Stand: 24.11.2020

Diese laufend aktualisierte Themenseite beinhaltet einen Überblick über Orte des christlichen Kulturerbes des schützenden und bewahrenden Dienstes in Europa und benachbarten Regionen.

Heilige Höhlen, Burgen und Befestigungsanlagen, Klöster und Reliquienschreine sowie Wehrkirchen und Kathedralen gehören zu den Erinnerungsorten des christlichen Erbes des schützenden und bewahrenden Dienstes an Europa.

Der Humanethologin Christa Sütterlin nach bedürfe das kulturelle Gedächtnis, das die Identität einer Kultur ausmacht und ihre Kontinuität ermöglicht, der Repräsentation in Form von Orten. Kultorte seien in allen Kulturen der Menschheit „Zentren einer Gemeinschaft, die ihre Präsenz an einem bestimmten Ort festigten und bestätigten“. An solchen Orten geschehe „die Einschwörung auf gruppeneigene Mythen und Symbole, die der Festigung der Gemeinschaft“ diene.1 Laut den Historikern Etienne Francois und Hagen Schulze dienen Erinnerungsorte der Manifestation von Mythen in sichtbarer Form.2

Der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann zufolge dienen Erinnerungsorte der Beglaubigung einer identitätsstiftenden Erinnerung an die gemeinsame Herkunft und Geschichte einer Gemeinschaft von Menschen. Diese „heroische Vergangenheit“ sei jedoch in der Regel „den Blicken entzogen“. Die „Ereignisse und Taten einer großen, aber dunklen Vergangenheit bedürfen“ daher „der Beglaubigung durch Orte und Gegenstände. Relikte, die diese Beglaubigungsfunktion erfüllen, gewinnen den Status von Monumenten“.3 Laut dem Kulturwissenschaftler Jan Assmann definiere sich Gruppenidentität vor räumlich sowie durch Symbole. Jede Gemeinschaft, die sich als solche wahrnimmt und Kontinuität anstrebt, „ist bestrebt, sich Orte zu schaffen und zu sichern, die […] Symbole ihrer Identität und Anhaltspunkte ihrer Erinnerung“ sind. Das kulturelle Gedächtnis „braucht Orte, tendiert zur Verräumlichung“.4

1. Orte der Verteidigung Europas durch das Christentum

  • Die Santa Cueva de Covadonga: In der Felsenhöhle von Covadonga (vulgärlateinisch für „Höhle der Herrin“) in Asturien im Norden Spaniens befand sich bereits zur Zeit des Westgotenreichs ein Marienheiligtum. 722 fand dort die Schlacht von Covadonga statt, in der Pelagius von Asturien („Pelayo“) als Anführer einer christlichen Streitmacht einen Sieg über muslimische Truppen errang. Dieser Erfolg gilt als Beginn der Reconquista. Der Überlieferung zufolge habe Pelagius den Sieg auf das Wirken der Muttergottes zurückgeführt, zu der er vor der Schlacht in einer Höhle an einer Marienstatue für den Sieg gegen die Invasoren gebetet habe. König Alfons I. habe um das Jahr 750 in Anerkennung dessen ein Kloster und eine Kapelle an dem Ort, der Ziel einer Marien-Wallfahrt wurde, errichten lassen. Papst Johannes Paul II. besuchte den heute an dem Ort befindlichen Schrein während seines Pontifikats.
  • Die Basilika von Mariazell: Es handelt sich um den wichtigsten Wallfahrtsort in Österreich und einen der wichtigsten Europas. Das gotische Hauptportal zeigt im Tympanon eine der Gründungslegenden von Mariazell; den Sieg König Ludwigs I. von Ungarn über ein überlegenes osmanisches Heer. Aus Dank erbaute er die gotische Kirche und stiftete das ihm im Traum auf die Brust gelegte „Schatzkammerbild“.
  • Die Wallfahrtskirche Mariahilf in Passau: Als 1683 Wien durch die Türken belagert wurde, flüchtete Leopold I. nach Passau. Vor dem Gnadenbild der Wallfahrtskirche Mariahilf betete das Kaiserpaar täglich um Rettung aus der Türkengefahr. Als dann die christliche Allianz die Entsatzschlacht am Kahlenberg unter dem Kampfmotto „Maria hilf!“ gewann, wurde das Passauer Mariahilf-Gnadenbild zum Staatsgnadenbild der Habsburgermonarchie. Die bei der Schlacht erbeuteten Waffen der besiegten Türken sind im Beichtgang der Kirche zu besichtigen.
  • Die Befestigungsanlagen auf der Insel Malta: Diese wurden zwischen 1530 und 1798 durch den Johanniterorden zur Abwehr osmanischer Angriffe auf die für Europa strategisch wichtige Insel angelegt und gelten als eines der beeindruckendsten Werke militärischer Architektur weltweit. Die Festungsanlagen sind bis heute fast vollständig erhalten.
  • Die Kirche am Leopoldsberg (Wien-Kahlenbergerdorf): Am 12. September 1683 feierte der vor allem als bedeutender Prediger im Zusammenhang mit den Abwehrkämpfen gegen die Osmanen in Erscheinung getretene Marco d’Aviano vor der Entsatzschlacht zur Befreiung Wiens von der osmanischen Belagerung eine Heilige Messe in der Kirche. Das Ereignis spielt in der Erinnerungskultur im Zusammenhang mit der Befreiung Wiens und der Rolle d’Avianos eine wichtige Rolle.
  • Das königliche Kloster Santa María de Guadalupe: Der Name des Ortes geht mutmaßlich auf den arabischen Begriff „Wad al-lubb“ („verborgener Fluß“) zurück. Das Kloster war rund vier Jahrhunderte lang das wichtigste Spaniens und hat seine Ursprünge im späten 13. Jahrhundert, als der Schäfer Gil Cordero am Ufer des Guadalupe eine Madonnenstatue fand, die mutmaßlich 714 von den Einwohnern der Gegend vor den maurischen Invasoren versteckt worden war. Am Fundort wurde daraufhin eine Kapelle errichtet. König Alfons XI. von Kastilien, der die Kapelle mehrfach besucht hatte, erbat die Hilfe Guadelupes vor der Schlacht am Salado (1340). Seinen Sieg schrieb er ihrem Beistand zu und erklärte die Kirche zu einem königlichen Heiligtum. Das mexikanische Guadalupe, der Ort einer bedeutenden Marienerscheinung, wurde wie viele Orte der Neuen Welt nach diesem Heiligtum benannt, in dem Christoph Kolumbus vor seiner Reise um Schutz und Beistand gebetet habe. In der axtekischen Sprache klingt Guadalupe ähnlich wie „Coatlallope“, was „die auf Schlangen tritt“ bedeutet und einen marianischen Bezug (1 Mose 3,13-15) hat. Die Marienerscheinung im mexikanischen Guadalupe löste die größte Konversionswelle in der Geschichte des Christentums aus.
  • Das Paulinerkloster auf dem Klarenberg in Tschenstochau: Das Kloster auf dem Klarenberg (polnisch Jasna Góra) in Tschenstochau (Częstochowa) ist das größte Marienheiligtum Mitteleuropas und ein polnisches Nationalheiligtum. Hier befindet sich das Gnadenbild der Schwarzen Madonna von Tschenstochau, das in Polen als nationales Symbol verehrt wird, zugleich die heiligste Reliquie des Landes sowie ein bedeutendes Wallfahrtsziel darstellt. König Johann III. Sobieski betete hier 1683 für die Rettung Europas vor dem Islam, als er sich zusammen mit polnischen Kräften auf dem Weg zur Befreiung Wiens von der osmanischen Belagerung befand. Die ihm unterstellten Soldaten habe er nach dem Besuch angewiesen, im Namen Marias Gott um Hilfe zu bitten. Den unter seiner Führung erzielten entscheidenden Sieg in der Schlacht am Kahlenberg, der die islamische Bedrohung Mitteleuropas für lange Zeit beendete, führte er später auf das Wirken Marias zurück.

2. Orte mit herausgehobenem Bezug zum christlichen Rittertum

  • Der Krak des Chevaliers: Die vergleichsweise gut erhaltene Burg auf dem Gebiet des heutigen Syriens trug ursprünglich den Namen „Le Crat“ in Anlehnung an eine arabische Bezeichnung des Ortes. Später wurde sie als „Crac de l’Ospital“ bezeichnet und war im 12. und 13. Jahrhundert ein wichtiger Verwaltungssitz sowie Stützpunkt christlicher Ritter in der damaligen Grafschaft Tripolis.
  • Die Marienburg: Die im 13. Jahrhundert erbaute Buch war die Ordensburg des Deutschen Ordens.
  • Templerkirchen und -Kapellen:  Es sind eine Reihe von Kirchen und Kapellen der christlichen Tempelritter in Deutschland erhalten geblieben, darunter St. Peter (Roth an der Our) und St. Remigius (Osthofen), Hof Iben (Fürfeld) sowie die Templerkapelle „Unser Lieben Frauen“ in Mücheln. Zudem sind entsprechende Kirchen und Kapellen in London, Metz und Laon erhalten geblieben.

3. Christliche Inseln der Ordnung und des Dienstes im Chaos des untergegangenen Römischen Reiches

  • Iona Abbey: Die 563 gegründete Abtei auf der Insel Iona vor der Westküste Schottlands ist einer der wenigen heute noch erhaltenen Orte im irisch-schottischen Raum, die in der Zeit nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches den chaotischen Bedingungen der damaligen Zeit weitgehend entzogen war und einen Rückzugsraum für christliche Mönche bildete. Diese bewahrten hier Teile des Wissens und der Kultur der Antike und bildeten Missionare aus, die das Christentum in weiten Teilen Europas verbreiteten und Inseln der Ordnung und der Kultur schufen.
  • Bangor Abbey: Die 558 in Nordirland gegründete, auch als „Light of the World“ bekannte Abtei bildete viele der Missionare aus, die das Christentum im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Entwicklungen in West- und Nordeuropa verbreiteten. Von der ursprünglichen Anlage ist nur noch wenig erhalten.
  • Die Abtei Montecassino: Sie wurde im Jahre 529 durch den hl. Benedikt von Nursia errichtet, dessen Benediktinerorden später neben den irisch-schottischen Mönchen das Christentum in Europa verbreitete.
  • Das Kloster Vivarium: Das 554 von Cassiodor in Süditalien gegründete Kloster spielte eine zentrale Rolle für die Rettung des Wissens der Antike, was Cassiodors erklärtes Ziel war. Die Mönche kopierten dazu die noch verfügbaren Schriften, gaben sie weiter und erhielten sie dadurch. Von den in ihrer Bibliothek enthaltenen Schriften konnte der Großteil bis in die Gegenwart überliefert werden. Reste bzw. Grundmauern des Klosters sind erhalten geblieben.

4. Orte der Verehrung von Heiligen des schützenden und bewahrenden Dienstes

  • Das Bonner Münster: Das Münster wurde im 11. Jahrhundert über einer in römischer Zeit entstandenen Totengedächtnisstätte errichtet, die später mit Cassius und Florentius, zwei Soldaten der Thebäischen Legion, die im dritten Jahrhundert im Raum Bonn eingesetzt gewesen und hier im Zuge von Christenverfolgungen zusammen mit mindestens sieben anderen als Märtyrer gestorben sein sollen, in Verbindung gebracht wurde. Diese Legion habe der Legende nach nur aus Christen bestanden und sich geweigert, den Kaiser als Gott zu verehren und an Christenverfolgungen mitzuwirken. Archäologisch nachweisbar sind unter der Krypta des Münsters drei schräg zur Kirchenachse liegende spätrömische Sarkophage, zu denen eine cella memoriae aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts gehört, die auf einem spätrömischen Gräberfeld errichtet worden ist. Über dieser Kultstätte erhob sich spätestens Ende des 4. Jahrhunderts eine Saalkirche. Heute befinden sich dort die Krypta und der Langchor des Münsters.
  • Die Marterkapelle in Bonn: Diese wurde zwischen 1719 und 1721 an der Stelle errichtet, an der im 3. Jahrhundert die römischen Soldaten Cassius und Florentius sowie sieben weitere Personen wegen ihres christlichen Glaubens hingerichtet wurden bzw. als Märtyrer starben.
  • Die Abtei Saint-Maurice: Die Abtei liegt im Kanton Wallis in der Schweiz und gilt als ältestes Kloster des Abendlandes, das ohne Unterbrechung besteht. Sie liegt am Ort eines Heiligtums, das über dem Grab des hl . Mauritus und seiner Gefährten der Thebäischen Legion errichtet wurde, die hier gegen Ende des 3. Jahrhundert als Märtyrer gestorben sein sollen. Das Heiligtum befand sich in der Nähe des römischen Militärstützpunkts Agaunum. An seinem Standort wurde später das Kloster errichtet.
  • Der Machabäerschrein in der Kirche St. Andreas in Köln: Der Schrein enthält der Überlieferung nach die Reliquien der makkabäischen Brüder und ihrer Mutter. Diese lebten vor dem Beginn des jüdischen Aufstands gegen die Fremdherrschaft der Seleukiden und wurden getötet, weil sie sich geweigert hatten, von der “Lebensart ihrer Väter abzufallen” und statt dessen ihr Leben für die “Gesetze unserer Väter” hingaben. Ihre Geschichte ist in 2 Makkabäer 7 überliefert. Ihre Reliquien seien durch Erzbischof Rainald um das Jahr 1164 mit den Reliquien der heiligen drei Könige nach Köln gebracht worden. Sie seien ein Geschenk des Kaisers Barbarossa gewesen. Sie wurden anschließend in der Kirche des Benediktinerinnenklosters zu den Heiligen Makkabäern am Eigelstein aufbewahrt und 1808 nach St. Andreas überführt worden. Der Schrein entstand in den Jahren 1520-1527.

5. Orte mit Bezug zu Themen des schützenden Dienstes in christlichen Mythen, Sagen und Legenden

  • Das Kyffhäuserdenkmal: Einer Variante der Kaisersage zufolge ruht Kaiser Friedrich I. („Barbarossa“,  1122-1190) im Kyffhäuser, um seinem Reich in einer Zeit der Not beistehen zu können. Das Denkmal wurde von 1890 bis 1896 erreichtet. Seine Architektur orientiert sich am Stil von Stauferburgen des Mittelalters.

5.1 Orte mit Bezug zu Gralsmythos und Artussage

  • Tintagel Castle: Die Ruine an der Nordküste Cornwalls wurde von Geoffrey of Monmouth im 12. Jahrhundert mit König Artus und seinem Hof bzw. Camelot und den Rittern der Tafelrunde in Verbindung gebracht. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass der Ort in den sog. „dunklen Jahrhunderten“ nach dem Rückzug der Römer von der britischen Insel 440 der Sitz einer wichtigen Herrschers war.
  • Die Glastonbury Abbey: Der Legende nach wurde hier König Artus bestattet. Einer weiteren Legende nach habe Josef von Arimathäa den Heiligen Gral an diesen Ort verbracht.
  • Der Glastonbury Tor: Der auffällige Hügel bei Glastonbury, auf dem sich die Ruine des Turm einer ehemaligen St. Michaelskirche befindet, hieß auf Keltisch Ynys yr Afalon („Die Insel von Avalon“), weshalb er mit der gleichnamigen Insel der Artussage in Verbindung gebracht wird.
  • Winchester Castle: Hier befindet sich der „Winchester Round Table“, der mutmaßlich zwischen 1250 und 1280 während der Herrschaft von König Edward I. unter Bezugnahme auf die Artussage gefertigt wurde.

6. Orte des Dienstes des Christentums an der Ordnung Europas

6.1 Kaiserpfalz und Dom in Aachen

Der Aachener Dom ist eng mit Karl dem Großen verbunden, ist der Ort des Karlskultes und war von 936 bis 1531 Krönungsort römisch-deutscher Könige.

Die Stadt Aachen wurde von den Römern um Christi Geburt vermutlich unter dem Namen „Aquae“ wegen der hier zu findenden Thermalquellen gegründet und überstand offenbar die Krise der Völkerwanderungszeit, was sich daran zeigt, dass hier bis ins 10. Jahrhundert ein romanischer Dialekt gesprochen wurde, während im Umland eine germanische Sprache verwendet wurde.

Aachen war im Frankenreich eine der Kaiserpfalzen, von denen aus die frankischen Könige regierten. Die Pfalz entstand im späten 8. Jahrhundert umfasste einen Königssaal, auf dessen Fundamenten im 14. Jahrhundert das heutige Aachener Rathaus errichtet wurde, die Marienkirche, die später zum Aachener Dom ausgebaut wurde, sowie Unterkünfte für Angehörige des Hofs und Besucher, eine Bibliothek und einen Wirtschaftsbetrieb.

Zentraler Teil der Marienkirche war das heute in den Dom integrierte Oktogon, ein rund 30 Meter hoher Bau mit einem achteckigen Innenbau. Die für einen Kirchenbau ungewöhnliche Form sollte wahrscheinlich an das Hauptheiligtum des Alten Bundes, den Tempel Salomos, anknüpfen. Architektonisches Vorbild war vielleicht der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem, der als Nachbildung dieses Tempels wahrgenommen wurde, oder die Grabeskirche in Jerusalem. Die Zahl Acht, die Vollkommenheit symbolisiert, findet sich in der Gestaltung des Gebäudes vielfach wieder, auch in ihrer Halbierung oder Verdoppelung als Vier oder Sechzehn. Die Säulen dieses Baus wurden laut zeitgenössischen Quellen aus Ravenna importiert. Hier befindet sich auch ein Thron, der mutmaßlich ab dem 10. Jahrhundert errichtet wurde.

Karl der Große gründete an dieser Kirche ein Stift, das anfänglich nach dem Vorbild des Kollegiums der Apostel zwölf Kanoniker umfasste. Sein Auftrag war die Feier der Liturgie in Form der heiligen Messe und des Stundengebets, was dem Heil der Seele des Herrschers und dem Bestand des Reiches dienen sollte. Besondere Reliquien sollten die Heiligkeit des Ortes und die Kraft der Gebete verstärken. Wenn Karl der Große in Aachen anwesend war, nahm er täglich an der heiligen Messe sowie an den als „große Horen“ bezeichneten Stundengebeten Matutin, Laudes und Vesper teil. Nach seinem Tod am 28.01.814 wurde Karl der Große in der Kirche bestattet.5

6.2 Der Stephansdom in Wien

Der Humanethologin Christa Sütterlin schrieb über die Bedeutung des Stephansdom als abendländischem Erinnerungsort:

„Der massive Bau aus dem 12. Jahrhundert entstand an der Südostecke des ältesten Stadtteils, des römischen Castrums, und stellt ein mächtiges Steinmonument aus den frühen Entstehungsjahren der Stadt dar. Romanische Gottesburg, Grabstätte, Krönungskirche, Hort bedeutender Steinmetz- und Altarwerke von der Romanik bis zum Barock, Zentrum kirchlicher Feiern, steht sie in den Anforderungen und Anstürmen der verschiedensten Epochen wie eine stolze Bühne da. Die europäische Geschichte hält hier ihre Versammlung ab […].“6

6.3 Der Quedlinburger Dom

Quedlinburg gehörte zu den wichtigsten Orten ottonischer und salischer Herrschaft. Der Quedlinburger Dom bzw. die Stiftskirche St. Servatius wurde in ihrer heutigen Form im 11. und frühen 12. Jahrhundert über der Krypta eines Vorgängerbaus erreicht, in dessen heute noch erhaltender Krypta König Heinrich I. im Jahr 936 bestattet wurde. Die SS ließ ab 1938 im Zuge ihrer Versuche zur Auslöschung des christlichen Kulturerbes Deutschlands und Europas christliche Bezüge aus dem Bau entfernen.7

6.4 Die Kathedrale von Reims

Jahr­hunderte­lang wurden hier die französischen Könige gekrönt

7. Sonstige historische Orte des schützenden Dienstes des Christentums

  • Das Löwendenkmal in Luzern: Das Denkmal, das einen sterbenden Löwen zeigt, erinnert an die am 10.08.1792 beim Tuileriensturm in Paris gefallenen Schweizergardisten. Bei der Verteidigung des Tuilerienpalastes gegen angreifende Revolutionäre fielen damals 760 der rund 1000 eingesetzten Schweizergardisten. Das Denkmal wurde nach einem Entwurf des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen geschaffen. Auf ihm ist das Motto „Helvetiorum fidei ac virtuti“ („Der Treue und Tapferkeit der Schweizer“) zu lesen.

Quellen

  1. Christa Sütterlin: „Denkmäler als Orte kultureller Erinnerung im öffentlichen Raum“, in: Hartmut Heller (Hrsg.): Raum – Heimat – fremde und vertraute Welt, Wien 2006, S. 80-103, hier: S. 81.
  2. Zit. nach Christa Sütterlin: „Denkmäler als Orte kultureller Erinnerung im öffentlichen Raum“, in: Hartmut Heller (Hrsg.): Raum – Heimat – fremde und vertraute Welt, Wien 2006, S. 80-103, hier: S. 81 ff.
  3. Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 2003, S. 55.
  4. Jan Assmann: Das kulturelle Gedächtnis, München 2000, S. 39.
  5. Clemens M. M. Bayer: „Aachen – Spiegelbild der Reichspolitik“, SpektrumSpezial, Nr. 2/2017, S. 52-58.
  6. Christa Sütterlin: „Denkmäler als Orte kultureller Erinnerung im öffentlichen Raum“, in: Hartmut Heller (Hrsg.): Raum – Heimat – fremde und vertraute Welt, Wien 2006, S. 80-103, hier: S. 88.
  7. Ekkehard Steinhäuser: Die entweihte Kirche, 2. Auflage, Wettin-Löbejün 2016.