Kulturelle Resilienz

Jacob Burckhardts Krisentheorie: Die „Sturmlehre der Geschichte“

Anlässlich des 200. Geburtstags des Schweizer Kulturhistorikers Jacob Burckhardt (1818-1897) bezeichnete der Historiker Jürgen Osterhammel dessen Theorie historischer Krisen in der Tageszeitung „Die Welt“ als die „Sturmlehre der Geschichte“ und hob die Aktualität seiner Gedanken vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Lage in Europa hervor. Burckhardt habe zudem die geistig-kulturellen Kräfte, die historisches Geschehen bestimmten, zutreffend erkannt. […]

Herausforderungen

Papst Franziskus: Der drohende kulturelle Schiffbruch Europas

In einem Gespräch mit der italienischen Zeitung „L’Eco di Bergamo“ hat Papst Franziskus die Postmoderne als eine mögliche letzte Etappe in der Geschichte des Westens bezeichnet. Sie erinnere an „eine Reise, die mit einem Schiffbruch endet“. Angesichts der laufenden kulturellen Entwicklung in Europa erscheine es ihm als immer weniger sinnvoll, die westliche Kultur mit dem Christentum gleichzusetzen. […]

Christliches Dienstethos

Ulrich Lehner: Dem liberalen Christentum mangelt es an Härte

Der aus Bayern stammende Ulrich Lehner lehrt Religionsgeschichte und Theologie an der jesuitischen Marquette University in den USA. In seinem kürzlich erschienenen Buch „God Is Not Nice“ setzt er sich mit liberalen Verfallsformen des Christentums auseinander, die dessen maskuline sowie harte, ernste und fordernde Inhalte ausblenden und durch die Suche nach angenehmen Gefühlen ersetzen würden. Strömungen dieser Art würden die Kirche in allen westlichen Gesellschaften zunehmend prägen und stellten eine „tödliche Gefahr“ für das Christentum dar, weil sie seinen Kern aushöhlten. […]

Kulturelle Resilienz

Kardinal Sarah: Der Dienst des Christentums an einem sterbenden Europa

Robert Kardinal Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart. In einer Predigt in der Kathedrale von Chartres hat er vor einigen Tagen Christen zum Dienst an einem sterbenden, von wahnhaften Ideologien geistig zerstörten Europa aufgerufen. Die gegenwärtige Lage erfordere von Christen einen totalen Einsatz. Nur Heilige und Märtyrer könnten Europa aus der Dunkelheit führen. […]

Herausforderungen

Bernard Lewis: Der politische Islam als existenzielle Herausforderung für Europa

Der britisch-amerikanische Historiker Bernard Lewis (1916-2018) lehrte zuletzt an der Princeton University und galt als einer der weltweit führenden Experten für die Geschichte des Nahen Ostens und des Islam. Bereits in den 1970er Jahren prognostizierte er das Erstarken des politischen Islam und einen daraus resultierenden „Clash of Civilizations“. Aus Anlass seines Todes am vergangenen Wochenende stellen wir seine wichtigsten Gedanken über islambezogene Herausforderungen für Europa vor. […]

Kulturerbe

Christopher Dawson: Die Apostel des Abendlandes – Teil 1: Der lange Winter

Christopher Dawson (1889-1970) lehrte an der Harvard University und gilt als einer der bedeutendsten christlichen Historiker des 20. Jahrhunderts. Sein Werk beeinflusste unter anderem J.R.R. Tolkien und T.S. Eliot. In seinen Büchern „Die Religion im Aufbau der abendländischen Kultur“ und „Die Gestaltung des Abendlandes“ schildert er, wie christliche Mönche und Herrscher im Frühmittelalter inmitten der Trümmer des untergegangenen Römischen Reiches Europa schufen und in einem jahrhundertelangen Überlebenskampf verteidigten. […]

Christliche Soziallehre

Ludger Schwienhorst-Schönberger: Christentum, Gesinnungsethik und Migration

Ludger Schwienhorst-Schönberger lehrt katholische Theologie an der Universität Wien. In der Mai-Ausgabe der jesuitischen Kulturzeitschrift „Stimmen der Zeit“ setzt er sich mit dem Problem gesinnungsethischer Tendenzen in der Kirche auseinander. Diese hätten die rationale Ethik der katholischen Soziallehre in Deutschland weitgehend verdrängt und in der Migrationspolitik zu falschen Entscheidungen beigetragen. […]

Christliche Soziallehre

Benedikt XVI.: Die geistigen Waffen des Christentums im Kampf gegen den politischen Islam

In einem erst jetzt veröffentlichten, im Oktober 2014 entstandenen Text beschreibt der emeritierte Papst Benedikt XVI. das Konzept der Menschenrechte als geistige Waffe des Christentums im Kampf gegen den politischen Islam und andere totalitäre Ideologien. Zugleich kritisiert er nihilistische Tendenzen in liberalen Menschenrechtsideologien. […]

Herausforderungen

Václav Benda: Warum es keinen guten Marxismus gibt

Der katholische Philosoph Václav Benda war einer der führenden Dissidenten in der kommunistischen Tschechoslowakei. In seinen Texten, die kürzlich unter dem Titel „The Long Night of the Watchman“ in englischsprachiger Übersetzung erschienen sind, lehnt er die Vorstellung, dass es einen guten Marxismus geben könnte, grundsätzlich ab. Teile der Kirche hätten sich von marxistischer Ideologie korrumpieren lassen. Jede Annäherung an diese Ideologie sei jedoch falsch, da es nie zum Guten führen könne, wenn man sich am Bösen orientiere. […]

Christliche Soziallehre

Felix Dirsch: Patriotismus und christliche Soziallehre

Der Politikwissenschaftler und Theologe Felix Dirsch ist unter anderem Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politik München. In der katholischen Wochenzeitung „Der Tagesspiegel“ argumentiert er, dass es in der katholischen Soziallehre einen „Dreiklang von Heimatliebe, Vaterlandsliebe und Liebe zur Kirche“ gebe. Der damit verbundene christliche Patriotismus wirke den extremen Tendenzen sowohl progressiver als auch nationalistischer Ideologien entgegen. […]