Kulturelle Resilienz

Jared Diamond: Kulturelle Identität und Krisenfestigkeit

Der Geograph Jared Diamond lehrt an der University of California in Los Angeles und hat sich vor allem mit den Ursachen des Aufstiegs und des Niedergangs von Gemeinwesen auseinandergesetzt. In seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen Werk „Krise. Wie Nationen sich erneuern können“ untersucht er historische Beispiele dafür, wie Staaten existenzielle Krisen bewältigt haben. Dabei betont er die Bedeutung des Faktors der kulturellen Identität, die wesentlichen Einfluss darauf habe, ob und wie gut ein Gemeinwesen solche Lagen meistern kann. […]

Herausforderungen

Egbert Jahn: Die Symbiose zwischen Organisierter Kriminalität und „Seenotrettung“

Der Politikwissenschaftler Egbert Jahn lehrte zuletzt an der Universität Mannheim. In einem aktuellen Aufsatz kritisiert er das Zusammenwirken zwischen Organisierter Kriminalität und Migrationsaktivisten bei der Verbringung irregulärer Migranten nach Europa im Rahmen der „Seenotrettung“. Diese beruhe auf einer „sich barbarisch auswirkenden Moral“, welche die Organisierte Kriminalität gestärkt und zu tausenden Toten geführt habe. […]

Politik und Gesellschaft

Niccolò Machiavelli: Christentum und staatliche Selbstbehauptung

Niccolò Machiavelli (1469-1527) gilt als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. In seinem Werk Discorsi untersuchte er auf der Grundlage des Staatsdenkens der römischen Antike die Frage, was Staaten Dauer verleiht und wie ein Gemeinwesen existenzielle Herausforderungen bewältigen kann. Dabei setzte er sich unter anderem mit gesinnungsethnischen Tendenzen im Christentum kritisch auseinander, die dieses als Träger des Gemeinwesens schwächten. […]

Herausforderungen

Der Anschlag von Hanau: Die Frage nach den Ursachen

Die Tat von Hanau ähnelt einer Reihe vergleichbarer Taten, die in den vergangenen Jahren in westlichen Gesellschaften zu beobachten waren. Die Täter agierten dabei wie Amokläufer und stellten ihre Taten in den Kontext extremistischer Ideologien. Die Ursachen dieses Phänomens sind komplex, wobei neben der psychischen Auffälligkeit der Täter auch verschiedene pathologische kulturelle und soziale Entwicklungen in westlichen Gesellschaften eine wesentliche Rolle spielen. […]

Politik und Gesellschaft

Otfried Höffe: Die fundamentale Bedeutung von Heimat für den Menschen

Otfried Höffe lehrte Philosophie an der Universität Tübingen und ist Leiter der dort angesiedelten Forschungsstelle Politische Philosophie. In einem jetzt erschienenen Aufsatz setzt er sich mit der fundamentalen Bedeutung der Heimat für den Menschen und das Gemeinwesen auseinander. Als Folge von Globalisierung von Migration entstehe zunehmend die Erfahrung von Heimatverlust, was dazu führen, dass der Wunsch nach Heimat eher zu- als abnehme. […]

Herausforderungen

Ross Douthat: Die Dekadenz westlicher Gesellschaften und ihre Überwindung

Der christliche Publizist Ross Douthat schreibt für die New York Times und hatte zuletzt ein Buch über die Lage der katholischen Kirche verfasst. In einem jetzt erschienenen Buch mit dem Titel „The Decadent Society“ setzt er sich mit der Dekadenz westlicher Gesellschaften auseinander. Er stützt sich dabei auf den analytischen Dekadenzbegriff des Kulturhistorikers Jacques Barzun (1907-2012). […]

Herausforderungen

Eckhard Jesse: Der drohende Verlust des antitotalitären Konsenses in Deutschland

Der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse gilt als einer der führenden Extremismusforscher in Deutschland und lehrte zuletzt an der TU Chemnitz. In einem aktuellen Interview warnt er vor einem drohenden Verlust des antitotalitären und antiextremistischen Konsenses in Deutschland. […]

Politik und Gesellschaft

Papst Franziskus: Der christliche Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen

Im heute veröffentlichten apostolischen Schreiben Querida Amazonia („Geliebtes Amazonien“) betont Papst Franziskus den christlichen Auftrag zur Bewahrung der Völker und Kulturen. Diese würden im Zuge der Globalisierung zunehmend unter dem Druck materialistischer Ideologien stehen, die nach Auflösung aller kulturellen Unterschiede streben. In diesem Zusammenhang warnt er auch vor den Gefahren von Migration, die er als Form der Entwurzelung des Menschen betrachtet. Die „Jahrtausende alte Tradition“ des Christentums sei die Grundlage einer kulturellen Alternative zu den Ideologien der Auflösung. […]

Politik und Gesellschaft

Ulrich Körtner: „Seenotrettung“ und irreguläre Migration aus Sicht der christlichen Soziallehre

Der evangelische Theologe und Sozialethiker Ulrich H. J. Körtner lehrt an der Universität Wien. In einem kürzlich veröffentlichten Gespräch kritisiert er die von Teilen der Kirche unterstützte, als „Seenotrettung“ bezeichnete Verbringung irregulärer Migranten nach Europa aus der Perspektive der christlichen Soziallehre. […]

Kulturerbe

Julien d’Huy: Der älteste Mythos der Menschheit

Der Historiker Julien d’Huy forscht an der Université Paris 1 – Panthéon-Sorbonne. Mittels eines historisch-geographischen Ansatzes der Mythenforschung ist es ihm gelungen, das Alter wesentlicher Mythen der abendländischen Tradition auf mehrere zehntausend Jahre zu datieren und somit die Wurzeln der Kulturen des Abendlandes bis in die Altsteinzeit zurückzuverfolgen. Der älteste Mythos der Menschheit sei mit einem Alter von mindestens 60.000 Jahren der Drachenkampf-Mythos, der im Christentum eine herausgehobene Rolle spielt. […]