Herausforderungen

Sönke Neitzel: Deutschland ist unfähig, sich zu verteidigen

Der Militärhistoriker Sönke Neitzel lehrt an der Universität Potsdam. In einem aktuellen Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ kritisiert er, dass der Zustand der deutschen Streitkräfte einen historischen Tiefpunkt erreicht habe. Im Fall eines militärischen Angriffs wäre Deutschland unfähig dazu, sich zu verteidigen. Die Ursache dafür sieht er in einem kulturell bedingten Unwillen der Deutschen zur Auseinandersetzung mit Sicherheitsfragen sowie einer allgemeinen Aversion gegenüber allem Militärischen. Verstärkt werde dies durch das Versagen der politischen und militärischen Führungen, die sich von der öffentlichen Meinung treiben ließen, anstatt Verantwortung für die Sicherheit des Landes zu übernehmen. […]

Herausforderungen

Jean-Pierre Obin: Der lange Kampf gegen den Islamismus in Europa

Jean-Pierre Obin diente zuletzt als Generalinspektor für das nationale Bildungswesen Frankreichs. Bereits 2004 warnte er in einem als „Obin-Bericht“ bekannt gewordenen Dokument vor Islamisierungstendenzen an den Schulen des Landes. In einem aktuellen Gespräch mit der Tageszeitung „Die Welt“ kritisiert er vor dem Hintergrund der Ermordung des Lehrers Samuel Paty, dass seine Warnungen lange ignoriert worden seien. Europa stehe ein langer Kampf gegen den Islamismus bevor. […]

Herausforderungen

Susanne Schröter: Deutschlands geistige Wehrlosigkeit gegenüber dem Islamismus

Die Ethnologin Susanne Schröter ist Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI).  In einem heute erschienenen Aufsatz kritisiert sie, dass Deutschland gegenüber Islamisten geistig wehrlos sei. Eine wesentliche Ursache dafür sei eine „unheilvolle Allianz“ zwischen linksgerichteten Aktivisten und Islamisten, denen es gelungen sei, das Konzept der „Islamfeindlichkeit“ zur Richtschnur der Politik zu machen. Dadurch würden die Ansprache der Bedrohung durch den Islamismus sowie das Ergreifen wirksamer Maßnahmen zu seiner Bekämpfung verhindert. […]

Allgemein

Analyse: Islambezogene Herausforderungen an Schulen

Die Ermordung des Lehrers Samuel Paty durch einen islamistischen Täter in Frankreich und die mit der Tat verbundenen Umstände unterstreichen die Zunahme islambezogener Herausforderungen an Schulen in Westeuropa. Diese Entwicklung betrifft auch Deutschland und umfasst neben islamistischen Tendenzen auch Bildungsferne und Zivilitätsdefizite unter muslimischen Schülern. Die damit verbundenen Herausforderungen werden voraussichtlich weiter zunehmen, was langfristig wahrscheinlich signifikant negative Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft in vielen Staaten Westeuropas haben wird. […]

Politik und Gesellschaft

Ludger Schwienhorst-Schönberger: Offene Grenzen widersprechen der christlichen Soziallehre

Der katholische Theologe Ludger Schwienhorst-Schönberger lehrt an der Universität Wien. In einem jetzt in der österreichischen Wochenzeitung „Die Furche“ erschienenen Beitrag kritisiert er gesinnungsethische Tendenzen in der Migrationsdebatte. Ein pauschales Eintreten für offene Grenzen sei mit der christlichen Soziallehre ebenso unvereinbar wie die grundsätzliche Ablehnung des Schutzes der nationalen Souveränität und der kulturellen Identität der Staaten Europas. […]

Herausforderungen

Gerhard Schindler: Deutschlands defekte Sicherheitskultur

Gerhard Schindler diente bis 2016 als Präsident des Bundesnachrichtendienstes. In seinem jetzt erschienenen Buch „Wer hat Angst vorm BND?“ kritisiert er, dass die Sicherheitskultur Deutschlands im Kern defekt sei. Politik und Gesellschaft würden den Sicherheitsbehörden zunehmend mit Ablehnung begegnen und sie bei ihrer Arbeit behindern, während man Kriminelle für schutzbedürftig halte. Migrationsbedingten Herausforderungen begegne man mit naivem Aktivismus und unterlasse die zum Schutz des Landes erforderlichen Maßnahmen. Eine Debatte über sicherheitspolitische Herausforderungen und Möglichkeiten zu ihrer Bewältigung finde nicht statt. Angesichts zunehmender globaler Unsicherheit stelle dies eine Gefährdung Deutschlands dar. Schindler erhebt zudem Vorwürfe gegen die katholische Kirche in Deutschland, die durch ihre Unterstützung irregulärer Migration die rechtsstaatliche Ordnung des Landes unterlaufe. […]

Kulturelle Resilienz

James Davison Hunter: Strategische Ansätze der kulturellen Erneuerung von Gesellschaften

Der Soziologe James Davison Hunter lehrt an der University of Virginia in den USA. In seinem 2010 erschienenen Werk „To Change the World“ untersuchte er die Frage, wie es christlichen Akteuren gelingen könne, westliche Gesellschaften kulturell zu erneuern. Er ging dabei von der Erkenntnis aus, das kultureller Wandel stets von Eliten ausgehe. Wer kulturelle Erneuerung anstrebe, müsse daher auf einer Gegenelite aufbauen, die in etablierte Eliten hineinwirke und sie von innen heraus verwandele. Die Masse hingegen sei unerheblich, was die kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft angehe. […]

Politik und Gesellschaft

Johannes Paul II.: Die Theologie der Nation

In seiner neuen Enzyklika „Fratelli tutti“ knüpft Papst Franziskus an die Theologie der Nation an, die der 2014 von Franziskus heiliggesprochene Johannes Paul II. unter anderem in seinem Werk „Erinnerung und Identität“ beschrieben hatte. Er warnte hier vor dem wachsenden Einfluss postmoderner utopischer Ideologien, die nach der Auflösung der Bindung des Menschen an die Nation streben. Die Nation sei als unverzichtbare natürliche Gemeinschaft aus christlicher Sicht ebenso zu bejahen wie die Familie, deren Erweiterung sie darstelle. Patriotismus sei eine Form der gelebten Nächstenliebe. […]

Herausforderungen

Ronald Inglehart: Beschleunigte Entchristianisierung westlicher Gesellschaften

Der Politikwissenschaftler Ronald F. Inglehart leitet das Projekt „World Values Survey“, das seit 1981 mittels Umfragen kulturelle und religiöse Einstellungen weltweit untersucht. In einem aktuellen Aufsatz beschreibt er aktuelle Erkenntnisse des Projekts, die darauf hindeuten, dass bereits um das Jahr 2007 herum eine beschleunigte Entchristianisierung westlicher Gesellschaften eingesetzt hat. […]

Christliches Dienstethos

Die Geburt der Bundeswehr aus dem Geist des Rittertums

Die geistig-weltanschaulichen Grundlagen für den Aufbau der deutschen Bundeswehr wurden in den 1950er Jahren durch eine Gruppe von Offizieren erarbeitet, zu denen auch Wolf Graf von Baudissin gehörte. Er gilt als geistiger Vater eines 1957 veröffentlichten Leitbildes, das auf der Grundlage abendländischer Weltanschauung und des christlichen Rittertums ein militärisches Ethos für die neue Armee schuf. Diese Tradition ist in der Bundeswehr mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten. Es gibt jedoch erste Anzeichen dafür, dass sich dies künftig ändern könnte. […]