Politik und Gesellschaft

Politik im Angesicht der Apokalypse

Der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg kritisiert in einem heute in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” erschienenen Aufsatz, dass die politischen Eliten Deutschlands den strategischen Herausforderungen, denen das Land gegenüberstehe, nicht gewachsen seien. Entscheidungsträger müssten angesichts des Risikos des Einsatzes von Nuklearwaffen in Europa dazu fähig sein, die „Gefahr einer apokalyptischen Katastrophe“ zu bewältigen. Dazu benötigten sie klassische Tugenden, etwa “besonnene Tapferkeit”. Die “politische Klasse” Deutschlands hingegen habe wiederholt ihre strategische “Blindheit” unter Beweis gestellt und werde vermutlich nicht dazu in der Lage sein, die zur Abwendung von Schaden für das Gemeinwesen erforderlichen klugen und tapferen Entscheidungen zu treffen. […]

Herausforderungen

Unkontrollierte Migration als Bedrohung für europäische Gesellschaften

Pierre Brochand, der ehemalige Leiter des französischen Auslandsnachrichtendienstes DGSE, warnt in der Tageszeitung „Le Figaro“ vor den Folgen der unkontrollierten Zuwanderung kulturferner Gruppen für Europa. Die damit verbundenen Herausforderungen seien die einzigen, die in Staaten wie Frankreich derzeit das Potenzial dazu hätten, die Ordnung und Stabilität von Gemeinwesen unmittelbar zu bedrohen. […]

Herausforderungen

Über den Bellizismus der Ungedienten

Der Historiker Jörg Baberowski kritisiert in einem in der “Neuen Zürcher Zeitung” veröffentlichten Gespräch, dass Teile der öffentlichen Debatte in Deutschland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg von einem unreflektierten Pazifismus zu einem ebenso unreflektierten Bellizismus übergegangen seien. Die umsichtigsten Urteile über den Krieg höre man gegenwärtig von von ehemaligen Offizieren, weil diese wüssten, was Krieg bedeutet. […]

Mitteilungen

In eigener Sache: Portrait im Deutschlandfunk

Der Deutschlandfunk widmete dem Institut gestern ein ausführliches kritisches Portrait, welches den “geisteswissenschaftlichen und theologischen Anspruch” unseres Vorhabens hervorhebt, das als ein “kleiner Kreis” von Denkern und als “einflussreicher”, international vernetzter christlich-konservativer Think Tank vorgestellt wird. […]

Herausforderungen

Transgender-Aktivismus als Angriff auf den Menschen

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der zuletzt Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre der katholischen Kirche war, kritisiert in einer heute veröffentlichten Stellungnahme die Transgender-Ideologie. Diese negiere das naturrechtliche Menschenbild, propagiere “Selbstverstümmelung an Geist, Seele und Körper” und schade vor allem Kindern und Jugendlichen. Die entsprechenden Aktivisten stellten eine “verfolgende Minderheit” dar, die sich “in Politik, Justiz, Universitäten und Medien eine totalitäre Machtposition verschafft” habe und “die Religionsfreiheit zerstört, den Rechtsstaat untergräbt und die Wissenschaftsfreiheit mit Füßen tritt”. […]

Dienstethos

Der Westen braucht männliche Tugenden

Der Psychologe Michael Klein unterscheidet in der aktuellen Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“ vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs zwischen „toxischer“ und „tonischer“ bzw. aufbauender Männlichkeit. Zugleich beobachtet er eine „Angst vor den männlichen Tugenden“ in westlichen Gesellschaften, die diese schwach und verwundbar gemacht habe. Eine Erneuerung westlicher Gesellschaften werde nur gelingen, wenn positive Männlichkeitskonzepte hier wieder Anerkennung fänden. […]

Kulturelle Resilienz

Europa mangelt es an strategischer Nachhaltigkeit

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio fordert in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” einen grundsätzlichen Wandel der strategischen Kultur Deutschlands und Europas. Eine erfolgreiche “Selbstbehauptung von Freiheit in Frieden” erfordere, dass das Konzept der Nachhaltigkeit von der ökologischen Thematik auf den strategischen Bereich ausgedehnt werde. […]

Politik und Gesellschaft

Über die Verteidigung der “Heiligtümer der Nation”

Der Politikwissenschaftler und Publizist Josef Joffe beschreibt in der aktuellen Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“, dass in den USA zunehmend Widerstand gegen die Identitätspolitik der „Critical Race Theory“ zu beobachten sei. Die Anhänger dieser Ideologie würden sich „an den Heiligtümern der Nation vergreifen“ und die geistige Substanz sowie die Institutionen, auf den das Gemeinwesen beruhe, zerstören, weil sie angeblich „Rassismus und Kolonialismus verkörperten“. […]

Herausforderungen

Das Ende des modernen Fortschrittsoptimismus

Laut dem Soziologen Andreas Reckwitz hat die russische Invasion in der Ukraine „die Grundannahmen der westlich-­liberalen Geschichtsphilosophie“ und den mit ihr verbundenen „Fortschrittsoptimismus“ erschüttert. Die „geschichtsphilosophischen Hoffnungen“ des Westens hätten sich als „Wunschdenken“ herausgestellt. Die „weltgesellschaftliche Entwicklung“ strebe offensichtlich nicht hin zu immer größerer Modernisierung, sondern verlaufe „nach einer Logik des Konflikts“. […]

Politik und Gesellschaft

Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse

In den vergangenen Tagen erschienen in deutschsprachigen Medien mehrere Artikel, in denen bedeutende russische Philosophen wie Iwan Iljin, Nikolai Berdjajew und Alexander Solschenizyn als angebliche Vordenker des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dargestellt wurden.[note]Beispiele dafür sind Ulrich M. Schmid: „Putins Einflüsterer“, Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2022, S. 32 und Norbert Matern: „Stichwortgeber des Bösen“, Die Tagespost, 17.03.2022, S. 18.[/note] Mit dem Werk dieser Denker haben sich die Autoren jedoch allenfalls oberflächlich auseinandergesetzt und geben dessen Inhalte meist nur stark verzerrt wieder. Dies wird vor allem am Beispiel Iwan Iljins deutlich, der in seinem 1925 veröffentlichten Buch „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“ ein christliches Ethos der Verteidigung gegen Angriffskriege und totalitäre Herrschaft formuliert hatte. […]