Konservatismus

König Charles III. und der Traditionalismus

Der britische König Charles III. erklärte vor einigen Jahren, ein Anhänger der Traditionalistischen Schule bzw. des Integralen Traditionalismus zu sein. Modernistische Ideologien gingen von falschen, materialistischen Prämissen bezüglich des Menschen aus und seien vom Transzendenten abgeschnitten, weshalb ihr Blick auf die Wirklichkeit verengt und verzerrt sei und sie nach der Dekonstruktion aller Dinge strebten. Traditionelle Weltanschauung stelle dem eine „Sehnsucht nach dem Heiligen“ entgegen. Falls es ihr nicht gelinge, westliche Gesellschaften zu regenerieren, könnten sich die Warnungen der Weisen „aller Religionen und aller Zeiten“ vor dem „Herannahen eines dunklen Zeitalters“ bestätigen. […]

Impulse

Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Die Welt steht wahrscheinlich am Beginn einer längeren Phase der Instabilität und der Unsicherheit. In seinem jetzt erschienenen Werk Selbstbehauptung beschreibt der Politikwissenschaftler Heinz Theisen außen- und sicherheitspolitische Ansätze, die Europa helfen sollen, diese Lage zu bewältigen. Die Grundlage dieser Ansätze bilden die realistische Denkschule der Internationalen Beziehungen und die christliche Soziallehre. Ihr Ziel sei die „Bewahrung der in zwei Jahrtausenden gewachsenen europäischen Kultur“. […]

Elitenbildung

Königin Elisabeth II. und das Ethos des Dienstes

Die heute verstorbene britische Königin Elisabeth II. betonte sowohl in ihrer persönlichen Haltung als auch in ihren öffentlichen Äußerungen die zentrale Bedeutung des christlichen Ethos des Dienstes und des „sense of duty“ für den Fortbestand ihres Gemeinwesens. Dieses werde nur dann eine Zukunft haben, wenn sich in ihm ausreichend Menschen fänden, die zum ritterlichen Dienst am Nächsten und am Gemeinwohl bereit seien. […]

Herausforderungen

„Der Westen kann sehr schnell verschwinden“

Die Ethnologin Susanne Schröter warnt in einem Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ vor einem Niedergang des Westens. Dieser sei derzeit noch die „freieste, wohlhabendste und sozialste Region der Welt“. Er befinde sich jedoch in einem so rasch verlaufenden Abstieg, dass sie hoffe, dass die obige Aussage auch „nach dem Winter noch gilt“. Der Westen könne „sehr schnell verschwinden“. Sie halte es „nicht für unrealistisch, dass der Westen einmal als eine vorübergehende Epoche von wenigen hundert Jahren in die Geschichte eingehen wird“. […]

Erneuerung

Was tun? Antworten auf die Krise Europas

Deutschland und Europa stehen wahrscheinlich vor einer längeren Zeit größerer Verwerfungen, die aufgrund der bereits eingetretenen Schädigung der materiellen und kulturellen Substanz kaum noch abzuwenden sind. In seinem Buch „Was tun? Leben mit dem Niedergang Europas“ beschreibt der Althistoriker David Engels mögliche Antworten auf diese Lage. Politischer Aktivismus gehört ihm zufolge nicht dazu. Die verbliebenen Träger des abendländischen Erbes sollten sich stattdessen darauf konzentrieren, die bevorstehenden Stürme zu überstehen und zugleich ihr eigenes Leben stärker an den Idealen ihrer Kultur auszurichten. Nur so könnten sie langfristig handlungsfähig werden, um auf dem Höhepunkt der Krise den Völkern Europas ihre Kultur und ihren persönlichen Einsatz als Hilfen zur Überwindung dieser Krise anzubieten. […]

Herausforderungen

Utopischer Umweltaktivismus als Gegner der europäischen Zivilisation

Die Philosophin Bérénice Levet wirft dem auf utopischen Ideologien beruhenden Umweltaktivismus in der Tageszeitung „Die Welt“ vor, als revolutionärer Gegner der europäischen Zivilisation zu agieren. Diesem Aktivismus müsse der traditionelle, konservative Umweltschutzgedanke gegenübergestellt werden, der nach „Stabilität, Dauer und Kontinuität“ strebe. Eine „kohärente und konsequente Ökologie“ bewahre die Natur, „ohne den Menschen zu opfern“, und bewahre vor allem auch dessen Kultur. […]

Konservatismus

Thomas Molnar: Ein Kämpfer gegen die Korrumpierung der Seele durch die Utopie

Der von Jan Bentz und Jochen Prinz herausgegebene Sammelband „Einer, der nicht nach Utopia wollte“, führt in das Denken des Philosophen Thomas Molnar (1921-2010) ein. Dieser formulierte eine christlich-konservative Kritik utopischer Ideologien, denen er ein unrealistisches Menschenbild und mangelnden Zugang zur Wirklichkeit vorwarf, weshalb ihre Herrschaft stets destruktive Folgen nach sich ziehen müsse. […]

Erneuerung

Neue Publikation: Zur Lage des abendländischen Menschen

In der Reihe „Renovatio-Analysen“ setzt sich der Althistoriker David Engels mit dem laufenden Kampf um die Seele Europas auseinander, in dem die Bewahrer der abendländischen Zivilisation Kräften gegenüberstehen, die diese zerstören wollen und dazu ein radikal anderes Menschenbild durchsetzen. Der von ihnen angestrebte, jeglicher tradierten Bindung entkleidete Mensch ist aufgrund seiner Seelenlosigkeit als Faktor in der Weiterentwicklung seiner eigenen Zivilisation ausgeschaltet. Das Verschwinden ihrer Verteidiger muss jedoch zum Tod einer Zivilisation führen. […]

Herausforderungen

Über den Niedergang von Großmächten

Der Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski (1928-2017) gilt als einer der führenden geopolitischen Denker der jüngeren amerikanischen Geschichte. In seinem 1997 erschienenen Werk „Die einzige Weltmacht“ unterstrich er, dass die Fähigkeit von Gemeinwesen, sich in einer feindseligen Welt zu behaupten, auch von kulturellen Faktoren abhänge. Die würden USA aufgrund ihren mangelnden kulturellen Resilienz langfristig ihre Weltmachtrolle verlieren. Der Grund dafür sei, dass die hedonistische Massenkultur, auf welcher der globale Einfluss der USA wesentlich beruhe, im Innern zersetzend wirke und die Fähigkeit der politischen Eliten des Landes zur Staatsführung und zur Ausübung von Macht zerstöre. […]

Herausforderungen

Deutschland steht vor radikalen Veränderungen

Laut dem Historiker Andreas Rödder steht Deutschland vor radikalen Veränderungen. Das „gesamte deutsche Geschäftsmodell“ funktioniere nicht mehr. Dessen Säulen, nämlich der günstige Import von Energieträgern aus Russland, wirtschaftliche Abhängigkeit von China und die Auslagerung der eigenen Verteidigung an die USA und die NATO, seien zusammengebrochen. Das „Modell Deutschland“ stehe daher vor dem Aus. Die Zukunft sei „radikal offen“. […]

Herausforderungen

Führt der Ukraine-Konflikt zum Abstieg des Westens?

Der Journalist Christopher Caldwell vertritt in einem im „Claremont Review of Books“ erschienenen Aufsatz die These, dass die Politik der USA und ihrer Verbündeten im Ukraine-Konflikt den Abstieg des Westens beschleunigen werde. Kulturelle Defizite und untaugliche außenpolitische Denkansätze auf westlicher Seite hätten dazu geführt, dass Russland, China und Indien sich zu einem neuen Machtblock zusammenschließen werden. Man befinde sich gegenwärtig im frühen Stadium eines globalen Systemkonflikts, in dem der Westen sich in einer selbstverschuldet schwachen Position befinde. Der Geopolitik-Experte Jacek Bartosiak hatte in diesem Zusammenhang von einem „neuen Weltkrieg“ gesprochen. Wir möchten Caldwells Thesen zur Diskussion stellen und haben dazu den Kommentarbereich zu diesem Beitrag geöffnet. […]

Herausforderungen

Die Gender-Ideologie ist unwissenschaftlich

Die Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard hat die Inhalte der Gender-Ideologie in einem jetzt veröffentlichten Gespräch als „unwissenschaftlich“ zurückgewiesen. Die Vorstellung, dass der Mensch sein Geschlecht selbst wählen könne, sei „Quatsch“ und Ausdruck von „Wunschdenken“. Es gebe exakt „zwei Geschlechter“. Die Anhänger der Gender-Ideologie hätten offensichtlich „keine Ahnung von Biologie“. […]

Impulse

Ukraine: „An der Front gibt es keine Atheisten“

Der als Generalvikar am Ordinariat für die katholischen Ostkirchen in Wien tätige Yuriy Kolasa berichtet in einem aktuellen Beitrag über religiöse Phänomene, die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg zu beobachten seien. Eine Militärärztin habe diese mit den Worten zusammengefasst: „An der Front gibt es keine Atheisten“. […]

Herausforderungen

Linksidentitäre Ideologien schwächen Europa im Kampf gegen den Islamismus

Der Psychologe und Islamismusexperte Ahmad Mansour kritisiert vor dem Hintergrund des Anschlags auf den Schriftsteller Salman Rushdie in der „Neuen Zürcher Zeitung“ den europäischen Umgang mit seinen islamistischen Feinden. Die linksidentitäre „Anti-Rassismus-Ideologie“ habe Europa geistig wehrlos gemacht. Ihre Anhänger seien „Komplizen“ des Islamismus. In Folge ihres Wirken sei Europa „müde geworden“, sich zu verteidigen. […]

Mitteilungen

Neue Veranstaltung: Kurs „Philosophische Grundlagen des Abendlandes“

Renovatio bietet im Wintersemester 2022/23 den Kurs “Philosophische Grundlagen des Abendlandes: Platon und die Rückkehr zu den Ursprüngen der politischen Philosophie“ an. In insgesamt acht Terminen werden der Kursleiter Dr. Christian Machek sowie die Gastreferenten Prof. Dr. Harald Seubert und Prof. Dr. Michael Wladika die Hörer in das Denken des wichtigsten Philosophen der abendländischen Tradition einführen. […]

Herausforderungen

Über das Wesen irregulärer Migration

Die Journalisten Matthias Gebauer und Konstantin von Hammerstein beschreiben in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, dass im Zuge der irregulären Migrationsbewegung aus Kabul im August 2021 häufig nicht die schutzbedürftigsten Menschen von westlichen Streitkräften evakuiert worden seien, sondern die brutalsten. Zu den Evakuierungsflugzeugen hätten es oft nur diejenigen geschafft, die sich besonders rücksichtslos gegenüber Frauen und Kindern verhielten. […]

Herausforderungen

Die existenzielle Krise Deutschlands hat begonnen

Der Wirtschaftswissenschaftler Daniel Stelter warnt in der aktuellen Ausgabe des Magazins Cicero, dass eine „existenzielle Krise“ Deutschlands begonnen habe. Diese werde mit dem „Absturz“ des Landes enden. Staat und Politik hätten bei der Aufgabe versagt, die Grundlagen des Wohlstands des Landes zu sichern. Gegenwärtig mangele es an „Erkenntnis, Bereitschaft, Kraft und den Voraussetzungen“ dafür, der daraus resultierenden Krise wirksam zu begegnen. Dem Land drohe daher „der K. o.“. […]

Herausforderungen

Der deutsche Staat ist nicht krisentauglich

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beschreibt in seiner aktuellen Titelgeschichte das Scheitern fast aller beteiligten deutschen Institutionen während des Höhepunkts der Afghanistan-Krise im August 2021. Die Journalisten Matthias Gebauer und Konstantin von Hammerstein zeichnen das Bild eines vor allem aus kulturellen Gründen weitestgehend dysfunktionalen Staates und sprechen von „politischem Versagen“ und „anhaltender Realitätsverweigerung“ seiner Institutionen. Diese würden scheinbar nach dem „Pippi-Langstrumpf-Prinzip“ geführt und seien von der Krise überfordert gewesen. […]

Herausforderungen

Über den Realitätsverlust der politischen Ordnung Deutschlands

Der Philosoph Christoph Türcke kritisiert in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ die laufende Loslösung der staatlichen Ordnung in Deutschland von der Realität. Das auf der Gender-Ideologie beruhende „Selbstbestimmungsgesetz“ verordne dem Land eine neue „Realitätsdoktrin“, weil es nicht objektive biologische und anthropologische Tatsachen, sondern die subjektiven Gefühle sexueller Minderheiten als Grundlage der Gesetzgebung betrachte. Die staatliche Ordnung werde dadurch korrumpiert, weil sie den Kontakt zur Wirklichkeit verliere. […]

Impulse

„Es gibt zwei Geschlechter. Punkt.“

Der Evolutionsbiologe Axel Meyer stellt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ klar, dass die Gender-Ideologie nicht mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften vereinbar ist. Mann und Frau seien durch ihre Keimkellen biologisch in ihren sexuellen Identitäten eindeutig festlegt und zweifelsfrei voneinander unterscheidbar. […]