Stand: 30.10.2022

Auf dieser Themenseite wird der Entwurf eines Literaturkanons für Menschen vorgestellt, die über höhere Bildungsabschlüsse verfügen und an den entscheidenden Schauplätzen der Krise Europas durch ihren Dienst unserer Zivilisation Dauer verleihen.

Mittelfristig möchten wir kurze einführende Vorlesungen in die unten aufgeführten Werke anbieten. Falls Sie eine solche Vorlesung anbieten möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

1. Werke der Gegenwart

Sachliteratur

  • Christopher Dawson – Die Gestaltung des Abendlandes 
  • Arnold Gehlen – Moral und Hypermoral
  • Romano Guardini – Das Ende der Neuzeit
  • Ernst Jünger – Der Waldgang: Im Waldgang tritt die für Jünger typische Verbindung zwischen soldatischer Haltung und religiöser Mystik besonders deutlich hervor. Gestützt auf seine Erfahrungen unter nationalsozialistischer Herrschaft und angesichts der anhaltenden Bedrohung durch den Kommunismus und der Möglichkeit, dass aus dem Materialismus westlicher Gesellschaften ein dritter Totalitarismus hervorgehen könnte, rechnete Jünger damit, dass Europa und der Welt eines Tages noch größere Krisen und Katastrophen bevorstehen würden. Die Antwort Jüngers darauf war eine kämpferische Form religiöser Mystik.
  • C. S. Lewis – Die Abschaffung des Menschen
  • Konrad Lorenz – Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit
  • José Ortega y Gasset – Der Aufstand der Massen
  • Josef Pieper – Das Viergespann: Eine Einführung in die klassischen Kardinaltugenden
  • Oswald Spengler – Der Untergang des Abendlandes
  • Alexander Solschenizyn – Der Archipel Gulag
  • Alexis de Tocqueville – Über die Demokratie in Amerika
  • Arnold Toynbee – Der Gang der Weltgeschichte (zweibändige Ausgabe)

Romane

  • Ray Bradbury – Fahrenheit 451In diesem dystopischen Roman beschreibt der christlich-geprägte Bradbury einen fiktiven totalitären Staat der Zukunft, dessen Bevölkerung durch totale Unterhaltung seelisch so korrumpiert ist, dass sie nicht mehr aktiv unterdrückt werden muss, weil sie ihren Zustand gutheißt. Gleichzeitig steht dieser Staat vor einer unabwendbaren Katastrophe. In dieser Lage bereitet sich eine kleine Gemeinschaft darauf vor, den späteren geistigen Wiederaufbau vorzubereiten.
  • Dino Buzzati – Die Tatarenwüste
  • George Orwell – 1984
  • Jochen Klepper – Der Vater: Der Autor, der auch evangelischer Theologe war, zeichnete in diesem 1937 erschienenen Roman das Bild eines preußischen Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als ersten Diener im Staat begreift. Klepper stellte dieses Bild dem totalitären Führerkult seiner Zeit gegenüber.
  • Alexander Lernet-Holenia – Die Standarte
  • Jean Raspail – Sieben Reiter verließen die Stadt
  • J. R. R. Tolkien – Das Silmarillion: Der dritte Teil des Werks, das Akallabêth, setzt sich in erzählerischer Form mit der Dynamik des Aufstiegs und Untergangs von Kulturen auseinander.
  • J. R. R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Der Autor sagte über sein Werk: „Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund auf ein religiöses und katholisches Werk; unbewusstermaßen zuerst, aber bewusst im Rückblick.“ In der Tradition europäischer Mythologie beschreibt er den Dienst einer Gemeinschaft im Kampf gegen das Böse und integriert dabei vorchristliche antike und heidnische Motive auf der Grundlage eines christlichen Weltbildes.
  • Franz Werfel – Die vierzig Tage des Musa Dagh: Der Roman behandelt den Widerstand der christlichen Armenier gegen den an ihnen von den Türken verübten Völkermord Anfang des 20. Jahrhunderts.

2. Werke der frühen Neuzeit

  • Dante – Die göttliche Komödie
  • Niccolò Machiavelli – Der Fürst und Discorsi

3. Werke des Mittelalters

  • Thomas von Aquin – Summa theologica: Vor allem der zweite Teil des Werkes, der u. a. die Themen politische Philosophie und Tugendlehre behandelt, ist für eine allgemein interessierte Leserschaft relevant
  • Wolfram von Eschenbach – Parzival
  • Das Rolandslied: Die Legende des fränkischen Grafen Roland, deren historischer Hintergrund der Abwehrkampf Karls des Großen gegen die Sarazenen ist, wird unter anderem im ca. 1170 entstandenen Rolandslied wiedergegeben. Es handelt es sich bei dem Werk um eine deutschsprachige Bearbeitung französischer chansons de geste, d. h. Liedern über Heldentaten. Als Vorlage diente dem Autor die um 1100 entstandene, von einem unbekannten Autor geschaffene und lange nur mündlich überlieferte altfranzösische Chanson de Roland, die der älteste und wichtigste Text der französischen Heldenepik ist.
  • Das Nibelungenlied: Bert Nagel sah in den Darstellungen Dietrichs von Bern im ca. um das Jahr 1200 herum in Süddeutschland entstandenen Nibelungenlied den Ausdruck eines vom Christentum geprägten ritterlichen Ethos der Stauferzeit. Das Nibelungenlied, in dem Dietrich unter anderem erwähnt wird, geht nach Ansicht von Forschern auf ältere völkerwanderungszeitliche Sagen zurück, die später mit christlichen Einflüssen verbunden worden seien.
  • Beowulf: Das im 8. Jahrhundert entstandene angelsächsische epische Heldengedicht „Beowulf“ handelt laut seinem unbekannten Dichter davon, wie „edelste Krieger sich Ehre erwarben“ und beschreibt den Kampf des Helden Beowulf gegen drei übernatürliche Feinde; den Troll Grendel und seine Mutter sowie einen Drachen. Das Werk enthält eine der ältesten Beschreibungen des Ethos, das später das christliche Rittertum prägte. Sein Inhalt beruht auf der Synthese aus vorchristlicher europäischer Kultur und christlichem Geist, die ab dem frühen Mittelter die abendländische Kultur prägte.

4. Werke der Antike

  • Aristoteles: Nikomachische Ethik 
  • Augustinus – Der Gottesstaat
  • Marcus Tullius Cicero: De re publica, De officiis und De legibus
  • Epiktet – Handbüchlein der Moral und Unterredungen
  • Homer – Die Ilias: Das im kulturellen Gedächtnis weniger als die Odyssee präsente Werk handelt zur Zeit des Trojanischen Krieges.
  • Homer – Die Odyssee: Das vermutlich um 800 v. Chr. niedergeschriebene Werk hat wahrscheinlich eine lange mündliche Überlieferungsgeschichte. Es erzählt von den Abenteuern des Helden Odysseus während seiner viele Jahre dauernden Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg.
  • Platon – Der Staat: Das grundlegende Werk der abendländischen politischen Philosophie
  • Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Kriegs
  • Vergil – Aeneis: Das Werk beschreibt die Flucht des Aeneas aus dem untergehenden Troja und seine Fahrten, die ihn nach Latium führen, wo er zum Stammvater der Römer wird. Es betont die römische Tugend der pietas bzw. des auf Pflichtbewusstsein beruhenden Dienstes.

5. Werke aus anderen Kulturkreisen

  • Ibn Khaldun – Muqaddima
  • Konfuzius – Gespräche
  • Die Bhagavad Gita