Die Gender-Ideologie ist unwissenschaftlich

Lucas Cranach d. Ä. - Adam und Eva

Die Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard hat die Inhalte der Gender-Ideologie in einem jetzt veröffentlichten Gespräch als „unwissenschaftlich“ zurückgewiesen. Die Vorstellung, dass der Mensch sein Geschlecht selbst wählen könne, sei „Quatsch“ und Ausdruck von „Wunschdenken“. Es gebe exakt „zwei Geschlechter“. Die Anhänger der Gender-Ideologie hätten offensichtlich „keine Ahnung von Biologie“.

Die in Deutschland im Zusammenhang mit der Gender-Ideologie um sich greifende „Mischung aus Befindlichkeit und moralischer Überheblichkeit gepaart mit Unwissenheit“ sei „einfach fatal“. Sie habe Zweifel daran, ob man die „diese Menschen ernst nehmen“ solle:

  • Menschen behielten „lebenslang ihre Geschlechtszugehörigkeit“. Kein medizinischer Eingriff könne aus einer Frau einen Mann machen oder umgekehrt. Solche Eingriffe seien außerdem „außerordentlich gewagt“, da der menschliche Körper „auf Dauer nicht gut damit umgehen“ könne, wenn ihm bestimmte Hormone verabreicht würden. Dies sei „prinzipiell gefährlich“.
  • Die von der gegenwärtigen Bundesregierung im „Selbstbestimmungsgesetz“ vorgesehene Möglichkeit für Minderjährige, ihr Geschlecht selbst zu bestimmen, sei Ausdruck von „Wahnsinn“. Der Gesetzgeber könne „gar keine Geschlechtsumwandlung ermöglichen“, sondern nur die Möglichkeit dafür schaffen, dass Frauen ohne Widerspruch behaupten könnten, ein Mann zu sein.
  • Auch die in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2017 festgehaltene Behauptung, dass das Geschlecht „von sozialen und psychischen Faktoren mitbestimmt“ werde, sei „Unfug“.

Die Tatsache der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen sei „dort, wo wirklich Wissenschaft betrieben wird, […] völlig unstrittig“.1

Hintergrund und Bewertung

Mit dem Problemkomplex Gender-Ideologie haben wir uns hier näher auseinandergesetzt.

Die Gender-Ideologie lehnt das realistische, auf objektiven Tatsachen beruhende Menschenbild ab und betrachtet statt dessen die subjektive Selbstwahrnehmung des Menschen als Grundlage für Aussagen über dessen Identität. Wahr ist aus Sicht dieser Ideologie, was ein Mensch aufgrund seiner Gefühle oder sexuellen Leidenschaften im Augenblick für wahr hält. Diese Ideologie wird nicht mehr nur innerhalb kleiner radikaler Gruppierungen vertreten, sondern prägt zunehmend das staatliche Handeln und die Gesetzgebung. in Deutschland Dies stellt ein ernstzunehmendes Problem dar, weil die Institutionen eines Gemeinwesens wirklichkeitsgerecht, d. h. auch auf Grundlage eines realistischen Menschenbildes gestaltet sein müssen, um im Sinne des Gemeinwohls funktionieren zu können. Eine staatliche Ordnung, die auf unwahren oder zumindest subjektiv-willkürlichen Aussagen über den Menschen beruht, kann dies nicht, zumal die historische Erfahrung zeigt, dass die von Unwahrheit und mangelndem Wirklichkeitssinn ausgehende korrumpierende Wirkung schrittweise immer weitere Bereiche dieser Ordnung erfasst, wenn dem nicht entschlossen entgegengewirkt wird.

Alexander Marguier sprach deshalb in der aktuellen Ausgabe des „Cicero“ von einem „Kulturkampf“, den die Anhänger der Gender-Ideologie führten, und in dem es „um weit mehr geht als den Sexus“. Aktivisten versuchten derzeit, durch Einflussnahme auf die Gesetzgebung dafür zu sorgen, dass „Tatsachen als solcher nicht mehr benannt werden dürfen“. Es sei „nur noch eine Frage der Zeit, wann Widerrede bei anderen heiklen Themen […] sanktioniert wird“. Es sei daher höchste Zeit, Widerstand zu leisten und selbst den Kampf aufzunehmen.2

Quellen

  1. Chantal Louis: „‚Viele Geschlechter? Das ist Unfug!‘“, Emma, September/Oktober 2022, S. 16–19.
  2. Alexander Marguier: „Kulturkampf“, Cicero, August 2022, S. 3.