Auftrag der Fachgruppe 2 (Lage) ist die Analyse der Lage europäischer Gesellschaften sowie die Analyse der Herausforderungen, denen das traditionelle kulturelle Erbe Europas vor allem im deutschsprachigen Raum sowie in ganz Westeuropa gegenübersteht.

Publikationen

Die Fachgruppe 2 hat bislang die folgenden Publikationen veröffentlicht:

Die auf dem Blog des Instituts veröffentlichten Beiträge der Fachgruppe finden Sie hier.

Hintergrund

Das Christentum wird herausgefordert, seitdem es existiert, und es ist in seiner Geschichte aus zahlreichen Krisen immer wieder gestärkt hervorgegangen. Die christlichen Kulturen Europas sind unabhängig davon jedoch, den allgemeinen Abläufen des Aufstiegs und des Niedergangs von Kulturen unterworfen. Das Christentum in Europa steht außerdem seit Langem einem kulturellen Auflösungsprozess gegenüber, der mit immer gravierenderen Herausforderungen verbunden ist und sich gegenwärtig in einer Phase radikalen kulturellen Wandels äußert. Dieser Prozess kann mittelfristig dazu führen, dass das Christentum in Europa noch innerhalb des 21. Jahrhunderts den größten Herausforderungen seiner zweitausendjährigen Geschichte gegenübersteht.

Im Zuge der Erosion der kulturellen Substanz in Europa werden die Gesellschaften Westeuropas immer fragiler und anfälliger für krisenhafte Entwicklungen. Diese Herausforderungen stoßen dabei zunehmend nicht mehr auf resiliente Kulturen und Gesellschaften, die ihnen wirksam begegnen könnten, sondern nur noch auf Restbestände an Kultur und Ordnung, die nicht mehr ausreichend regeneriert werden. Diese Gesellschaften könnten von aus dieser Entwicklung resultierenden konvergierenden Krisentendenzen überfordert werden. Ansätze und Akteure, welche die beschriebene Entwicklung aufhalten könnten, bevor diese eine kritische Schwelle überschreitet und in ein anderes Stadium übergeht, sind derzeit nicht erkennbar.

Der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio warnte in diesem Zusammenhang vor den Folgen mangelnder “soziokultureller Nachhaltigkeit” westlicher Gesellschaften und der Erosion ihrer geistigen Voraussetzungen. Die sich vertiefenden soziokulturellen Bruchlinien in westlichen Gesellschaften würden neue “Gewalt- und Hasspotentiale” sowie “Ordnungs- und Sicherheitsverluste im Lebensalltag“ erzeugen, die “für überraschende Erschütterungen, für heute vielleicht noch nicht vorstellbare Rationalitätsabrisse sorgen” könnten.