Bischof Rudolf Voderholzer: Islamisierung als Herausforderung für Europa

Iwan Aiwasowski - Ansicht Konstantinopels (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat in einer Predigt in Altötting am vergangenen Sonntag vor Islamisierungstendenzen in Europa gewarnt. Diese seien vor allem im Zusammenhang mit Migration und demographischer Entwicklung zu beobachten. Er halte entsprechende Sorgen „nicht für ganz unberechtigt“. Der Islam sei in seinem theologischen Wesen außerdem „der Widerspruch zum Christentum“, weshalb allenfalls ein Nebeneinander der Kulturen und Religionen möglich sei.

Er betonte zudem, dass die eigentliche Herausforderung für das christliche Europa in diesem Zusammenhang in der „eigenen Glaubensschwäche“ und in der „eigenen Unlust an der Zukunft“ bestehe. Es gebe hier eine „Unlust an Nachkommenschaft, was von vielen Menschen in den anderen Kontinenten ja nur als eine Einladung verstanden werden kann, zu uns zu kommen und die Lücken zu schließen“.

Hintergrund

Bischof Voderholzer hatte die Herausforderungen, die sich aus der im Spätsommer 2015 einsetzenden Welle irregulärer Migration nach Europa ergaben, bereits frühzeitig angesprochen. Die Integration dieser Migranten sei „zuallererst eine Herausforderung für unsere eigene Identität“ und nur „ein Land mit starker eigener Glaubenssubstanz und kultureller Identität kann andere integrieren.“ Für die Kirche seien daher die „Stärkung der eigenen Identität und der Glaubenssubstanz“ die größten Herausforderungen der Gegenwart.

Er hatte gleichzeitig grundsätzliche Zweifel an der Integrierbarkeit des Islam in Europa geäußert. Dieser sei eine „postchristliche Erscheinung, die mit dem Anspruch auftritt, die Kerngehalte des Christentums zu negieren“:

„Nur wer seinen eigenen Glauben entweder nicht kennt oder nicht ernst nimmt, kann hier eine weitreichende Integration des Islam als Islam für möglich halten.“

Die Kulturen Europas seien das Ergebnis von Jahrhunderten christlicher Durchformung und ihr Schicksal „unser aller Sorge wahrlich wert“. Wer sich um diese Kulturen sorge, dem dürfe man aus christlicher Perspektive daher nicht „alle möglichen pathologischen Phobien unterstellen“. Von einer auf Negation des Christentums beruhenden Kultur sei keine erfolgreiche Integration in eine christlich geprägte Kultur zu erwarten.