Politik und Gesellschaft

Liane Bednarz und das Elend des postmodernen Konservatismus

In ihrem 2017 erschienenen Buch „Die Angstprediger“ behandelt die Publizistin Liane Bednarz aktuelle Entwicklungen im konservativen Spektrum in Deutschland. Sie will den von ihr identifizierten Problemen mit einem postmodernen Konservatismus begegnen, der vor allem nicht anstößig sein will, an der Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen nicht interessiert ist und dem Wirken radikaler gesellschaftspolitischer Utopien passiv begegnet. Impulse für die Bewältigung der Herausforderungen, denen europäische Gesellschaften gegenüberstehen, sind von dieser geistig sterilen Form des Konservatismus kaum erwarten. […]

Politik und Gesellschaft

Ein Zaun für Europa

Martin van Creveld lehrt an der Universität von Tel Aviv und gehört zu den bedeutendsten lebenden Denkern im Bereich der strategischen Wissenschaft. In einem jetzt veröffentlichen Kommentar bewertet er irreguläre Migration als die wichtigste gegenwärtige Herausforderung für Europa. Wenn es nicht gelinge, diese Herausforderung durch verbesserte Grenzschutzmaßnahmen zu bewältigen, drohten dem Kontinent langfristig innere Konflikte. […]

Politik und Gesellschaft

“Zum Heil setzt er Mauern und Wall”: Schützende Grenzen aus biblischer Sicht

Die Reaktionen von katholischer und evangelischer Kirche in Deutschland auf die Bedrohung der Ostflanke Europas durch illegale Migration erwecken den Eindruck, dass diese den Schutz von Grenzen als illegitim betrachten. Auf welche geistigen Grundlagen sich diese Bewertung stützt, bleibt jedoch unklar. Der Schutz von Staatsgrenzen gegen äußere Bedrohungen ist nicht nur eine Forderung der christlichen Soziallehre, sondern entspricht auch biblischer Weltanschauung, die den Schutz der Grenzen des eigenen Gemeinwesens durchgängig bejaht. […]

Politik und Gesellschaft

Die “Zerschlagung des Gefährlichen” als Auftrag des Staates

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler lehrte am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. In einem in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erschienenen Aufsatz beschreibt er die Konturen der sich derzeit herausbildenden neuen globalen Ordnung. Westliche Staaten müssten sich in dieser Ordnung auf ihren Auftrag zur „Zerschlagung des Gefährlichen “ beschränken. Im Sinne des von Carl Schmitt formulierten Konzepts der Großraumpolitik würden sie künftig zudem auf Interventionen außerhalb der eigenen Interessensphäre verzichten. […]

Politik und Gesellschaft

Institutioneller Patriotismus statt Vielfaltsideologie

Rafael Behr lehrt Kriminologie und Soziologie an der Akademie der Polizei Hamburg und gilt als einer der führenden Polizeiforscher Deutschlands. In einer seiner Schriften kritisierte er Ideologien der Vielfalt, weil diese den Zusammenhalt in Institutionen gefährden könnten. Erfolgreich wirkende Institutionen müssten aus Vielfalt eine Einheit formen, wozu “institutioneller Patriotismus” erforderlich sei. […]

Politik und Gesellschaft

Der Nationalstaat als Garant des Gemeinwohls

Der Historiker Gadi Taub lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem. In einem heute veröffentlichten Aufsatz kritisiert er internationalistische Strömungen des Liberalismus, weil diese die kulturellen Voraussetzungen des Bestands freiheitlicher Gesellschaften unterminierten. […]

Politik und Gesellschaft

Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrte zuletzt an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In einem jetzt erschienenen Aufsatz kritisiert vor dem Hintergrund des Scheiterns des Afghanistan-Einsatzes die “strategische Ratlosigkeit des Westens“. Er beschreibt die Grundzüge einer neuen, am Ziel des Schutzes Europas orientierten Außen- und Sicherheitspolitik, der es um “Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung” gehe. […]

Politik und Gesellschaft

Folgerungen aus dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes

Der Historiker Heinrich August Winkler lehrte zuletzt an der Humboldt-Universität zu Berlin. In einem in der Tageszeitung “Die Welt” erschienenen Gespräch formuliert er Lehren aus dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes. Er plädiert für eine stärkere Anerkennung der Bedeutung kultureller Unterschiede zwischen dem christlich-abendländischen und dem islamischen Kulturraum, mehr sicherheitspolitischen Realismus, wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung irregulärer Migration und die Beschränkung militärischer Einsätze auf die unmittelbare Abwehr von Bedrohungen. […]

Politik und Gesellschaft

Deutschlands Wehrkultur ist defekt

Marcel Bohnert dient als Oberstleutnant im Generalstabsdienst der Bundeswehr. In einem Aufsatz im Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” setzt er sich mit Mängeln im Bereich Wehrkultur in Deutschland auseinander. Die Kultur des Landes habe sich auf eine gefährliche Weise von allem Militärischen entfernt und blende militärische Realitäten zum Schaden des Gemeinwohls weitestgehend aus. […]

Politik und Gesellschaft

Für ein Europa der Nationen

Der Soziologe Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” tritt er für eine weitreichende Reform der Europäischen Union ein. Diese habe in ihrer heutigen zentralistischen Form keine Zukunft. Der Nationalstaat sei die einzige Institution, die eine globale Gesellschaft demokratisch regierbar machen könne. Er tritt für ein dezentrales Europa der Nationen ein, das die Souveränität und die kulturellen Besonderheiten der Staaten Europas stärker achtet, als es die EU gegenwärtig tue. […]