Stand: 09.04.2021

Eine dem Gemeinwohl dienende Politik setzt die Existenz einer Elite voraus, die bezogen auf ein Gemeinwesen über Selbstbehauptungs- und Ordnungswillen verfügt, d. h. über den Willen,

Laut Thomas von Aquin sei es der wichtigste Auftrag des Regierenden, „das, was er zu regieren übernommen hat, heil zu erhalten.“1

Hinz stützte sich vor allem auf Gedanken Arnold Gehlens, der darauf hingewiesen hatte, dass die wichtigste historische Aufgabe jeder Nation darin bestehe, „sich überhaupt als eine so verfaßte geschichtliche Einheit zu halten“. Dies setze „die geistige Behauptung und das Bekenntnis einer Nation zu sich selbst“ voraus. Wo diese Voraussetzungen nicht gegeben seien, werde eine Nation verwundbar.2

Zuvor hatte Carl Schmitt erklärt, dass die Vorstellung, man könne durch den Verzicht auf politische Entscheidungen im Sinne der eigenen Selbstbehauptung „einen rein moralischen […] Zustand der Menschheit herbeiführen“, utopisch sei. Es sei „tölpelhaft zu glauben, ein wehrloses Volk habe nur noch Freunde, und eine krapulose Berechnung, der Feind könnte vielleicht durch Widerstandslosigkeit gerührt werden“. Dadurch, „daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten“, verschwinde das Politische nicht aus der Welt: „Es verschwindet nur ein schwaches Volk.“3

Quellen

  1. Thomas von Aquin: Über die Herrschaft der Fürsten, Stuttgart 1971, S. 10 f.
  2. Arnold Gehlen: Moral und Hypermoral. Eine pluralistische Ethik, Frankfurt a. M. 1968.
  3. Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen, München 1932, S. 41.