Kulturelle Resilienz

Ordensgemeinschaften als Träger von Widerstand und kultureller Erneuerung

In der durch Werner von Trott zu Solz gegründeten „Gesellschaft Imshausen“ suchten nach dem Zweiten Weltkrieg Denker, die unterschiedlichen Strömungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus nahestanden, Wege zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Erneuerung Deutschlands. Von Trott strebte in diesem Rahmen die Gründung einer Ordensgemeinschaft an, die als Träger sowohl dieser Erneuerung als auch eines möglichen erneuten Widerstandes gegen die von ihm erwarteten künftigen Formen totalitärer Herrschaft hätte wirken sollen. […]

Kulturelle Resilienz

David Engels: Mitteleuropa und die Zukunft der abendländischen Kultur

Der Althistoriker David Engels ist als Forschungsprofessor am „Instytut Zachodni“ in Polen tätig. In einem kürzlich in der „Budapester Zeitung“ veröffentlichten Gespräch setzte er sich mit der möglichen Bedeutung Mitteleuropas für die kulturelle Erneuerung des Kontinents und die Bewahrung seines Erbes auseinander. Mitteleuropa sei mittlerweile „eine der letzten Bastionen der alten abendländischen Identität“. […]

Kulturelle Resilienz

Jörg Hackeschmidt/Caroline König: Deutschland braucht ein positives Identitätsverständnis

Der Historiker Jörg Hackeschmidt ist im Stab Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben des Bundeskanzleramtes tätig. Zusammen mit der Politikwissenschaftlerin Caroline König kritisiert er in einem heute erschienenen Aufsatz Schwächen der deutschen Erinnerungskultur. Diese sei von einer „Verengung auf die Schrecken“ der deutschen Geschichte geprägt und tauge nicht dazu, Gemeinsinn zu stiften oder integrierend zu wirken. Deutschland brauche ein positives Identitätsverständnis. […]

Kulturelle Resilienz

Andreas Reckwitz: Resilienz als konservatives Konzept

Der Soziologe Andreas Reckwitz lehrt an der Humboldt-Universität Berlin. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich mit dem Begriff der Resilienz. Die Frage der Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften werde für die Politik angesichts der zunehmenden Krisen in westlichen Gesellschaften immer wichtiger. Resilienz sei ein konservatives Prinzip und zugleich eine Forderung klugen politischen Handelns. Übersteigertes Resilienzdenken könne jedoch zur Erstarrung von Gesellschaften führen. […]

Kulturelle Resilienz

Christopher Dawson: Die Wächter der heiligen Tradition

Christopher Dawson (1889-1970) lehrte an der Harvard University und gilt als einer der bedeutendsten christlichen Historiker des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk „Religion und Kultur“ behandelt er unter anderem die Ursachen der jahrtausendelangen Kontinuität der chinesischen Kultur. Er sieht diese vor allem im durchgängigen Wirken einer Elite von konfuzianischen Gelehrten, welche die Kultur des Landes in Zeiten der Verwerfung immer wieder erneuert hätten. Kulturen, die nachhaltig Bestand haben wollten, benötigten „einen Orden, der Wächter heiliger Kulturtraditionen“ sei. Dass das moderne Europa nicht mehr über eine vergleichbare Institution verfüge, sei eine der Ursachen seiner geistig-kulturellen Krise. […]

Kulturelle Resilienz

Marco Gallina: Europa braucht Ritter

In einem kürzlich erschienenen Aufsatz setzte sich der katholische Publizist Marco F. Gallina mit der strategischen Lage der westlichen Welt und möglichen christlichen Antworten auf die damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Das säkulare Europa erkenne weder die Lage, in der es sich befinde, noch habe es Antworten auf die erwähnten Herausforderungen. Das Christentum könne hier helfen, denn es habe mit dem Mönch und dem Ritter zwei strategische Archetypen hervorgebracht, die sich in historischen Krisen bewährt hätten. In der gegenwärtigen Lage benötige Europa vor allem den Typus des Ritters. […]

Kulturelle Resilienz

Michel Houellebecq: Das Zeitalter der Auflösung und die Rückkehr der Religion

Michel Houellebecq gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Kulturkritiker der Gegenwart. Die jetzt in deutscher Übersetzung erschienene Aufsatzsammlung mit dem Titel „Ein bisschen Schlechter“ gewährt einen Eindruck in sein politisches und religiöses Denken. Die westliche Welt befinde sich ihm zufolge in einem Zeitalter der Auflösung. Das heraufziehende Chaos werde zu einem Wiedererwachen der Religion führen. Der Islam sei gegenwärtig die vitalste Religion in Europa. Ihm stehe ein schwacher Katholizismus gegenüber, an dessen traditionsorientierten Rändern es jedoch ebenfalls Anzeichen für ein religiöses Erwachen gebe. […]

Kulturelle Resilienz

James Davison Hunter: Strategische Ansätze der kulturellen Erneuerung von Gesellschaften

Der Soziologe James Davison Hunter lehrt an der University of Virginia in den USA. In seinem 2010 erschienenen Werk „To Change the World“ untersuchte er die Frage, wie es christlichen Akteuren gelingen könne, westliche Gesellschaften kulturell zu erneuern. Er ging dabei von der Erkenntnis aus, das kultureller Wandel stets von Eliten ausgehe. Wer kulturelle Erneuerung anstrebe, müsse daher auf einer Gegenelite aufbauen, die in etablierte Eliten hineinwirke und sie von innen heraus verwandele. Die Masse hingegen sei unerheblich, was die kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft angehe. […]

Kulturelle Resilienz

David Engels: Perspektiven einer abendländischen Erneuerung Europas

Im vergangenen Jahr veröffentlichte der Althistoriker David Engels den Band „Renovatio Europae“, der die Namensgebung unseres Vorhabens inspirierte. Zusammen mit anderen Denkern aus West- und Osteuropa beschrieb Engels hier mögliche Ansätze einer Erneuerung Europas im Geist seiner abendländischen Tradition. Europa steuere auf größere Verwerfungen zu, worauf keiner der relevanten politischen Akteure des Kontinents eine Antwort habe. Es sei die Aufgabe der im abendländischen Erbe verwurzelten Kräfte, solche Antworten zu entwickeln, und für den Fall bereit zu sein, dass die bevorstehenden Krisen bei den Menschen Europas den Wunsch hervorbringen, sie zu hören. […]

Kulturelle Resilienz

Botho Strauß: Die bevorstehenden Verwerfungen und die „Neuen Mönche“ (aktualisierte Version)

Die kulturkritischen Essays des Schriftstellers Botho Strauß wurden kürzlich im Sammelband „Die Expedition zu den Wächtern und Sprengmeistern“ neu veröffentlicht. Der Band enthält zudem einen neuen Aufsatz, in dem der Autor vor den Folgen der nihilistischen Revolution warnt, die westliche Gesellschaften zunehmend zerstöre und die absehbar in einer Katastrophe enden werde. Angesichts der geistigen Erschöpfung der Linken und geistigen Leere populistischer Strömungen erfordere diese Lage Antworten seitens der „traditionalen Rechten“. Die bevorstehenden Verwerfungen würden Helden erfordern. „Neue Mönche“ müssten in den Klöstern der Zukunft das Erbe wiederherstellen, das gegenwärtig vernichtet werde. […]