Stand: 03.04.2021

Die Familie ist die auf der Ehe beruhende dauerhafte Lebensgemeinschaft von Eltern und Kindern, auf der die Kette der Generationen beruht. Sie ist außerdem eine von der Natur des Menschen geforderte Grundform des Zusammenlebens von Menschen und die Grundlage der Gesellschaft. Humanethologen betrachten die heute als „Lokalgruppe“ bezeichnete und früher Sippe genannte Gemeinschaft mehrerer miteinander verwandter Familien als die stabilste und älteste Form menschlicher Gemeinschaft. Klans sind größere Gemeinschaften, die aus mehreren Sippen bestehen.1

Laut Papst Pius XII. ist die Familie eine heilige Institution:

„Die Familie ist heilig. Sie ist die Wiege nicht nur der Kinder, sondern auch der Nationen. Mann und Frau sollen den kommenden Generationen die Fackel des körperlichen und zugleich des geistigen, des sittlichen und christlichen Lebens weitergeben. So will es Gott.“

Fast alle Männer sind dazu berufen, Ehemänner und Väter zu werden und die Kette der Generationen fortzusetzen, als Hüter des Fortbestandes des Lebens und des Glaubens zu dienen und mit ihren Frauen „gemeinsam Erben der Gnade des Lebens“.2

Das Ziel der Ehe ist das Wohlergeben der Nachkommen. Der evangelische Theologie Dietrich Bonhoeffer bezeichnete die Ehe als „Gottes heilige Stiftung, durch die er die Menschen bis ans Ende der Tage erhalten will.“ Indem sie neues Leben zeugen und in die Welt bringen, wirken Mann und Frau am Schöpfungsakt mit und folgen einer erhabenen Berufung. Die Ehe wurde auch deshalb als der erste religiöse Orden in der Geschichte der Menschheit bezeichnet.

Laut Bonhoeffer werde angesichts der von utopischen materialistischen Ideologien erzeugten Verwerfungen die Bedeutung der Familie weiter zunehmen:

„Es wird in den kommenden Jahren der Umwälzungen das größte Geschenk sein, sich in einem guten Elternhaus geborgen zu wissen. Es wird der feste Schutzwall sein gegen alle äußeren und inneren Gefahren.“3

Die Familie ist eine Dienstgemeinschaft. In ihr dienen die Ehepartner einander sowie den Kindern und den Alten. Der Mann dient in ihr vor allem als Beschützer und Versorger der Familie. Die Ehepartner versprechen einander bedingungslose Treue und vorbehaltlosen Dienst am anderen unter allen Umständen bis zu ihrem Tod. Wegen dieses Versprechens ist die Ehe ein Weg der Heiligkeit bzw. der Nachfolge Christi. Die „Soziale Botschaft“ des Deutschen Evangelischen Kirchentags definierte die Familie dementsprechend 1924 als „Stätte gegenseitiger Erziehung zu Dienst und Opfer“.4

Die christliche Ehe ist nach katholischem Verständnis ein Sakrament, das Mann und Frau bis zum Todes eines Partnern unauflöslich vereint, damit sie miteinander heilig leben, eine Familie Gründen und Kinder christlich erziehen. Eine gute und gelungene Familie ist das gemeinsame Werk von Mann und Frau und bringt Kinder hervor, aus denen Gott sich gute Berufungen für seinen Dienst erwählen kann. Der christliche Mann betrachtet es als seine Pflicht die Ehre, Tradition und das Eigentum seiner Familie zu pflegen, zu mehren und weiterzugeben. Wenn er selbst nicht aus einer guten Familie stammt, gründet eine solche.

Clemens von Alexandrien (ca. 150-215) schrieb zum Thema Ehe und Familie:

„Man muß also jedenfalls heiraten, sowohl des Vaterlandes wegen als auch wegen der Nachfolge von Kindern […]. Denn wenn sie nicht heiraten, und keine Kinder erzeugen, so werden sie, soweit es auf sie ankommt, einen Mangel an Männern verursachen und den Untergang der Städte und der aus diesen bestehenden bewohnten Welt herbeiführen. Das ist aber gottlos, weil sie auf diese Weise die göttliche Schöpfung zerstören.“5

Rainer Maria Rilke verfasste dieses Gedicht über Ehe und Familie:

„Denn sieh: sie werden leben und sich mehren
und nicht bezwungen werden von der Zeit,
und werden wachsen wie des Waldes Beeren
den Boden bergend unter Süßigkeit.

Denn selig sind, die niemals sich entfernten
und still im Regen standen ohne Dach;
zu ihnen werden kommen alle Ernten,
und ihre Frucht wird voll sein tausendfach.

Sie werden dauern über jedes Ende
und über Reiche, deren Sinn verrinnt,
und werden sich wie ausgeruhte Hände
erheben, wenn die Hände aller Stände
und aller Völker müde sind.“

Starke kulturelle Institutionen, starke Familien sowie eine geteilte Kultur und der Schutz des Privateigentums sind die Voraussetzungen dafür, dass eine vom Staat unabhängige Sphäre in einem Gemeinwesen existieren kann.

Alle totalitären Ideologien haben die Familie bekämpft, und die meisten modernen Ideologien streben entweder nach ihrer Auflösung oder werten sie in ihrer Bedeutung herab.

Laut Lorenz Jäger werde der Mensch, der das christliche Gebot der Ehrung von Vater und Mutter befolge, „zu einem, der weiß, wo er herkommt“. Adel und Würde wurzelten nach traditioneller Auffassung in der Familie. Menschen, die sich dessen bewusst seien, „haben Wurzeln, man vertreibt sie nicht so leicht. Sie stehen.“6

Quellen

  1. Christa Sütterlin: „Ahnen, Götter und Helden. Warum wir Monumente brauchen“, SpektrumSpezial, Nr. 02/2017, S. 7-9.
  2. 1 Petrus 3,7.
  3. Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, Gütersloh 2016, S. 152.
  4. Zit. nach Günter Stemberger: 2000 Jahre Christentum, Erlangen 1994, S. 641 ff.
  5. Clemens von Alexandrien: Teppiche. Wissenschaftliche Darlegungen entsprechend der wahren Philosophie (Stromateis), München 1936, S. 252 ff.
  6. Lorenz Jäger: „Wenn die Obrigkeit Satire bestellt“, Die Tagespost, 03.01.2020.