Der traditionelle Konservatismus ist eine Weltanschauung, die sich auf in zahlreichen Krisen bewährtes Erfahrungswissen stützt. Sein Ziel ist die Bewahrung und Pflege der im europäischen Kulturraum über zweieinhalb Jahrtausende hinweg gewachsenen Traditions- und Ordnungsbestände. Dieser Konservatismus ist wie keine andere Weltanschauung dazu geeignet, als geistige Grundlage für die Bewältigung der sich abzeichnenden Zivilisationskrise zu dienen. Wir bereiten die Tradition dieser Schule des Denkens für Leser der Gegenwart auf.

Publikationen

Die Grundlagen des traditionellen Konservatismus beschreiben wir auf den folgenden Themenseiten:

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Hintergrund

Die Wurzeln des traditionellen bzw. des christlichen Konservatismus reichen zurück bis zu den Anfängen des abendländischen Denkens im antiken Griechenland.1 Das Streben nach der Errichtung guter Gemeinwesen und der Verwirklichung des Gemeinwohls stellt eine Konstante der abendländischen Kultur- und Geistesgeschichte dar. Das politische Denken der christlichen Tradition hat in der Antike beginnend die besten von ihm vorgefundenen Gedanken und Ansätze zusammengeführt und weiterentwickelt. Es stellt den am weitesten entwickelten Bestand an erprobtem und bewährtem Wissen über die Natur des Menschen und die Erfordernisse des am Gemeinwohl orientierten gesellschaftlichen Zusammenlebens von Menschen dar, der bislang in der Geschichte der Menschheit geschaffen wurde. In diesem Kontext entstand seit dem 18. Jahrhundert der traditionelle Konservatismus. Er ist neben dem liberalen und dem nationalen Konservatismus eine der der großen Strömungen des Konservatismus.2

Der traditionelle Konservatismus ist in Deutschland nicht in einer bestimmten Partei beheimatet, sondern findet in vielen Parteien Unterstützer, auch in Teilen der politischen Linken. Der Sozialdemokrat Erhard Eppler etwa schuf 1975 den Begriff des „Wertkonservatismus“, um den von ihm als gemeinwohlfördernd erkannten und bejahten traditionellen Konservatismus von einem materialistisch überformten Konservatismus abzugrenzen.3 Auch bei Teilen der Grünen stößt dieser Konservatismusbegriff auf positive Resonanz, der etwa zur Untermauerung des Eintretens für die Bewahrung der Schöpfung herangezogen wird.4

Quellen

  1. Felix Dirsch: Authentischer Konservatismus. Studien zu einer klassischen Strömung des politischen Denkens, Berlin 2012, S. 25 ff.
  2. Günter Rohrmoser: Geistige Wende. Christliches Denken als Fundament des modernen Konservatismus, München 2000, S. 386 f.
  3. Erhard Eppler: Ende oder Wende. Von der Machbarkeit des Notwendigen, München 1975, S. 35 ff.
  4. Sven-Uwe Schmitz: Konservativismus, Wiesbaden 2009, S. 143.