Kulturelle Resilienz

Marco Gallina: Europa braucht Ritter

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz setzte sich der katholische Publizist Marco F. Gallina mit der strategischen Lage der westlichen Welt und möglichen christlichen Antworten auf die damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Das säkulare Europa erkenne weder die Lage, in der es sich befinde, noch habe es Antworten auf die erwähnten Herausforderungen. Das Christentum könne hier helfen, denn es habe mit dem Mönch und dem Ritter zwei strategische Archetypen hervorgebracht, die sich in historischen Krisen bewährt hätten. In der gegenwärtigen Lage benötige Europa vor allem den Typus des Ritters. […]

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Michel Houellebecq: Das Zeitalter der Auflösung und die Rückkehr der Religion

Michel Houellebecq gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Kulturkritiker der Gegenwart. Die jetzt in deutscher Übersetzung erschienene Aufsatzsammlung mit dem Titel „Ein bisschen Schlechter“ gewährt einen Eindruck in sein politisches und religiöses Denken. Die westliche Welt befinde sich ihm zufolge in einem Zeitalter der Auflösung. Das heraufziehende Chaos werde zu einem Wiedererwachen der Religion führen. Der Islam sei gegenwärtig die vitalste Religion in Europa. Ihm stehe ein schwacher Katholizismus gegenüber, an dessen traditionsorientierten Rändern es jedoch ebenfalls Anzeichen für ein religiöses Erwachen gebe. […]

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James Davison Hunter: Strategische Ansätze der kulturellen Erneuerung von Gesellschaften

Der Soziologe James Davison Hunter lehrt an der University of Virginia in den USA. In seinem 2010 erschienenen Werk „To Change the World“ untersuchte er die Frage, wie es christlichen Akteuren gelingen könne, westliche Gesellschaften kulturell zu erneuern. Er ging dabei von der Erkenntnis aus, das kultureller Wandel stets von Eliten ausgehe. Wer kulturelle Erneuerung anstrebe, müsse daher auf einer Gegenelite aufbauen, die in etablierte Eliten hineinwirke und sie von innen heraus verwandele. Die Masse hingegen sei unerheblich, was die kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft angehe. […]

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David Engels: Perspektiven einer abendländischen Erneuerung Europas

Im vergangenen Jahr veröffentlichte der Althistoriker David Engels den Band „Renovatio Europae“, der die Namensgebung unseres Vorhabens inspirierte. Zusammen mit anderen Denkern aus West- und Osteuropa beschrieb Engels hier mögliche Ansätze einer Erneuerung Europas im Geist seiner abendländischen Tradition. Europa steuere auf größere Verwerfungen zu, worauf keiner der relevanten politischen Akteure des Kontinents eine Antwort habe. Es sei die Aufgabe der im abendländischen Erbe verwurzelten Kräfte, solche Antworten zu entwickeln, und für den Fall bereit zu sein, dass die bevorstehenden Krisen bei den Menschen Europas den Wunsch hervorbringen, sie zu hören. […]

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Botho Strauß: Die bevorstehenden Verwerfungen und die „Neuen Mönche“ (aktualisierte Version)

Die kulturkritischen Essays des Schriftstellers Botho Strauß wurden kürzlich im Sammelband „Die Expedition zu den Wächtern und Sprengmeistern“ neu veröffentlicht. Der Band enthält zudem einen neuen Aufsatz, in dem der Autor vor den Folgen der nihilistischen Revolution warnt, die westliche Gesellschaften zunehmend zerstöre und die absehbar in einer Katastrophe enden werde. Angesichts der geistigen Erschöpfung der Linken und geistigen Leere populistischer Strömungen erfordere diese Lage Antworten seitens der „traditionalen Rechten“. Die bevorstehenden Verwerfungen würden Helden erfordern. „Neue Mönche“ müssten in den Klöstern der Zukunft das Erbe wiederherstellen, das gegenwärtig vernichtet werde. […]

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Werner von Trott zu Solz: Ansätze des christlichen Kampfes gegen den Totalitarismus

Werner von Trott zu Solz (1902–1965) war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. In seinem 1958 erschienenen Werk „Widerstand heute“ beschrieb er mögliche christliche Ansätze des Kampfes gegen totalitäre Ideologien und Systeme. Dabei griff er auf die Erfahrungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus zurück. Er entwarf auf dieser Grundlage Antworten auf den von ihm erwarteten Fall, dass es totalitären Kräften erneut gelänge, politische Macht in westlichen Gesellschaften zu erlangen. […]

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Julian Nida-Rümelin: Die kulturellen Voraussetzungen krisenfester Gesellschaften

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In einem aktuellen Aufsatz warnt er, dass die COVID-19- Pandemie sich als „Krisenbeschleuniger der liberalen und sozial verfassten Demokratien des Westens erweisen“ könne. Diese seien durch die Erosion ihrer kulturellen Grundlagen in Folge des Wirkens liberaler und neomarxistischer Ideologien verwundbar  geworden. […]

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Russell Berman: Die Corona-Krise und die Rückkehr des Nationalstaats

Der Kulturwissenschaftler Russell A. Berman lehrt an der Stanford University und war Mitglied des Planungsstabs des Außenministeriums der USA. Ihm zufolge offenbart die gegenwärtige Krise, dass es sich wesentlichen Grundannahmen liberaler und progressiver Ideologien um Illusionen handele. Dazu gehöre vor allem die „Illusion des Postnationalismus“. […]

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Ernst Jünger: Glaube im Angesicht der Krise

Der Schriftsteller und Offizier Ernst Jünger (1895-1998) wäre heute 125 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass greifen wir die Gedanken Jüngers darüber auf, wie der Mensch sich angesichts und innerhalb der Krisen und Katastrophen der modernen Welt verhalten solle. Jüngers Antwort, die auf seiner intimen Erfahrung mit solchen Situationen beruhte, war ein von soldatischer Haltung und mystischer oder esoterischer Weltschau geprägter Glaube. […]

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Byung-Chul Han: Die Krisenblindheit des Neoliberalismus und ihre Folgen

Der Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han lehrte zuletzt an der Universität der Künste Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich vor dem Hintergrund der COVID-19-Krise mit der Krisenblindheit des Neoliberalismus auseinander. Die Globalisierung und die Ideologie, auf der sie beruhe, hätten die geistigen, kulturellen und politischen Widerstandskräfte westlicher Gesellschaften gegenüber Krisen geschwächt. Der mit der Krise verbundene Schock führe gegenwärtig zu Überreaktionen, die den Bestand freiheitlicher Gesellschaften gefährden könnten. […]