Papst Franziskus: Migranten müssen die europäische Identität „unbedingt“ respektieren

Ambrogio Lorenzetti - Die Wirkung guten Regierens auf das Land (gemeinfrei)

Papst Franziskus hat in einer aktuellen Ansprache anlässlich des Neujahrsempfangs für das am Heiligen Stuhl akkreditierte diplomatische Korps vor dem Hintergrund der laufenden Migrationswelle nach Europa Migranten dazu aufgerufen, die Identität der sie aufnehmenden Gesellschaften „unbedingt“ zu respektieren:

„Wer aufgenommen wird, muss sich den Regeln des Landes, das ihn beherbergt, unbedingt anpassen und dessen Identitätsprinzipien respektieren.“

Er warnte zudem vor den negativen Folgen von Migration. Man müsse anerkennen, dass unter den Migranten „nicht immer alle von den besten Absichten geleitet werden“. Außerdem forderte er von europäischen Regierungen einen „verantwortlichen Umgang“ mit der Migrationsproblematik und rief diese dazu auf, auch der Verantwortung gegenüber ihren eigenen Bevölkerungen gerecht zu werden:

„Sie haben eine klare Verantwortung gegenüber der Bevölkerung in ihren Ländern, deren ordentliche Rechte und harmonische Entwicklung sie gewährleisten müssen, damit sie nicht wie der törichte Bauherr erscheinen, der falsche Berechnungen angestellt hat und nicht in der Lage war, den Turm fertigzustellen, dessen Bau er begonnen hatte.“

Die Migrationsproblematik solle „Europa dazu anspornen, das eigene kulturelle und religiöse Erbe wiederzuentdecken.“ Nur wenn „es sich der Werte bewusst wird, auf die es erbaut wurde, dann mag es sowohl die eigenen Traditionen wachhalten als auch weiterhin ein gastfreundlicher Ort sein, der Frieden und Entwicklung verspricht.“

In diesem Zusammenhang kritisierte Franziskus auch die Tendenz europäischer Gesellschaften zur Trennung von den „Wurzeln und Traditionen, welche die reiche Geschichte der Nation gespeist haben und von unschätzbarem Wert für die ganze Welt sind.“

Zudem rief er zum verstärkten Schutz verfolgter Christen im Nahen Osten sowie zu verstärkten Anstrengungen auf, damit Flüchtlinge aus der Region „in ihre Heimat zurückkehren können.“

Hintergrund

Papst Franziskus wird von Teilen der Medien in Deutschland einseitig zitiert, so dass vielen Menschen sein Eintreten für die Bewahrung des christlichen Erbes in Europa nicht bekannt ist. Tatsächlich hat Franziskus sich bereits häufig in diesem Sinne geäußert:

Bereits vor dem Beginn der aktuellen Migrationskrise hatte Franziskus im November 2014 vor dem Europaparlament gesagt, dass es Aufgabe der Regierungen Europas sei, „die europäische Identität zu bewahren“. (FG4)