Dienstethos

Über die ritterliche Seele

Hans Urs von Balthasar beschrieb die katholische Heilige und Kirchenlehrerin Therese von Lisieux (1873-1897) in einer 1950 erschienenen Biographie als eine ritterliche Seele und als lebendiges Gegenbeispiel zur “Harmlosigkeit eines verbürgerlichten Christentums”. […]

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Republiken brauchen Führung

Der Historiker Andreas Rödder kritisiert in der Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ die Tendenz der politischen Führungen der Republiken des Westens dazu, ihre Entscheidungen auf die vermutete öffentliche Meinung abzustützen, anstatt sie an den Erfordernissen des Gemeinwohls auszurichten. Ernsthafte und nachhaltige Politik richte sich nicht an Stimmungen aus, sondern an Notwendigkeiten. […]

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Über die Rückkehr traditioneller maskuliner Ideale

Der Publizist Tobias Haberl plädiert in einem kürzlich im Magazin “Der Spiegel” erschienenen Aufsatz für eine stärkere Hinwendung zu traditionellen maskulinen Idealen. Postmoderne Vorstellungen von Maskulinität hätten sich als untauglich herausgestellt und müssten im Interesse des Gemeinwohls abgelegt werden. Man stehe schwierigen Zeiten gegenüber, in denen jene, die Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen wollten, “gesunde Härte” benötigten. Ohne den „guten Helden“, der „an etwas glaubt und bereit ist, sein Leben dafür zu opfern”, seien die bevorstehenden Herausforderungen nicht zu meistern. […]

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Der Westen braucht männliche Tugenden

Der Psychologe Michael Klein unterscheidet in der aktuellen Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“ vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs zwischen „toxischer“ und „tonischer“ bzw. aufbauender Männlichkeit. Zugleich beobachtet er eine „Angst vor den männlichen Tugenden“ in westlichen Gesellschaften, die diese schwach und verwundbar gemacht habe. Eine Erneuerung westlicher Gesellschaften werde nur gelingen, wenn positive Männlichkeitskonzepte hier wieder Anerkennung fänden. […]

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Über das Wesen des Krieges

Der Schriftsteller und Offizier Ernst Jünger (1895-1998) setzte sich in seinen frühen Schriften vor allem mit seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg auseinander. Im Krieg sah er ein Werk dunkler Kräfte, die tief in der Seele des Menschen verwurzelt seien und Schreckliches vollbrächten. Da der Mensch sich nicht ändern werde, werde es Kriege geben, solange es Menschen gibt. Man dürfe die Realität des Krieges daher nicht leugnen und sich in einen utopischen Pazifismus flüchten, sondern müsse sich auf sie vorbereiten, um nicht unterzugehen. […]

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Über die Berufung des Mannes zum Soldatentum

Der katholische Philosoph Joseph Maria Bocheński (1902-1995) verfasste 1939 in Vorahnung des Zweiten Weltkriegs das Werk „Militärethik im Überblick“, das kürzlich in deutscher Übersetzung erschien. Der Autor setzte sich hier vor dem Hintergrund der militärischen Bedrohung seiner polnischen Heimat mit der Berufung des Mannes zum Soldatentum auseinander. Es ging ihm dabei um die Beschreibung des „christlich soldatischen Ideals“ und die Formulierung einer Ethik für den Ernstfall. […]

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Wächter an den Grenzen

Der Historiker Josef Fleckenstein beschrieb das Rittertum in seinem 2005 erschienenen Werk „Rittertum und ritterliche Welt“ als eine Idee von Reformkräften innerhalb der Kirche, die eine geheiligte, dem Schutz anderer dienende Form von christlicher Maskulinität schaffen wollten. Ihre höchste Verwirklichung habe diese Idee in den Ritterorden des Mittelalters gefunden, die nicht zufällig an den Grenzen des christlichen Kulturraums entstanden seien. Die Bedingungen der umkämpften Grenzen seien besonders fruchtbar für das christliche Leben. […]

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Über die Notwendigkeit von Haltungseliten

Der damalige deutsche Außenminister Walther Rathenau wurde 1922 ermordet. Im Gedenken an dieses Ereignis wird meist versucht, ihn für progressive Ideologien zu vereinnahmen. In seinen Schriften zeigt sich Rathenau jedoch als konservativer Kulturkritiker, der den Deutschen eine Neigung zur Dekadenz vorwarf und die Notwendigkeit einer Haltungselite betonte, die sich durch “Würde, Adel und Herrentum” auszeichnen müsse. […]

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Das Rittertum und die Zukunft Europas

Der Philosoph Richard Coudenhove-Kalergi (1894–1972) gehört zu den wichtigsten Vordenkern der europäischen Einheit. In seinem 1927 erschienenen Werk „Held oder Heiliger“ beschreibt er das Rittertum als eine zeitlos gültiges Kulturideal und als eine Lebensform, die auf der Verwirklichung des Christentums in der europäischen Seele beruhe. Eine Erneuerung Europas setze eine Erneuerung des Rittertums in Europa voraus. […]

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Die Rückkehr des Kriegers

Rafael Behr lehrt Kriminologie und Soziologie an der Akademie der Polizei Hamburg und gilt als einer der führenden Polizeiforscher Deutschlands. Ihm zufolge haben die zunehmenden Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit, etwa die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus und anderen “Gefahren für die Zivilisation”, einen kulturellen Wandel in der Polizei hin zu traditionellen Rollenmustern ausgelöst. Der Archetyp des Kriegers gewinne hier zunehmend an Bedeutung und Wertschätzung. […]