Susanne Wiesinger: Islambezogene Herausforderungen an Schulen

Die Mittelschullehrerin und ehemalige SPÖ-Lehrervertreterin Susanne Wiesinger, die an Schulen an sozialen Brennpunkten in Österreich unterrichtete, veröffentlichte kürzlich einen Erfahrungsbericht über islambezogene Herausforderungen an Schulen mit dem Titel „Kulturkampf im Klassenzimmer“. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sowie „Die Presse“ stellen in aktuellen Beiträgen die Beobachtungen Wiesingers ausführlich vor. Die von ihr geschilderten Phänomene sind für christliche und andere nichtmuslimische Schüler mit zahlreichen negativen Auswirkungen verbunden.

  • Der Unterricht fände an Schulen mit hohem Anteil von Muslimen unter den Schülern unter erschwerten Bedingungen statt. Die Deutschkenntnisse der Schüler seien häufig mangelhaft. Die islamischen Werte und Normen der Schüler würden normalen Unterricht in Fächern wie Biologie, Deutsch, Musik, Kunst, Sport und Geschichte häufig unmöglich machen. So würden viele muslimische Schüler etwa die Lektüre von Texten verweigern, deren Inhalt nicht islamischen Normen und Werten entspreche.
  • An Schulen an sozialen Brennpunkten seien unter muslimischen Schülern solche, die radikalen islamischen Vorstellungen anhängen würden, „in der absoluten Mehrheit“.
  • Muslimische Schüler würden Lehrerinnen häufig nicht als Autoritäten anerkennen und z.B. als „Huren“ beleidigen, wenn sie nicht verheiratet seien. Einige würden als „Kleidungspolizei“ an Schulen auftreten, wobei sie Schülerinnen auch mit Drohungen unter Druck setzten, islamische Bekleidungsvorschriften einzuhalten. Der Schwimmunterricht würde von dem meisten muslimischen Schülerinnen gemieden. Sog. „Ehrenmorde“ würden verbreitet befürwortet, etwa wenn eine muslimische Schülerin eine Partnerschaft mit einem Christen eingehe.
  • Unter männlichen muslimischen Schülern gebe es ein erhöhtes Gewaltpotenzial, was sich in Übergriffen u.a. gegen Lehrerinnen, aber auch in ethnischen Konflikten unter Schülern äußere, etwa wenn türkische Schüler eine Schule als ihr „Revier“ betrachteten und gegenüber Roma oder Kurden gewalttätig würden.
  • Muslimische Eltern und Schüler würden häufig die Teilnahme an Theaterabenden oder Schulausflügen aus religiösen Gründen verweigern.

Schulbehörden würden auf die Ansprache islambezogener Herausforderungen mit „Unverständnis und Desinteresse“ reagieren. Seitens der Politik werde über Direktoren und Schulinspektoren Druck aufgebaut, Probleme nicht anzusprechen. Begründet werde dies unter anderem damit, dass eine Ansprache der Probleme den politischen Gegner stärken könnte.

Eine Vertreterin einer österreichischen Schulbehörde bestätigte Wiesingers Darstellungen im Wesentlichen, erklärte jedoch, dass bereits Maßnahmen gegenüber den von ihr angesprochenen Herausforderungen ergriffen würden.

Hintergrund

Die Darstellungen Wiesingers decken sich mit denen zahlreicher anderer Quellen. Aus diesen geht auch hervor, dass islambezogene Herausforderungen an Schulen unmittelbare negative Auswirkungen auf christliche und andere nichtmuslimische Schüler haben. Ursachen dafür sind neben der allgemeinen Verschlechterung des Schulumfelds auch direkte Christenfeindlichkeit unter muslimischen Schülern. Zudem ist sekundäre Christenfeindlichkeit verbreitet, die sich gegen christliche Schüler nicht spezifisch wegen ihres christlichen Glaubens richtet, sondern weil es sich bei ihnen nicht um Muslime handelt.

  • Das Berliner Büro des „American Jewish Committee“ (AJC) legte 2017 eine Studie über islambezogene Herausforderungen an Berliner Schulen vor. Der Grad der Integration nehme unter muslimischen Schülern demnach tendenziell ab. Diese Entwicklung sei mit zunehmender Feindseligkeit gegenüber Nichtmuslimen verbunden. Lehrer berichten in diesem Zusammenhang von einer zunehmend aggressiven Stimmung auch gegenüber Christen.
  • Der sog. „Obin-Bericht“ des französischen Bildungsministeriums stellte bereits vor einigen Jahren einen zunehmenden Einfluss radikaler islamischer Strömungen auf muslimische Schüler in Frankreich fest. Dies äußere sich u.a. in Versuchen männlicher muslimischer Schüler, die Regelungen des islamischen Rechts an Schulen durchzusetzen. Singen sowie das Zeichnen von Gesichtern und koedukative Aktivitäten würden zunehmend als unislamisch abgelehnt und Christen würden als „unrein“ wahrgenommen.
  • Laut einer 2018 erschienenen Studie des Pariser „Centre National de la Recherche Scientifique“ (CNRS) habe rund ein Drittel der muslimischen Schüler in Frankreich den vollständigen Bruch mit der Kultur und Gesellschaft des Landes vollzogen. Diese Entwicklung habe vorwiegend islambezogene kulturelle Ursachen.
  • Die Berliner Jugendrichter Richter Kirsten Heisig und Günter Räcke erklärten 2006, dass unter jüngeren Muslimen zunehmend „gewisse zivilisatorische Standards nicht mehr existieren oder nicht mehr gelten“ würden. An einigen Schulen seien u.a. bestimmte Eingänge inoffiziell nur für Muslime reserviert worden und Schüler angegriffen worden, die sich daran nicht gehalten hätten. Christen würden als „Scheiß-Christ“ oder „Schweinefleisch-Fresser“ bezeichnet. Eine 2010 veröffentlichte Untersuchung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beschrieb ähnliche Beobachtungen und ergänzte, dass Christen an Schulen als „Ungläubige“ von muslimischen Schülern unter Druck gesetzt würden.

Berliner Grundschullehrer erklärten, dass an Brennpunktschulen mit hohem Anteil muslimischer Schüler die Präsenz „offensichtlich lernunwilliger und bildungsfeindlich gesinnter Schüler“ einen normalen Schulbetrieb nur noch „nebenher“ ermögliche. Viele Schüler würden hier „äußerst feindselig bis gewalttätig auf andere Glaubensüberzeugungen als den Islam“ reagieren.

Auch Lehrer anderer Schulen berichteten, dass normaler Unterricht an entsprechenden Schulen aus kulturellen Gründen oft kaum möglich sei. An Schulen mit hohen Anteilen muslimischer Schüler seien verstärkt “Respektlosigkeit, Aggressivität und Ignoranz gegenüber dem Lehrpersonal” zu beobachten.

Bewertung und Folgerungen

Die dargestellten Phänomene und Entwicklungen betreffen in Deutschland vor allem Haupt- und Realschulen in sozial schwachen Stadtteilen westdeutscher Großstädte sowie in Berlin.

Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen wird die Bedeutung christlicher Konfessionsschulen für das christliche Leben in Deutschland künftig voraussichtlich weiter zunehmen. Im Zuge von staatlichen Versuchen, den beschriebenen Herausforderungen durch stärkere Durchmischung der Schülerschaft entgegenzuwirken, sind künftig außerdem stärkere staatliche Eingriffen in die Tätigkeit christlicher Konfessionsschulen wahrscheinlich.