Christliche Soziallehre

Hans Joas: Das Problem der Entfremdung der Kirche von der Nation

Der Soziologe und Sozialphilosoph Hans Joas lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2018 erschien ein Band mit dem Titel „Beten bei Nebel. Hat der Glaube eine Zukunft?“, der ein Gespräch zwischen ihm und Robert Spaemann wiedergibt. Joas äußerte sich hier auch zum Problem der Entfremdung der Kirche von der eigenen Nation in Deutschland. […]

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Heinz Bude: Solidarität als Grundlage krisenfester Gesellschaften

Der Soziologe Heinz Bude lehrt an der Universität Kassel. In einem kürzlich erschienenen Buch sowie einer Reihe von Gesprächen beschrieb er das Prinzip der Solidarität als eine der Grundlagen eines krisenfesten Gemeinwesens. Familie und Nation würden als krisenfeste Solidargemeinschaften angesichts der COVID-19-Krise künftig wieder größere Bedeutung gewinnen. Westliche Gesellschaften würden zudem konservativer werden, weil der Konservatismus den Wert der solidarischen Bindungen betone, deren Notwendigkeit Menschen schon bald wieder verstärkt erkennen würden. […]

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Heinz Theisen: Wege zur Selbstbehauptung Europas

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrt an der Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In mehreren kürzlich erschienenen Aufsätzen setzte er sich auf der Grundlage realistischer politischer Philosophie und der christlichen Soziallehre mit den Voraussetzungen europäischer Selbstbehauptung gegenüber Herausforderungen wie irregulärer Migration, Islamismus und dem Agieren der Supermächte auseinander. […]

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Das Patriarchat als Fundament abendländischer Kultur

Der heute begangene Weltfrauentag wurde 1911 von kommunistischen Aktivistinnen im Kontext ihres revolutionären Kampfes gegen die Gesellschaftsordnungen Europas eingeführt. Das „Patriarchat“ müsse zerstört werden, weil es Teil eines Systems der Unterdrückung sei. Tatsächlich jedoch ist das Patriarchat in seiner europäischen Form ein Fundament einer Ordnung, die die Voraussetzungen dafür schuf, dass sich die freiheitlichen Gemeinwesen Europas sowie ihre einzigartigen kulturellen Leistungen entwickeln und behaupten konnten. Wie der Blick in die Geschichte des Kommunismus zeigt, wird die Zerstörung dieser Ordnung keine freiere und gerechtere Welt schaffen. […]

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Josef Isensee: Sichere Grenzen als Grundlage staatlicher Existenz

Der Staatsrechtler und Staatsphilosoph Josef Isensee lehrte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. In seinem kürzlich erschienenen Werk „Grenzen. Zur Territorialität des Staates“ setzt er sich mit der existenziellen Bedeutung sicherer Grenzen für Staat und Gemeinwohl auseinander. Er kritisiert utopische Ideologien der Entgrenzung, die nicht wirklichkeitsgerecht seien und daher in der Realität scheitern müssten. […]

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Niccolò Machiavelli: Christentum und staatliche Selbstbehauptung

Niccolò Machiavelli (1469-1527) gilt als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. In seinem Werk Discorsi untersuchte er auf der Grundlage des Staatsdenkens der römischen Antike die Frage, was Staaten Dauer verleiht und wie ein Gemeinwesen existenzielle Herausforderungen bewältigen kann. Dabei setzte er sich unter anderem mit gesinnungsethnischen Tendenzen im Christentum kritisch auseinander, die dieses als Träger des Gemeinwesens schwächten. […]

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Otfried Höffe: Die fundamentale Bedeutung von Heimat für den Menschen

Otfried Höffe lehrte Philosophie an der Universität Tübingen und ist Leiter der dort angesiedelten Forschungsstelle Politische Philosophie. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich mit der fundamentalen Bedeutung der Heimat für den Menschen und das Gemeinwesen auseinander. Als Folge von Globalisierung von Migration entstehe zunehmend die Erfahrung von Heimatverlust, was dazu führen, dass der Wunsch nach Heimat eher zu- als abnehme. […]

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Papst Franziskus: Der christliche Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen

Im heute veröffentlichten apostolischen Schreiben Querida Amazonia („Geliebtes Amazonien“) betont Papst Franziskus den christlichen Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen. Diese würden im Zuge der Globalisierung zunehmend unter dem Druck materialistischer Ideologien stehen, die nach Auflösung aller kulturellen Unterschiede streben. In diesem Zusammenhang warnt er auch vor den Gefahren von Migration, die er als Form der Entwurzelung des Menschen betrachtet. Die „Jahrtausende alte Tradition“ des Christentums sei die Grundlage einer kulturellen Alternative zu den Ideologien der Auflösung. […]

Christliche Soziallehre

Ulrich Körtner: „Seenotrettung“ und irreguläre Migration aus Sicht der christlichen Soziallehre

Der evangelische Theologe und Sozialethiker Ulrich H. J. Körtner lehrt an der Universität Wien. In einem kürzlich veröffentlichten Gespräch kritisiert er die von Teilen der Kirche unterstützte, als „Seenotrettung“ bezeichnete Verbringung irregulärer Migranten nach Europa aus der Perspektive der christlichen Soziallehre. […]

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C. S. Lewis: Die heilige Nation

Der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis gehört zu den wichtigsten christlichen Autoren des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit seinem Freund J. R. R. Tolkien war er einer der Pioniere des Literaturgenres der Phantastik. Im 1956 erschienenen abschließenden Band der für jüngere Leser geschriebenen Romanserie „Die Chroniken von Narnia“ beschrieb er auf der Grundlage der Ideenlehre Platons ein christliches Verständnis der Nation. Die Nationen der Welt werden dabei als unvollkommene Abbilder vollkommener Urbilder verstanden, die auf transzendenter Ebene existieren. […]