Herausforderungen

Die europäische Zivilisation befindet sich im „kulturellen Belagerungszustand“

Der Philosoph Peter Sloterdijk erklärt in einem heute im „Tagesspiegel“ veröffentlichten Gespräch, dass „wir als Okzidentale von allen Fronten her in einen kulturellen Belagerungszustand geraten“ seien. Die europäisch-abendländische Zivilisation werde von innen und außen von ihr gegenüber feindselig eingestellten Weltanschauungen „belagert“, die sie „von Grund auf verwerfen“. Diese würden vor allem auf neomarxistische Ideologie zurückgehen, die einen „kulturellen Masochismus“ fördere und „christliche Symbolwerte“ bekämpfe. Positiv spricht er hingegen von der „preußisch-protestantischen Wehrhaftigkeitsmentalität“, die den Freiheitskampf der Ostdeutschen gegen die kommunistische SED-Diktatur innerlich gestärkt habe. […]

Herausforderungen

Zum Tod von Hans Magnus Enzensberger: Aussichten auf den Bürgerkrieg

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger ist heute in München im Alter von 93 Jahren verstorben. Wir erinnern aus diesem Anlass an seinen 1993 erschienenen Aufsatz „Ausblicke auf den Bürgerkrieg“, in dem er westlichen Gesellschaften eine Zukunft prophezeite, die von „marodierenden Banden“ sowie von „Raub, Mord und Plünderung“ geprägt sein werde. An sozialen Brennpunkten in den USA oder in Frankreich, aber auch am Beispiel von Akteuren der Organisierten Kriminalität und von politischen Extremisten habe man bereits Anfang der 1990er Jahre einen Eindruck dieser Zukunft gewinnen können. Das Christentum der Zukunft werde vor diesem Hintergrund realistischer werden und sich daran erinnern müssen, dass es “ immer vom Nächsten und nicht vom Fernsten gesprochen“ habe. […]

Herausforderungen

Über die Krise des Liberalismus und die neue konservative Avantgarde

Der Politikwissenschaftler Ivan Krastev setzt sich in einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ mit der Krise des Liberalismus auseinander. Diese Krise sei eine Krise der „progressiven Weltsicht“, die einer wachsenden Zahl von Menschen nicht mehr als plausibel erscheine. In Polen und Ungarn, aber auch in Israel sieht Krastev eine postliberale, konservative „Avantgarde“ entstehen, die nach gesellschaftlicher und kultureller Selbstbehauptung im Chaos der Gegenwart strebe. […]

Konservatismus

Der deutsche Konservatismus ist geistig entwurzelt

Der Althistoriker Stefan Rebenich kritisiert heute in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass sich der deutsche Konservatismus und das Bürgertum von den „griechisch-römischen und jüdisch-christlichen Wurzeln unserer gegenwärtigen Kultur“ abgewandt hätten. Er nennt die Denkwerkstatt „Republik 21“ als ein Beispiel für bürgerlich-konservative Organisationen, welche die bildende Kraft des abendländischen Erbes ignorierten und den Beginn der europäischen Geistesgeschichte scheinbar in der Aufklärung sähen. […]

Herausforderungen

„Deutschland steuert auf einen Notstand zu“

Der Migrationsforscher Stefan Luft und eine namentlich nicht genannte hohe Sicherheitsbeamtin warnen in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Cicero“ im Zusammenhang mit der laufenden Migrationskrise vor Verwerfungen in Deutschland. Deutschland sei „nicht krisenfest“ und „erodiert gerade“. Das Land steuere „auf einen Notstand“ zu, weil in der gegenwärtigen Lage in großem Umfang stattfindende unkontrollierte irreguläre Migration unter den Bedingungen einer voraussichtlich länger anhaltenden Rezession geschehe. […]

Mitteilungen

Neue Publikation: Über die kulturellen Wurzeln Europas

In unserer Reihe „Renovatio-Analysen“ setzt sich der philosophische Publizist Daniel Zöllner mit den kulturellen Wuzeln Europas auseinander. Die europäisch-abendländische Tradition habe eine besondere Antwort auf die universelle Frage nach dem Umgang mit der Spannung zwischen den Erfordernissen der Welt und überweltlichen Ansprüchen gefunden. Ihr Wesen bestehe in einer auf christlicher Theologie begründeten Bejahung der Welt. […]

Elitenbildung

Haltungsmängel im Angesicht der Krise

Der Publizist Andreas Öhler kritisiert in der Wochenzeitung „Die Zeit“ den Mangel an staatsmännischer Haltung, welche die politische Elite Deutschlands im Angesicht der gegenwärtige Krise zeige. Die „infantile Sprache, mit der uns die Eliten ihre Maßnahmen zur Krisenlösung nahebringen wollen“, sei dem Ernst der Lage und der Würde des Bürgers unangemessen. […]