohnte Gegend zurück. Um das Jahr 529 gründete er mit anderen Mönchen das heutige Kloster Montecassino, das aufgrund des guten Rufes des hl. Benedikt und der von Unsicherheit geprägten Zeit starken Zulauf erhielt. Um das Jahr 540 verfasste er seine Mönchsregel. Der dieser Regel folgende, von ihm begründete Benediktinerorden breitete sich von da an über das gesamte Abendland aus und inspirierte zahlreiche andere, ähnlichen Regeln und einer Frömmigkeit von Kontemplation und Aktivität folgende Orden. In einer von Auflösung und Verfall gezeichneten Zeit schufen die Orden Klöster, die Inseln der Sicherheit und der Kultur in einem sich ausbreitenden Meer des Chaos waren, und von denen aus sich der christliche Glaube im damals teilweise noch heidnischen Europa verbreitete. Papst Paul VI. erhob den hl. Benedikt 1964 zum Patron Europas.
  • Genoveva von Paris (ca. 422-502): Sie ist die Schutzpatronin von Paris, wo wie als Asketin lebte. Der Legende nach sagte sie voraus, dass Attila Paris bei seinem Vormarsch verschonen werde. Als er mit seinen Kräften 451 auf die Stadt marschierte, habe sie die Frauen zum Gebet und die Männer zum Kampf aufgerufen: „Mögen die Männer fliehen, wenn sie wollen, wenn sie nicht mehr dazu in der Lage sind, zu kämpfen. Wir, die Frauen, beten weiter und weiter zu Gott bis er unser Flehen erhört.“ Attila habe Paris schließlich nicht angegriffen. Später habe sie bei einer Belagerung von Paris Nahrungsmittel per Schiff in die Stadt gebracht und die Menschen so vor Hunger gerettet. Die Schiffe seien der Legende nach auf dem Weg in die Stadt von Drachen bedroht worden, die sie durch ihr Gebet vertrieben habe. Sie soll außerdem den fränkischen Herrscher Chlodwig I. zum Christentum bekehrt haben. Ihr Grab wurde durch Anhänger der Französischen Revolution geschändet.
  • Papst Leo I. (400-461): Er trat als Papst der Invasion der Hunnen persönlich entgegen. 452 reiste er dem angreifenden Attila entgegen und bewog ihn in Mantua zur Umkehr sowie zu einem Friedensversprechen.
  • Augustinus von Hippo (354-430): Der Philosoph und Theologe formulierte die christliche Lehre des gerechten Krieges
  • Barbara von Nikomedien (gest. ca. 300): Im Mittelalter galt sie als Schutzpatronin des Wehrstandes und war eine der beliebtesten Heiligen. Ihr Verhalten im Angesicht von Verfolgung und Tod gilt als Symbol der Wehr- und Standhaftigkeit im Glauben. Sie ist eine zudem eine Schutzheilige der Feuerwehr sowie weiterer Berufe, die diesen Gefahren ausgesetzt sind, selbst Waffen herstellen oder mit Feuer umgehen, darunter Feuerwerker, Sprengmeister, Büchsenmacher und Waffenschmiede. Im Zuge der Liturgiereformen des zweiten vatikanischen Konzils wurde die hl. Barbara aus dem römischen Generalkalender gestrichen, da ihre Existenz historisch nicht gesichert sei. Wegen der großen Verehrung, die sie im Volk genoss, blieb ihr Gedenktag jedoch in einigen Regionalkalendern erhalten.
  • Simon Petrus (gest. ca. 67): Der Apostel wurde von Jesus Christus berufen und erhielt später von diesem einen besonderen Auftrag („Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen […].“) Es gilt als Gründer und erster Leiter der christlichen Gemeinde in Rom, wo er vermutlich als Märtyrer starb. Dem Neuen Testament zufolge war er zu schwach, sein Versprechen bedingungsloser Gefolgschaft gegenüber Jesus Christus zu halten und verleugnete ihn drei Mal, doch bei dessen Gefangennahme im Garten Gethsemane versuchte er, Jesus Christus mit seinem Schwert zu verteidigen.
  • Stefanus (ca. 1-36): Der 26. Dezember ist der Stephanstag, an dem die Kirche das Fest des heiligen Stefanus feiert. Er war der erste Märtyrer in der Geschichte des Christentums und einer der sieben Diakone der Jerusalemer Urgemeinde sowie einer jener Männer „von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit“, die im Auftrag der Gemeinde Dienstvorhaben durchführten. Er wurde um das Jahr 36 n. Chr. getötet, nachdem er eine Verteidigungsrede zugunsten des Christentums gehalten hatte. Seine Tötung gilt der Beginn der ersten Christenverfolgung, an der sich der spätere Apostel Paulus zunächst beteiligte. Der Stephanstag ist daher auch ein Tag des Gebets für verfolgte Christen. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten angesichts der im 20. Jahrhundert begonnenen größten Welle von Christenverfolgung in der Geschichte der Menschheit besondere Bedeutung erlangt.
  • Judas Thaddäus: Er war einer der zwölf Apostel und starb der Überlieferung nach als Märtyrer, als er das Christentum im vorderasiatischen Raum verbreitete. Er wird vor allem in schwierigen und ausweglosen Situationen um Hilfe angerufen.
  • Die makkabäischen Brüder und ihre Mutter (ca. 167 v. Chr.) Die sieben Brüder und ihre Mutter wurden der Überlieferung nach getötet, weil sie sich im Zuge der seleukidischen Anstrengungen zur Vernichtung der jüdischen Religion weigerten, von der “Lebensart ihrer Väter abzufallen”. Ihre Geschichte ist in 2 Makkabäer 7 überliefert. Sie hätten Leib und Leben für die “Gesetze unserer Väter” hingegeben, einander ermutigt, “in edler Haltung zu sterben” und dem fremden König Antiochus IV. angekündigt, dass ihr Volk nicht von Gott verlassen sei und er dessen “gewaltige Kraft spüren” werde, “wenn er dich und deine Nachkommen züchtigt”, denn er habe es  “gewagt, mit Gott zu kämpfen.” Im Anschluss daran wird der Beginn des Aufstands des Judas Makkabäus gegen die Seleukiden beschrieben. Die Brüder und ihre Mutter werden in der katholischen Kirche als Heilige bzw. als vorchristliche Märtyrer verehrt, deren Geschichte als Parallele zur Passion Christi und seiner Mutter Maria verstanden wird.

1.2 Der heilige Josef: Der Beschützer Christi

Der heilige Josef von Nazareth unterscheidet sich von anderen Heiligen der Kirche. Er war weder Märtyrer, Kirchenlehrer noch Ordensgründer. Im Vergleich zu vielen anderen Heiligen führte er ein wenig Aufsehen erregendes Leben, doch sein Dienst mit seinen scheinbar alltäglichen Taten war so wichtig war wie der kaum eines anderen Menschen. Im römischen Messkanon wird der Name des heiligen Josef daher neben dem Marias vor den Namen der Apostel, der Päpste und der Märtyrer erwähnt.

  • Der hl. Josef führte ähnlich wie Maria ein Leben im Gehorsam gegenüber Gott und war der Beschützer und Versorger zunächst Marias und später der Familie Jesu unter den gefährlichen Bedingungen. Er brachte die Familie Gottes in Sicherheit, als Herodes Jesus töten wollte.5 Er war er auch derjenige, der Jesus Christus erzog und ausbildete.
  • Der hl. Johannes Paul II. schrieb 1989 in seinem apostolischen Schreiben „Redemptoris Custos“, dass Josef zum „Beschützer des Erlösers berufen“ gewesen sei. Gott habe ihm „den Schutz seiner kostbarsten Schätze anvertraut“ und ihn mit Maria zum „Hüter des Geheimnisses“ gemacht, dass der Erzengel Gabriel beiden in Ankündigung des Auftretens Jesu Christi mitteilte. Er habe „sein Leben zu einem Dienst, zu einem Opfer an das Geheimnis der Menschwerdung und an den damit verbundenen Erlösungsauftrag gemacht“. Sein Leben habe „völlige Übereignung seiner ganzen Existenz an die Erfordernisse des Kommens des Messias in sein Haus“ bedeutet. Er beschützte auch Maria, indem er zu ihr stand, nachdem sie schwanger geworden war.
  • Er war ein Mann der Tat, von dem kein einziges Wort überliefert ist, ohne dessen schützenden Dienst das wichtigste Geschehen in der Geschichte der Menschheit jedoch nicht möglich gewesen wäre. Der hl. Josef unterstreicht dadurch, dass es im Leben des Mannes vor allem auf Taten ankommt.

Im Neuen Testament wird darauf verwiesen, dass er ein Nachkomme König Davids war.6.

Papst Franziskus sagte über den heiligen Josef:

„Er behütete und beschützte Maria und Jesus mit seiner Arbeit und seiner großherzigen Gegenwart und befreite sie aus der Gewalt der Ungerechten, indem er sie nach Ägypten brachte. Im Evangelium erscheint er als ein gerechter, arbeitsamer und starker Mann.“7

Die Verehrung des heiligen Joseph

Der hl. Josef gilt seit dem I. Vatikanum als besonderer Schutzpatron der Kirche. Papst Leo XIII sagte dazu:

„Die Gründe dafür, daß der heilige Josef als besonderer Patron der Kirche angesehen werden und die Kirche ihrerseits sich von seinem Schutz und Beistand sehr viel erwarten darf, rühren hauptsächlich daher, daß er der Mann Mariens und vermeintliche Vater Jesu ist […]. Josef war zu seiner Zeit rechtmäßiger und natürlicher Hüter, Haupt und Verteidiger der göttlichen Familie […]. Es ist daher für den heiligen Josef angebracht und seiner höchst würdig, daß er so, wie er einst die Familie von Nazaret in allen Belangen heiligmäßig zu beschützen gewohnt war, jetzt die Kirche Christi mit seinem himmlischen Beistand beschützt und verteidigt.“

Papst Franziskus und sein Vorgänger Benedikt XVI. segneten am 5. Juli 2013 gemeinsam eine Statue und weihten den Vatikan dem hl. Josef und dem Erzengel Michael, der für Gott gegen den Teufel kämpft. Bereits Papst Pius IX. hatte den hl. Joseph 1870 zum Patron der gesamten katholischen Kirche erhoben. Papst Pius XI. (1922-1939) erklärte den hl. Josef 1937 zum Patron jener, die den Kommunismus bekämpfen.

Papst Franziskus rief Christen dazu auf, Beschützer zu sein und dem Vorbild des hl. Joseph zu folgen. Alle Dinge seien dem Menschen zu seinem Schutz überantwortet. Der Mensch sei dazu berufen, Beschützer der Gaben Gottes zu sein. Wo Menschen sich dieser Berufung verweigerten, werde der Weg zur Zerstörung geöffnet.8

Papst Piux X. hatte 1909 die Litanei vom hl. Josef approbiert, die ihn „Beschützer der Jungfrau“, „Verteidiger Christi“ und „Schutzherr der heiligen Kirche“ nennt. Der Gedenktag des hl. Josef ist der 19. März.

1.3 Soldatenheilige

Das katholische und das orthodoxe Christentum verehren Soldatenheilige, die ein soldatisch geprägtes, christliches Leben führten. Während es sich bei den meisten der katholischen Soldatenheiligen primär um Märtyrer handelte, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt und getötet wurden, spielt im orthodoxen Christentum die Betonung schützenden Dienstes im Zusammenhang mit Soldatenheiligen eine größere Rolle. Dies hat auch historische Gründe, da das orthodoxe Christentum aufgrund der geographischen Lage seines Verbreitungsraums historisch in größerem Umfang Ziel von militärischen Angriffen war.

Im katholischen Christentum sind im Zusammenhang mit schützendem Dienst vor allem die folgenden Soldatenheiligen zu nennen:

  • Johanna von Orléans (1412-1431): Die Rettung Frankreichs war unmittelbarer Gegenstand ihrer Berufung, der sie durch den Dienst als Soldatin folgte.
  • König Ferdinand III. von Kastilien (1199-1252): Er habe sich durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnet und diente zunächst als Ritter. Als König vereinte er die spanischen Königreiche Kastilien, Léon, Asturien, Galicien und Kastilien und schuf dadurch eine der Voraussetzungen für die Befreiung der iberischen Halbinsel von der islamischen Herrschaft. Als militärischer Führer war er zudem in vielen Schlachten gegen muslimische Heere siegreich, befreite weite Teile der Halbinsel, veranlasste die Auswanderung der muslimischen Besatzer aus den befreiten Gebieten und ermöglichte die Wiederansiedlung von Christen dort. Bereits zu Lebzeiten wurde er als Heiliger verehrt. Sein unverwester Leichnam befindet sich in der Kathedrale von Sevilla. 1671 wurde er von Papst Klemens X. heiliggesprochen.
  • Die Ebstorfer Märtyrer (880): 879 fielen heidnische Normannen im Zuge der Wikingerüberfälle in Niedersachsen ein und griffen die dort lebenden Christen an. Unter der Führung von Herzog Bruno von Sachsen und mehrerer Bischöfe stellte sich ihnen am 02. Februar 880 mutmaßlich im Raum Stade ein christliches Heer entgegen, das von den Normannen geschlagen wurde. Die Gefallenen wurden als Märtyrer heiligesprochen, darunter auch Bruno von Sachsen sowie die Bischöfe Theoderich und Markward. Insgesamt sind 32 der Heiligen namentlich bekannt. Um die Schlacht und die Märtyrer bildeten sich zahlreiche Legenden.
  • Die Soldaten der Thebäischen Legion (ca. 300): Der Legende nach stammten die Soldaten der Legion aus dem Bereich des heutigen Ägypten. Ihre Mitglieder seien alle Christen gewesen. Sie sei von Mauritius geführt worden, der auch im Besitz der Heiligen Lanze gewesen sein soll. Bei einem Einsatz auf dem Gebiet der heutigen Schweiz sei den Soldaten ein Opfer für die römischen Götter befohlen worden, was diese verweigert hätten. Die Legion sei daraufhin zur Strafe zweimal dezimiert worden. Am Ende seien alle Soldaten der Legion hingerichtet worden seien. Einiger ihrer Soldaten seien im Rheinland eingesetzt gewesen und seien dort hingerichtet worden, darunter auch die Heiligen Cassius, Florentius, Gereon, Viktor und Mallosus sowie zahlreiche ihrer Kameraden.

2. Biblische Personen

Über den Kreis der Heiligen hinaus beschreiben Altes und Neues Testament viele Personen, die einen Bezug zur christlichen Spiritualität und zum Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes haben. Zu nennen sind hier etwa der Prophet Hesekiel, der eine militärische Spiritualität formulierte; oder Nehemia, der das schutzlos seinen Feinden ausgelieferte Jerusalem befestigen ließ und ein umfassendes militärisches, kulturelles und religiöses Programm zu seiner Verteidigung entwarf.

  • Nehemia: Der im Dienst der Babylonier tätige Jude wurde im Jahre 444 v. Chr. zum babylonischen Statthalter von Juda ernannt. Er sorge dafür, dass die Mauern der ihren Feinden schutzlos ausgelieferten Stadt wieder aufgebaut wurde, und organisierte ein militärisches, kulturelles und politisches Programm zu Wiederherstellung ihrer Wehrfähigkeit. Die Philosophin Hannah Arendt hob die „Überlebens-Leidenschaft“, die im Wirken Nehemias sichtbar werde, und die das Volk Israel überleben habe lassen.
  • Judas Makkabäus: Bezüge auf die Makkabäerbücher des Alten Testaments dominieren Schriften über das Rittertum in der mittelalterlichen Literatur.
  • Hesekiel: Der Sohn eines Priesters ist einer der großen Propheten im Alten Testament. Er wurde der Überlieferung nach im 6. Jhd. v. Chr. von den Babyloniern ins Exil verschleppt. Das Buch Hesekiel beschreibt eine schützende Spiritualität, die auf einer Berufung zum Wächtertum beruht (Hesekiel 33,2-7). Gott beruft mit den Worten im Buch Hesekiel den zum Dienst bereiten Mann, damit er „eine Mauer baut oder für das Land in die Bresche springt“ (Hesekiel 22,30).
  • Hauptmann Longinus: Der Name ist nicht in der Bibel überliefert, wird aber aber im apokryphen Nikodemusevangelium sowie in der Legenda aurea als der des biblisch überlieferten römischen Soldaten genannt, der Jesus Christus nach seinem Tod einen Speer (die heilige Lanze) in dessen Seite gestochen haben soll. Laut Matthäus und Markus bezeugte er die Gottessohnschaft Christi. Das Blut Christi habe ihn von einer schweren Krankheit geheilt, Er habe sich anschließend taufen lassen und in Mantua das Evangelium verkündet und später den Cäsarea in Kappadozien den Märtyrertod erlitten. Er wäre dann der erste Zeuge der Göttlichkeit Christi sowie einer der ersten Christen gewesen, die wegen ihres Glaubens als Märtyrer getötet wurden.
  • Hauptmann Kornelius: Nach der Schilderung der Apostelgeschichte war der römische Centurio der erste Nichtjude, der christlich getauft wurde.9
  • Der Hauptmann von Kafarnaum: Laut Mt 8,5-13 und Lk 7, 1-10 bittet ein römischer Zenturio, dessen Name nicht überliefert ist, Jesus Christus um Hilfe für einen ihm unterstellten Kranken. In seinem Gespräch mit Jesus Christus vergleicht er diesen mit einem Offizier, der wie er Befehlen gehorchen müsse und Soldaten führe. Weil der Hauptmann seine Macht erkennt, antwortete Jesus Christus ihm: „Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.“ Einige der Worte des Hauptmanns sind in der heiligen Messe Teil des Gebets vor der Kommunion.

3. Helden des schützenden und bewahrenden Dienstes

In der Geschichte des Christentums gab es über die oben erwähnten Heiligen hinaus von Karl Martell bis Claus Schenk Graf von Stauffenberg zahlreiche Personen von historischer Bedeutung, die sich durch militärischen Dienst oder durch andere Taten schützend um das Christentum verdient gemacht haben und dabei höchste Risiken für sich selbst in Kauf genommen haben.

3.1 Helden des Kampfes gegen die totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts

An dieser Stelle werden vorerst nur einige wenige von sehr vielen in diesem Zusammenhang zu nennenden Persönlichkeiten genannt.

  • Johannes Paul II. (1920-2005): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Hellmuth Stieff (1901-1944): Der Generalmajor der Wehrmacht unterstützte den militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Über die von den Nationalsozialisten angeordeten und begangenen Kriegsverbrechen sagte er, dass die „Ausrottung ganzer Geschlechter mit Frauen und Kindern […] nur von einem Untermenschentum“ verübt werden könne, „das den Namen Deutsch nicht mehr verdient.“ In seinem vor seiner Hinrichtung an seine Frau geschriebenen letzten Brief äußerte er als letzten Wunsch den Eintritt in die katholische Kirche: „Ich werde in Deinem Glauben sterben […]. Der Tod ist kein Ende, sondern nur eine Wandlung. Ich bin von der Unsterblichkeit unserer Seelen fest und gläubig überzeugt.“10
  • Theodor Groppe (1882-1973): Der Generalleutnant der Wehrmacht wurde wegen seines entschlossenen katholischen Glaubens auch „Schwarzer General“ genannt. Im Ersten Weltkrieg erhielt er den Orden „Pour le Mérite“, die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung. Als Kommandeur der 214. Infanteriedivision erließ er zu Beginn des Zweiten Weltkriegs an der Westfront einen Divisionsbefehl, demzufolge von den Nationalsozialisten geplante Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung mit militärischen Mitteln zu unterbinden seien. Der durch Heinrich Himmler wegen seines Widerstands später angeordneten Erschießung entging General Groppe durch Untertauchen.
  • Konrad Adenauer (1876-1967): Er gehörte zu den katholischen Staatsmännern, unter deren Führung der Wiederaufbau Westeuropas und seine Verteidigung gegen den Kommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte. Zuvor war Adenauer als Politiker der katholischen Zentrumspartei und als Oberbürgermeister von Köln auch als Gegner des Nationalsozialismus in Erscheinung getreten.
  • Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944): Stauffenberg stammte aus einer Familie mit jahrhundertelanger Soldatentradition. Er war ein gläubiger Katholik und einer der Führer des militärischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, der durch sein Handeln dazu beitragen wollte Deutschland wieder an seine abendländischen geistigen Wurzeln anzubinden. Der Überlieferung nach waren seine letzten Worte „Es lebe das heilige Deutschland!“
  • Sophie Scholl (1921-1943): Die Protestantin wurde unter dem Eindruck der Schriften des hl. Augustinus und des katholischen Schriftstellers Georges Bernanos zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus. Als Mitglied der christlichen Widerstandsorganisation „Weiße Rose“ strebte sie die Errichtung eines „neuen geistigen Europas“ an. Der ihre Hinrichtung  leitende Beamte sagte später, er habe niemals jemanden so tapfer sterben sehen wie sie. Zu ihren Lieblingszitaten zählte dieses des katholischen Philosophen Jacques Maritain: „Man muss einen harten Geist und ein weiches Herz haben.“
  • Maximilian Kolbe (1894-1941): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Die Märtyrer des Widerstands gegen den Kommunismus in Spanien (1936-1939): Siehe Kapitel „Heilige“

3.2 Helden des Kampfes gegen die Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts

  • José Sánchez del Río (1913-1928): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Hermann von Kanzler (1822-1888): Der aus Baden stammende Soldat diente ursprünglich bei den Dragonern, quittierte aufgrund der kirchenfeindlichen Haltung der badischen Regierung jedoch zusammen mit seinem Vorgesetzten den Dienst und trat in die päpstliche Armee ein. Wegen besonderer Leistungen, die er als Offizier bei der Verteidigung des Kirchenstaates gezeigt hatte, wurde er zum General befördert und war später der letzte Oberkommandierende der Päpstlichen Armee im Kirchenstaat.
  • Andreas Hofer (1767-1810): Der gläubige Katholik war der Führer der Widerstandsbewegung in Tirol gegen die bayerische und französische Besetzung seiner Heimat. Ein Motiv des Widerstands war dabei auch die Ablehnung von Eingriffen der revolutionären Ideologien folgenden Besatzer in das religiöse Leben, etwa in Form des Verbotes von Prozessionen, Wallfahrten und des Rosenkranzgebets.
  • Jacques Cathelineau (1759-1793): Er war einer der Kommandeure des katholischen Widerstands gegen den Terror der Französischen Revolution in der Vendée. Wegen seiner besonderen Frömmigkeit wurde er im Volksmund auch als „der Heilige von Anjou“ bezeichnet. Das kirchliche Verfahren zu seiner Heiligsprechung wurde wegen des Verlustes der Unterlagen im Zweiten Weltkrieg abgebrochen.

3.3 Helden des Abwehrkampfes gegen die Osmanen

  • Gideon Ernst von Laudon (1717-1790)
  • Matthias Johann Graf von der Schulenburg (1661-1747): Er war Generalfeldmarschall im Dienste der Republik Venedig und begann seinen Dienst im Jahre 1687, als er als Freiwilliger mit den kaiserlichen Truppen in Ungarn gegen die Osmanen kämpfte. Die von ihm im Dienste Venedigs erfolgreich geleitete Verteidigung Korfus (vom 25.07.-20.08.1716) gegen die Osmanen  gilt als eine der größten militärischen Leistungen der neuzeitlichen Kriegsgeschichte. Sie wurde von Antonio Vivaldi im Oratorium „Juditha Triumphans“ allegorisch gewürdigt. In späteren Jahren widmete er sich dem Ausbau von Festungen und der Defensivstreitkräfte Venedigs im Adriaraum.
  • Ludwig Andreas von Khevenhüller (1683-1744)
  • Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736): Der im Dienst Österreichs stehende Feldherr befreite im Großen Türkenkrieg Ungarn und große Teile des Balkans von osmanischer Herrschaft. Der überzeugte Christ trug als Zeichen seiner Haltung ein Bild der Marienzeller Madonna über dem Herzen auf seinem Brustpanzer. In der Schlacht bei Zenta errangen die kaiserlichen Truppen unter seinem Oberbefehl am 11. September 1697 einen bedeutenden Sieg über die Osmanen. Dieser Sieg führte schließlich zum Frieden von Karlowitz, der den Großen Türkenkrieg (1683–1699) beendete.
  • Maximilian II. Emanuel (1662-1726)
  • Abraham a Sancta Clara (1644-1709): Er wurde unter dem Namen Johann Ulrich Megerle geboren und gilt als bedeutendster katholischer deutscher Prediger und Poet der Barockzeit. Während der türkischen Belagerung Wiens 1683 unterstützte er die Verteidigung der Südostflanke Europas durch öffentlich stark wahrgenommene Predigten, bis letztlich die vereinigten Streitkräfte unter Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski in der Schlacht am Kahlenberg die Stadt befreien konnten. Die Belagerung Wiens durch die Türken inspirierte Abraham zur Kampfschrift Auff, auff, ihr Christen! (1683), in der Darstellungen türkischer Geschichte und Kultur mit Aufforderungen zum Kampf, zur Einigkeit und zur Buße wechselten.
  • Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655-1707): Er war Generalleutnant aller kaiserlichen Truppen und ein siegreicher Feldherr in den Türkenkriegen und wurde auch „Türkenlouis“ genannt. Die Osmanen nannten ihn wegen seiner roten Uniformjacke, die weit über die Schlachtfelder zu sehen war, den „Roten König“. Zu Lebzeiten wurde er wegen seiner Leistungen bei der Rettung des Abendlandes vor den osmanischen Invasoren gefeiert, stand später jedoch im Schatten seines Cousins Prinz Eugen.
  • Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg (1638-1701): Er war Stadtkommandant von Wien während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung und hielt die Stadt gegen zahlenmäßig stark überlegene osmanische Kräfte bis zum Eintreffen des Entsatzheeres unter der Führung König Johann III. Sobieskis. Durch einen Ausbruch aus der Stadt nach dem Eintreffen des Entsatzheeres setzten sie die Belagerer zusätzlich unter Druck, so dass diese schließlich besiegt werden konnten.
  • Marco d’Aviano (1631-1699): Der Kapuziner und Ordenspriester war u.a. päpstlicher Legat bei der zweiten osmanischen Belagerung Wiens 1683. Er überzeugte Karl V. von Lothringen , König Johann III. Sobieski den Oberbefehl des Entsatzheeres zu übergeben und dieses nach Wien zu ziehen. Während der entscheidenden Schlacht am Kahlenberg habe er die christlichen Soldaten durch Predigten motiviert und sei ihnen mit einem erhobenen Kreuz vorangegangen. Wegen seines Einsatzes gilt er als einer der Retter Wiens. Bis 1689 nahm er als Prediger und Seelsorger an weiteren Abwehrkämpfen gegen die Osmanen teil. Seine Seligsprechung erfolgte 2003.
  • König Johann III. Sobieski (1629-1696): Johann III. Sobieski war ein polnischer König, der eine entscheidende Rolle bei der Abwehr der islamischen Expansion in Südosteuropa im 17. Jahrhundert spielte. Nach Beginn eines erneuten osmanischen Feldzugs in Richtung Mitteleuropa erließ er 1683 auf Ansuchen von Papst Innozenz XI. das allgemeine Adelsaufgebot und zog mit seinem Heer nach Wien, um die Verteidigung der Stadt gegen die Angreifer zu unterstützen. In der Schlacht am Kahlenberg schlug eine von ihm geführte multinationale europäische Armee am 12. September 1683 die osmanische Armee unter Großwesir Kara Mustafa, was die osmanische Offensive und die Belagerung Wiens beendete. Von der Bevölkerung Wiens wurde er als „Türkenbefreier“ gefeiert. In der folgenden Gegenoffensive konnte auch das Königreich Ungarn von der osmanischen Herrschaft befreit werden. Es handelte sich dabei um eine der wichtigsten militärischen Leistungen der abendländischen Geschichte, welche die islamische Expansion im Südosten Europas für lange Zeit beendete. Mit der islamischen Welt war er aufgrund seiner Tätigkeit als Botschafter im Osmanischen Reich ab 1654 vertraut. Er ist bis heute einer der beliebtesten historischen Herrscher Polens, nach dem weiterhin zahlreiche Straßen und Schulen benannt sind. In einer Biographie über ihnen heißt es, er sei „zum Helden geboren und erzogen worden.“ Sein Vater habe ihn von früher Kindheit an auf spätere militärische und politische Führungsämter vorbereitet, indem er ihn zu Tapferkeit und Disziplin erzogen, aber auch einer klassischen Bildung unterzogen habe. Außerdem lernte er früh die türkische Sprache. Er habe sich durch besondere Marienverehrung ausgezeichnet und zudem die osmanischen Invasionen nicht nur als Bedrohung Polens, sondern des gesamten Christentums verstanden. Die Taten Sobieskis sollen J. R. R. Tolkien zur Beschreibung des Kavallerieangriffs der Rohirrim gegen die Armeen inspiriert haben, die in seiner Herr-der-Ringe-Trilogie die Stadt Minas Tirith belagerten.
  • Adolf Graf von Schwarzenberg (1551-1600)
  • Stephan Báthory (1533-1586): Als König von Polen förderte er mit Unterstützung jesuitischer Bildungstätigkeiten die Rekatholisierung des Landes. Er schuf so die kulturellen Grundlagen dafür, dass Polen sich zu einer Bastion des Katholizismus entwickelte und wesentlichen Anteil am christlichen Sieg über die osmanischen Invasionswellen im 17. Jhd. sowie am Ende der kommunistischen Herrschaft über Osteuropa hatte.
  • Ritter Johann von Österreich (1547-1578): Don Juan de Austria (Ritter Johann von Österreich; geb. 24.02.1547 in Regensburg; gest. 01.10.1578 in Bouge) war Befehlshaber der spanischen Flotte. Er war der außereheliche Sohn Kaiser Karls V. und der aus Regensburg stammenden Barbara Blomberg. Er soll sich durch besondere Manieren und Marienverehrung ausgezeichnet und vor allem Ritterromane gelesen haben. Er galt zudem als besonders tapfer und habe sich schon früh zum Kriegswesen hingezogen gefühlt. Seinen Wunsch, im Jahr 1565 an der Verteidigung von Malta gegen die türkische Belagerung teilzunehmen, lehnte König Philipp II. ab. Er ernannte Juan aber 1568 zum Befehlshaber der spanischen Mittelmeerflotte. Von 1569 bis 1571 leitete Juan de Austria den Kampf gegen aufständische Mauren in den andalusischen Alpujarras. Wegen der wachsenden osmanischen Bedrohung Europas im Mittelmeer wurde im Vatikan die Heilige Liga gegründet, die ein frühes europäisches Verteidigungsbündnis darstellt. Auf Veranlassung von Papst Pius V. wurde der junge Don Juan de Austria 1571 als Generalkapitän der Meere zum Oberbefehlshaber der Flotte ernannt. Er führte diese Flotte mit Schiffen aus Spanien, Venedig, Savoyen, Genua, Malta, Toskana sowie aus päpstlichen Schiffen am 7. Oktober 1571 siegreich in der Seeschlacht von Lepanto gegen die Osmanen, was den Beginn des Niedergangs der osmanischen Herrschaft über den östlichen Mittelmeerraum und Südosteuropa und somit einen entscheidenden Wendepunkt im Kampf um die Verteidigung Europas gegen Invasionen aus dem Nahen Osten markiert. Papst Pius V. nannte Don Juan de Austria mit den Worten der Bibel einen „von Gott gesandten Menschen, dessen Name war Johannes.“ Seinen Anteil an der Kriegsbeute überließ er den Verwundeten, zu denen auch der spanische Dichter Miguel de Cervantes gehörte, der in dieser Schlacht seine linke Hand verlor. Nach seinem Sieg bei Lepanto planten ihn die Päpste Pius V. und Gregor XIII. mit einem Königreich zu belohnen.Zum ersten Jahrestag seines Sieges wurde 1572 das Rosenkranzfest eingeführt, um die Fürsprache der heiligen Mutter Gottes während der Schlacht zu unterstreichen. Der Tag des Sieges bleibt bis heute der katholische „Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Sieg“, später in „Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ umbenannt. 1573 brach er mit der spanischen Flotte von Neapel nach Nordafrika zum Kampf gegen die dortigen, mit den Osmanen verbündeten arabischen Piraten auf. Hier gelang ihm die Eroberung von Tunis, das jedoch bald darauf wieder von den Osmanen zurückerobert wurde. Ein neuerlicher Angriff wurde Don Juan vom König untersagt.
  • Pius V. (1504-1572): Er wurde 1712 heiliggesprochen, wofür auch der als wundersam angesehene Sieg der Heiligen Liga über das Osmanische Reich in der Seeschlacht von Lepanto vom 7. Oktober 1571 eine zentrale Rolle spielte. Dieser Sieg rettete das christliche Europa vor der osmanischen Bedrohung. Man führte diesen auf die Hilfe der Muttergottes, der „Mutter vom großen Sieg“, zurück. Pius V. hatte zu entsprechenden Gebeten aufgerufen und zudem die Heilige Liga europäischer Staaten zur Abwehr dieser Bedrohung ins Leben gerufen, was zuvor als politisch unmöglich gegolten hatte. G. K. Chesterton würdigte seinen Einsatz im Gedicht „Lepanto“.
  • Marco Antonio Bragadin (1523-1571): Als venezianischer Offizier führte er die Verteidigung Zyperns gegen zahlenmäßig weit überlegene osmanische Kräfte in den Jahren 1570 und 1571. Die von ihm und den anderen Verteidigern dabei gezeigten außergewöhnlichen militärischen Leistungen banden starke osmanische Kräfte und ermöglichten den christlichen Verteidigern des ostwärtigen Mittelmeerraums die Vorbereitung weiterer Abwehrmaßnahmen im Vorfeld der entscheidenden Seeschlacht von Lepanto. Als die Osmanen unmittelbar vor der Eroberung Famagustas standen, versuchte er mit ihnen die Evakuierung der christlichen Bevölkerung auszuhandeln. Die von Lala Mustafa Pasha geführten osmanischen Kräfte brachen das Abkommen jedoch, verübten ein Massaker an den Christen der Stadt und folterten Bragadin auf besonders grausame Weise zu Tode. Die Nachricht über die Gräueltaten der Osmanen fanden weitete Verbreitung und trugen maßgeblich zur Entschlossenheit der Soldaten der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Lepanto bei.
  • Sebastiano Venier (ca. 1496-1578):  Er war Kommandeur der venezianischen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto. Zeitgenossen bezeichneten ihn als als „Übermenschen“ sowie als“Vater, Beschützer und Verteidiger“ der Republik Venedig. Einige Jahre nach dem Sieg von Lepanto wurde er zum Dogen von Venedig gewählt. Nach seinem Tod wurde er als Verteidiger Europas geeehrt.
  • Jean Parisot de la Valette (1494-1568): Er war Admiral der Flotte und später Großmeister des Malteserordens, unter dessen Führung die osmanische Belagerung der für die Verteidigung des westlichen Mittelmeerraumes wichtigen Insel Malta 1565 abgewehrt wurde. Als die Angreifer über eine eingestürzte Bastion in die Festungsanlagen einzudringen begannen, soll er im Alter von über 70 Jahren persönlich den Gegenangriff angeführt haben. Nach hohen Verlusten sollen zuletzt 600 Mann die Insel gegen mehrere zehntausend angreifende Osmanen gehalten haben. Eine Inschrift an seinem Grab bezeichnet ihn als den „Wächter Europas“. Die Hauptstadt Maltas, Valetta, wurde nach ihm benannt.
  • Philipp der Streitbare (1503-1548)
  • Wilhelm von Roggendorf (1481-1541): Er war Befehlshaber der schweren Kavalleriekräfte bei der Abwehr der Ersten Wiener Türkenbelagerung. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.
  • Niklas Graf Salm (1459-1530): Er organisierte und leitete die erfolgreiche Verteidigung Wiens gegen die Erste Wiener Türkenbelagerung. Sein Grab befindet sich in der Votivkirche in Wien. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.
  • Die Märtyrer von Otranto (1480): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Georg Kastriota („Skanderbeg“, 1405-1468): Durch seine Verteidigung Albaniens gegen die Osmanen wurde er berühmt und erhielt 1457 von Papst Calixtus III. sowohl den Titel „Fidei defensor“ (Verteidiger des Glaubens) als auch den Ehrentitel „Athleta Christi“ (Verteidiger des Christentums).
  • Enea Sylvio Piccolomini (Pius II., 1405-1464): Der Humanist und Universalgelehrte trat nach der Eroberung Konstantinopels und der Vernichtung des Byzantinischen Reiches durch die Osmanen sein Amt als Papst Pius II. an. Vor dem Hintergrund der Bedrohung Europas entwickelte er ein humanistisches Bildungskonzept, das Adelige dazu befähigen sollte, den mit der osmanischen Bedrohung verbundenen Herausforderungen in militärischen und politischen Führungsfunktionen sowie als kulturelles Vorbild entgegenzutreten.
  • Johann Hunyadi (ca. 1387/1407-1456): Der ungarische Heerführer und Staatsmann kämpfte vor allem gegen die Osmanen und gilt als beispielhafte Verkörperung des christlichen Rittertums.
  • Johannes von Capestrano (1386-1456): Siehe Kapitel „Heilige“

3.4 Helden der spanischen Reconquista

  • Juan de Ribera (1533-1611): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Isabella I. von Kastilien (1451-1504): Die auch „Isabella die Katholische“ genannte Königin von Kastilien, Leon und Aragón war zusammen mit ihrem Gatten Ferdinand II. nach fast 800 Jahren Kampf verantwortlich für die endgültige Befreiung Spaniens von islamischer Herrschaft und Präsenz. Sie war zudem ein Förderer von Christoph Kolumbus und trug so zur Schaffung der Grundlagen der Christianisierung der Neuen Welt bei. 1974 eröffnete Papst Paul VI. den Seligsprechungsprozess.
  • Ferdinand III. von Kastilien (1199-1252): Der katholische Heilige habe sich durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnet und diente zunächst als Ritter. Als König vereinte er die spanischen Königreiche Kastilien, Léon, Asturien, Galicien und Kastilien und schuf dadurch eine der Voraussetzungen für die Befreiung der iberischen Halbinsel von der islamischen Herrschaft. Als militärischer Führer war er zudem in vielen Schlachten gegen muslimische Heere siegreich, befreite weite Teile der Halbinsel, veranlasste die Auswanderung der muslimischen Besatzer aus den befreiten Gebieten und ermöglichte die Wiederansiedlung von Christen dort. Bereits zu Lebzeiten wurde er als Heiliger verehrt. Sein unverwester Leichnam befindet sich in der Kathedrale von Sevilla. 1671 wurde er von Papst Klemens X. heiliggesprochen.
  • Rodrigo Díaz de Vivar („El Cid“, ca. 1045-1099): Der kastilische Ritter kämpfte im Rahmen der Reconquista. Sein Leben inspirierte den spanischen Nationalepos „El Cantar de Mio Cid“.
  • Pelagius von Asturien („Pelayo“, gest. ca. 737): Der Überlieferung nach war er der Gründer des ersten christlichen Staates, der auf der iberischen Halbinsel nach der muslimischen Eroberung entstand. Unter seiner Führung gelang zudem der erste Sieg eines christlichen Heeres im Zuge der Abwehr dieser Invasion.

3.5 Helden des Kampfes um das Heilige Land

  • Franz von Assisi (ca. 1181-1226): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Bernhard von Clairvaux (1090-1153): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Hugues de Payns (dt. Hugo von Payns, ca. 1070-1136): Der französische Adelige, der am Ersten Kreuzzug teilgenommen hatte, pilgerte um 1114 nach Jerusalem und ließ sich dort nieder.  Aufgrund islamischer Angriffe auf christliche Pilger entwickelte er den Plan, eine Gemeinschaft von Rittern einzurichten, die nach den Regeln eines Mönchsordens lebten, und die sich dem Schutz der Pilger vor feindlichen Übergriffen widmen sollte. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Templerorden, dessen erster Großmeister er wurde.
  • Gottfried von Bouillon (ca. 1060-1100): Er war ein Heerführer beim Ersten Kreuzzug, der durch besondere Tapferkeit in Erscheinung trat und nach der Befreiung Jerusalems der erste Regent des neu gegründeten Königreichs Jerusalem wurde. Er lehnte die Königswürde ab, da er sich nicht in der Stadt, in der Jesus Christus die Dornenkrone getragen hatte, zum König krönen lassen wollte, und nahm statt dessen den Titel „Beschützer des Heiligen Grabes“ an. Seit dem 14. Jahrhundert wurde er zu den idealen Rittern gezählt, die als die Neun Guten Helden bekannt wurden.

3.6 Helden des Kampfes um den christlichen Osten

  • Hermann von Salza (1162-1239): Er war ein Hochmeister des Deutschen Ordens und gilt als der Ahnherr des späteren Preußens.
  • Albrecht I. (ca. 1100-1170): Er wurde auch „Albrecht der Bär“ genannt und nahm am Wendenkreuzzug gegen die heidnischen Slawen teil. Unter seiner Führung gelang zudem die Wiedereingliederung der im Großen Slawenaufstand 983 verloren gegangenen Nordmark in das Reich.

3.7 Helden des Abwehrkampfes gegen die Wikinger

  • Byrhtnoth (gest. 991): Er war ein im Dienst König Æthelreds stehender Führer der christlichen Angelsachsen in der Schlacht von Maldon im Osten Englands gegen eine Invasion heidnischer Wikinger und wurde in der Schlacht getötet. Seine Taten sind Gegenstand des altenglischen Gedichts „The Battle of Maldon“.

3.8 Die Begründer und ersten Beschützer des Abendlandes

  • Otto I. (912-973): Im Jahre 955 wurde unter seiner Führung bei er Schlacht auf dem Lechfeld der endgültige Sieg über die Magyaren errungen, deren Invasionen damit endeten. Otto I. erwarb sich dadurch den Ruf eines Retters des Christentums. Der Überlieferung zufolge sei er während der Schlacht mit der Heiligen Lanze seinem Heer vorangegangen. Er wurde im Jahre 962 durch den Papst zum ersten römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Er schuf die Voraussetzungen für die Christianisierung der Slawen und der Magyaren, und unter seiner Herrschaft setzte eine kulturelle Blütezeit ein.
  • Heinrich I. (876-936): Als König des Ostfrankenreichs bestand eine seiner Leistungen darin, die Einfälle der damals noch nicht christianisierten, als praktisch unbesiegbar geltenden Ungarn zu beenden und damit die Ostgrenze des christlichen Europas zu sichern. Dies gelang ihm u.a. durch eine Reform der Wehrorganisation, ein umfangreiches Burgenbauprogramm sowie durch den Sieg eines von ihm geführten Heeres über die Ungarn in der Schlacht bei Riade im jahr 933. Zudem trug er durch sein Wirken entscheidend zur Einigung der ostfränkischen Stämme auf der Grundlage des Christentums und somit zur Schaffung des christlichen Deutschlands bei.
  • Karl Martell (ca. 688-741): Der Historiker Edward Gibbon bezeichnete ihn wegen seines Sieges in der gegen angreifende Araber und Berber geführten Schlacht von Tours und Poitiers im Jahr 732 als den „Retter des Abendlandes“.
  • Cassiodor (ca. 485-580): Der römische Staatsmann und Gelehrte gründete um das Jahr 554 in Kalabrien das klosterähnliche Bildungsinstitut Vivarium, das den Beginn des mittelalterlichen Klosterbibliothekwesens darstellt und eine entscheidende Rolle bei der Rettung antiker Schriften und Bildungsgutes über den Untergang des Weströmischen Reiches hinaus spielte.
  • Benedikt von Nursia (ca. 480-547): Siehe Kapitel „Heilige“
  • Chlodwig I. (466-511): Der Vater des fränkischen Königs Chlodwig, Childerich I., hatte zeitweise noch in römischen Diensten gestanden. Chlodwig unterwarf die anderen fränkischen Stämme, wodurch er zum Begründer des Frankenreiches wurde.  Um das Jahr 497-499 konvertierte er zum Christentum, was einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Entstehung des christlichen Abendlandes darstellte.

3.9 Sonstige Helden des schützenden und bewahrenden Dienstes

  • Georg von Frundsberg (1473-1528): Der Katholik war einer wichtigsten Kommandeure Kaiser Karls V. und gilt als einer der bedeutendsten Infanterietaktiker der frühen Neuzeit sowie als ein Vordenker des Offiziertums und der Inneren Führung, deren Grundlagen er in seinen „Artikelbriefen“ formulierte. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.
  • Kaspar Röist (1478 – 1527): Als Offizier der Schweizergarde führte er die Verteidigung des Papstes gegen plündernde Söldner am 06.05.1527. Beim entscheidenden Gefecht auf dem Petersplatz fielen 147 der insgesamt 189 Soldaten der Schweizergarde. Die Tat ermöglichte es dem Papst, sich an einen sicheren Ort zu begeben. Der verwundete Röist wurde später von den Söldnern ermordet.

4. Denker

Die hier vorgestellten Denker haben sich mit Fragen des schützenden und bewahrenden Dienstes bzw. mit der Frage der Bewahrung des europäischen Erbes auseinandergesetzt. Dieses Erbe umfasst nicht nur auf die Werke christlicher Denker, sondern beruht auch auf Ansätzen heidnischer Philosophen der griechischen und römischen Antike, die seit der Spätantike von christlichen Denkern aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Auch die Werke einiger jüdischer Denker sowie von agnostischen oder atheistischen Denkern der Gegenwart wurden durch diese Tradition aufgegriffen und integriert.

4.1 Denker der Gegenwart

  • David Engels (geb. 1979): Der Althistoriker hat sich vor allem mit historischen Mustern des Aufstiegs und Niedergangs von Kulturen auseinandergesetzt und vor diesem Hintergrund Möglichkeiten einer kulturellen Erneuerung Europas beschrieben.
  • Rod Dreher (geb. 1967)
  • Patrick Deneen (geb. 1964): Der an der Universität Notre Dame in den USA lehrende Politikwissenschaftler hat sich vor allem mit destruktiven Auswirkungen liberaler Herrschaft und Kulturvorstellungen auf Gesellschaften auseinandergesetzt.
  • Jordan B. Peterson (geb. 1962): Der an der Universität von Toronto in Kanada lehrende Psychologe setzt sich vor allem mit der Berufung des Mannes auseinander. Er ist gegenwärtig ein Vordenker männlicher Spiritualität, wobei er seine Gedanken vor allem psychologisch begründet.
  • Martin Mosebach (geb. 1951)
  • Martin Rhonheimer (geb. 1950): Der aus der Schweiz stammende Philosoph hat sich vor allem mit den christlichen Grundlagen des freiheitlichen Staates sowie mit der prinzipiellen Unvereinbarkeit islamischer und freiheitlicher Konzepte politischer Ordnung auseinandergesetzt.
  • Alain Finkielkraut (geb. 1949): Der jüdische Philosoph setzte sich u.a. mit den kulturellen und gesellschaftlichen Folgen des Postmodernismus bzw. des Kulturrelativismus, der Gender-Ideologie, der sexuellen Revolution und von Migration auseinander.
  • Ryszard Legutko (geb. 1949): Der polnische Philosoph setzt sich unter anderem mit totalitären Tendenzen in modernen Ideologien auseinander, etwa in seinem Werk „The Demon in Democracy: Totalitarian Temptations in Free Societies“.
  • Robert Sarah (geb. 1945): Der Kardinal gilt als eine der wichtigsten Stimmen geistiger Erneuerung in der katholischen Kirche der Gegenwart. So betonte er etwa die Gefahren, die dem Christentum durch das Wirken utopischer Ideologien sowie islamistische Strömungen und Akteure drohen und rief zu stärkerer Auseinandersetzung mit diesen auf. Papst Benedikt XVI. bezeichnete Sarah in einer seiner wenigen öffentlichen Äußerungen nach seiner Emeritierung als „geistlichen Lehrer“.
  • Rémi Brague (geb. 1947)
  • Roger Scruton (1944-2020): Der Philosoph erklärte, unter dem Eindruck der 68er-Kulturrevolution konservativ geworden zu sein: „Ich dachte mir, dass es einen Weg zurück und zur Verteidigung der westlichen Zivilisation gegen diese Dinge geben müsse. So bin ich konservativ geworden. Ich wusste, ich wollte lieber Dinge bewahren als sie zerstören“. In seinem Werk tritt er vor allem für die Wiederentdeckung traditioneller Ästhetik ein, die wie alle Kultur auf der Religion beruhe. Architektur beginne mit einem „Akt der Konsekration“.
  • Gerd-Klaus Kaltenbrunner (1939-2011)
  • Charles Taylor (geb. 1931): Taylor ist einer der bedeutendsten Kritiker modernen Denkens der vergangenen Jahrzehnte. Die Moderne nehme die Wirklichkeit innerhalb eines verengten Rahmen wahr, der keinen Raum für das Vertikale oder das Transzendente lasse und dieses unzugänglich oder sogar undenkbar mache. Dadurch verzerre bzw. verstelle modernes Denken den Blick des Menschen auf Teile der Wirklichkeit und zerstöre die Teile der Kultur, die auf dem Blick auf das Transzendente beruhten.
  • Ernst-Wolfgang Böckenförde (1930-2019): Der katholische Staats- und Verwaltungswissenschaftler und ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht formulierte das sog. Böckenförde-Diktum: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“
  • Allan Bloom (1930-1992): Der Politikwissenschaftler Allan Bloom, ein Schüler von Leo Strauss, beschrieb 1987 in seinem Hauptwerk „The Closing of the American Mind“ die Zerstörung des klassischen Bildungsideals an Universitäten durch die Folgen der Durchsetzung neo-marxistischer und vor allem postmoderner Ideologie seit den spätern 1960er Jahren. Die abendländische universitäre Tradition mit ihren Wurzeln im Denken der griechischen Antike mit ihrem Ziel des Streben nach Wahrheit sei im Zuge der Durchsetzung zunächst neomarxistischer und dann postmoderner Ideologie seit späten 1960er Jahren zunehmend durch Ideologisierung von Fächern sowie durch die Ablehnung der Vorstellung der Existenz einer objektiven Wirklichkeit verdrängt worden. An die Stelle der abendländischen Tradition des Denkens würden Relativismus und die Berufung auf die eigenen Gefühle treten. Die Weitergabe des abendländischen kulturellen Erbes fände an Universitäten in immer geringerem Maße statt. Ein Erbe, das man nicht kenne, könne man jedoch nicht bewahren oder verteidigen.
  • Alasdair MacIntyre (geb. 1929): Der Philosoph wurde vor allem durch seine moralphilosophische Kritik des Relativismus der Aufklärung und seine Gedanken über die Fortsetzung der abendländischen Tradition bekannt. In seinem Hauptwerk „Der Verlust der Tugend“ beschreibt MacIntyre moralphilosophische Verfallsprozesse in westlichen Gesellschaften in Folge der Ausbreitung relativistischer Ideologien. Am Schluss des Werkes sagt er den Gesellschaften des Westens eine moralische Krise voraus, aus der sie nur ein „völlig anderer Benedikt“ (ein Bezug auf den hl. Benedikt von Nursia) herausführen werden könne.
  • Leszek Kolakowski (1927-2009)
  • Robert Spaemann (1927-2018): Der katholische Philosoph und Berater Benedikts XVI. betonte die Bedeutung des Christentums als Gegenpol zu totalitären Utopien. Zudem schrieb er über die für Europa und das Christentum identitätsstiftenden „heiligen Erzählungen“ des Christentums, zu denen auch der „tausendjährige Abwehrkampf der christlichen Zivilisation gegen den islamischen Imperialismus“ gehöre.
  • Günter Rohrmoser (1927-2008)
  • Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger, geb. 1927): Der Historiker Peter Watson stellte ihn in eine Reihe mit Beethoven und Kant als einen Vertreter des „deutschen Genius“. Zu seinen wichtigsten politischen Texten gehören „Europas Kultur und ihre Krise“, „Die Seele Europas“ und „Über die Zukunft der Kirche“.
  • William F. Buckley Jr. (1925-2008)
  • Philip Rieff (1922-2006): Der Soziologe schuf das Konzept der „Antikultur“ zur Beschreibung der auf die Auflösung gewachsener Tradition gerichteten weltanschaulichen Strömungen der Moderne und erklärte ihr Wirken psychologisch als Ausdruck eines kollektiven Todestriebs.
  • Thomas Molnar (1921-2010)
  • Walter Laqueur (1921-2018): Der Historiker gilt als Begründer der Terrorismusforschung und lehrte unter anderem an der katholischen Georgetown University in den USA. Er hatte in mehreren Werken die existenziellen Herausforderungen analysiert, denen Europa gegenüberstehe, und vor gravierenden Verwerfungen gewarnt. In diesem Zusammenhang sprach er von „heraufziehenden Stürmen“ und den möglicherweise angebrochenen „letzten Tagen von Europa“.
  • Alexander Solschenizyn (1918-2008): Der Schriftsteller verfasste u.a. das Werk „Der Archipel Gulag“, in dem er die Verbrechen des Kommunismus aufarbeitet, und trug als Dissident dazu bei, die Grundlagen für die kulturelle Erneuerung Russlands nach dem Ende des Kommunismus zu schaffen. In einer 1978 an der Universität Harvard gehaltenen Rede sagte er der westlichen Welt existentielle Krisen voraus, deren Ursache sei, dass sie ähnlich wie der Kommunismus auf dem fehlerhaften Welt- und Menschenbild der Moderne aufgebaut seien.
  • Russell Kirk (1918-1994): Der Katholik und politische Philosoph Russell Kirk arbeitete in seinem Hauptwerk „The Conservative Mind“ („Lebendiges politisches Erbe“) die Tradition konservativen Denkens im angelsächsischen Raum auf. Seine politische Philosophie war, in Anknüpfung an die Gedanken Edmund Burkes, geprägt von der Kritik am modernen Gleichheitsbegriff, der die Leugnung oder Einebnung der Unterschiede zwischen Menschen zum Kern hat. Russell stellte dem die Idee der Rechtsgleichheit ansonsten unterschiedlicher Menschen gegenüber. Auch die Vorstellung der Perfektionierbarkeit des Menschen lehnte Kirk ab und stellte ihr das christliche Menschenbild gegenüber, das von der Unvollkommenheit des Menschen ausgeht. Außerdem setzte er sich auf der Grundlage der katholischen Naturrechtslehre mit den Prinzipien guten politischen Handelns und den Voraussetzungen guter Gesellschaften auseinander.
  • Bernard Lewis (1916-2018): Der britisch-amerikanische Historiker Bernard Lewis (1916-2018) lehrte zuletzt an der Princeton University und galt als einer der weltweit führenden Experten für die Geschichte des Nahen Ostens und des Islam. Bereits in den 1970er Jahren prognostizierte er das Erstarken des politischen Islam und einen daraus resultierenden „Clash of Civilizations“.
  • Robert Alexander Nisbet (1913-1996)
  • Nicolás Gómez Dávila (1913-1994): Der kolumbianische Philosoph und katholische Traditionalist, der sich selbst als „Reaktionär“ bezeichnete, ist vor allem für seine konsequente Kritik der Moderne sowie moderner Ideologien bekannt, die er vorwiegend in Form von Aphorismen vortrug.
  • Erik von Kuehnelt-Leddihn (1909-1999)
  • Simone Weil (1909-1943): Die in einer jüdischen Familie aufgewachsene französische Philosophin sympathisierte zeitweise mit dem Kommunismus, wandte sich gegen Ende ihres Lebens aber dem Katholizismus zu. Im Zuge dieser geistigen Entwicklung überwand sie nach und nach ihre früheren Vorstellungen.
  • Mircea Eliade (1907-1986): Er gehörte zu den Religionswissenschaftlern, die bei ihrer Erforschung religiöser Phänomene von der Möglichkeit ausgingen, dass religiöse Erfahrungen auf der Wahrnehmung eines nichtmateriellen Teiles der Wirklichkeit beruhen. In diesem Zusammenhang untersuchte er u.a. die von ihm als Erzählungen über das Heilige verstandenen Mythen der Menschheit auf Gemeinsamkeiten.
  • Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)
  • James Burnham (1905-1987): Der Philosoph und Soziologe untersuchte kulturelle Auflösungstendenzen in westlichen, liberalen Gesellschaften in seinen Werken „Begeht der Westen Selbstmord?“ und „Die Revolution der Manager“.
  • Josef Pieper (1904-1997): Der christliche Philosoph vermittelte in seinen Werken die Weisheitstradition des Abendlandes in klarer Sprache und zeigte ihre zeitlose Aktualität auf. Dabei berührte er auch Fragen der Spiritualität des schützenden Dienstes, etwa in seinen Werken über die Tugenden der Tapferkeit und der Disziplin.
  • Arnold Gehlen (1904-1976)
  • Eric Voegelin (1901-1985): Der Politikwissenschaftler setzte sich auf Grundlage des christlichen Menschenbildes mit den geistigen Verfallserscheinungen der Moderne auseinander. Modernen Ideologien warf er vor, elementare Aspekte der Wirklichkeit auszublenden, was dazu führe, dass diese der Wirklichkeit nicht gerecht würden. Politikwissenschaft betrachtete er als die Wissenschaft der auf ein transzendentes Ziel ausgerichteten sozialen Ordnung der Welt. Mit der Trennung von diese Ziele löse sich auch die entsprechende Ordnung auf.
  • Leo Strauss (1899-1973)
  • C. S. Lewis (1898-1963): Der Philosoph und Schriftsteller war ein Verteidiger der christlichen Geistestradition gegen die von ihm kritisierte „Abschaffung des Menschen“ durch die Reduzierung der Wirklichkeit auf empirisch Fassbares seitens moderner Ideologien.
  • Henri de Lubac (1896-1991): Er gilt als einer der wichtigsten katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich auch mit der Herausforderung des Christentums durch moderne Ideologien wie den säkularen Atheismus auseinander. Während des Zweiten Weltkriegs wirkte er im französischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit. Am 2. Februar 1983 wurde er von Papst Johannes Paul II. ohne vorherige Bischofsweihe in das Kardinalskollegium aufgenommen, um damit sein theologisches Lebenswerk zu würdigen. Zu seinen bekanntesten Schülern zählt Hans Urs von Balthasar. Auch die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben sich auf sein Werk bezogen.
  • Hilaire Belloc (1896-1953): Der Historiker schrieb über die Bedeutung des Christentums für Europa: „Der Glaube ist Europa und Europa ist der Glaube.“ Er sah zudem bereits in den 1930er Jahren das Erstarken radikaler Strömungen im Islam voraus.
  • J. R. R. Tolkien (1892-1973): Sein Werk führte zu einer Wiederentdeckung des traditionellen, im Mythos verwurzelten Denkens in der westlichen Welt.
  • Dietrich von Hildebrand (1889-1977): Papst Pius XII. bezeichnete ihn als „Kirchenlehrer des 20. Jahrhunderts“. In seinen Schriften setzte er sich u. a. mit der Krise der katholischen Kirche nach dem II. Vatikanischen Konzil bzw. den innerhalb der Kirche wirkenden destruktiven Ideologien und Weltanschauungen auseinander.
  • Arnold J. Toynbee (1889-1975): Er gilt als einer der wichtigsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Die Ursachen der Krise der westlichen Kulturen sah er in ihrem Abfall von der Religion. Benedikt XVI. schrieb über das Werk Toynbees: „Die Krise heißt für ihn letztlich: Säkularismus. Wenn man die Ursache der Krise kennt, kann man auch den Weg der Heilung angeben: Das religiöse Moment muss neu eingeführt werden, wozu für ihn das religiöse Erbe aller Kulturen gehört, besonders aber das, „was vom abendländischen Christentum übrig geblieben ist.“ Benedikt bezeichnete die Gedanken Toynbees als Grundlage für seine Annahme, dass die Kulturen Europas durch das Wirken christlicher kreativer Minderheiten erneuert werden könnten und nicht wie u.a. von Oswald Spengler vermutet aufgrund von kultureller Erschöpfung zwangsläufig untergehen müssten.
  • Christopher Dawson (1889-1970): Er gilt als bedeutendster katholischer Historiker des 20. Jahrhunderts und hat sich vor allem mit der Entstehung Europas bzw. des Abendlandes und seinen christlichen Wurzeln auseinandergesetzt.
  • Pitirim Sorokin (1889-1968): Er setzte sich in seinem Werk mit dem Problem der kulturellen Auflösung von Gesellschaften auseinander. Ab den 1930er Jahren lehrte er für vier Jahrzehnte Soziologie an der Harvard University. In seinem 1937 veröffentlichten Hauptwerk „Social and Cultural Dynamics“ analysierte er die Krise westlicher Gesellschaften, deren Ende noch nicht absehbar sei. Er lehnte das Fortschrittsnarrativ moderner Ideologien ab, gibt aber anders als Oswald Spengler nicht von einem zwangsläufigen Erlöschen abendländischer Kultur aus. Die Folgen der Krisen dieser Kultur könnten Erneuerungsbewegungen hervorbringen. In seiner Kulturtheorie unterscheidet er zwischen „sensaten“ und „ideationalen“ Strömungen in der Kultur. Ideationale Strömungen würden Glauben, religiöse Erfahrung und das Streben nach dem Absoluten betonen und von der Existenz einer immateriellen Wirklichkeit ausgehen. Kultur sei etwas, das der Mensch als Ergebnis seiner Gottesschau schaffe. Materialistische („sensate“) Strömungen würden Wirklichkeit mit der sinnlich unmittelbar wahrnehmbaren materiellen Wirklichkeit gleichsetzen. Die Vorstellung einer unverfügbaren Natur des Menschen oder eines unverfügbaren moralischen Gesetzes werde abgelehnt. Als moralisch richtig gelte, was sich gut anfühle. Die von ihnen angestrebten Werte seien Wohlstand, Gesundheit, Wohlbefinden im Sinne von sinnlicher Stimulation, Macht und Ruhm. Utilitarismus und Hedonismus seien die wesentlichen Organisationsprinzipien des von ihnen geprägten gesellschaftlichen Lebens. Ihre Leistungen lägen auf technischem und naturwissenschaftlichen Gebiet. Sie würden die von spirituellen Strömungen erzeugte kulturelle Substanz als irrational und lustfeindlich etc. betrachten und auflösen, wodurch sie die dadurch eingehegten schlechten Teile der Natur des Menschen freisetzen und dadurch die kulturellen Grundlagen der Gesellschaft zerstören. Spätphasen materialistischer Kultur seien von einem immer extremeren Bedürfnis nach sinnlicher Stimulation begleitet. Die führe zu kulturellen Krisen und werde in einer Katastrophe münden. Die gescheiterte Kultur würde dann entweder religiös erneuert oder von einer anderen Kultur abgelöst werden.
  • T. S. Eliot (1888-1965): Der christlich-konservative Autor, der 1948 den Nobelpreis für Literatur erhielt, kritisierte vor allem den moralischen und politischen Relativismus seiner Epoche. In seiner 1939 erschienenen Schrift „The Idea of a Christian Society“ zeichnete er einen christlich-abendländischen Gegenentwurf sowohl zu totalitären Ideologien als auch zum Liberalismus, den er für kulturelle Auflösungserscheinungen in westlichen Gesellschaften verantwortlich machte.
  • Romano Guardini (1885-1968): Der katholische Theologe lehrte katholische Weltanschauung an verschiedenen deutschen Universitäten und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter dieses Faches im 20. Jahrhundert. Sein Werk beeinflusste unter anderem Hannah Arendt und Benedikt XVI. Er beschrieb in seinem Werk „Das Ende der Neuzeit“ die besonderen spirituellen Herausforderungen, die mit der Krise Europas verbunden seien. Tapferkeit, „die sich dem heraufdrohenden Chaos entgegenstellt“, beschrieb er dabei als eine zentrale Eigenschaft einer dieser Lage gerecht werdenden Spiritualität. Sie habe gegen „den universellen Feind, das im Menschenwerk selbst aufsteigende Chaos zu bestehen“ und „die Öffentlichkeit, die in Parolen und Organisationen verdichtete Unwahrheit“ gegen sich.
  • José Ortega y Gasset (1883-1955): In seinem 1930 erschienenen Aufsatz „Der Aufstand der Massen“ beschreibt er Elite und Masse. Masse sei ein bindungs- und kulturloser geistiger Zustand, der keine große Aufgaben kennt und nur nach der Befriedigung materieller Grundbedürfnisse strebt und durch Demagogen verführbar ist, die utopische Zustände versprechen. Nationalsozialismus und Kommunismus seien typische Massenbewegungen. Eliten hingegen würden sich als Träger einer Idee oder einer historischen Aufgabe wahrnehmen, für die sich zur Selbstaufgabe bereit seien. Eliten müssten die Masse führen.

4.2 Denker der Neuzeit

  • Nikolai Berdjajew (1874-1948): Philosoph und Künder eines „neuen Mittelalters“ im Sinne einer Renaissance der Religion und des Geistigen in Europa nach dem Scheitern moderner Ideologien
  • G. K. Chesterton (1874-1936): Der Autor gilt als einer der fähigsten Verteidiger des katholischen Glaubens im 21. Jahrhundert.
  • Charles Péguy (1873-1914): Der französische Schriftsteller veröffentlichte kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs einen weitsichtigen Aufsatz, in dem er „bisher ungekannte Prüfungen“ für das Christentum ankündigte. Angesichts der bevorstehenden Verwerfungen gleiche das Christentum einer „Festung im Meer“. Es werde künftig kein unverbindliches Christentum mehr geben können. Jeder Christ werde an der Grenze des Königreiches stehen und Soldat im Kampf gegen die Mächte des Bösen sein.
  • Jacob Burckhardt (1818-1897): Der Kulturhistoriker entwickelte eine Theorie historischer Krisen und betonte die zentrale Rolle der Religion als Treiber historischer Entwicklung.
  • Juan Donoso Cortés (1809-1853): Der spanische Staatsmann und Geschichtsphilosoph betonte die Bedeutung der Religion als Grundlage der Kultur und der guten Politik. Zugleich war er ein Kritiker materialistischer Ideologien, etwa dem Liberalismus, dem Sozialismus und dem damals entstehenden Kommunismus. Gesellschaftliche Krisen verstand er als Folge des Abfalls von der Religion und den Gedanken, die sie beinhaltet. Um 1850 warnte er, dass Europa als Folge der Abwendung vom Christentum gravierende Verwerfungen bevorstehen würden. „Plebejer von satanischer Größe“ würden den Kontinent ins Chaos stürzen.
  • Alexis de Tocqueville (1805-1859)
  • Louis de Bonald (1754-1840): Er war einer der wichtigsten christlich-konservativen Kritiker der Aufklärung und der Französischen Revolution. Dabei kritisierte er insbesondere die Vorstellung, dass der Mensch autonom bzw. keiner über ihm stehenden unverfügbaren Ordnung unterworfen sei. Zugleich warnte er vor den Folgen der Ausblendung dieser Ordnung oder ihrer Verletzung.
  • Joseph de Maistre (1753-1821): Er wurde von den Gedanken Edmund Burkes geprägt und stellt zusammen mit Louis de Bonald den wichtigsten philosophischen Gegner der Ideologie der französischen Revolution dar. Für ihn ist der Terror (Terreur) die logische Konsequenz der Revolution. Wer das Ideal der Gleichheit über alles stellt, muss demnach mit Notwendigkeit alles bekämpfen, was der Verwirklichung dieser Utopie widerspricht. Wer die Freiheit zum obersten Gesetz der politischen Ordnung erklärt, muss alle Traditionen und sozialen Gefüge, die den Einzelnen tragen und prägen, unweigerlich in Frage stellen. Damit werden aber auch alle Fundamente zerstört, die sinnstiftend wirken und Stabilität garantieren. In seiner 1957 erschienenen Abhandlung über de Maistre, die den Titel Über das reaktionäre Denken trägt, bemerkt Emil Cioran: „An den Verheißungen der Utopie scheint alles bewundernswert und ist alles falsch; an den Feststellungen der Reaktionäre ist alles verabscheuenswert und scheint alles wahr“.
  • Edmund Burke (1729-1797): Staatsphilosoph, der nach der Französischen Revolution die totalitären Tendenzen moderner utopischer Ideologien beschrieb
  • Niccolò Machiavelli (1469-1527)

4.3 Denker des Mittelalters

  • Thomas von Aquin (1225-1274): Der christliche Philosoph und Heilige der katholischen Kirche trug unter anderem zur Entwicklung der Naturrechtslehre wesentlich bei, wobei er an antike griechische Philosophie anknüpfte.

4.4 Denker der Antike

  • Augustinus von Hippo (354-430)
  • Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.): Sein Werk beeinflusste das abendländische Denken nachhaltig. Augustinus wandte sich auch unter dem Eindruck der Werke Ciceros dem religiösen Denken und später dem Christentum zu. Thomas von Aquin griff viele der Gedanken Ciceros auf. Zum konservativen Denken haben vor allem seine Schriften „De officiis“ („Über die Pflichten“, eine Abhandlung über Tugendlehre) sowie „De legibus“ („Über die Gesetze“, eine Abhandlung über das Naturrecht) beigetragen. Der Philosoph José Ortega y Gasset sagte, Cicero sei „der repräsentativste Mensch jener Zeit“ gewesen. In ihm sei „die spezifisch römische Kultur verkörpert“, die ganze juristisch-politische Überlieferung der Republik als solcher“. Cicero sei hinsichtlich seiner Bedeutung für die Religion der damaligen Zeit „nichts geringeres als Pontifex“ gewesen und habe zudem „alles gelernt, was man von Griechenland lernen konnte“.11
  • Aristoteles (384-322 v. Chr.)
  • Platon (ca. 428-347 v. Chr.)

Quellen

  1. Tobias Leuker: „‚Zwerge auf den Schultern von Riesen.‘ Zur Entstehung des berühmten Vergleichs“, Mittellateinisches Jahrbuch, Band 32 (1997), S. 71–76.
  2. Heinz Karst: Das Bild des Soldaten. Versuch eines Umrisses, Boppard 1964, S. 371.
  3. „Seligsprechung von 44 Märtyrern auf dem Petersplatz. Predigt von Johannes Paul II., 05.03.2000.
  4. „Für Gottes Schutz und Bruder Klausens Beistand“, nzz.ch, 10.05.2010.
  5. Mt 2,13-14.
  6. Mt 1,1.
  7. Laudato si‘ 242.
  8. „Everyone must be ‚protector‘ like St. Joseph, Pope says“, catholicnewsagency.com, 19.03.2013.
  9. Apg 10, 1-8.
  10. Markus Seemann: „‚Ich schäme mich, ein Deutscher zu sein!‘ Generalmajor Hellmuth Stieff (1901-1944)“, Kompass, Nr. 5/2019, S. 32-33.
  11. José Ortega y Gasset: Das Wesen geschichtlicher Krisen, Stuttgart 1951, S. 92.