Christliches Dienstethos

Kurt Hiller: Für einen „Militarismus der spirituellen Aktion“

Der sozialistische Schriftsteller Kurt Hiller (1885-1972) warf 1932 der politischen Linken in Deutschland vor, als Wegbereiter der sich abzeichnenden Herrschaft des Nationalsozialismus zu agieren. Indem der Marxismus als Feind der überlieferten Kultur und der Nation aufgetreten sei, habe er zahlreiche Menschen in die Arme der Nationalsozialisten getrieben. Nur die katholische Kirche (der Hiller ansonsten ablehnend gegenüberstand) verfüge mit ihrem „Militarismus der spirituellen Aktion“ über ein intaktes Gegenprogramm zu marxistischer Antikultur und nationalsozialistischer Barbarei. […]

Christliches Dienstethos

Hans Scholl: „Hüter eines heiligen Erbes“

Hans Scholl (1918-1943) war der Kopf der heute von verschiedenster Seite vereinnahmten studentischen Gruppe „Weiße Rose“, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. In seinen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen beschreibt er mit seinen eigenen Worten seinen Weg zum christlichen Glauben und seinen Willen dazu, als „Hüter eines heiligen Erbes“ die Herrschaft der Ideale der abendländischen Tradition in Deutschland wiederherzustellen. […]

Christliches Dienstethos

Ray Bradbury: „Jemand muss bereitstehen, wenn alles in die Luft geht“

In seinem 1953 erschienenen dystopischen Roman „Fahrenheit 451“ setzt sich der Schriftsteller Ray Bradbury mit der Berufung des Mannes zum schützenden und bewahrenden Dienst auseinander. Das Werk behandelt einen Abschnitt im Leben Guy Montags, der Mitarbeiter einer Sicherheitsbehörde in einem vor einer Katastrophe stehenden totalitären Staat ist und durch die Begegnung mit einem numinosen Wesen im Innern erschüttert wird. Er entdeckt in einem Prozess von Initiationen seine Berufung dazu, die höchsten Werte im Angesicht des Untergangs zu schützen und zu bewahren und stößt schließlich auf einen Männerbund, der Kultur und Tradition bewahrt und nach der Katastrophe erneuern wird. […]

Christliches Dienstethos

Papst Franziskus: Über die Verteidigung des Eigenen im Angesicht von Bedrohungen

Die Stadt Baghdida im Nordirak wird seit mehr als einem Jahrtausend von Christen bewohnt. Sie war über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Ziel von Angriffen radikaler Muslime und wurde 2014 durch den Islamischen Staat eingenommen, konnte aber 2016 durch christliche Milizen und deren Verbündete zurückgewonnen werden und wird seitdem durch christliche Selbstverteidigungskräfte gesichert. In einer heute in der Stadt gehaltenen Predigt sprach Papst Franziskus über die Verteidigung des eigenen Erbes im Angesicht von Bedrohungen wie dem islamistischen Terrorismus. […]

Christliches Dienstethos

Das ritterliche Ethos im Heldengedicht Beowulf

Das im 8. Jahrhundert entstandene angelsächsische epische Heldengedicht „Beowulf“ handelt laut seinem unbekannten Dichter davon, wie „edelste Krieger sich Ehre erwarben“ und beschreibt den Kampf des Helden Beowulf gegen drei übernatürliche Feinde; den Troll Grendel und seine Mutter sowie einen Drachen. Das Werk enthält eine der ältesten Beschreibungen des Ethos, das später das christliche Rittertum prägte. Sein Inhalt beruht auf der Synthese aus vorchristlicher europäischer Kultur und christlichem Geist, die ab dem frühen Mittelter die abendländische Kultur prägte. […]

Christliches Dienstethos

Alexander Solschenizyn: Die christliche Haltung im Angesicht des Todes

Am 26. Dezember feiern katholische und protestantische Christen den Stephanustag, der an den ersten Märtyrer des Christentums erinnert. Angesichts der Tatsache, dass es gegenwärtig mehr christliche Märtyrer gibt als zu anderen Zeiten der Geschichte, hat dieser Tag in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Der russische Schriftsteller und Dissident Alexander Solschenizyn verbrachte während seiner Haft in kommunistischen Lagern viele Jahre in der Gegenwart von Märtyrern und Menschen, die zum Martyrium bereit waren. In seinen Werken beschrieb er ihre besondere Haltung im Angesicht des Todes. […]

Christliches Dienstethos

Jürgen Doetsch: „Wir müssen das Heiligtum schützen und bewahren“

Der katholische Priester Jürgen Doetsch wurde im August 2020 bei einem christenfeindlichen Angriff während der heiligen Messe in der St.-Joseph-Kirche in Berlin verwundet. Vor dem Hintergrund der aktuellen islamistischen Anschlagswelle in Europa äußerte er sich jetzt über die Notwendigkeit, Maßnahmen zum Schutz von Christen und christlichen Zielen gegen solche Bedrohungen zu ergreifen. Die Kirche in Deutschland müsse „im Kampf und zum Schutz der Gläubigen wieder lebenspraktischer werden“. […]

Christliches Dienstethos

Erich Przywara: Vom Dienen

Der katholische Theologe und Philosoph Erich Przywara (1889-1972) war Teil eines Kreises unkonventioneller christlich-konservativer Denker, die einen revolutionären Traditionalismus vertraten und sich in den frühen 1960er Jahren im Umfeld der Zeitschrift „Labyrinth“ bewegten. Dort veröffentlichte er 1960 einen Aufsatz, in dem er sich mit dem Begriff des Dienstes als Schlüsselbetriff christlicher Weltanschauung auseinandersetzte. […]

Christliches Dienstethos

Monika Maron: Auf der Suche nach Helden

Die Schriftstellerin Monika Maron gehörte zu den regimekritischen Stimmen in der DDR und wurde kürzlich als „politisch unberechenbar“ eingestuft. In ihrem zuvor erschienenen Roman mit dem Titel „Artur Lanz“ hatte sie sich mit den Themen Tapferkeit und Heldentum auseinandergesetzt, wobei sie vor allem Impulse aus dem christlichen Rittertum aufgriff. Postheroische Gesellschaften müssten scheitern, wenn sie eines Tages ernsten Bedrohungen gegenüberstünden. Da solche Bedrohungen bereits am Horizont sichtbar würden, brauche es intakte Bilder von Männlichkeit, die dazu in der Lage seien, diesen Bedrohungen entgegenzutreten. Im Erbe des christlichen Rittertums gebe es solche Bilder, die Wege zu einem sinnvollen, im Dienst an großen Aufgaben geleisteten Leben erschlössen. […]

Christliches Dienstethos

Die Geburt der Bundeswehr aus dem Geist des Rittertums

Die geistig-weltanschaulichen Grundlagen für den Aufbau der deutschen Bundeswehr wurden in den 1950er Jahren durch eine Gruppe von Offizieren erarbeitet, zu denen auch Wolf Graf von Baudissin gehörte. Er gilt als geistiger Vater eines 1957 veröffentlichten Leitbildes, das auf der Grundlage abendländischer Weltanschauung und des christlichen Rittertums ein militärisches Ethos für die neue Armee schuf. Diese Tradition ist in der Bundeswehr mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten. Es gibt jedoch erste Anzeichen dafür, dass sich dies künftig ändern könnte. […]