Erneuerung

Benedikt XVI. als Bewahrer der Tradition und „Feind der Revolution“ in der Kirche

Der Schriftsteller Martin Mosebach würdigt den heute verstorbenen emeritierten Papst Benedikt XVI. in einem Nachruf als einen Bewahrer der christlichen Tradition sowie als „geschworenen Feind der Revolution“ in der Kirche. Benedikt habe verstanden, dass Päpste „sich der Tradition zu unterwerfen“ hätten; „selbst dann, wenn die Kirche so wieder zur kleinen Schar wird“. Weil er stets daran erinnert habe, „dass er nicht die Vollmacht besaß, die Lehre der Kirche zu ändern“, sei er als „das schwarze Haupt der Reaktion beschimpft“ worden. […]

Herausforderungen

Die europäische Zivilisation befindet sich im „kulturellen Belagerungszustand“

Der Philosoph Peter Sloterdijk erklärt in einem heute im „Tagesspiegel“ veröffentlichten Gespräch, dass „wir als Okzidentale von allen Fronten her in einen kulturellen Belagerungszustand geraten“ seien. Die europäisch-abendländische Zivilisation werde von innen und außen von ihr gegenüber feindselig eingestellten Weltanschauungen „belagert“, die sie „von Grund auf verwerfen“. Diese würden vor allem auf neomarxistische Ideologie zurückgehen, die einen „kulturellen Masochismus“ fördere und „christliche Symbolwerte“ bekämpfe. Positiv spricht er hingegen von der „preußisch-protestantischen Wehrhaftigkeitsmentalität“, die den Freiheitskampf der Ostdeutschen gegen die kommunistische SED-Diktatur innerlich gestärkt habe. […]

Herausforderungen

Zum Tod von Hans Magnus Enzensberger: Aussichten auf den Bürgerkrieg

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger ist heute in München im Alter von 93 Jahren verstorben. Wir erinnern aus diesem Anlass an seinen 1993 erschienenen Aufsatz „Ausblicke auf den Bürgerkrieg“, in dem er westlichen Gesellschaften eine Zukunft prophezeite, die von „marodierenden Banden“ sowie von „Raub, Mord und Plünderung“ geprägt sein werde. An sozialen Brennpunkten in den USA oder in Frankreich, aber auch am Beispiel von Akteuren der Organisierten Kriminalität und von politischen Extremisten habe man bereits Anfang der 1990er Jahre einen Eindruck dieser Zukunft gewinnen können. Das Christentum der Zukunft werde vor diesem Hintergrund realistischer werden und sich daran erinnern müssen, dass es “ immer vom Nächsten und nicht vom Fernsten gesprochen“ habe. […]

Herausforderungen

„Deutschland steuert auf einen Notstand zu“

Der Migrationsforscher Stefan Luft und eine namentlich nicht genannte hohe Sicherheitsbeamtin warnen in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Cicero“ im Zusammenhang mit der laufenden Migrationskrise vor Verwerfungen in Deutschland. Deutschland sei „nicht krisenfest“ und „erodiert gerade“. Das Land steuere „auf einen Notstand“ zu, weil in der gegenwärtigen Lage in großem Umfang stattfindende unkontrollierte irreguläre Migration unter den Bedingungen einer voraussichtlich länger anhaltenden Rezession geschehe. […]

Elitenbildung

Haltungsmängel im Angesicht der Krise

Der Publizist Andreas Öhler kritisiert in der Wochenzeitung „Die Zeit“ den Mangel an staatsmännischer Haltung, welche die politische Elite Deutschlands im Angesicht der gegenwärtige Krise zeige. Die „infantile Sprache, mit der uns die Eliten ihre Maßnahmen zur Krisenlösung nahebringen wollen“, sei dem Ernst der Lage und der Würde des Bürgers unangemessen. […]

Herausforderungen

Der „Kampf gegen Rechts“ als Kampf gegen die freiheitliche politische Ordnung

Der Politikwissenschaftler Peter Graf von Kielmansegg warnt in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Cicero“, dass der von der Bundesregierung und anderen Akteuren geführte „Kampf gegen Rechts“ Teil eines umfassenden Vorhabens zur Umgestaltung der Gesellschaft im Sinne radikaler linkutopischer Ideologien geworden sei. Dieser Kampf richte sich vorrangig gegen den radikalen Utopien im Wege stehenden „demokratieloyalen Konservativismus“. Im Rahmen dieses Kampfes würden vor allem konservative Positionen wie das Eintreten für den Schutz von Ehe und Familie oder den Schutz der Staatsgrenzen als illegitim dargestellt und mit staatlichen Mitteln bekämpft. Dies stelle eine ernstzunehmende Bedrohung für die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik dar. […]

Konservatismus

Leben als Kampf gegen das Chaos

Der Physiker und Theologe Matthias Huber betrachtet in seinem kürzlich erschienenen Werk „Bibel und Big Bang“ naturwissenschaftliche Erkenntnisse aus einer religiösen Perspektive, um daraus Impulse für die Weltanschauung des Christentums zu gewinnen.  Zu seinen Erkenntnissen gehört, dass naturwissenschaftliches Denken vor allem das agonale, den Kampf betonende Weltbild des Christentums untermauere. Die Prinzipien, nach denen die natürliche Welt funktioniere, ähnelten den in religiösen Offenbarungstexten beschriebenen Prinzipien der Ordnung des Kosmos. Das Leben sei sowohl aus naturwissenschaftlicher als auch aus religiöser Sicht ein beständiger Kampf um die Aufrechterhaltung einer Ordnung, die davor geschützt werden müsse, dem Chaos anheimzufallen.  […]

Konservatismus

Frei ist, wer im Dienst steht und Verantwortung übernimmt

Der Historiker Frank-Lothar Kroll beschreibt in einem kürzlich erschienenen Aufsatz den traditionellen konservativen Freiheitsbegriff. Frei ist demnach der Mensch, der eine über ihm stehende Ordnung anerkennt; der seine Berufung dazu erkennt, innerhalb dieser Ordnung zu dienen und Verantwortung zu übernehmen; und der seine Fähigkeiten dazu möglichst optimal entfaltet. Den modernen Freiheitsbegriff, der die Herauslösung des Menschen aus Bindungen und das Ausleben seiner Leidenschaften propagiere, halte der Konservatismus für eine Illusion, weil er den Menschen unfrei mache. […]

Impulse

Der Kampf gegen die Sklaverei als historische Leistung des christlichen Europas

Der deutsche Diplomat Martin Eberts betont in der aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift des Auswärtigen Amtes die historischen Leistungen des Christentums beim Kampf gegen die Sklaverei. Alte „anti-kirchliche Klischees“, die das Christentum für „Kolonialismus und Sklaverei“ verantwortlich machten, seien haltlos. Es sei „gerade die Katholische Kirche“ gewesen, die „von Anfang an gegen die Sklaverei angekämpft hat“, während die Vordenker der Aufklärung diese vielfach bejaht und legitimiert hätten. […]

Elitenbildung

Gegenkultur und Elitenaustausch

Der unter dem Pseudonym N. S. Lyons schreibende Autor ist im Bereich Außen- und Sicherheitspolitik in den USA tätig. In einem aktuellen Aufsatz untersucht er anhand aktueller Beispiele Möglichkeiten zum Aufbau traditionell-konservativer Gegenkulturen in westlichen Gesellschaften. Aus diesen Gegenkulturen könne eine Gegenelite hervorgehen, die zur kulturellen und gesellschaftlichen Erneuerung dieser Gesellschaften fähig sei und deren alte Eliten ersetzen könne. […]

Herausforderungen

Über den Aufstieg des Chaos in westlichen Gesellschaften

Der Philosoph Edward Feser setzt sich in einem aktuellen Aufsatz auf der Grundlage der Gedanken Platons und Thomas von Aquins mit dem Aufstieg des Chaos in westlichen Gesellschaften auseinander. Jede Ordnung werde von einer Reihe korrumpierender Kräfte bedroht. Die Aufgabe des Staates sei es, diese Kräfte einzuhegen. In westlichen Gesellschaften seien diese Kräfte jedoch vielfach zu Treibern staatlichen Handelns geworden. Die Institutionen dieser Gesellschaften würden daher zerfallen, und das Chaos breite sich in ihnen aus. Das Scheitern dieser Gesellschaften sei sicher, solange in ihnen nicht Menschen hervorträten, die den klassischen Idealen der Exzellenz folgten und ihre Institutionen erneuerten. […]

Impulse

Europäische Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung

Die Welt steht wahrscheinlich am Beginn einer längeren Phase der Instabilität und der Unsicherheit. In seinem jetzt erschienenen Werk Selbstbehauptung beschreibt der Politikwissenschaftler Heinz Theisen außen- und sicherheitspolitische Ansätze, die Europa helfen sollen, diese Lage zu bewältigen. Die Grundlage dieser Ansätze bilden die realistische Denkschule der Internationalen Beziehungen und die christliche Soziallehre. Ihr Ziel sei die „Bewahrung der in zwei Jahrtausenden gewachsenen europäischen Kultur“. […]

Elitenbildung

Königin Elisabeth II. und das Ethos des Dienstes

Die heute verstorbene britische Königin Elisabeth II. betonte sowohl in ihrer persönlichen Haltung als auch in ihren öffentlichen Äußerungen die zentrale Bedeutung des christlichen Ethos des Dienstes und des „sense of duty“ für den Fortbestand ihres Gemeinwesens. Dieses werde nur dann eine Zukunft haben, wenn sich in ihm ausreichend Menschen fänden, die zum ritterlichen Dienst am Nächsten und am Gemeinwohl bereit seien. […]

Herausforderungen

„Der Westen kann sehr schnell verschwinden“

Die Ethnologin Susanne Schröter warnt in einem Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ vor einem Niedergang des Westens. Dieser sei derzeit noch die „freieste, wohlhabendste und sozialste Region der Welt“. Er befinde sich jedoch in einem so rasch verlaufenden Abstieg, dass sie hoffe, dass die obige Aussage auch „nach dem Winter noch gilt“. Der Westen könne „sehr schnell verschwinden“. Sie halte es „nicht für unrealistisch, dass der Westen einmal als eine vorübergehende Epoche von wenigen hundert Jahren in die Geschichte eingehen wird“. […]

Herausforderungen

Über den Niedergang von Großmächten

Der Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski (1928-2017) gilt als einer der führenden geopolitischen Denker der jüngeren amerikanischen Geschichte. In seinem 1997 erschienenen Werk „Die einzige Weltmacht“ unterstrich er, dass die Fähigkeit von Gemeinwesen, sich in einer feindseligen Welt zu behaupten, auch von kulturellen Faktoren abhänge. Die würden USA aufgrund ihren mangelnden kulturellen Resilienz langfristig ihre Weltmachtrolle verlieren. Der Grund dafür sei, dass die hedonistische Massenkultur, auf welcher der globale Einfluss der USA wesentlich beruhe, im Innern zersetzend wirke und die Fähigkeit der politischen Eliten des Landes zur Staatsführung und zur Ausübung von Macht zerstöre. […]

Herausforderungen

Deutschland steht vor radikalen Veränderungen

Laut dem Historiker Andreas Rödder steht Deutschland vor radikalen Veränderungen. Das „gesamte deutsche Geschäftsmodell“ funktioniere nicht mehr. Dessen Säulen, nämlich der günstige Import von Energieträgern aus Russland, wirtschaftliche Abhängigkeit von China und die Auslagerung der eigenen Verteidigung an die USA und die NATO, seien zusammengebrochen. Das „Modell Deutschland“ stehe daher vor dem Aus. Die Zukunft sei „radikal offen“. […]

Herausforderungen

Führt der Ukraine-Konflikt zum Abstieg des Westens?

Der Journalist Christopher Caldwell vertritt in einem im „Claremont Review of Books“ erschienenen Aufsatz die These, dass die Politik der USA und ihrer Verbündeten im Ukraine-Konflikt den Abstieg des Westens beschleunigen werde. Kulturelle Defizite und untaugliche außenpolitische Denkansätze auf westlicher Seite hätten dazu geführt, dass Russland, China und Indien sich zu einem neuen Machtblock zusammenschließen werden. Man befinde sich gegenwärtig im frühen Stadium eines globalen Systemkonflikts, in dem der Westen sich in einer selbstverschuldet schwachen Position befinde. Der Geopolitik-Experte Jacek Bartosiak hatte in diesem Zusammenhang von einem „neuen Weltkrieg“ gesprochen. Wir möchten Caldwells Thesen zur Diskussion stellen und haben dazu den Kommentarbereich zu diesem Beitrag geöffnet. […]

Herausforderungen

Linksidentitäre Ideologien schwächen Europa im Kampf gegen den Islamismus

Der Psychologe und Islamismusexperte Ahmad Mansour kritisiert vor dem Hintergrund des Anschlags auf den Schriftsteller Salman Rushdie in der „Neuen Zürcher Zeitung“ den europäischen Umgang mit seinen islamistischen Feinden. Die linksidentitäre „Anti-Rassismus-Ideologie“ habe Europa geistig wehrlos gemacht. Ihre Anhänger seien „Komplizen“ des Islamismus. In Folge ihres Wirken sei Europa „müde geworden“, sich zu verteidigen. […]

Herausforderungen

Die existenzielle Krise Deutschlands hat begonnen

Der Wirtschaftswissenschaftler Daniel Stelter warnt in der aktuellen Ausgabe des Magazins Cicero, dass eine „existenzielle Krise“ Deutschlands begonnen habe. Diese werde mit dem „Absturz“ des Landes enden. Staat und Politik hätten bei der Aufgabe versagt, die Grundlagen des Wohlstands des Landes zu sichern. Gegenwärtig mangele es an „Erkenntnis, Bereitschaft, Kraft und den Voraussetzungen“ dafür, der daraus resultierenden Krise wirksam zu begegnen. Dem Land drohe daher „der K. o.“. […]