Dienstethos

Kurt Hiller: Für einen „Militarismus der spirituellen Aktion“

Der sozialistische Schriftsteller Kurt Hiller (1885-1972) warf 1932 der politischen Linken in Deutschland vor, als Wegbereiter der sich abzeichnenden Herrschaft des Nationalsozialismus zu agieren. Indem der Marxismus als Feind der überlieferten Kultur und der Nation aufgetreten sei, habe er zahlreiche Menschen in die Arme der Nationalsozialisten getrieben. Nur die katholische Kirche (der Hiller ansonsten ablehnend gegenüberstand) verfüge mit ihrem „Militarismus der spirituellen Aktion“ über ein intaktes Gegenprogramm zu marxistischer Antikultur und nationalsozialistischer Barbarei. […]

Herausforderungen

Joachim Gauck: Leitkultur als Mittel gegen gesellschaftliche Auflösung

Der evangelische Theologe und ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck warnt in einem aktuellen Gespräch mit der Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ vor gesellschaftlichen Auflösungstendenzen und einem Verfall der politischen Kultur im Zuge der Corona-Krise in Deutschland. Angesichts zunehmender politischer Polarisierung und „Intoleranz der Guten“ müsse in der Zeit nach dem Ende der Pandemie wieder „eine Art Leitkultur“ in Deutschland errichtet werden.  […]

Kein Bild
Herausforderungen

Michael Wolffsohn: Deutschlands provokative Schwäche gegenüber Islamisten

Der Historiker Michael Wolffsohn lehrte zuletzt an der Universität der Bundeswehr München. In einem heute in der Tageszeitung „Die Welt“ erschienenen Aufsatz analysiert er die derzeit in Deutschland im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt zu beobachtenden Vorfälle. Er bewertet sie als Indikator für die Schwäche des deutschen Staates gegenüber radikalen Muslimen. Die deutsche Gesellschaft betrüge sich zudem selbst, wenn sie islamistischen Antisemitismus ausblende. […]

Herausforderungen

Peter Graf Kielmansegg: Die freiheitliche Demokratie ist in Gefahr

Der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg lehrte zuletzt an der Universität Mannheim. In einem heute in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienenen Aufsatz warnt er, dass die freiheitliche Demokratie in Deutschland durch „oft kleine, aber sehr aggressive Minderheiten“ bedroht werde, welche die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umformen wollten, indem sie den Raum der freien politischen Debatte durch Sprachregelungen und Konformitätsforderungen zunehmend verengten. […]

Herausforderungen

Klaus Schwab: Über das Problem des Globalismus

Der Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab ist Gründer und Leiter des Weltwirtschaftsforums. In einem vor einiger Zeit mit dem Magazin „Der Spiegel“ geführten Gespräch kritisierte er die Ideologie des Globalismus. Indem sie alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens Marktprinzipien unterwerfe, vertiefe sie soziale Bruchlinien und schwäche den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ohne den Demokratien nicht lebensfähig seien. Ohne lokale Verwurzelung und nationalstaatliche Politik sei zudem eine funktionierende globale Ordnung nicht möglich. […]

Dienstethos

Hans Scholl: „Hüter eines heiligen Erbes“

Hans Scholl (1918-1943) war der Kopf der heute von verschiedenster Seite vereinnahmten studentischen Gruppe „Weiße Rose“, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. In seinen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen beschreibt er mit seinen eigenen Worten seinen Weg zum christlichen Glauben und seinen Willen dazu, als „Hüter eines heiligen Erbes“ die Herrschaft der Ideale der abendländischen Tradition in Deutschland wiederherzustellen. […]

Herausforderungen

Jérôme Fourquet: Frankreich zerfällt

Der Politikwissenschaftler Jérôme Fourquet ist für das französische Meinungsforschungsinstitut IFOP tätig. In einem in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ veröffentlichten Gespräch beschreibt er kulturelle und gesellschaftliche Zerfallsprozesse in Frankreich. Immer mehr Franzosen befürchteten einen kritischen Verlauf dieser Entwicklung und forderten ein entschlosseneres Handeln des Staates zur Bekämpfung ihrer Ursachen und Folgen. […]

Herausforderungen

Analyse: Linksradikale Tendenzen in der Umweltbewegung

Der Schutz der natürlichen Umwelt und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen sind wesentliche Voraussetzungen für die Resilienz eines Gemeinwesens. In Teilen der Umweltbewegung sind jedoch linksradikale und stellenweise sogar linksextreme Tendenzen zu beobachten, denen es primär um die Delegitimierung freiheitlicher Gesellschaftsordnungen und die Mobilisierung von Menschen für revolutionäre Anliegen geht. Indem diese Strömungen die Auflösung der kulturellen Lebensgrundlagen von Gesellschaften fördern, handeln sie zudem im Widerspruch zu den Zielen einer authentischen ganzheitlichen Ökologie. […]

Kulturelle Resilienz

Ordensgemeinschaften als Träger von Widerstand und kultureller Erneuerung

In der durch Werner von Trott zu Solz gegründeten „Gesellschaft Imshausen“ suchten nach dem Zweiten Weltkrieg Denker, die unterschiedlichen Strömungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus nahestanden, Wege zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Erneuerung Deutschlands. Von Trott strebte in diesem Rahmen die Gründung einer Ordensgemeinschaft an, die als Träger sowohl dieser Erneuerung als auch eines möglichen erneuten Widerstandes gegen die von ihm erwarteten künftigen Formen totalitärer Herrschaft hätte wirken sollen. […]

Herausforderungen

Alexei Yurchak: Sprachkontrolle und Lageblindheit in postmodernen Staaten

Der Anthropologe Alexei Yurchak lehrt an der University of California in Berkeley. Er schuf den Begriff der „Hypernormierung“ zur Beschreibung von postmodernen Versuchen, die gewünschte Wirklichkeit durch die Kontrolle der Sprache herzustellen. Am Beispiel der Spätphase der Sowjetunion beschrieb er, wie solche Versuche Staaten und Gesellschaften zunehmend blind für ihre tatsächliche Lage machen und ihren Zusammenbruch begünstigen. […]