Politik und Gesellschaft

Heinz Theisen: Europa mangelt es an sicherheitspolitischem Realismus

Der Politikwissenschaftler Heinz Theisen lehrt an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. In einem aktuellen Aufsatz kritisiert er den in der Außen- und Sicherheitspolitik westeuropäischer Staaten vorherrschenden Mangel an Realismus. Wunschdenken, unzutreffende Lagebeurteilungen und mangelnder Wille zur Selbstbehauptung hätten dazu geführt, dass Europa „nicht weniger als eine kulturelle Unterwerfung unter den Islam und eine ökonomische Unterwerfung durch China, zudem auch noch die Erpressbarkeit durch mittlere Mächte wie die Türkei und Russland“ drohe. […]

Herausforderungen

Levent Tezcan: Kritik an Rassismusvorwürfen gegen die westliche Zivilisation

Der Soziologe Levent Tezcan lehrt an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In einem heute erschienenen Aufsatz kritisiert er die Maßlosigkeit und Irrationalität antirassistischer Diskurse. Die westliche Zivilisation habe als erste in der Geschichte der Menschheit den Schwachen eine Stimme gegeben. Nichtwestliche Kulturen hätten nichts Vergleichbares hervorgebracht und würden fragwürdige Aspekte ihrer Geschichte meist ausblenden. Es sei daher absurd, wenn nichtwestliche Aktivisten unter Berufung auf ihre kulturelle Identität ausgerechnet der westlichen Zivilisation eine pauschale Neigung zum Rassismus vorwerfen würden. […]

Herausforderungen

Joel Krotkin: Globale Oligarchen bedrohen freiheitliche Gesellschaften

Der Sozialgeograph Joel Kotkin forscht an der Chapman University in den USA. In einem aktuellen Gespräch setzt er sich mit der zunehmenden Bedrohung freiheitlicher Gesellschaftsordnungen durch oligarchische Tendenzen auseinander. Gegenwärtig sei die Entstehung einer von superreichen Technologieunternehmern geführten globalen Oligarchie zu beobachten, die ihre Herrschaft auf radikale utopische Ideologien stütze. Die Corona-Krise habe diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt. […]

Kulturerbe

Andreas Hein: Von Kathedralen und Sternenschiffen

Der Raumfahrtingenieur und Systemwissenschaftler Andreas Hein forscht an der Université Paris-Saclay. In einem aktuellen Aufsatz beschreibt er die Errichtung der christlichen Kathedralen des Mittelalters als ein Beispiel für komplexe technische Vorhaben, deren Durchführung mehrere Jahrhunderte umfasst. Die Planer künftiger Raumflüge zu Zielen jenseits des Sonnensystems, die ähnlich komplex seien und sich über ähnlich lange Zeiträume erstrecken würden, könnten von den Erbauern der Kathedralen lernen. Diese würden in der Raumfahrtforschung daher als Archetypen langfristig orientierter Projekte gelten. Wir nehmen seinen Text zum Anlass, um uns mit der kulturellen Bedeutung der bemannten Raumfahrt, ihrem Wesen als Ausdruck abendländischen Geistes und dem mit ihr verbundenen besonderen Zugang zu religiösen Fragen auseinanderzusetzen. […]

Herausforderungen

Dorothee Dienstbühl: Antirassistischer Aktivismus schadet der öffentlichen Sicherheit

Die Kriminologin Dorothee Dienstbühl lehrt an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. In einem aktuellen Gespräch kritisiert sie die laufende Kampagne gegen mutmaßlichen Rassismus in der Polizei in Deutschland, weil die ihr zugrunde liegende Ideologie der öffentlichen Sicherheit schade. Die Kampagne helfe Kriminellen und schwäche den Staat bei seinem Vorgehen gegen sie. […]

Kulturerbe

Stefan Zweig: Der Fall der Hagia Sophia als Warnung an Europa

Die geplante Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul (dem ehemaligen Konstantinopel) in eine Moschee unterstreicht, dass sich die islamistische Regierung der Türkei zunehmend als Gegner Europas versteht. Der Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) hatte die symbolische Bedeutung der Eroberung der Kirche durch die Osmanen im Jahre 1453 in seinem Band „Sternstunden der Menschheit“ beschrieben. Den Fall Konstantinopels deutete er als historische Warnung an Europa, dem das gleiche Schicksal drohe, wenn es ihm an Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft gegenüber den radikalen Strömungen im Islam mangele, die es seit über 1400 Jahren bedrohen. […]

Politik und Gesellschaft

Asfa-Wossen Asserate über Integration und Patriotismus

Prinz Asfa-Wossen Asserate, ein Angehöriger des äthiopischen Kaiserhauses, lebte nach der kommunistischen Machtübernahme in seiner Heimat in Deutschland und wurde deutscher Staatsbürger. In einem aktuellen Gespräch betont er, dass Integration voraussetze, dass Migranten sich in die deutsche Kultur einfügen. Vielen Deutschen mangele es umgekehrt an Patriotismus und Bejahung des Eigenen. In der laufenden Rassismusdebatte gebe es daher maßlose Vorwürfe gegen Institutionen wie die Polizei. […]

Kulturelle Resilienz

Werner von Trott zu Solz: Ansätze des christlichen Kampfes gegen den Totalitarismus

Werner von Trott zu Solz (1902–1965) war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. In seinem 1958 erschienenen Werk „Widerstand heute“ beschrieb er mögliche christliche Ansätze des Kampfes gegen totalitäre Ideologien und Systeme. Dabei griff er auf die Erfahrungen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus zurück. Er entwarf auf dieser Grundlage Antworten auf den von ihm erwarteten Fall, dass es totalitären Kräften erneut gelänge, politische Macht in westlichen Gesellschaften zu erlangen. […]

Herausforderungen

Michael Bröning: Globale Konzerne als kulturrevolutionäre Akteure

Der Politikwissenschaftler Michael Bröning ist Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. In einem aktuellen Aufsatz analysiert er die Gründe für die Unterstützung der laufenden Welle von kulturrevolutionärem Aktivismus durch multinationale Konzerne. Diese würden verstärkt versuchen, sich „als moralisch gute Instanzen in Szene zu setzen“, indem sie jene politischen Anliegen unterstützten, die bei den konsumfreudigen Anhängern radikaler linksliberaler Ideologien populär seien. […]