Stand: 14.11.2021

Diese laufend aktualisierte Themenseite, die sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, beinhaltet einen Überblick über Objekte, die einen Bezug zum christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes in Europa besitzen.

1. Einführung

Der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann zufolge dienten bestimmte Gegenstände der Beglaubigung einer identitätsstiftenden Erinnerung an die gemeinsame Herkunft und Geschichte einer Gemeinschaft von Menschen. Diese “heroische Vergangenheit” sei jedoch in der Regel “den Blicken entzogen”. Die “Ereignisse und Taten einer großen, aber dunklen Vergangenheit bedürfen” daher “der Beglaubigung”, unter anderem durch Gegenstände..1 Bei religiösen Gemeinschaften stellen Reliquien, vor allem solche von Heiligen, die aus der eigenen Gemeinschaft hervorgingen oder an denen sie sich orientiert, solche Erinnerungsobjekte dar, die aber primär eine übernatürliche Funktion haben.

Laut der Humanethologin Christa Sütterlin werde der “symbolische Haushalt” einer Gemeinschaft mit zunehmender Größe immer reicher. Städte würden ihre Gründungsakte “wie Sakramente an geschütztem und bewachtem Ort” aufbewahren. Gemeinwesen und Gemeinschaften würden sich zudem Wappen, Fahnen oder Uniformen schaffen, um die Identifikation mit ihnen zu stärken.2

2. Reliquien

Eine Reliquie (von lat. reliquiae „Zurückgelassenes, Überbleibsel“) ist als Gegenstand kultischer religiöser Verehrung ein Überrest eines Heiligen, der Körper oder Teile davon oder auch ein Überbleibsel des persönlichen Besitzes. Eine Sonderform der Reliquien sind sogenannte Berührungsreliquien, also Gegenstände, mit denen der Heilige zu Lebzeiten in Berührung kam oder gekommen sein soll.

Das katholische Christentum geht davon aus, das Reliquien besondere Wirkungskraft besitzen. Im Alten Testament wird beschrieben, dass die Berührung einer Reliquie einen Toten wieder zum Leben erweckt habe.3 Eine besondere Bedeutung von Reliquien im Christentum ist seit dem zweiten Jahrhunderts n. Chr. nachgewiesen.

In vielen Fällen werden Reliquien in eigens dafür angefertigten Kunstwerken aufbewahrt.

2.1 Die Heilige Lanze

Zu Reliquien, die einen besonderen Bezug zum schützenden und bewahrenden Dienst haben, gehört die Heilige Lanze.

Einer Legende aus dem apokryphen Nikodemusevangelium zufolge soll der römische Zenturio Longinus Jesus Christus mit einem Speer in die Seite gestochen haben. Durch das Heilige Blut sei der kranke Longinus geheilt worden, der sich anschließend taufen ließ und später als Märtyrer starb. Seit dem frühen Mittelalter ist eines von mehreren der als Speer des Longinus angenommenen Objekte eines der Herrschaftsinsignien des Heiligen Römischen Reiches. Ein Herrscher, der diese Lanze besaß, galt als unbesiegbar

3. Sonstige Erinnerungsobjekte

3.1 Das Reichskreuz

Das Reichskreuz gehört zu den Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches. Es diente als Reliquiar zur Aufbewahrung der beiden Großen Reliquien Christi, der Heiligen Lanze im Querarm und der Kreuzpartikel im unteren Schaft. Das Reichskreuz wird in der Wiener Schatzkammer in der Hofburg aufbewahrt.

3.2 Die Stephanskrone

Der 1038 verstorbene und später heilig gesprochene König Stephan begründete das Königreich Ungarn und trieb, u. a. mit Hilfe deutscher Missionare, seine Christianisierung voran. Er stiftete zahlreiche Kirchen und Klöster und schlug Aufständische heidnischer Fürsten nieder.

Die Verehrung Stephans ist grundlegend für das ungarische Selbstverständnis. Sein orthodoxer Gedenktag, der 20. August, ist in Ungarn Nationalfeiertag. Die Stephanskrone ist bis heute Teil des Wappens des Landes und wird als Nationalschatz im Parlamentsgebäude aufbewahrt. Seine Hand wird als Reliquie in der Stephansbasilika in Budapest aufbewahrt

3.3 Die Wenzelskrone

Der böhmische Fürst herrschte im 10. Jahrhundert über ein Gebiet um Prag. Der Überlieferung nach war er ein guter Herrscher, der ein christliches Leben führte. Er wurde im Mittelalter zum Landespatron Böhmens. Im Volksglaube gilt er als Beschützer des Landes in Not und Krieg. Im 12. Jahrhundert entstand die Vorstellung, dass Wenzel der eigentliche, ewige Herrscher Böhmens sei, der den Frieden im Land garantiere. Im 19. Jahrhundert wurde die Sage vom schlafenden Ritterheer im Berg Blaník niedergeschrieben. Dieses Heer werde im Augenblick  der größten Gefahr erwachen und mit Wenzel an der Spitze dem Volk zur Hilfe kommen.

Einer Legende nach sterbe jeder, der die im 14. Jahrhundert gefertigte Wenzelskrone zu Unrecht trage, innerhalb eines Jahres eines gewaltsamen Todes. Reinhard Heydrich, der als stellvertretender “Reichsprotektor” zeitweise in Prag wirkte, soll sich die Wenzelskrone im Wissen um diese Legende 1941 bei einer Schlüsselübergabe zur Krönungskammer, welche die Unterwerfung Tschechiens unter die deutsche Herrschaft symbolisieren sollte, kurz aufgesetzt haben, um zu demonstrieren, dass er sich über solche Überlieferungen erhaben fühlte. Er wurde kurz darauf getötet.4

Der Mensch ist seinen natürlichen Anlagen nach weniger wehrhaft als andere Kreaturen. Er verfügt werde über einen schützenden Panzer, noch über Krallen und Gift, noch über die Stärke und Geschwindigkeit von Raubtieren. Mit Hilfe seines Verstandes und seiner Geschicklichkeit kann er sich jedoch Waffen schaffen, um diese Unzulänglichkeiten auszugleichen. Die Herstellung von Waffen ist Teil seiner Natur und wird von ihm praktiziert, seit er existiert. Die Entwicklung von Waffen bzw. der Wettbewerb um die Schaffung immer leistungsfähigerer Waffen ist zudem einer der Treiber der Kultur des Menschen. Von der Steinzeit angefangen sind ganze Perioden der Geschichte des Menschen nach seiner Waffentechnologie bekannt. Außerdem waren Waffen von Anfang an auch Kunstgegenstände bzw. wurden von Kunsthandwerkern gestaltet.

4. Waffen

4.1 Schwerter und Offensivwaffen

Schwerter sind nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern vor allem auch Symbole für die Kultur des Rittertums.

Schwerter und Offensivwaffen in der Bibel christlichen Überlieferung sowie in Legenden mit christlichem Bezug

Die Symbolik der Waffe, insbesondere des Schwertes, ist in der Bibel ambivalent. Waffen symbolisieren etwa Feinde und ihre Angriffe. In ihrer schützenden Funktion werden Waffen jedoch positiv bewertet.

  • Die Schleuder Davids: Der spätere König David tötete der Überlieferung nach als Junge den Vorkämpfer der Philister, den riesenhaften Goliat, im Zweikampf mit einer Schleuder und bewies dadurch Tapferkeit und Vertrauen in Gott.5 Nachdem David Goliat getötet hatte, nahm er dessen Schwert an sich und enthauptete den Leichnam mit diesem.6
  • Das heilige Schwert des Judas Makkabäus: Der jüdische Freiheitskämpfer Judas Makkabäus empfing laut dem 2. Makkabäerbuch, das Teil des katholischen Bibelkanons ist, durch den ihm erschienenen Propheten Jeremia ein goldenes Schwert für seinen Kampf gegen Nikanor. Jeremia sagte dabei: “Nimm das heilige Schwert, das Gott dir schenkt. Mit ihm wirst du die Feinde schlagen.”7 Claus Schenk Graf von Stauffenberg soll wenige Tage dem 20. Juli 1944 die Rosenkranzbasilika in Berlin aufgesucht haben. Dort gibt es ein Votivbild der Rosenkranz-Madonna, auf dem sich die Inschrift befindet, die die erwähnte Stelle aus dem 2. Makkabäerbuch zitiert: “Accipe Sanctum Gladium a Deo”, auf Deutsch: “Empfange dieses heilige Schwert von Gott”.
  • Die zwei Schwerter der Apostel: In Lk 22,35 fordert Jesus Christus die Apostel dazu auf, Schwerter zu kaufen. Sie präsentieren Jesus Christus anschließend zwei Schwerter, worauf er ihnen befahl: “Genug davon!” Vermutlich trug Petrus eines der beiden Schwerter und versuchte damit, Jesus Christus gegen die zu verteidigen, die ihn gefangen nehmen wollen, was Christus ihm untersagte. Über den weiteren Verbleib der Schwerter ist nichts bekannt. Es gibt diesbezüglich auch keine bekannten Legenden. Es wird vermutet, dass es der Wille Christi war, dass die Apostel die Schwerter nach seiner Kreuzigung zu ihrem Schutz bei sich tragen sollten.

Schwerter und Offensivwaffen in der christlichen Überlieferung sowie in Legenden mit christlichem Bezug

In der christlichen Überlieferung sowie in Mythologie und christlichen Legenden gibt es das Motiv des Schwertes und anderer Waffen. Zu nennen sind hier vor allem die folgenden Schwerter und Waffen:

  • Das Schwert der hl. Johanna von Orléans: Ihrer eigenen überlieferten Aussage nach hätten die heilige Katharina und die heilige Margareta ihr mitgeteilt, dass in der Kirche von Sainte-Catherine de Fierbois ein Schwert hinter dem Altar verborgen sei. Als sie den Auftrag gab, danach zu suchen, sei dort tatsächlich ein vergrabenes Schwert gefunden worden, auf dem fünf Kreuze angebracht gewesen seien. Über die Bedeutung der Kreuze wisse sie nichts. Fragen zum Verbleib des Schwertes wollte sie nicht beantworten. Sie habe mit dem Schwert nie einen Menschen getötet, und ihre Fahne sei ihr „hundertmal lieber als das Schwert“ gewesen.8 Einer späteren Legende nach habe es sich um das Schwert Karl Martells gehandelt. Dieser habe die Kirche errichten lassen und sein Schwert dort für einen künftigen Retter Frankreichs verborgen. Einer anderen Legende nach habe er es dort als Dankesopfer für seinen Sieg in der Schlacht von Tours und Poitiers hinterlassen. Der Schriftsteller Marc Twain schrieb in seinem aufwändig recherchierten biographischen Roman, der das Leben der Heiligen behandelt, dass zwei Schwerter, die ihr gehört haben sollen, sowie ein von ihr geführtes Banner, die für 360 Jahre in der Kathedrale von Orleans aufbewahrt worden seien, zusammen mit anderen Reliquien während der Französischen Revolution zerstört worden seien.9 Ein ihr zugeschriebenes Schwert, dessen Echtheit jedoch fragwürdig ist, befindet sich zudem im Musée des Beaux-Arts de Dijon.
  • Die heilige Lanze: Einer Legende aus dem apokryphen Nikodemusevangelium zufolge soll der römische Zenturio Longinus Jesus Christus mit einem Speer in die Seite gestochen haben. Durch das Heilige Blut sei der kranke Longinus geheilt worden, der sich anschließend taufen ließ und später als Märtyrer starb. Seit dem frühen Mittelalter ist eines von mehreren der als Speer des Longinus angenommenen Objekte eines der Herrschaftsinsignien des Heiligen Römischen Reiches. Ein Herrscher, der diese Lanze besaß, galt als unbesiegbar
  • Ascalon: Das Schwert oder die Lanze, mit der Sankt Georg der Legende nach den Drachen tötete und das Land, das er terrorisierte, vom Bösen befreite.
  • Durendal: Die Erzählung über das legendäre, wundertätige Schwert Rolands ist Teil mehrerer Überlieferungen und findet sich auch im Rolandslied. Laut der nordischen “Karlamagnús saga”, die den Stoff vieler verlorengegangener altfranzösischer Epen aufgenommen hat, wurde Durendal zusammen mit Almace und Curtana von Wieland dem Schmied hergestellt und an Karl den Großen übergeben. Als dieser die Schwerter testete, habe sich Durendal als das tauglichste erwiesen, gefolgt von Almace und Curtana. Er habe Durendal zunächst für sich behalten und später an Roland übergeben. Curtana habe er an seinen Paladin Holger den Dänen und Almace an Turpin, den Erzbischof von Reims der ihn auf seinem Feldzug in Spanien begleitete, übergeben.
  • Almace: Im Rolandslied ist dies der Name des Schwertes von Turpin, des Erzbischofs von Reims, der zusammen mit Roland im Kampf fällt.
  • Hauteclere: Im Rolandslied der Name des Schwertes des Ritters Oliver, der in vielen altfranzösischen Heldenliedern vorkommt
  • Curtana: Ein Schwert dieses Namens wird bei der Krönung britischer Könige verwendet. Der Legende nach soll es zuvor dem Ritter Tristan aus der Artussage sowie Holger dem Dänen, einem Paladin Karls des Großen, gehört haben und aus dem gleichen Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Joyeuse und Durendal.
  • Hrunting: Das Schwert Beowulfs wird beschrieben als “das Schwert seiner Ahnen/ein Schatz ohnegleichen,/Glitzernd wie Gift/der gleißende Stahl,/gehärtet in Blut; seinem Biss durft’ vertrauen,/wer in Händen es hielt”.10
  • Nægling: Ein weiteres Schwert Beowulfs
  • Nagelring: Ein legendäres Schwert Dietrichs von Bern, mit dem dieser den Riesen Grim tötet
  • Mimung: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Eckesachs: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Joyeuse: Das legendäre Schwert Karls des Großen soll der Erzählung zufolge aus demselben Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Durendal und Curtana. Es wird auch im Rolandslied erwähnt.
  • Sauvagine: Einer altfranzösischen Legende nach der Name eines weiteren Schwertes von Holger dem Dänen
  • Froberge: Einer altfranzösischen Legende nach der Name des Schwertes des Ritters Renaud de Montauban (dt. Reinold von Montalban oder Reinhold von Köln, der Stadtpatron von Dortmund)
  • Tizona: Eines der Schwerter des spanischen Ritters El Cid, der im 11. Jahrhundert gegen die Mauren kämpfte. Das Schwert Tizona soll ursprünglich einem Maurenkönig gehört haben, den El Cid besiegte.
  • Colada: Ein weiteres legendäres Schwert El Cids.
  • Lobera: “Wolfstöter”; der Name des historischen Schwertes Ferdinands des III. von Kastilien
  • Excalibur: Das Schwert von König Artus in der Artussage, in anderen Überlieferungen auch “Caliburn” genannt
  • Rhongomiant: Einer walisischen Legende nach der Speer von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe; in anderen Legenden als “Ron” bezeichnet
  • Carnwennan: Einer walisischen Legende nach der Dolch von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe.

Das Schwert in der christlich-abendländischen Kulturgeschichte

In den Klöstern des Mittelalters wurde auch das Handwerk der Waffenherstellung gepflegt und vervollkommnet. Beispiele dafür sind die hochwertigsten Schwerter der damaligen Zeit, die mutmaßlich in Klöstern hergestellt wurden:

  • Die Ulfberht-Schwerter: “Ulfberht” ist eine moderne Transkription der Inschrift +VLFBERH+T, welche auf einigen Schwertern des 8. bis 11. Jahrhunderts zu finden ist. Es existieren viele Variationen der Inschrift, wie zum Beispiel +VLFBERHT+ oder auch VLFBERH+T. Allgemein vermutet man, dass es sich dabei ursprünglich um eine fränkische Person handelte, deren Name und Werkstatt später eine Art Handelsmarke begründeten. Es könne sich um den Schmied, aber auch um einen Herrscher oder Bischof handeln. Auf eine Werkstatt in kirchlichem Besitz verweist der Gebrauch von Kreuzen in der Signatur der Inschrift. Metallurgische Untersuchungen deuten darauf hin, dass einige der Schwerter im Kloster Fulda oder im Kloster Lorsch hergestellt wurden, wo eine Waffenproduktion historisch belegt ist. Die Charakteristika und das metallurgische Wissen der frühmittelalterlichen Schmiede machten die Schwerter zu den hochwertigsten Waffen der damaligen Zeit. Rund 170 Exemplare sind mittlerweile bekannt. Der Archäometallurge Alan Williams fand heraus, dass die als “+VLFBERHT+” markierten Schwerter einen höheren Kohlenstoffanteil aufgewiesen hätten als die “+VLFBERH+T” markierten. Er folgerte daraus, dass es sich bei den ersteren um minderwertige Kopien handelte, die überwiegend aus normalem Eisen bestanden und nicht aus dem teureren, mutmaßlich aus dem Orient importierten Stahl. Die Originale seien unter diesem Namen rund 300 Jahre lang gefertigt worden, weshalb es sich um einen frühen Markennamen handele. Die Ulfberht-Schmiede habe im 11. Jahrhundert ihre Arbeit einstellt, als Handelswege durch die Veränderung politischer Machtverhältnisse unterbrochen worden seien.11
  • Die Ingelrii-Schwerter: Die Ingelrii-Gruppe besteht aus etwa 20 bekannten mittelalterlichen Schwertern aus dem 10. bis 12. Jahrhundert mit tauschierter Klingeninschrift INGELRII. Die Inschrift wird als Name des Klingenschmiedes gedeutet.

Zum entsprechenden Handwerk gehören auch Ritterrüstungen oder Kirchenglocken, die auch eine warnende und somit schützende Funktion hatten, oder die im Zusammenhang mit Ereignissen des schützenden Dienstes gefertigt wurden.

4.2 Schilde, Helme und Defensivwaffen

Schilde und Defensivwaffen in der christlichen Überlieferung sowie in Legenden mit christlichem Bezug

  • Pridwen: Einer Legende zufolge der Schild von König Artus, auf dem sich ein Bild der Muttergottes befand
  • Der Schild des Judas Makkabäus: Laut Artussage fand ihn der Ritter Gawan, nachdem er einen bösen Ritter besiegt hatte. Der Legende nach handelt es sich um einen roten Schild, der einen goldenen Adler zeigt.
  • Der Schild des Joseph von Arimathäa: Wird in der Artussage erwähnt, wo der Schild von Parzival entdeckt wird

Sonstige Schilde und Defensivwaffen mit Bezug zum abendländischen Erbe

  • Aigis/Ägis: Ein von Hephaistos geschmiedeter Schild des Zeus, der in der Mitte das Haupt der Gorgo zeigt

Rüstungen

Inhalt folgt

5. Kleidung

5.1 Uniformen

Militärische Uniformen haben ihren Ursprung in den Mänteln der christlichen Ritterorden des Mittelalters, durch die diese ein einheitliches Erscheinungsbild herstellten, dass zudem über Zugehörigkeitskennzeichen verfügte.

6. Sonstiges Handwerk

6.1 Türkenglocken

Es handelt sich dabei um Kirchenglocken, die aus von geschlagenen osmanischen Angreifern zurückgelassenen Kanonen gegossen wurden. Sie finden sich vor allem in Österreich. Ein bekanntes Beispiel ist die Türkenglocke auf dem Grazer Schlossberg, die 1587 im Auftrag gegeben wurde und aus 101 osmanischen Kanonen gefertigt worden sei. Nach dem Sieg in der Schlacht um Wien bzw. in der Schlacht am Kahlenberg 1683 wurde die Glocke jeweils morgens, mittags und abends 101 Mal zum Dank an die Muttergottes und als Bitte für weiteren Schutz geläutet. Auch die “Pummerin”, die größte Glocke des Stephansdoms in Wien, wurde aus zurückgelassenen osmanischen Kanonen gegossen.

7. Bildende Kunst

Die christliche Kultur des schützenden Dienstes wurde auch in zahlreichen Werken der bildenden Kunst ausgedrückt.

7.1 Skulpturen und Plastiken

  • Der Bamberger Reiter: Der Historiker und Mediävist Ernst Kantorowicz sah in dem Reiterstandbild im Bamberger Dom aus dem 13. Jahrhundert das Idealbild des Rittertums dargestellt.
  • Andrea del Verrocchio – Das Reiterstandbild Bartolomeo Colleonis: Colleoni war General der Republik Venedig und gilt als eine der fähigsten militärischen Gestalten des Europas des 15. Jahrhunderts. Er soll zeitweise als militärischer Führer eines nicht zustande gekommenen Kreuzzugs zur Abwehr osmanischer Angriffe in Erwägung gezogen worden sein. Das Reiterstandbild in Venedig, das ihn zeigt, gehört zu den bedeutendsten Reiterstandbildern überhaupt und betont in idealisierter Weise die soldatischen Tugenden des Dargestellten.
  • Das Harbaville-Triptychon: Das Kunstwerk aus Elfenbein wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts in Konstantinopel mutmaßlich für den kaiserlichen Hof geschaffen. Es zeigt Jesus Christus auf seinem Thron als Herrscher, flankiert u. a. von Soldatenheiligen.

7.2 Malereien und Grafiken

  • Albrecht Dürer – Ritter, Tod und Teufel: Der Ritter symbolisiert das aktive, dienende Leben, das sich Risiken stellt und dabei mit dem Tod, aber auch mit der Versuchung zum Bösen konfrontiert ist.
  • Jan van Eyck – Der Genter Altar: Auf diesem sind u. a. Ritter als eine der Gruppen dargestellt, die sich in der Gegenwart Gottes befinden.
  • Matthias Grünwald – Der Isenheimer Altar: Der Gedanke des dienenden Opfers wird hier besonders beeindruckend dargestellt.

7.3 Tapisserien

  • Die Apokalypse von Angers (Wandteppich-Zyklus): Der durch den Weber Nicolas Bataille realisierte und durch den Maler Jan Bondol gestaltete Wandteppich wurde 1382 fertiggestellt. Das Werk wurde im Auftrag des Herzogs Ludwig I. von Anjou für den Ritterorden vom Kreuz hergestellt. Der ursprünglich rund 140 Meter lange Teppich zeigt zahlreiche Motive aus der Offenbarung des Johannes. Die Darstellungen betonen die heroischen Aspekte des überzeitlichen Kampfes zwischen den Kräften des Guten und Bösen. Kunsthistoriker bewerteten ihn als eine der bedeutendsten Umsetzungen des Themas.

Quellen

  1. Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 2003, S. 55.
  2. Zit. nach Christa Sütterlin: “Denkmäler als Orte kultureller Erinnerung im öffentlichen Raum”, in: Hartmut Heller (Hrsg.): Raum – Heimat – fremde und vertraute Welt, Wien 2006, S. 80-103, hier: S. 87.
  3. 2 Kön 13, 20-21.
  4. Albrecht Betz: “Mann mit eisernem Herzen”, deutschlandfunk.de, 10.11.2013.
  5. 1 Sam 17.
  6. 1 Sam 17, 51.
  7. 2 Makk 15-16.
  8. Ruth Schirmer-Imhoff (Hrsg.): Der Prozeß. Jeanne d’Arc – Akten und Protokolle, München 1961, S. 31-32, 66.
  9. Mark Twain: Personal Recollections of Joan of Arc, San Francisco 1988, S. 314-315.
  10. Johanes Frey (Hrsg.): Beowulf. Das angelsächsische Heldenlied, Stuttgart 2013, S. 67.
  11. Alan Williams: The Sword and the Crucible. A History of the Metallurgy of European Swords up to the 16th Century, Leiden 2012.