Politik und Gesellschaft

Rafael Behr: Institutioneller Patriotismus statt Vielfaltsideologie

Rafael Behr lehrt Kriminologie und Soziologie an der Akademie der Polizei Hamburg und gilt als einer der führenden Polizeiforscher Deutschlands. In einer seiner Schriften kritisierte er Ideologien der Vielfalt, weil diese den Zusammenhalt in Institutionen gefährden könnten. Erfolgreich wirkende Institutionen müssten aus Vielfalt eine Einheit formen, wozu „institutioneller Patriotismus“ erforderlich sei. […]

Politik und Gesellschaft

Gadi Taub: Der Nationalstaat als Garant des Gemeinwohls

Der Historiker Gadi Taub lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem. In einem heute veröffentlichten Aufsatz kritisiert er internationalistische Strömungen des Liberalismus, weil diese die kulturellen Voraussetzungen des Bestands freiheitlicher Gesellschaften unterminierten. […]

Politik und Gesellschaft

Heinz Theisen: Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrte zuletzt an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In einem jetzt erschienenen Aufsatz kritisiert vor dem Hintergrund des Scheiterns des Afghanistan-Einsatzes die „strategische Ratlosigkeit des Westens“. Er beschreibt die Grundzüge einer neuen, am Ziel des Schutzes Europas orientierten Außen- und Sicherheitspolitik, der es um „Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung“ gehe. […]

Politik und Gesellschaft

Heinrich August Winkler: Folgerungen aus dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes

Der Historiker Heinrich August Winkler lehrte zuletzt an der Humboldt-Universität zu Berlin. In einem in der Tageszeitung „Die Welt“ erschienenen Gespräch formuliert er Lehren aus dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes. Er plädiert für eine stärkere Anerkennung der Bedeutung kultureller Unterschiede zwischen dem christlich-abendländischen und dem islamischen Kulturraum, mehr sicherheitspolitischen Realismus, wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung irregulärer Migration und die Beschränkung militärischer Einsätze auf die unmittelbare Abwehr von Bedrohungen. […]

Politik und Gesellschaft

Marcel Bohnert: Deutschlands Wehrkultur ist defekt

Marcel Bohnert dient als Oberstleutnant im Generalstabsdienst der Bundeswehr. In einem Aufsatz im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ setzt er sich mit Mängeln im Bereich Wehrkultur in Deutschland auseinander. Die Kultur des Landes habe sich auf eine gefährliche Weise von allem Militärischen entfernt und blende militärische Realitäten zum Schaden des Gemeinwohls weitestgehend aus. […]

Politik und Gesellschaft

Wolfgang Streeck: Für ein Europa der Nationen

Der Soziologe Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ tritt er für eine weitreichende Reform der Europäischen Union ein. Diese habe in ihrer heutigen zentralistischen Form keine Zukunft. Der Nationalstaat sei die einzige Institution, die eine globale Gesellschaft demokratisch regierbar machen könne. Er tritt für ein dezentrales Europa der Nationen ein, das die Souveränität und die kulturellen Besonderheiten der Staaten Europas stärker achtet, als es die EU gegenwärtig tue. […]

Politik und Gesellschaft

Thomas Biebricher: Zur Lage des Konservatismus in Deutschland

Der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher lehrt an der Copenhagen Business School. In einem jetzt in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlichten Gespräch äußert er sich zu Lage des Konservatismus in Deutschland. Dieser sei sowohl inhaltlich als auch personell erschöpft. Er könne jedoch eine Perspektive haben, wenn er sich wieder auf „Unverfügbarkeiten“ und auf die Themen „Verortung und Verwurzelung“ besinne. […]

Politik und Gesellschaft

Alexander Grau: Für einen offensiven Konservatismus

Der Philosoph Alexander Grau kritisiert in einem heute erschienenen Aufsatz die Schwäche des Konservatismus der Gegenwart, der sich seit Langem an die Positionen utopischer Ideologien anpasse und schrittweise fast alle Standpunkte aufgegeben habe, die ihn einst auszeichneten. Auf diese Weise sei der Konservatismus zum „Verlierer der Geschichte“ geworden, der nur noch „auf den finalen Schlag“ warte, der ihn endgültige erledige. Eine Zukunft könne nur ein offensiver Konservatismus haben, der utopischen Ideologien mit eigenen Konzepten entgegentritt. […]

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Kulturerbe

J. R. R. Tolkien: Über schützende Mauern und Grenzen

Der Sprachwissenschaftler und Schriftsteller J. R. R. Tolkien griff in seinem Werk die Motive der Mythen West- und Nordeuropas auf, die er vor dem Hintergrund christlicher Weltanschauung interpretierte. Es gelang ihm auf diese Weise, zentrale Themen traditioneller abendländischer Weltanschauung auf eine Weise auszudrücken, die für Menschen des westlichen Kulturraums der Gegenwart verständlich ist. Eines dieser Themen ist die existenziell wichtige Bedeutung von Mauern und Grenzen für den Schutz des Menschen und des Gemeinwesens. […]

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Politik und Gesellschaft

Wolfgang Thierse: Die Nation als Heimat in einer instabilen Welt

In einem heute veröffentlichten Gespräch setzt Wolfgang Thierse seinen Versuch fort, die deutsche Sozialdemokratie durch konservative Impulse zu erneuern und ihrer identiätspolitischen Radikalisierung entgegenzuwirken. Die Corona-Krise zeige erneut, dass die Nation eine unverzichtbare Solidargemeinschaft sei, die als „eine der Antworten auf das Bedürfnis nach Zuordnung und Beheimatung in einer sich dramatisch verändernden Welt“ nicht aufgegeben werden dürfe. […]