Politik und Gesellschaft

Thomas Biebricher: Zur Lage des Konservatismus in Deutschland

Der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher lehrt an der Copenhagen Business School. In einem jetzt in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlichten Gespräch äußert er sich zu Lage des Konservatismus in Deutschland. Dieser sei sowohl inhaltlich als auch personell erschöpft. Er könne jedoch eine Perspektive haben, wenn er sich wieder auf „Unverfügbarkeiten“ und auf die Themen „Verortung und Verwurzelung“ besinne. […]

Politik und Gesellschaft

Alexander Grau: Für einen offensiven Konservatismus

Der Philosoph Alexander Grau kritisiert in einem heute erschienenen Aufsatz die Schwäche des Konservatismus der Gegenwart, der sich seit Langem an die Positionen utopischer Ideologien anpasse und schrittweise fast alle Standpunkte aufgegeben habe, die ihn einst auszeichneten. Auf diese Weise sei der Konservatismus zum „Verlierer der Geschichte“ geworden, der nur noch „auf den finalen Schlag“ warte, der ihn endgültige erledige. Eine Zukunft könne nur ein offensiver Konservatismus haben, der utopischen Ideologien mit eigenen Konzepten entgegentritt. […]

Kulturerbe

J. R. R. Tolkien: Über schützende Mauern und Grenzen

Der Sprachwissenschaftler und Schriftsteller J. R. R. Tolkien griff in seinem Werk die Motive der Mythen West- und Nordeuropas auf, die er vor dem Hintergrund christlicher Weltanschauung interpretierte. Es gelang ihm auf diese Weise, zentrale Themen traditioneller abendländischer Weltanschauung auf eine Weise auszudrücken, die für Menschen des westlichen Kulturraums der Gegenwart verständlich ist. Eines dieser Themen ist die existenziell wichtige Bedeutung von Mauern und Grenzen für den Schutz des Menschen und des Gemeinwesens. […]

Politik und Gesellschaft

Wolfgang Thierse: Die Nation als Heimat in einer instabilen Welt

In einem heute veröffentlichten Gespräch setzt Wolfgang Thierse seinen Versuch fort, die deutsche Sozialdemokratie durch konservative Impulse zu erneuern und ihrer identiätspolitischen Radikalisierung entgegenzuwirken. Die Corona-Krise zeige erneut, dass die Nation eine unverzichtbare Solidargemeinschaft sei, die als „eine der Antworten auf das Bedürfnis nach Zuordnung und Beheimatung in einer sich dramatisch verändernden Welt“ nicht aufgegeben werden dürfe. […]

Politik und Gesellschaft

Wolfgang Thierse: Patriotismus und Gemeinsinn als Antworten auf gesellschaftliche Auflösung

Der Sozialdemokrat und Kulturwissenschaftler Wolfgang Thierse war zwischen 1998 bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestages. In einem kürzlich erschienenen Aufsatz kritisierte er, dass die gegenwärtige Welle des linksradikalen identitätspolitischen Aktivismus den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zunehmend zerstöre. Diese Bedrohung erfordere die Rückkehr zur Tugend des Gemeinsinns sowie zu den Werten „Heimat und Patriotismus, Nationalkultur und Kulturnation“. […]

Politik und Gesellschaft

Reinhard Sprenger: Solidarität braucht Grenzen

Reinhard K. Sprenger gilt als einer der einflussreichsten Experten für Unternehmensführung im deutschsprachigen Raum. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit dem Wesen der Solidarität auseinander. Echte Solidarität könne es nur im Rahmen klar abgegrenzter, hinreichend homogener Gemeinschaften von Menschen geben. Sprenger kritisiert, dass der Begriff der Solidarität gegenwärtig häufig missbraucht würde, um beliebige Forderungen moralisch aufzuladen und der Debatte zu entziehen. […]

Politik und Gesellschaft

Heinrich Böll: Der Reichsgedanke als Option für Europa

Der Begriff „Reich“ wird im Verständnis der Gegenwart vor allem mit dem vor 150 Jahren gegründeten kurzlebigen ersten deutschen Nationalstaat sowie mit dem totalitären NS-Staat verbunden, der sich ebenfalls als „Reich“ bezeichnete. Von einem gänzlich anderen Verständnis gingen der Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur Heinrich Böll (1917-1985) und ein mit ihm in Verbindung stehender Kreis abendländisch orientierter Denker aus, die in den 1960er Jahren im Reichsgedanken eine zeitlos gültige Vision für die Gestaltung Europas sahen. Den Reichsgedanken betrachteten sie als Alternative sowohl zum Nationalismus als auch zur Auflösung gewachsener Identitäten. […]

Politik und Gesellschaft

David Engels: Laizismus ist die falsche Antwort auf islambezogene Herausforderungen

Der Althistoriker David Engels ist als Forschungsprofessor am Instytut Zachodni in Polen tätig. In einem jetzt veröffentlichten Aufsatz kritisiert er die in einigen westeuropäischen Staaten praktizierten Versuche, islambezogenen Herausforderungen mit laizistischen Ansätzen zu begegnen. Diese Ansätze beruhten auf falschen Annahmen über die kulturellen Grundlagen von Gemeinwesen. Dadurch, dass sie Religion in den Bereich des Privaten zu verdrängten versuchten, erzeugten sie mehr Probleme, als sie lösten. […]

Politik und Gesellschaft

Paul Collier: Solidarische Gesellschaften brauchen Patriotismus

Der Ökonom Paul Collier lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford. In seinem Buch „Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft“ verteidigt er den Solidaritätsbegriff der klassischen politischen Philosophie gegen dessen Negierung durch neoliberalen Globalismus und neomarxistische Identitätspolitik. Diese würden den Zusammenhalt in westlichen Gesellschaften auflösen. Wachsende soziale und ethnische Polarisierung sowie das Erstarken populistischer Gegenbewegungen seien die Folgen. Die Antwort darauf sei ein solidarischer Patriotismus, der die Bindungskräfte in diesen Gesellschaften bewahrt und stärkt. […]

Politik und Gesellschaft

Josef Isensee: Das Christentum und die Selbstbehauptung des freiheitlichen Staates

Der Staatsrechtler und Staatsphilosoph Josef Isensee gehört zu den öffentlichkeitswirksamsten Vertretern seines Fachs in Deutschland. Ein kürzlich erschienener Sammelband enthält mehrere seiner Texte, in denen er für die Verteidigung des im christlich-abendländischen Erbe wurzelnden deutschen Verfassungsstaates gegen innere und äußere Herausforderungen eintritt. Freiheitliche Gesellschaften benötigten eine starke christliche Grundlage. Der problematische innere Zustand der Kirche in Deutschland, der unter einem eine Folge ihrer inneren Überformung durch neomarxistische Ideologie sei, schwäche diese Grundlage. […]